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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.44142#0237

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General-GAn;eiger






für Heidelberg und Umgegend

-ck

Mittwoch, den 6. September

1893

Druck und Verlag:
Höckmann, Dörr L Wurm.

Verantwortlicher Redakteur:
Herrn. Streich.

JnsertionSpreiör
die Ispaltige Petitzeile oder deren Raum » Pfg»,
für auswärtige Inserate 1v Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt.

-———»
Expedition: Knuptstraßs Mr. 26.

Abomremerrtspreis r
mit Sseitigem illustrirtem Sonntagsblatt: monatlich
Pfennig frei in's HauS, durch die Post bezogen
vierteljährlich 9V Pfennig ohne Bestellgeld.
Grpedition -. Kauptl'trcrße Mr. 25.

Dinge willen. Seitdem habe ich ihm das Haus
verboten. Aber der Lump hat es doch wiederholt
hinter meinem Rücken gewagt, wieder hereinzu-
kommen."
So sehr den Doktor diese Details über Klotze
interessirten und so gerne er auch mit weiteren
Fragen in den Alten gedrungen wäre, ob Klotze
muthmaßlich auch jener Mann gewesen sein könne,
dessen Zwiegespräch mit Hans v. Flottwell er in
der ersten Nacht seines Hierseins mit angehört
hatte, so war er doch von dem, was um ihn
vorging, viel zu sehr in Anspruch genommen,
als daß er jetzt Zeit zu weiteren Fragen ge-
funden hätte.
Die Schutzleute waren mit der Durchsuchung
der unteren Räume fertig. Ein Mann wird
rascher gesucht, wie eine Stecknadel. Sie hatten
ihn nicht gesunden, aber an seiner Stelle etwas
Anderes, was sie nunmehr mit großer Raschheit
in ihren Entdeckungen weiter führte. Eine Blut-
spur lief von dem Fenster aus, durch das der
Flüchtige sich hereingeschwungen hatte, man konnte
die dunklen Tropfen auf dem Estrich des ersten
Raumes und über den Flur verfolgen, von wo
sie die Treppe nach dem Oberstocke hinauf wiesen.
Die Kugel des Arztes hatte also ihr Ziel nicht
verfehlt, der Verbrecher war verwundet.
Das erfuhr der Arzt, als er den die Treppen
hinaufsteigenden Schutzleuten folgte, deren Vor-
derster mit tief gehaltener Laterne die deutlich
sichtbare Blutspnr beleuchtete. Nunmehr war es
unnöthig geworden, die einzelnen Räume abzu-
suchen, der Weg, den sie zu machen hatten war
ihnen deutlich vorgezeichnet. '

Man gelangte in den zweiten Stock und zu-
gleich an den Fuß der Treppe, die auf den Boden
führte. Hier drohte mit einem Male ein ent-
stehender heftiger Luftzug die offenen Lichter zu
erlöschen; aber das währte nur eine kurze Minute,
dann brannten sie wieder so ruhig als zuvor.
„Jetz ist er aufs Dach gestiegen!" rief einer
der Schutzleute. „Als er die Dachlucke öffnete,
um hinaus zu steigen, entstand jener Zugwind,
der unserere Lichter zu erlöschen drohte, weil er
aber die Schlauheit hatte, die Lucke von außen
wieder zuzumachen, als er dort angekommen war,
hörte er wieder auf."
Und so war es in der That. Die Blutspuren
führten abermals die Treppe nach den Dach-
räumen hinauf und innerhalb dieser bis zur
hintersten Lucke. Ein Schutzmann öffnete dieselbe
und schaute hinaus.
„Er ist da!" rief er hinein. „Reichen Sic
mir den Fanggürtel, damit ich auf dem eisig
glatten Dache nicht zu Falle komme. Ich werde
ihn festnehmen."
Man reichte ihm den Gürtel mit der Fang-
leine hinauf, den er um seinen Leib befestigte.
Ein zweiter Schutzmann, mit der gleichen Sicher-
heitsvorrichtung ausgestattet, folgte ihm aufs Dach.
Der Doktor ging zur nächsten Lucke, öffnete
dieselbe und schaute hinaus.
Das Schneetreiben hatte aufgehört. Der Wind
hatte die graue Himmelsdecke zerrissen und
zwischen den enteilenden Wolken durch schimmerte
das letzte Viertel des abnehmenden Mondes in
schmaler, schöner Sichel. Sein fahles Licht und
der weiße Schnee auf den Dächern ließen die

