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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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wahrscheinlich, daß ein nach Antwerpen adressierter
Brief die Brands erreichen würde. Oberst Brand
war jetzt in London, aber ein Brief an das dortige
Hauptpostamt würde ihm vielleicht niemals zu Ge-
sichte kommen.
Zweitens fürchtete sie, ihre eigene Hand in
dem Verrathe zu zeigen. Sie wußte sehr wohl,
daß, wenn Sir Lionel Charlton und Lady Folliot
zur Ueberzeugung gelangten, daß sie falsch und
verräthcrisch genug sei, die unter ihrem Schutze
befindliche, flüchtige, junge Erbin zu verrathen, sie
von Folliot Court fortschicken und sich nie um die
Betrügerin kümmern würden.
Daher kam es also, daß, obgleich es ihr ein-
fiel, einen Brief für Oberst Brand an Herrn
Hillsley, Beatrix Vermögensvcrwalter in London,
zu schicken, dessen Adresse sie in Erfahrung gebracht
hatte, sie doch davon abstand, es zu thun, weil sie
fürchtete, verrathen zu werden, daß sie ihre Hand
dabei im Spiele batte.
„Ich muß Geduld haben", sagte die Be-
trügerin zu sich selbst. „Es wäre nicht gut,
durch ungebührliche Hast mich einer Gefahr aus-
zusetzen."
Am nächstfolgenden Tage hatte Beatrix mit
Lady Folliot eine lange, vertrauliche Unterredung,
während welcher die Toiletten - Angelegenheit in
Ordnung gebracht wurde.
„Ich werde an meine Kleidermacherin in
London schreiben, sie soll eine vollständige Aus-
stattung für eine junge Dame schicken", sagte
Lady Folliot. „Wir können ihr die Einzelheiten
ruhig überlassen, meine Liebe."
„Verzeihen Sie, Lady Folliot", sagte Beatrix

sanft, während eine leichte Röthe ihr schönes bleiches
Gesicht überflog, „aber ich wünsche, daß Madame
Elise, Ihre Kleidermacherin, den Preis von hundert
Pfund nicht überschreitet. Ich habe jetzt nur vierhundert
Pfund in meinem Besitze, und muß mit diesen
ein ganzes Jahr auskommen, bis ich meine Groß-
jährigkeit erreicht habe. Es könnte etwas geschehen,
das mich aus der Sicherheit dieses Hauses fort-
drängt, und ich muß Ged haben, um mich vor
Mangel zu schützen.
„Mein liebes Kind", sagte die Baronin sichtlich
verletzt, „ich erwarte, diese Ausstattung auf meine
Rechnung stellen zu lassen".
„Unmöglich, Lady Folliot. Ich bin Ihnen
für Ihre freundliche Absicht sehr dankbar, aber
ich bin zu unabhängig — Sie verzeihen schon
— meine Kleider selbst von Ihnen als Geschenk
anzunehmen, so lange ich im Stande bin, sie selbst
zu bezahlen."
Die Baronin erörterte diesen Punkt noch ein-
gehend mit ihr, aber Beatrix blieb fest bei aller
Sanftmuth. Sie ließ sich nicht überreden, die
Ausstattung anzunehmen, welche Lady Folliot ihr
so gerne gespendet hätte, und die gute Baronin
war endlich geneigt, ihr nachzugeben.
Beatrix schrieb selbst den Brief an die Londoner
Schneiderin, in welchem sie ihr genau all' ihre
Wünsche auseinandersctzte, und dersebe wurde dann
zur Post geschickt.
Als diese wichtige Pflicht abgethan war, läutete
die Glocke zum Gabelfrühstück. Bald nach dem-
selben machte Lady Folliot mit ihren jungen
Gästen eine Spazierfahrt. Die jungen Leute
waren täglich und stündlich beisammen.

