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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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erst ein Jahr, daß mein guter Papa starb, Tante
Folliot."
„Nach seinem Tode war sein Vertrauter, Ge-
schäftsführer Jonas Fisherwich, meine einzige
Stütze. Es war ein ältlicher Mann, unverhei-
rathet, und widmete sich ausschließlich dem In-
teresse meiner Geschäfte. Ehe er Indien verließ,
schien ihn die Ahnung eines baldigen Todes zu
erfassen. Er machte all' mein Hab und Gut in
Indien zu Geld und schickte dasselbe an die Bank
von England, während er mich so genau von
Allem unterrichtete, daß ich im Stande wäre,
alle meine Geschäftsangelegenheiten selbständig
zu führen."
„Ich bin, wie Du weißt, 23 Jahre alt, Tante
Folliot, und Papa ließ mich frühzeitig an den
Gedanken gewöhnen, meine Güter einmal allein
verwalten zu müssen."
„Das weiß ich", sagte Lady Folliot. „Aber
wo ist der Fisherwich?"
„Seine trüben Ahnungen bewahrheiteten sich.
Er starb aus der Seereise, ehe wir Suez erreicht
hatten."
„Wie schrecklich! Und Du warst während der
übrigen Reise nur von Deinem Kammermädchen
begleitet?"
Die Betrügerin bejahte.
„Ich hatte in Indien eine englische Dienerin",
sagte sie, „meine alte Amme, wie Du weißt,
Tante Folliot. Sie war mir sehr anhänglich,
aber sie wollte mit mir nicht nach England zu-
rückkehren. Sie will in Indien leben und sterben.
Ihr Sohn ist Buchhalter in einem großen Ge-
schäftshause, und da er unverheirathet ist, will

meine alte Amme bei ihm bleiben und ihm die
Wirthschaft führen."
„So ist also die alte Norton nicht mit Dir.
Hattest Du eine fremde Person zu Deiner Be-
dienung ?"
„Ja, Tante Folliot. Da ich einmal ent-
schlossen war, nach England zu kommen und
Fisherwich bei mir hatte, der für Alles sorgen
konnte, sah ich mich nach einer passenden, jungen
Dienerin um. Da ich nicht gleich eine fand,
annoncirte ich und gab an, was ich wünschte.
Unter den Bewerberinnen um die Stelle war ein
junges Mädchen Namens Agathe Walden, das
sehr gute Empfehlungen hatte. Ihr Acußeres
gefiel mir. Sie war nicht hübsch, aber sehr be-
scheiden, dienstfertig und eifrig und dabei fein
und gar nicht ungebildet. Ich glaube, daß ich
sehr unklug war — ich bin ein Geschöpf der
momentanen Eingebung — aber ich nahm das
Mädchen auf ihre Zeugnisse hin und sie willigte
ein, mich nach England zu begleiten. Sie war
noch eine Woche bei mir in Calcutta und Norton
unterwies sie in ihren neuen Pflichten. Das
Mädchen war während der Heimreise unschätzbar
für mich; aber ich entdeckte auf derselben, daß sie
mit irgend einer unheilbaren Krankheit behaftet
sei, und daß der Zweck ihrer Reise nach England
nur der war, in ihrem Vaterlande und unter
den Verwandten zu sterben."
„Wie traurig! Armes Mädchen!" sagte Lady
Folliot. „Ist sie noch bei Dir, oder ist sie zu
ihren Freunden gegangen?"
„Wie kann ich Dir nur sagen, was mir
Alles geschehen ist, beste Tante Folliot. Als wir

uns London näherten, wurde das Mädchen immer-
kränker und kränker, und ehe der Zug hier im
Bahnhofe war, starb sie in dem Eisenbahncoupo."
Lady Folliot war entsetzt.
„Ich glaube daß sie gestern begraben wurde,"
fuhr das falsche Fräulein Bermyngham fort.
„Ich wußte nichts von ihren Verwandten und
fürchtete zuweilen, daß sie mir gar nicht ihren
wahren Namen sagte. Ich gab daher dem Arzte,
den ich zu ihrem Beistände holen ließ, Geld, um
sie anständig begraben zu lassen, was auch ohne
Zweifel geschehen ist."
„Und Du bist ganz allein hier, mein liebes
Kind?"
„O nein. Ich habe ein anderes Kammer-
mädchen, eine — Französin, die ich gestern aus-
nahm. Du weißt, Tantchen, welch ein ver-
wöhntes, unbeholfenes Geschöpf ich bin", sagte
die Heuchlerin. „Ich kann mich nicht allein be-
dienen, und beschloß, ein Mädchen aufzunehmen,
ehe ich nach Lincolnshire ging."
«Ich hoste, daß Du eine gute, ehrliche Person
gewählt hast", sagte Lady Folliot. „Du bist un-
erfahren, meine Liebe. Du hast doch die Zeugnisse
des Mädchens ordentlich geprüft?"
„Sehr genau, Tante Folliot. Ich erkundigte
mich nach ihrer Vergangenheit. Sie ist eine
würdige und erhebliche Person und ich weiß, daß
Du mein Urtheil, sie gewählt zu haben, loben
wirst. Und nun, nachdem ich Dir so viel von
mir gesagt habe, erzähle mir doch auch ein wenig
von Dir. Du siehst gesund und glücklich aus."
Ich bin auch Beides", erwiderte Lady Folliot.
„Mein Leben in Folliot Court ist sehr still

