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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.44142#0493

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7 Ubr.

Unfähig, ein scheinbares Interesse in kleinlich
unbedeutenden Beschäftigungen aufrecht zu er-
halten, blieb das falsche Fräulein Bermyngham
den ganzen Nachmittag auf ihren Zimmern. Sie
ließ ihre Dienerin nicht von ihrer Seite, indem
sie einen heftigen Kopfschmerz vorschützte, aber sie
erklärte sich für wohl genug, um zum Diner eine
prächtige Toilette machen zu können.
Sie hatte ihren Schmuck, nachdem sie in der
vergangenen Nacht aus dem Parke zurückgekehrt
war, wieder in seine Behältnisse zurückgegeben,
und das Packet mit den Banknoten hatte sie in
ihren Schreibtisch gelegt.
Sie machte für das Diner große Toilette,
blaue Seide mit weißem Tüllüberwurf, und legte
einen äußerst kostbaren Perlenschmuck an, welcher
auch unter den Schätzen gewesen war, die sie
Kaspar Boe hatte ausliefern sollen.
Ein leises Schaudern überlief ihren zarten
Körper, als sie die schimmernden Ohrringe an
ihren Ohren befestigte und die Perlenfchnüre um
ihren weißen Hals legte, Machten ihr diese sich
anschmiegenden Schnüre ein Vorgefühl von dem
Stricke des Henkers rege?
Ein leises Zucken spielte sich um ihren rvsen-
rothen Mund und ihre Augenlider zitterten, aber
das Gesicht mit seiner künstlichen Schattierung
blieb sich immer gleich in seiner regungslosen
Farbe, und schien, abgerechnet von den Lippen
und Augen, das Gesicht eines Bildes zu sein, es
war kaum möglich, aus ihren Zügen die Natur
ihrer Gedanken zu erkennen. Sie ging in den
Salon hinab und sand daselbst Lady Folliot ihrer
wartend.

„Ich habe Neuigkeiten für Dich, Nerea", rief
die Baronin ihr entgegen, als sie eintrat. Nathe
einmal, was es ist!"
Die Betrügerin erschrack. War der Leichnam
ihres Opfers entdeckt worden?
„Ich kann nicht gut rathcn", zwang sie sich
mit mattem Lächeln zu antworten. „Ist etwas
geschehen?"
„Wie eigenthümlich Deine Stiyime klingt,
Nerea! Du mußt Dich erkältet haben. Da Du
meine Neuigkeit nicht errathen kannst, liebes Kind,
will ich sie Dir mittheilen. Ich habe von Lion
ein Telegramm erhalten. Er wird noch heute
Abend hier eintreffen."
Die Betrügerin athmete erleichtert auf. Die
Stunde jenes grauenvollen Gegenstandes im
Dickicht des Parkes war also noch immer hin-
ausgeschoben.
„Heute Abend", wiederholte sie, kaum wissend,
was sie eigentlich sagte.
„Ja, heute Abend. Ich habe einen Wagen
nach Spalding geschickt, um ihn abzuholen. Du
bist früh mit Deiner Toilette fertig. Ich habe
das Diner für eine halbe Stunde später ange-
sagt, wir haben also noch eine ganze Stunde
Zeit. Lion wird noch rechtzeitig kommen, um mit
uus zu speisen.
Das falsche Fräulein Bermyngham warf einen
verstohlenen Blick in einen gegenübelhängenden
Spiegel.
„Du siehst sehr hübsch aus, meine Liebe,"
sagte die Baronin, ihren Blick ausfangend. „So
hübsch und lieblich, wie eine kleine Fee. Ich
glaube, ich weiß, welcher Ursache ich Lionel's

^Nummer 272.


Freitag, 17. November 1883.