Die Baronin beobachtete sie sehr genau, aber
wie scharfsinnig sie auch war, sie konnte nicht
unterscheiden, ob der junge Baronet einer der
jungen Dame den Vorzug gebe.
Das falsche Fräulein Bermyngham war jedoch
scharfblickender. Sie wußte, da seine Stimme
weicher wurde, wenn er die junge flüchtige an-
redete; daß er sich an Beatrix wandte, wenn seine
Gefühle erregt waren, daß es Beatrir's Schritte,
der Ton ihrer Stimme waren, welche sein Gesicht
plötzlich erglühen, seine Augen Plötzlich aufleuchten
machten.
„Sie ist ein liebliches, zartes Veilchen", sagte
die Baronin zärtlich, „ein sanftes, unschuldiges,
schmiegsames, junges Geschöpf, geschaffen, ein Heim
zu beglücken und mehr die Herzen zu gewinnen,
als Bewunderung zu erregen. Wie kann Lion
es vermeiden, sie zu lieben? Meine liebliche kleine
Nerea! Er kennt sie jetzt zwei Wochen. Er muß
sie lieben!"
Sie beschloß, sich bei der ersten Gelegenheit
über die Gefühle des jungen Baronet für ihre ver-
meinte Nichte Sicherheit zu verschaffen.
Diese Gelegenheit bot sich ihr noch an dem-
selben Tage dar.
Es war schon spät am Nachmittag, als Lady
Folliot in die Bibliothek eintrat, um einen Bries
zu schreiben. Als sie denselben vollendet hatte,
setzte sie sich vor den Kamin in einen Lehnstuhl
und überließ sich den angenehmen Gedanken.
Lady Folliot konnte nicht umhin, den Unter-
schied zwischen den beiden jungen Damen zu be-
merken, und da sie wußte, daß ihre Nichte tüch-

Nummer 2L0


Montag, 23. Oktober 1893

General


für Heidelberg und Umgegend

Telephon-Anschlutz Nr. 102. -WK

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mit der Einbringung einer Vorlage, wie sie an-
gedeutet wird, noch lange Zeit gute Wege haben
wird. Aussichten auf Annahme im Reichstag hat
sic nicht. Das Mindermaß, welches verlangt
werden muß, ist das bayerische Prozeßverfahren;
davon unterscheiden sich die obigen „Grundzügc"
aber noch ganz erheblich — nicht zu ihrem Vortheil.

Demokraten aber eine Niederlage. In Karlsruhe
und Mannheim brachten sie keinen einzigen Wahl-
mann durch und in Lörrach-Stadt verloren sie
ein Mandat an die Sozialisten. Die Stimmen
der letzteren haben einen bedeutenden Zuwachs ge-
wonnen, wenngleich das Resultat um füus Siebentel
hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ein Man-
dat (Lörrach-Stadt) haben sie erorbert und in
Mannheim ringen sie hart um den Sieg. Dort
haben die Nationalliberalen gleichviel Stimmen.
Neuerdings wird gemeldet, die Sozialisten hätten
eine Stimme mehr. Man darf um den Ausgang
des Wahlkampfes sehr gespannt sein. Die Konser-
vativen dürfen froh sein, ein Mandat (Durlach-
Land) zu retten.
Leipzig, 21. Okt. König Albert von
Sachsen erließ anläßlich des 50jährigen Militär-
Jubiläums eine umfangreiche Amnestie, ausge-
schlossen für die, die wegen Mißhandlung ihrer
Untergebenen verurteilt worden sind.
Köln, 2t. Okt Gewissermaßen den Parteitag
der deutschen Sozialdemokratie, der Morgen hier er-
öffnet wird, einleitend, sprach Bebel heute Abend
vor etwa 3000 Personen über Sozialdemokratie und
Ccntrum. Der Redner griff das Centxum auf das
schärfste an. Die Versammlung, in der das weib
liehe Element durch mehrere hundert Personen ver-
treten war, verlies ungestört.
Ausland.
Wien, 21. Okt. Die Weltreise des künftigen
Kaisers und Königs, des Erzherzogs Franz Ferdi-
nand von Oesterreich-Este, ist zu Ende; nach mehr
als zehnmonatlichem Fernscin von der Heimath ist
der Erzherzog nach Wien zurückgekehrt. Das Ge-
rücht behauptet sich, er werde sich mit der ein
Jahr jüngeren Kronprinzessin-Wittwe Stefanie ver-
loben.
Paris, 2l. Okt. Ein kleines Gegenstück zu
all dem Festprunk: Ein in der Vorstadt wohnen-
der Anarchist hatte, um gegen die russischen
Manifestationen zu protestiren, an seinem Fenster
einen Besenstiel - auSgcstcckt, an dem einige Knuten
befestigt waren. Die Nachbarn holten entrüstet die
Polizei, welche nach vielem Hin- und Herparlamcn
tiren die Wegnahme der cigenthümlichen Dekoration
durchsetzte. Gegen den russophoben Anarchisten
wurde die polizeiliche Strafhandlung eingeleitet.
Paris, 21. Okt. In der Pariser Presse taucht
allmählich eine urkräftige Sprache auf. So donnert
die „Petite Röpubliquc Francaise" den Schlemmern
und Prassern ein „Halt!" zu und schreibt: Es
gibt Dinge, die man in Frankreich, welches so lange
das Vaterland der Fröhlichkeit war, gerne hinnimmt,
aber wir können das feige Schauspiel von Fran-
zosen nicht ertragen, die mit Leuten schwelgen, die
uns nicht« angehen, während in geringer Ent-
fernung von dem beflaggten Paris bewaffnete