Nummer 232

Nerrev

Montag, 2. Oktober 1«S3.


Auffassung zur Unterstützung zu

und Arbeiterkammern, Aufrecht-

alle Ursache, die Alarmirung der
für begründet zu erachten. Die
brachte auch zuerst etwa vor Jahres-

Deutsches Reich.
Berlin, 1. Oktober.
— Der Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser
Wil hem und Fürsten Bism arck, sowie die
Krankheitsgeschte des Letzteren bilden noch immer
in der Presse das Thema zu mehr oder weniger
ausgedehnten Betrachtungen. Dem „Rhein. Kurier"
zufolge hat an demselben Tage, an dem der Kaiser
sein Telegramm an den Fürsten Bismarck sandte,
der als stellvertretender Leibarzt beim Kaiser
in Güns weilende Oberstabsarzt Dr. Ernesti
im Auftrage des Kaisers telegraphisch Professor
Schweninger darüber, daß er die Berichter-
stattung unterlassen habe, scharfe Vorhaltungen
gemacht. Schweninger hat die Berechtigung dieser
Vorwürfe nicht anerkannt, und so hat sich zwischen
ihm und dem Leibarzt des Kaisers ein lebhafter
Depeschenwenwechsel entspannen. Hierauf ist offen-
bar die falsche Nachricht zurückführen, Bismarck
habe mit dem Kaiser noch zehn Telegramme ge-
wechselt. Ferber geht der „Köln. Ztg." aus
Berlin folgende Mittheilung zu: „Es sind Zweifel
darüber ausgesprochen worden, ob dem Professor
Schweninger der kaiserliche Befehl, stets über das
Befinden des Fürsten Bismarck zu berichten, in
einer allen Zweifel ausschließenden Form über-
mittelt worden sei. Die Sachlage ist in dieser
Beziehung jedoch ganz klar, da der bereits vor
geraumer Zeit erlassene kaiserliche Befehl in Form
einer amtlichen Kabinetsordre abgefaßt war, die
sich an einen Staatsbeamten richtete, als welcher
der Ilniversitätsprofessor Schweninger unzweifel-
haft anzusehen ist. Uebrigens hat Schweninger
in früherer Zeit zu wiederholten Malen über das
Befinden des Fürsten an den Kaiser, in Verfolg
jener Kabinetsordre, berichtet."
— Bei der bevorstehenden Einführung der
Tabakfabrikatsteuer und Beseitigung der
Jnlandsteuer ist es von Interesse, den Antheil
kennen zu lernen, welchen die einzelnen Bundes-
staaten einerseits an dem Tabakbau, andererseits
an der bisherigen Tabaksteuer haben. Dem Bundes-
rath liegt gegenwärtig der Bericht der zuständigen

Aus Wcch und Jern.
* Karlsruhe, 28. Sept. Vor ziemlich zahl-
reichen Hörerschaft sprach gestern in Abwesenheit
der erwarteten Hauptredner der socialistischen Partei
Dolinski aus Mannheim über das sozialistische
Programm für den Landtag. Es deckt sich in
Erwartung besserer Zeiten vielfach mit den demo-
kratischen Forderungen; gleichwohl wollen die Sozia-
listen von den Demokraten hinsichitlich eines Wahl-
bundes dem Anscheine nach nichts wissen und wiesen
die bezüglichen Andeutungen eines demokratischen
Redners (Redakteur Lippe) zurück. Unter den For-
derungen seien hervorgehobcn: Trennung der Kirche
vom Staat, unentgeltlicher Unterricht, Wahlrecht
schon von 20 Jahren, Aufhebung des indirekten