dunklen Männergestalten deutlich erkennen. Die
Schutzleute waren eben hinter dem Verbrecher
her. Er hatte die Ringe einer Leine, die er höchst
wahrscheinlich auf Ohlsens Boden gefunden, um
seinen Hals gelegt, während er das Ende der-
selben an einem Balken befestigt hatte. So die
befestigte Leine krampfhaft mit der rechten Hand
festhaltend, schritt er langsam vorwärts, dem
Rande des Daches zu, um von hier aus nach
dem benachbarten Dache gelangen zu können.
Aber von diesem, das etwas tiefer lag, trennte
ihn ein, wie es dem Doktor schien, schmaler
Zwischenraum, den er zunächst überspringen mußte.
Das leuchtete offenbar auch den ihn verfolgenden
Schutzleuten ein, denn sie riefen ihn an:
„Bleiben Sie, wo Sie sind, und widersetzen
Sie sich Ihrer Verhaftung nicht länger!" tönte
es. „Es ist unmöglich, daß Sie dort hinüber
gelangen, wir werden Sie in der nächsten Minute
erreichen!"
Er drehte sich um und drohte ihnen mit der
Faust, indem er ihnen einen häßlichen Fluch zurief.
Und dann ging es gleitend weiter. Und jetzt
war er am Rande des Daches.
Einen Augenblick schien er zu zögern und die
Entfernung des Sprunges abzumessen, nachdem
er mehrere Ringe der Leine gelöst hatte.
Er erreichte jedoch das Nachbardach nicht,
sondern verschwand mit Blitzesschnelle in der da-
zwischen liegenden Spalte.
Die Leine, die er in der Hand gehalten hatte,
spannte sich scharf an.
Von unten rief man herauf:
„Er hängt in Manneshöhe fest. Zieht ihn auf!"

Ueber 12W neueAbsnnenten

aus den Orten

Dossenheim,
Eppelheim,
Handschuhsheim,
Kirchheim,
Leimen,
Neckargemünd,
Nutzloch,

Plankstadt,
Rohrbach,
Sandhansen,
Schriesheim,
St. Ilgen,
Wieblingen,
Ziegelhausen,

hat der

General - Anzeiger

für Heidelberg und Umgegend

zuirr 1. Septerudev
^halten, eine Thatsache, welche mehr wie alles
andere für die täglich wachsende Beliebtheit des
Blattes spricht.
Für den Monat September wird der „General-
Äuzeiger für Heidelberg und Umgegend" .über-
düs m einem weiteren Umkreise von Heidelberg,
Nfid zwar in «rlloir Grtoir einschließlich
Heiligkreuzsteinach, Eberbach, Mosbach,
Aglasterhausen, Rappenau, Sinsheim,
Meckesheim, Wiesloch und Walldorf in
fihr großer Zahl verbreitet. Die verehr!. Geschäfts-
leute machen wir hierauf besonders aufmerksam, da
llch denselben dadurch die günstigste Gelegenheit
metet, geschäftliche Bekanntmachungen billigst
einem sehr großen Leserkreis zugänglich zu machen.
Auflage 65VÜ Exemplare."

-- —
* Die Kaisermanöver in Lothringen.
Kaiser Wilhelm hat in der lothringischen
Hauptstadt sofort nach seiner Ankunft es wieder
verkündet, „Metz sei ein Eckpfeiler in der mititä-
v'schen Macht Deutschlands und dazu bestimmt,
den Frieden Deutschlands, ja ganz Europas, dessen
Erhaltung sein fester Wille sei, zu schützen. Und
der bayerische Prinz Ludwig hat als Vertreter des
zweitgrößten deutschen Staates, man kann wohl
sagen des ganzen früheren Süddeutschland, lautes
Äeugniß abgelegt, „daß sämmtliche deutsche Fürsten
^nig sind und daß, wenn es darauf ankommt, wie
vor 23 Jahren auch jetzt ganz Deutschland zu-
larnmcnsteht." Solche goldene Worte, mögen sie
eide noch so selbstverständliche Thatsache bekunden,
lhun besonders wohl in einer Zeit, wo wieder ein-
mal überflüssig viel von „Partikularismus" geredet
Nnd gefabelt wird. Der König von Sachsen und
^'Ne Reihe deutscher Fürsten und ihre Vertreter
und mit dem Kaiser im Reichsland erschienen, das
Zutsche Volk fühlt nut den deutschen Fürsten für