Aus Wclh und Jern.
* Schwetzingen, 21. Okt. Im vergangenen
Herbst richteten eine Anzahl hiesiger Spargelpflanzer
eine Petition an das Ministerium des Innern, in
welcher auf den großen Sch idcn hingewiesen wurde,
welche die so erfreulich entwickelte Spargelkultur in
alljährlich steigendem Maße durch den Spargelkäfer
und die Spargelfliege erleidet und in welcher bei
der bohen wirthschaftlichen Bedeutung des Spargel-
baues für unsere Gegend, darum gebeten wurde,
die landwirthschaftlich-botanische Versuchsanstalt mit
der Erforschung der Lebensweise der genannten
Schädlinge und ihrer wirksamen Bekämpfung zu
beauflagen. Daraufhin wurde von dem Ministerium >

Deutsches Reich.
Berlin, 22. Oktober.
— Zu dem Wechsel in der Leitung des preußi-
schen Kri e gsmin ist eri u m s theilt die Nordd.
Allg. Ztg." mit, daß die Entscheidung über das
Entlassungsgesuch des Generals v. Kaltenborn-
Stachau und über die Berufung des Generals
Bronsart v. Sch ellendorff am vorigen
Dienstag in Hubertusstock getroffen worden ist.
Dasselbe Blatt nimmt ferner Notiz von der in
militärichcn Kreisen verbreiteten Ansicht, daß Ge-
neral von Kaltenborn, welcher den Posten des
Kriegsministcrs seit dem Herbst 1890 innegehabt
hat, der Armee erhalten bleibe und voraussichtlich
in der Stelle eines kommandircnden Generals
später Verwendung finden werde.
— Ueber die Grundzüge des Börsensteuer-Ent-
wurfs will ein hiesiges Finanzblatt erfahren haben:
„1) Von der Börsensteuer ganz befreit werden in
Zukunft die Umsätze in Reichsanleihen, preußischen
Anleih en, sächsisch en, bayerischen Staatsanleihen u.s.w.
2) Deutsche per Cassa gehandelte Eisenbahn-, Bank-
und Jndustriewerthe baben die bisherige, Steuer
weiter zu bezahlen. 3) Alle Ultimo-Geschäfte in
deutsche Werthen und alle Umsätze in ausländischen
Anleihen, ausländischen Eisenbahn-Aktien, Industrie
werthen rc. sollen eine gegen den jetzigen Satz ver-
doppelte Abgabe zahlen, wobei die Prolongations-
geschäfte als zwei gesonderte Anschaffungsgeschäfte
betrachtet werden." —
Karlsruhe, 22. Okt. Der Ausfall der Wahl-
männerwahlen gibt folgendes Bild. Die ultra-
montane Partei hat ihr vornehmstes Ziel, die
nationalliberale Kammermehrheit zu brechen, er-
reicht. Es war hierzu nur der Verlust zweier
Mandate, die bisher die Nationalliberalen besaßen,
erforderlich, und die sind verloren; Freiburg-Stadt
und Waldkirch-Emmendingen, die mit großer
Majorität von den Ultramontanen erobert wurden.
Das ist das entscheidende Moment der Wahl:
Wir betommen eine mehrheitslose Kammer. Die
noch ausstehenden Wahlrcsultate werden an dieser
Thatsache nichts ändern. Von den verschiedensten
Parteien sind deren Führer Kiefer, Klein, Fieser
von den Nationalliberalen, Muser von den Frei-
sinnigen wieder gewählt. Am siegreichsten sind
die Ultramontanen. Die Nationalliberalen
erlitten eine Schlappe. Die Freisinnigen und