Ausschüsse, betreffend die gemeinschaftlichen Ein-
nahmen an Zöllen und Steuern für das Etats-
jahr 1890/91 vor. In demselben sind, was die
Tabaksteuer betrifft, zunächst die Größen des amt-
lich ermittelten Flächeninhalts der mit Tabak be-
pflanzten Grundstücke in den Einzelstaaten ange-
geben. Danach nimmt Baden mit 7876 llg,
die erste Stelle ein. Ihm folgen Preußen
mit 5143, Bayern mit 3973, Elsaß-Lothringen
mit 1794, Hessen mit 664, Württemberg mit 362,
die beiden Mecklenburg mit 130, Anhalt mit 118,
Sachsen-Meiningen mit 96, Braunschweig mit 28
und Schwarzburg-Nudolstadt mit 20 da. In den
übrigen Staaten sind ganz kleine Flächen mit Tabak
bepflanzt, im Königreich Sachsen beispielsweise nur
107 n. Im Gebiet der deutschen Zollgemeinschaft
überhaupt waren im Jahre 1890: 2 023 199 n
34 «zur mit Tabak bepflanzt. Außerdem wurde
auf 29 845 n 45 gm eine Nachernte erzielt, wo-
von allein 226 lln auf Baden und 67 tm auf
Preußen entfielen. Sodann sind in dem Bericht
die Beträge an Tabaksteuer aufgeführt, welche von
den Einzelstaaten an die Reichskasse im Jahre
1890/91 abgeführt sind. Dieselben beliefen sich
bei Baden auf 4,8 Millionen, Preußen auf 4
Millionen, Bayern 800000 Mk., Elsaß-Lothringen
400 000 Mk., Hessen 370 000 Mk., Württemberg
nahezu 200 000 Mk., Sachsen 126 000 Mk. Von
den übrigen Staaten wurden je weniger als
100000 Mk. an die Reichskasse abgeführt. Die
Gesammtsumme der im Jahre 1890/01 aufge-
kommenen Tabaksteuer belief sich auf 11023 334
Mark 82 Pfg.
— Die deutsche Rechtspartei hat in
Frankfurt a. M. einen Kongreß abgehalten, an
welchem, ohne daß es. zu Beschlüssen kam, die
verschiedenen Referenten sich dahin ausgesprochen,
daß die Rechtspartei die Aufgabe habe, aus
Klärung der an Unfertigkeit und Widersprüchen
leidenden Reichsverfassung im Interesse einer
Festigung und Stärkung der Reichsgewalt zu
dringen und daß sie in dieser notwendigen
Klärung es begrüßen würde, wenn Fürsten und
Stämme Deutschlands sich auf dem Boden des
Rechtes dazu einigen würden, mit dem Namen
des Kaisertums auch das Wesen der deutschen
Reichsmonarchie zu verbinden.
— In den letzten Tagen haben in der Lan-
desverrathssache der beiden Franzosen
Daguet und Dubois zahlreiche Vernehmungen
in Wilhelmshaven, Helgoland, Cuxhaven, Ham-
burg uud Kiel stattgefunden, den betreffendest
Belastungszeugen wurden die Photographien der
beiden wegen Spionage jetzt in Berlin inhaftirten
Franzosen zur Rekognoszirung vorgelegt. Die
Staatsanwaltschaft zu Berlin führt zur Zeit noch
die Voruntersuchung und wird erst nach Schluß
derselben entschieden werden, ob der Reichsanwalt

gestalt angewiesenen Land, wie Großbritannien be-
treffs der Kriegsbrauchbarkeit immer komplizirterer
Schiffe laut werden, sind zudem sehr dazu an-
gethan, jener
dienen."
Wir haben
„Nationalztg."
„Nationalztg."
frist die Nachrichten über die Neuforderungen für
das Heer in die Oeffentlichkeit. Immerhin ist eine
Reichstagsmehrheit für die Regierung nicht gesichert.
Um so lebhafteren und hartnäckigeren Kämpfen muß
man daher in der neuen Reichstagssession über den
Marineetat entgegensehen.

* Neuforderimgen für die Marine.
, Es kommt genau alles so, wie bei den Reichs-
sWwahlen vorausgesagt wurde. Nachdem die großen
sc^hrforderungen für das Landheer durchgedrückt
W, stxjen jetzt erhebliche Neuforderungen für die
Morine in den Vordergrund. Die Nachgiebigkeit
"d neugewählten Reichtags hat sofort die Forde-
Wgen erhöht. Selbst die Nationalliberale „Na-
'"Ualztg." schreibt: „Wie wir hören, stehen trotz
^shrsacher offiziöser Ableugnungen aus den letzten
s/^naten doch in dem Entwurf des Reichshaus-
Msetats, der Ende November dem Reichstag zugehen
Wh, sebr erhebliche Neuforderungen für die Marine
'ffvor.Uns scheint, daß manmitsolchenNeuforderungen
W sehr unrichtige Beurteilung des gegenwärtigen
s^ichstagS bekunden würde. Aus der Genehmigung
Militärvorlage durch denselben ist keineswegs,
folgern, daß er sich großen neuen Forderungen
die Marine willfähiger erweisen würde, als der
Wgelöste Reichstag, in welchem der Marine-Etat
^kanntlich wiederholt durch starke Streichungen ver-
^gert wurde. Unseres Erachtens wird der jetzige
^ichstag, nachdem er mit knapper Mehrheit die
Attesverstärkung bewilligt hat, gerade darum gegen-
Wr dohm Mehrforderungen für Schiffsbauten rc.
t Standpunkt vertreten, daß wir nicht neben
Wm großen Heere auch noch eine große Kriegs-
^te halten können. Die Zweifel, welche immer
Neuem selbst in einem auf seine Marine der-