Deutschlands Einigkeit und Macht, für seine hohen
Friedensaufgaben und freut sich im innersten Her-
zen über dje jetzt mit den Kajsermanövern in
Lothringen verknüpften Erscheinungen.
Besonders hochbefriedigend für uns und viel-
leicht doch etwas belehrend für die Franzosen in
ihrem Glauben an die geknechteten, widerwilligen
Elsaß-Lothringer ist das Verhalten der einheimischen
Bevölkerung. Der Empfang des Kaisers gestaltete sich
unter so allgemeiner Betheiligung und unter solchen
loyalen Kundgebungen, wie er kaum in irgend einem
anderen Theile Altdeutschlands anders, großartiger
und wärmer hätte sein können. In Metz selbst
ist nicht nur Bürgermeister Halm ein Altdeutscher,
auch die städtische Vertretung zeigt durch freie
Wahl bereits eine deutsche Majorität. Aber selbst
Leute, wie der früher zu den Protestlern zählende
Jaunez, begrüßen Namens der Einheimischen loyal
den Kaiser. Das können die Franzosen doch wohl
nicht als künstliche Mache, als erzwungene, wider-
willige Kundgebung hinstellen.
Dazu kommt die letzteren so peinliche Anwesen-
heit des italienischen Kronprinzen, in welcher sie
lächerlicher Weise eine Verletzung ihres nationalen
Gefühls sehen wollen, weil dadurch Italien die
volle Zugehörigkeit Elsaß-Lothringens zum Deutschen
Reich sanktionire und affichire — während jeder
Vernünftige diese feste, dauernde Zusammengehörig-
keit überhaupt nicht mehr bezweifelt und in dem
Besuch des Herzogs von Neapel nichts weiter sieht,
als eine neue Dokumentirung der intimen deutsch-
italienischen Beziehungen. Freilich eine ernste
Mahnung liegt für unsere westlichen Nachbarn in
all diesen Erscheinungen der Metzer Tage, so nahe
an ihrer Grenze!_
Deutsches Reich.
Berlin, 5. September.
— Gestern begannen im Reichsschatzamt die
Berathungen der Bevollmächtigten der Bundesstaaten
zur Ausführung der Beschlüsse der Frankfurter
Finanzministerkonferenz. Unter dem Vor-
sitz des Ministerialdirektors des Schatzamts, Aschen-
born, begann man gestern mit der Weinsteuerfrage.
Am Mittwoch beginnt die Berathung über die
Tabaksteuer unter Vorsitz des Staatssekretärs des
Schatzamts, Grafen Posadowski. Bei der Wein-
steuerberathung waren vertreten: Preußen, Bayern
(Ministerialrath Geiger), Württemberg, Baden,
Hessen, Lübeck, Hamburg, Elsaß-Lothringen. An
der Tabaksteuerberatbung nehmen dieselben Staaten
Tbeil, außer Württemberg und Lübeck, dafür aber
Bremen.
— Die „Voss. Ztg." bezeichnet das Gerücht,
der Beginn der deutsch- r ussi sch e n Hand els-
vertrags-Verbandlungen sei bereits für
Mitte September in Aussicht genommen, als un-
richtig. Es werde bei der ursprünglichen Festsetzung
des Termins auf den 1. Oktober verbleiben.
— Im Gegensätze zu jenen Blättern, die in
dem Bau des Libauer Kriegshafens eine Drohung
Rußlands gegen Deutschland erblicken, meint der!