"cerea hätte Ihre Meinung wohl geändert, wenn
kz das falsche Fräulein Bermyngham hätte sehen

Männer wilde Angriffe gegen Arbeiter ausführen,
sich nicht schämen, Frauen zu schlagen und Kinder
mit Füßen zu treten. Und während solche Greuel
begangen werden, häufen sich die Pariser Arbeiter
auf den Boulevards, ziehen hinter den Gebietern
her, geben ihre letzten Sous in einer Erniedrigung
aus, die uns zum Gelächter der Welt macht. Wie?
Das ist die Stadt, von der so oft das Zeichen der
Befreiung ausging, der furchtbare Stoß, dessen die
Thore sich noch erinnern! ? Toll gewordene Frauen
drängen sich in bestialialischem Triebe um die
Wagen in denen die Sendboten des unerbittlichen
Mannes, des grausamen Asiaten fahren, der dem
Galgen zulächelt, wo sich in einem letzten Zucken
die glühenden Vertheidiger der Menschenwürde
winden. War es denn nicht genug an der Schmach
des Kaiserreichs, dem Blutbade vom Mai 1871,
den Gräueln jener Tage, dem Mac Mahonat und
der Niedertracht der „moralischen Ordnung " ? . ..
Auf> Pariser Arbeiter, auf, alle die in Frankreich
ein Herz in der Brust tragen, ermannt Euch! Und
das Land der Arbeit und der Ehre rufe der scheuß-
lichen Bande der Lüstlinge und Unterdrücker zu:
Heuchler, Schufte haltet inne."
falls recht grobe Leute, welche in einem solchen
Augenblicke so etwas schreiben.
wird damit nicht übgethan sein, sondern voraus-
sichtlich auch noch in der Kammer ein Nachspiel
erhalten, denn schon jetzt haben die Abgeordneten
Basly, Baudin und Mitterrand an den Kriegs-
minister General Loizillon einen Einspruch gegen
die „Gewalttbaten" gerichtet, welche „die Truppen
gegen die Arbeiter begehen".
Paris, 21. Okt. Wie die Blätter mittheilen,
gab ein Kerl, als die russischen Offiziere vom
Balle im Stadthause nach dem „Cercle Militäre"
zurückkehrten, auf die Menge auf der „Place de
l'Opera" einen Revolverschuß ab. Es wurde
niemand verletzt. Der Thäter, welcher verhaftet
wurde, heißt Willis und bezeichnet sich als revo-
lutionärer Sozialist. Man glaubt, daß derselbe
geistesgestört sei.

General-Anzeiger
für Heidelberg und Umgegend
^1t Jllustr. Sonntagsblatt am Postschalter
abgeholt.
Briefträger ins Haus gebracht 15 Pfg. mehr.)
r> In Heidelberg und den nächsten Orten der
biegend kostet der „General-Anzeiger fnr Heidel-
^8 und Umgegend"
monatlich nur SS
frei in's Haus.
> „Bestellungen werden von unfern Trägern und
.Jägerinnen sowie von allen Po st an st alten
°rtivährend angenommen.
e Neu eintretende Abonnenten ex-
^llen das Blatt bis Ende dieses Monats gratis.