in Leipzig Anklage gegen die beiden Franzosen
wegen Landesverrats erheben wird. Der Schwer-
punkt der Untersuchung soll darin liegen, ob die
beiden Franzosen im Auftrage der französischen
Regierung und mit deren Geldmitteln ihre Re-
kognoszirungsreise unternommen haben und ob
die Genannten noch heute in französischen Kriegs-
diensten stehen. Vermuthet wird, wie der „B.
B. Z." geschrieben wird, daß sie mit Wissen eines
Mitgliedes der französischen Botschaft in London
gehandelt haben.
Karlsruhe, 1. Okt. Das soeben erschienene
Wahlprogramm der Freisinnigen und
Demokraten fordert direkte Landtagswahlen
ohne Kautelen, Beseitigung des jetzigen Gemeinde-
gesetzes und Einkommenssystems, Rechenschaft der
Regierung über die Thätigkeit der badischen
Bundesrathsmitglieder, Aufhebung der grundherr-
lichen Adelsrechte, einen Amtstag für sportelfreie
Rechtsertheilung, unentgeltlichen Volksschulunter-
richt, einheitliches Steuersystem auf dem Grundsatz
der Progression, Herabsetzung der Liegenschafts-
accise, Revision des Beamtengesetzes, Reform des
Eisenbahnwesens, Schaffung mehrerer Fabrikin-
spektionsbezirke und Arbeiterkammern, Aufrecht-
erhaltung der gemischten Schule, so lange nicht
die Trennung zwischen Staat und Kirche durch-
geführt sei.

Ausland.
Charleroi. 30. Sept. Die Zahl der Aus -
ständigen im Koblenbecken von Charlcroi be-
trägt 12 000. Am Montag beginnt der allgemeine
Ausstand. Es herrscht überall Ruhe. In Mons
sind 2700 ausständig. Man gläubt, daß am
Montag die Zahl zunimmt. In Lüttich sind 800
ausständig. Es herrscht vollkommene Rübe.
Leus, 20. Sept. In Ostriecourt fand ein
Zusammenstoß zwischen Gendarmen und den Aus-
ständiscken statt. Die Gendarmen wurden mit
Steiwürfen angegriffen und mußten die Waffen ge-
brauchen und Feuer geben. Mehrere Ausständige
sind verwundet, fünf verhaftet.

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Die Jagd nach einer Erbin.
Roman von Hermine Frankenstein.
(Fortsetzung.)
„Hast Du Deine Freunde in Indien gesund
^vückgelassen?" fragte Lady Folliot.
<. „Nicht so gesund, als ich es wünschte," sagte
Ze Betrügerin. „Du weißt, daß ich nach Papas
unsere Diener nicht entließ und das Haus
Acht zuschloß, sondern meine Haushaltung weiter
'Wte. Um jedoch dem öffentlichen Anstande zu
^dügen, nahm ich mir eine ältliche Gesellschasts-
^wc. Dieselbe war die Wittwe eines Offiziers
englischen Armee. Sie starb einen Monat,
f Z ich Calcutta verließ, und ich glaube wirklich,
M die Störung, welche ihr Tod in meinem
s-Eben verursachte, der Hauptgrund war, warum
A Indien verließ. Unser alter Freund, Fordice,
W sterbenskrank darnieder, als ich abreiste, und
General Creame wird die Rückkehr nach England
mehr erleben. Sein Leberleiden bringt ihn um."
. „Du schriebst mir, daß Deines Vaters ältester
Wtrauter Buchhalter und eine Dienerin Dich auf
Zr Reise begleiten", sagte Lady Folliot. „Sind
Beiden mit Dir hier?"
Die Betrügerin drückte ihr Taschentuch an
Augen.
. „Ein sonderbares Verhängniß hat mich verfolgt,
, b ich Indien verlassen habe", sagte sie in einem
Abrochenen und traurig klingenden Tone. „Es ist,
As ob ich gleich dem Dichter bestimmt wäre,
^mes zu verlieren, was ich liebe. Es ist kaum
 
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