General

für Heidelberg und Umgegend


Telephon-Anschluß Nr. 102. "WK

zubauen sein, daß unter Beseitigung der bisherigen
Schwankungen die Anforderungen desselben an die
Einzelstaaten in ein festes Verhältniß zu den
Ueberweisungen gestellt werden, und ein gesetzlich
sestgelegter Äntheil an den eigenen Einnahmen des
Reiches für einen vorher bestimmten längeren Zeit-
raum den Einzelstaaten zugesichert wird. Eine
solche Ordnung wird im Einklang mit der födera-
tiven Gestaltung unseres Staatswesens ein unge-
störtes Zusammenwirken des Reichs und der Einzel-
staaten gewährleisten und ohne Schmälerung der
Rechte des Reichstags die Finanzverwaltung in
hohem Grade fördern. Zu diesem Bebufe wird
dem Reichstag ein Gesetzentwurf, betreffend die
anderweite Ordnung des Finanzwesens
des Reichs, vorgelegt werden.
Zur Beschaffung der hiernach erforderlichen
Mittel werden dem Reichstag Gesetzentwürfe, be-
treffend die Besteuerung des Tabaks und
Weins sowie die Erhebung von Reichsstempel-
abgaben, zugehen. Ich zweifle nicht, daß die
Lösung dieser bedeutsamen Aufgabe Ihrer hingeben-
den Mitwirkung gelingen wird.
Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Finanz-
lage des Reichs ist der N e i ch sha ush a lt mit
äußerster Sparsamkeit aufgestellt.
Die beim Abschlüsse der Handcsverträge des
Reichs mit Oesterreich-Ungarn, Italien, Belgien
und der Schweiz gehegte Erwartung, daß dieselben
zugleich den Anknüpfungspunkt für die vertrags-
mäßige Regelung unserer Handelsbezieh-
ungen zu anderen Staaten bilden würden, hat
sich inzwischen insoweit erfüllt, als es gelungen
ist, auf der durch jene Verträge geschaffenen Grund-
lage auch mit Spanien, Rumänien und Serbien
neue Handelsverträge zu vereinbaren. Die Ver-
träge durch welche unserem Güteraustausch mit
diesen Ländern die wünschenswerthe Stetigkeit und
die Möglichkeit gedeihlicher Entwicklung geboten
wird, werden Ihnen zur verfassungsmäßigen Be-
schlußnahme zugehen.
Im Einverständniß mit meinen hohen Verbün-
deten habe ich mich veranlaßt gesehen, Rußland
gegenüber von der Befugniß einer außerordent-
lichen Erhöhung der Einfuhrzölle Gebrauch zu
machen; die von mir erlassenen Verordnungen
werden Ihnen sofort mitgetheilt werden. Ich gebe
mich der Hoffnung hin, daß der Verlauf der
schwebenden Handelsvertragsverbandlungcn mit Ruß-
land zur Beseitigung dieser Maßnahmen führen
wird.
Dank den energischen Bemühungen, welche die
verbündeten Negierungen aufgewendet haben, ist es
gelungen, die verheerende Epidemie, welche im ver-
gangenen Jahre schwere und schmerzliche Opfer
gefordert batte, seitdem fernzuhalten und, wo sich
vereinzelte Krankheitsfälle zeigten, ihrer Verbreitung

erfolgreich entgegen zu treten. Die gewonnenen
Erfahrungen noch wirksamer zu verwerthen, und
die Abwehrmaßregeln zu dauernden und einheit-
lichen zu gestalten, ist der Zweck eines Gesetz-
Entwurfs, welcher Ihnen vcrgelegt werden wird.
Um die mit der pflichtmäßigen Strenge jener Ab-
wehrmaßregeln vereinbarte Schonung des inter-
nationalen Verkehrs thunlichst sicher zu stellen, hat
unter Betheiligung des Reichs im Frühjahr in
Dresden eine von der Mehrzahl der europäischen
Staaten beschickte Konferenz stattgefunden, deren
Beschlüsse Ihnen zur Genehmigung zugehen werden.
Die Erledigung der Ihnen auf finanziellem
und handelspolitischem Gebiet gestellten Aufgaben
wird Ihre Arbeitskraft in so hohem Maße in
Anspruch nehmen, daß die verbündeten Negierungen
es für ratbsam erachtet haben, den Kreis der
Vorlagen im klebrigen thunlichst einzuschränken.
In dem V erst ältniß Deutschlands zum
Aus lande ist eine Aenderung nicht eingetreten.
Bei Fortdauer der engen Freundschaft mit den zur
Verfolgung gemeinsamer friedlicher Zwecke uns
verbündeten Reichen stehen wir zu allen Mächten
in guten und freundlichen Beziehungen. Ich gebe
mich daher der Zuversicht hin, daß uns mit Gottes
Hilfe die Segnungen des Friedens auch fernerhin
werden erhalten bleiben."
Der Passus über die guten, friedlichen Be-
ziehungen zum Auslande wurde mit lebhaftem
Beifall ausgenommen.
Der Reichskanzler erklärte darauf die
Session für eröffnet. Die Feier schloß mit einem
Hoch auf den Kaiser. Der Feierlichkeit wohnte auch
die gesammte Generalität bei.