„Hamb. Korresp.", die Ansicht, daß die strategische
Bedeutung des Nord-Ostsee-Kanals durch den Libauer
Kriegshafen herabgesetzt werde, könne in Deutsch-
land nichts als ein Lächeln Hervorrufen. Das
Projekt eines Kriegshafens in Libau sei durchaus
nicht neu; schon im Herbste 1859 waren die
Pläne dazu ausgearbeitet. Damals habe man in
Petersburg an einen Nord-Ostsee-Kanal nicht ge-
dacht, denn das im Jahre 1848 aufgetauchte
Projekt eines Nord-Ostsee-Kanals galt in Rußland
für unausführbar und deshalb für beseitigt.
Metz, 4. Sepjl Die Paradetafel begann
um 6 Uhr. Der Kaiser brachte einen Trink-
spruch aus, in dem er sagte, daß mit einer ernsten
Feier, dem Feldgottesdienst, sein Einzug begonnen;
daß Metz, das Jahrhunderte lang dem Reiche ent-
rissen war, deutsch bleiben solle, und daß er an
dem Ernste, mit dem die Truppen an dem Denk-
mal vorbeimarschirten, gesehen, daß er auf die Er-
haltung von Metz sicher rechnen könne. Der Empfang
habe ibn hocherfreut. Er habe das Corps vortreff-
lich gefunden und gratulire ihm und dem Führer
Graf Häseler. Zum Beweise der Anerkennung er-
nannte sich der Kaiser zum Chef des jüngsten,
145. Infanterie-Regiments (Oberst von Gilsa),
das seinen besonderen Beifall gefunden. Abends
fand auf dem Kaiser Wilhelmsplatz Zapfenstreich
statt, der von etwa 1500 Musikern und Spiel-
leuten ausgeführt wurde und glänzend verlief. Der
Kaiser und die übrigen Fürstlichkeiten wohnten
demselben in einem in der Vorstadt errichteten
Pavillon bei. Später fuhr der Kaiser nach Urville
und die anderen Herrschaften begaben sich nach ihren
Quartieren.
Metz, 5. Sept. Der Bezirkspräsident macht
bekannt, der Kaiser weile mit besonderer Freude
in Urville. Sein eifrigstes Bestreben, den Frieden
zu erhalten und die friedliche Arbeit zu fördern,
werde besonders auch den lothringischen Unterthancn
Zeiten dauernden Friedens sichern. Für den be-
geisterten Empfang spreche der Kaiser warmen
Dank aus.
Ausland.
Paris, 5. Sept. Gerüchtweise verlautete in
der Nacht und heute Morgen, Carnot sei gestern
operirt worden und sein Zustand sei bedenklich;
von verschiedenen Seiten wurde sogar behauptet,
er sei gestorben. Wie ich aus sicherer Quelle er-
fahre, sind alle diese Gerüchte unbegründet. Die
Nachricht ist auch von der „Agence Havas" bereits
offiziell dementirt worden. Der Ministerratb ist
augenblicklich unter Vorsitz von Carnot in Fon-
tainebleau versammelt.
Rom, 4. Sept. Der Papst richtete an den
ungarischen Episkopat eine Encyklika,
worin er dem Klerus und den Gläubigen Instruk-
tionen bezüglich der gegenwärtig zu befolgenden
Haltung gibt, indem er namentlich die Verhinderung
der Mischehen, die Abhaltung alljährlicher Kongresse
und die Wahl guter Deputaten empfiehlt.
London, 5. Sept. „Standard" und „Daily
News" widmen Emin Pascha infolge der durch