Expedition: Keruptstraße Wr. 25._Expedition: Kauptstratze Wr. 28.
belesenstes Vlcrtt Lir Sterdt u. Amt Heidelberg und Ltnrgegeird. GrLszter Lvfrlg fnv Jirscvclte

^eichs-Militär-Strafprozeßordnung.
Der Entwurf einer neuen Militärstrafprozcß-
°Nung wird, wie dem „Hamb. Corr." geschrieben
r "R auch die nächste Rcichstag«session noch nicht
kräftigen. „Der eine Hinderungsgrund ist per-
Richer Natur. Der längst schon erwartetete Wechsel
^' preußischen Kriegsministerium ist zwar einge-
R aber wie er sich auch zu der Sache ver-
es ist doch klar, daß sich der neue KricgS-
Rffter zunächst mit dem vorbereiteten Entwürfe
>8 vertraut machen muß, ehe er beurtheilen kann,
' weit er dessen Verantwortung und Vertretung
g ) ßch nehmen will. Das wird neben der Ein-
erb ^ung in die übrigen Geschäfte des Kriegsministcrs
I -^llche Zeü erfordern, da es sich um eine Vor-
von 5—600 Paragraphen handelt. Außerdem
besteht noch über eine der Grundfragen des
k-j ^rechts, die Einführung der Öffentlichkeit,
Einigung. Die Einführung der Mündlich-
ohne Schädigung der Disziplin sei noch nicht
^'sirnt Gemeingut aller militärischen Autoritäten."
' bem Reichskanzler seien die Bedenken anscheinend
^Wunden, aber ob und wie es gelingt, diese Be-
auch an anderen Stellen zu überwinden,
y bestimmend für die Einbringung einer Reform-
^siage. — Wir glauben und — hoffen, daß es

Abonnementspreis r
»P sseitigcm illngrirtem Sountagsblatt. monatlich
5 Pfennig frei in'S HauS, durch die Post bezogen
. vierteljährlich 9V Pfennig ohne Bestellgeld.

Jagd nach einer Erbin
,, Roman von Hermine Frankenstein.
(Fortsetzung.)
sie ?^tta bätte Ihre Meinung wohl geändert,
kö^ ff. - " _f f- . .
sck, ? , nachdem sie die Thür hinter ihr ge-
Hn hatte.
sich . schwarzen Augen der Betrügerin öffneten
d^.a>eft ein abscheulicher Ausdruck schoß aus
h^i^ben hervor, sic ballte drohend die Faust in
h:, dvn der Baronin eingeschlagenen Richtung,
p^nd sie heiser flüsterte:
tz; "Dumme alte Ente! Elende, alte Thörin!
Nonel wird sich vor Deinen Augen in diese
fteü Erbin verlieben, wenn ich es nicht hinter-
dxh . Aber ich will e« Hintertreiben. Ich kenne
Bz Mädchen« ganze Geschichte und weiß nur
Brand's Adresse nicht. Ich will diese aus-
d^'8 machen und ihm schreiben und verrathen,
b das Mädchen hier ist."
o^.»^Lir wollen sehen, wer in diesem Kampfe
Rven wird, mein liebe« Fräulein Rohan!
Lionel Charlton und Folliot Court sollen
's sein!"
ihren S ^s^ Fräulein Bermyngham konnte jedoch
Rcbt Entschluß, Beatrix ihren Feinden zu verrathen,
l ssfvrt zur Ausführung bringen.
yj. ästens wußte sie, wie sie cs in ihrem zor-
Äd?-- Selbstgespräch geständen hatte, Oberst Brands
"sie nicht.
^tte das Schloß Valbeck in der Nähe
Antwerpen erwähnt gehört, aber es war nicht

Jrrfertionöprcisr
die tspaltige Petttzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt.
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