Schädlichen beim Alkoholgenusse zu einigen. In
gewisser Beziehung schädlich sür die Gesundheit
sind ja die meisten der gebräuchlichen Nahrungs-
oder namentlich Genußmittel, deren wir nicht leicht
entbehren können: Fleisch, Kartoffeln, rohe
Früchte, Gewürze, Tabak, selbst das Wasser in
einigen Gegenden re. — Die schädlichen Folgen
treten ein bei andauerndem, bevorzugtem und bei
unmäßigem oder überhaupt unrichtigem Gebrauche
dieser Gcnußmittel. Immerhin aber ist die Ein-
wirkung aller Medikamente, Genuß- und Nahrungs-
mittel — also auch des Alkohols — aus den
menschlichen Organismus wiederum so verschieden,
wie der letztere selbst in den einzelnen Individuen.
Wollte man aber eine Reihensolge feststellen nach
der Allgemeinheit und Schnelligkeit, mit der die
nachtheiligen Folgen des andauernden oder Ueber-
genusses eintreten, so würde man dem Alkohol
eine der ersten Stellen unter den schädlichen Ee-
nußmitteln einzuräumen haben.
In unserem besonderen Sinne aber schädlich
— oder besser gesagt, gefährlich — ist der Al-
kohol jedenfalls insofern, als der Mensch durch
und bei dessen Genuß in den Zwiespalt zwischen
seiner besseren Ueberzeugnng und seiner Willens-
kraft gerätst, und durch alkoholische Getränke un-
ausgesetzt iu die peinlichste Versuchung geführt
wird.
In Bezug auf die Neigung zum Alkohol ist
überdies noch zu bemerken, daß sie mit körper-
lichen Anlagen in Verbindung steht, also erblich
und angeboren sein kann, und daß infolge be-
sonderer Verhältnisse ganze Völker diese Neigung
mehr als andere besitzen oder ihr verfallen können.
Gegen eine fortschreitende Neigung — welche
es auch sei — die unsere bessere Ueberzeugung in
Zwiespalt bringt mit unserer moralischen Kraft,
gibt es nur das eine Mittel der völligen, un-
bedingten Umkehr und Abstinenz. Es liegt in
der Natur eines solchen Zustandes, daß der Leidende
einer äußeren Unterstützung seiner geschwächten
Willenskraft bedarf. Solche findet er — je nach
seinem allgemeinen geistigen und moralischen Zu-
stande — in der Religion, in der Einwirkung
anderer, oder endlich in dem äußeren Zwange (in
einer Anstalt). Hat sich die Neigung zum Trünke
zur Trunksucht (Krankheit) ausgebildet, so bietet
die Behandlung in einer Anstalt die sicherste Ge-
währ für eine Heilung. Solange die Anstalt
nicht mit den erforderlichen Machtmitteln zur Zu-
rückhaltung der Kranken in der Anstalt für eine
angemessene Zeit ausgestattet sind und wir nicht
alle Bedürftigen in Anstalten untcrbringen können,
ist die Vereinigung mehrerer zur Einwirkung auf
den Kranken (Enthaltsamkeitsvereiu) das nächst-
beste Mittel zu seiner Heilung. Dagegen erweist
sich die individuelle Trinkerpflege — Einwirkung