Missionar Swann angelangten Nachrichten von
seinem Tode, Leitartikel. Die Nachricht lasse den
Tod Emins nicht mehr bezweifeln.
Aus Muy und Jern.
Amtliches.
S. K. H. der Großherzog hat dem Lehramtsprakti-
kanten Georg Friedr. Weickart in Heidelberg unter
Ernennung desselben zum Professor eine etatmäßige
Amtsstclle für wissenschaftliche Lehrer an dem Progym-
nasium in Durlach übertragen.
* Karlsruhe, 5. Sept. Der Empfang des
Kaisers am nächsten Sonntag wird ein offizieller
sein. Am Bahnhof ist die erste Kompagnie des
Grenadierregiments Nr. 110 (Mannheim) mit
Fahne und Regimentsmusik aufgestellt. Der
kaiserliche Wagen wird von einer Eskadron des
Leibdragonerregiments nach dem Schlosse eskordirt,
woselbst wiederum eine Ehrenkompagnie postirt ist,
welche das Leibgrenadierregiment Nr. 100 stellt.
Der Zapfenstreich am gleichen Abend wird von
Major Arnoldi geführt; die Musikstücke leitet der
königliche Militärinspizient Roßberg aus Berlin.
* Karlsruhe, 5. Sept. Eine treffliche Illu-
stration zu dem vielbesungenen zarten Geschlechte
lieferte am Samstag Abend eine Kellnerin in einer
Wirthschaft der Kronenstraße, welche in Folge einer
Wette sechs Schweinerippchen und 3 Brode ver-
zehrt und dazu 3 Schoppen Bier genehmigte —
alles, nachdem sie kurz vorher die Abendmahlzeit
eingenommen hatte.
* Mannheim, 5. Sept. Ein Erkrankungsfall
an asiatischer Cholera ist hier amtlich konstatirt
worden. Wegen der Choleragefahr wurde an der
Neckarspitze für den Rheinschifffahrtsverkehr eine
Beobachtungsstation errichtet. Der Kranke war vor
8 Tagen rheinabwärts gefahren und wurde dort
krank, weßhalb er rasch hierher zurückkehrte. Es
sind alle Maßregeln getroffen, um die Ansteckungs-
gefahr zu beseitigen, so daß die Bürgerschaft gar
keinen Grund hat sich zu beunruhigen.
* Schwetzingen, 3. Sept. Wegen Fahnen-
flucht wurde gestern Abend hier ein Tambour des
2. westpreuß. Grenadier-Regiments Nr. 7 König
Wilhelm I. (1. Kompagnie) verhaftet. Er trug
Kleidungsstücke, aus denen er die militärischen Ab-
zeichen entfernt hatte.
* Sinsheim, 4. Sept. Bei der gestern und
vorgestern vorgenommenen staatlichen Prämiirung
von Rindvieh im Amtsbezirk Sinsheim wurden
vorgeführt: a) im Prämiirungsbezirk Sinsheim 16
Farren und 22 Kühe. Preise erhielten: für
Farren: die Gemeinden Adersbach und Eichters-
heim je 100 M., die Gemeinden Waldangelloch,
Zuzenhausen, Hilsbach, Steinsfurth, Rohrbach,
Daisbach, Hoffenheim, Grömbach und Weiler je
75 M. Die Gemeinde Reihen erhielt ein Weg-
geld von 20 Mk. Für Kühe erhielten Preise und
zwar: Gerhard Keller von Hilsbach 75 Mk., Jak.
Link von Sinsheim, Wilhelm Heller von Daisbach,
Georg Zwickel von Adersbach, Heinrich Goller von
Daisbach und Adam Grab von Rohrbach, je 50

45)

ihre
des

Kine dunkle TyccL.
Roman von P. E. von Areg.

(Fortsetzung.)
Die Schutzleute gingen unverweilt an
Arbeit, sie begannen mit der Durchsuchung
Saumes, durch dessen offenes Fenster der Flüchtige
das Haus eingestiegen war.
Doktor Schwanenfeld wollte ihnen folgen,
"ber Ohlsen hielt ihn noch einige Augenblicke dä-
zurück.
. „Wenn sic den hier fingen, von dem soeben
me Rede war", sagte er, „so wollte ich die
Störung in dieser Nacht und das stets lästige
Eindringen der Polizei in mein Haus gern in
Kauf nehmen und noch hundert Thaler mit
Creuden darum geben."
„Haben Sie einen bestimmten Grund zu Ihrem
^>roll gegen den Mann", fragte der Doktor, „oder
'"acht es Ihnen nur Freude, weil der Verbrecher
"uf seinem bösen Wege von der Hand der Ge-
rechtigkeit ereilt wird?"
s „Beides", entgegnete der Wirth und wieder-
holte das Wort noch einmal nachdrücklich. „Ich
fsüne diesen Klotze seit Jahren, jeder Zoll an
NM ist ein Schurke. Ich überraschte ihn einmal
'n Meinem eigenen Hause, als er gerade dabei
"Nr, Mr das Pult aufzubrechen, in dem ich
''seine Baarschaft verwahrte. Ich hatte damals
sfiünd, die Sache nicht an die große Glocke zu
I"gen, nicht weil ich in Beziehungen mit dem
Schurken gestanden hätte, sondern um anderer
 
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