x. Enthaltsamkeit oder Mäßigkeit?
Auf dem vierten internationalen Kongresse
gegen den Mißbrauch geistiger Getränke im Haag
und auch auf der neuesten so glänzend verlaufe-
nen Jahresversammlung des Deutschen Vereins
in Düsseldorf haben sich die Meinungen der me-
dizinischen Sachverständigen, ob Mäßigkeit oder
Enthaltsamkeit vorzuziehen sei, schroff gegenüber
gestanden. Da bleibt dem Laien nichts übrig,
als sich mit seinem Urtheile selbst zurecht zu finden.
Glücklicherweise handelt es sich für den Laien in
den meisten Fällen zur Erkennung des Richtigen
nicht um Beachtung fachmännischer Einzelerfah-
rungen, sondern um Schlußfolgerung aus fest-
stehenden, bekannten Thatsachen nach Hauptge-
sichtspunkten.
Zweck der Enthaltsamkeits- und der Mäßigkeits-
bestrebungen ist: die Menschen vor dem schäd-
lichen Einflüße des Alkoholgenusses zu bewahren.
Kein Mittel zur Erreichung dieses Zweckes darf
uns als Selbstzweck gelten.
Zunächst haben wir uns über den Begriff des

Aborruementöpreis r
W Zeitigem illustrirtem Sonntagsblatt: 'monatlich
Pfennig frei in'S HauS, durch die Post bezogen
vierteljährlich 88 Pfennig ohne Bestellgeld.

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die Ispaltige Petitzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt.

Lsrtrvährend
lrvr^ir von allen Postanstalten, Landbriefträgern,
liren Agenten und Trägerinnen Abonnements
entgegengenommen.

Die Eröffnung des Reichstags.
Die Eröffnung des Reichstages fand gestern
^svNerstag im weißen Saale des königlichen
Hasses "statt; etwa 150 Abgeordnete waren an-
Die Bundesrathsmitgliedcr erschienen
K dos Reichskanzlers Grasen Caprivi Führung,
e^^uf betrat der Kaiser, mit dreimaligen Hoch-
bMüßt, den Saal, bestieg den Thron und
"W mir weithin vernehmbarer Stimme dieThronrede.
d ^»Geehrte Herren! Als ich Sie im Juli
uin mich versammelt hatte, gab ich dem
r Krauen Ausdruck, daß Sie mir und meinen
stw Verbündeten Jbre Mitwirkung zu der im
bj.. eresse der Sicherheit des Reichs gebotenen Fort-
h. ""g unserer Hcerescinrichtungen nicht versagen
' Ich freue mich, daß meine Zuveisicht
getäuscht worden ist, und indem ich Sie heute
dg.Zbrem Zusammentritt begrüße, ist es mir Be-
h:^?>ß, dem Reichstag für seine patriotische Bereit-
^Z'gkeit meinen kaiserlichen Dank auszusprechen,
wannigfachen Beweise warmer Sympathie,
d^ffch mich während der letzten Monate in den
sah Ebenen Theilen des Reichs zu erfreuen gehabt
E, sind mir eine Bürgschaft dafür, mit welcher
^gtbuung die Nation es einpfindet, daß dem
jachen Heere eine Organisation gesichert worden
ist', 'u welcher die Gewähr für den Schutz des
bx^^ndes und für die Erhaltung des Friedens
wird nunmehr Ihre vornehmste Aufgabe
gemeinsamer Arbeit mit den verbündeten
Attungen für die Beschaffung der Mittel
tragen, welche zur Deckung des durch die
'E Fricdenspräsenzstärke des Heeres entstandenen
«tz^/bedarfs erforderlich sind. Die Verschlüge,
tkiv. Ihnen in dieser Beziehung zugehen werden,
sich auf einer breiten, zugleich die finanziellen
jungen des Reichs zu seinen Gliedern neu
Lieben Grundlage. Die Finanzverwaltung des
hat eine endgültige Ordnung im Sinne
chsverfassung noch nicht gefunden; die
Erfahrungen haben bewiesen, daß
st^. Schädigung des Reichs und d.r Einzel-
^ne Auseinandersetzung zwischen denselben
länger hinausgeschoben werden kann.
^Finanzwesen des Reichs wird dergestalt auf-

4—-—--——»
Expedition: Kauptstrntze Mr. 25.

_ Expedition: ^bcruptftrcrßs Mr. 25.
belesenstes Blatt in Stadt rr. Amt Heß-eldevg und Mirgegeird. Gvöfztev LrfsLg füv JirsersLe



Jagd nach einer Erbin.
Roman von Hermine Frankenstein.
(Fortsetzung.)
34. Kapitel.
Sir Lionel's Sieg.
feZ si' dem Morgen, welcher der Durchführung
vkh lchrodklichen Verbrechens folgte, das wir in
«gz ^Zergehenden Kapitel erzählt haben, kam
-v.fchs Fräulein Bermyngham etwas spät
die .AlihMZ hinab, verrietst aber auf keine Art
Vetzlicho Nacht, die sie hinter sich hatte.
>n ihre stechenden schwarzen Augen auch
Ux^Z'Ngcsunkcn waren, so waren sie von den
ücho Lidern verborgen. Welches die natür-
bktvxi s^rbe ihres Gesichtes an diesem Morgen
isby Wäre, hätte man nicht sagen können,
rvthe Sch ninke verbarg die
-Rv^/wP'ter sehr geschickt. Sie trug ein weißes
'Kleid mit Puffen und Krausen, reich ver-
'E echten, alten Spitzen besetzt, einen
Schleis bon blauem Seidenbande und blaue
' an Hals und Aermeln.
schien Lady Folliot ungemein lieblich
Akefi," uud diese küßte sie mit großer Zärt-
k p-.".sagte: „Wie frisch Du aussiehst, Nerea,
Kistie., als ob Du gar keinen Kummer
' würdest!"
auch keinen Kummer — einen aus-
bn , die Betrügerin, die letzten Worte
"ch selbst sprechend. „Liebste Tante Fol-

(liot, Du bist so gut gegen mich. Wahrlich, ich
sollte das glücklichste Mädchen von der Welt sein!"
Das schuldbeladene Weib, scheinbar so rein
und kindlich, ohne die Spuren eines Gewissens-
bisses für das schauderhafte Verbrechen zu fühlen,
das sie begangen hatte, war während des Früh-
stücks ungemein heiter und plauderte viel mehr
und lebhafter als gewöhnlich, lauschte dabei aber
ängstlich auf jedes Geräusch.
Sie erwartete jeden Augenblick, daß irgendein
von Entsetzen übermannter Diener mit der Mel-
dung hereinstürzen würde, daß im Parke die
Leiche eines Ermordeten entdeckt worden sei. und
sie war bereit, in der Szene, die nun folgen mußte,
die Rolle gut zu spielen.
Aber es wurde keine solche Meldung gemacht.
Das ruhige alte Schloß wurde nicht aufgeschreckt
durch die von ihr erwarteten Entsetzens- und
Staunensrufe.
Die Damen begaben sich in das freundliche
Morgcuzimmer.
Lady Folliot nahm ihre Arbeit auf. Die Be-
trügerin ging ruhig hin und her, spielte bald ein
wenig Klavier, nahm dann wieder ein Buch in
die Hand, warf es aber bald weg und trat ans
Fenster mit unbestimmter, grauenvoller Erwartung
hinausschauend.
Der Vormittag verlief ohne ein anderes Vor-
kvmmniß, als daß die Damen Toilette machten
und ausfuhren. Sie fuhren durch das Dorf
Folliot Fens und kehrten durch den Park zurück.
Und noch immer war kein Lärm entstanden —
der Leichnam von Kaspar Voe war noch nicht
entdeckt worden.
 
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