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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.44142#0265

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General-G Anzeiger

für Heidelberg und Umgegend

Expedition: Knuptftratzs Mr. LS.

18S3

Donnerstag, den 14. September

Verantwortlicher Redakteur:
Herrn. Streich.

Abonuementöpreis r
mit 8seitigem illnstrirtem SonntagSblatt. monatlich
35 Pfennig frei in's Haus, durch die Post bezogen
vierteljährlich 90 Pfennig ohne Bestellgeld.

JnsertionöpreiSr
die lspaltige Petitzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg«, bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt-

ö-" ' — —.
Expedition: Kcruptstraße Mr. 25.
Druck und Verlag:
Heckmann, Dörr L Wurm.

genommen hatte.

Bismarck zu überreden, nicht nach Stuttgart zu
kommen. Es stand zu der Zeit, als Herr v. Mitt-
nacht nach Kissingen ging, bereits seit 14 Tagen
fest, daß Fürst Bismarck weder Leipzig, noch Stutt-
gart, noch Heidelberg in diesem Sommer besuchen
würde. Viel eher sei die Annahme richtig, daß
Herr v. Mittnacht nach Kissingen ging, weil fest-
stand, daß Fürst Bismarck nicht nach Stuttgart
kommen würde.
— Nach einer Entscheidung des Kriegs-
ministers sollen für die durch die Einführung
der zweijährigen Dienstzeit entstandenen Ueber-
gangszeit diejenigen Mannschaften der Fußtruppen,
der fahrenden Artillerie und des Train, die im
dritten Jahre Freiheitsstrafen erlitten, erst nach
Ablauf der ganzen Dienstzeit entlassen werden,
ohne daß diese Zeit als Hebung zu betrachten sei.
— Die „Kreuzztg." bringt einen heftigen An-
griff gegen den Berliner Magistrat, weil
nach einer Nachricht der „Flamme", des Organs
des Vereins für Feuerbestattung, der Magistrat die
Absicht hegen soll, die Frage zur Entscheidung der
Verwaltungsgerichte zu bringen, ob die Aufsichts-
behörden befugt sind, einer Stadtgemeinde die Zu-
lassung der Leichenverbrennung zu verbieten.
— Eine Teutoburger Partei wurde
in Kassel am Sonntag in einer Versammlung
von 100 Personen gebildet. Als Programm wurde
festgestellt: Pflege des deutschen Nationalgedankens
bei Schonung berechtigter Stammeseigenthümlich-
keiten, konfessioneller und gesellschaftlicher An-
schauungen; Schutz verfassungsmäßiger Errungen-
schaften, parlamentarische Vertretung deutscher Mit-
telstände; Schutz der Schwachen wider die Aus-
beutung durch Stärkere.
— Die Vorbereitungen zu den Verhandlungen
über den deutsch-russischen Handelsver-
trag siud in lebhaftem Gange. Die Anweisungen
für die Abgeordneten der deutschen Regierung be-
handeln besonders eingehend diejenigen Punkte,
welche früher zu Meinungsverschiedenheiten geführt
haben. Alles wird darauf eingerichtet, die Ver-
handlungen unverzüglich zu greifbaren Verhältnissen
zu führen.
— Obwohl die hiesigen Sozialdemo-
kraten keine Kandidaten für die Landtagswahlen
aufstellen, wollen sie doch, wie berichtet wird, die
Wahlbcwegung zur Agitation gegen das Klassen-
wahlsystem benutzen und mehrere große Volksver-
ammlungen abhalten. Es fand dazu schon eine '
Versammlung von Vertrauensmännern statt.
— Gegenüber den Meldungen einiger Blätter,
daß der Entwurf eines Gesetzes über das Aus-
wanderungswesen, welcher dem neuen Reichs-
tag bereits in der kommenden Session als dring-
lich zugehen wird, umfassenden Abänderungen
unterworfen, daß insbesondere der am heftigsten
angefeindete § 21 des Entwurfs aus ihm entfernt
worden sei, sind wir in der Lage mitzutheilen, daß
diese Abänderungen nur unwesentlicher Natur, die
Grundzüge des Entwurfs aber fast unverändert
beibehalten worden sind. Aus dem ^21 ist ledig-

noch nicht durchjagte und dessen bewaldete Höhen
noch nicht vom schrillen Pfiff einer Lokomotive
wiederhallten.
Schon in der Rheinebene hatte ich überraschend
gute Geschäfte gemacht, aber im Gebirge gings
noch besser, so daß mein Chef auf die Berichte
über meine Erfolge mir schrieb:
„Fahren sie so fort, wie Sie angefangen,
Herr Glöcklein, dann werden wir Sie alsbald
nach Ihrer Rückkehr als zweiten Reisenden an-
stellen, und Sie können dann sofort die pfälzisch-
hessische Tour antreten."
Ich war nun glücklicher wie ein König, zu-
mal meine Geschäfte fortgesetzt den denkbar gün-
stigsten Verlauf nahmen. Mein Bestellungsbuch
füllte sich mehr und mehr mit Aufträgen von
Prima-Kunden. Gleichen Schritt damit hielt der
Eingang von Ausständen, so daß die Geldkatze,
die bei meiner Abreise von Mannheim leer war wie
eine russische Staatskasse, von Tag zu Tag ge-
waltiger anschwoll.
So war ich bis in den südlichen Schwarzwald
gelangt. Eines Abends rasselte ich in meinem
Wagen von St. Georgen nach Triberg hinunter,
das ich eben passierte, als in den Häusern der
langgestreckten einzigen Straße des Städtchens
die ersten Lichter aufflammten. Doch ich wollte
an jenem Abend noch Hornberg erreichen, und
nachdem ich kurz einen Besuch abgewickelt, trieb
ich meinen Kutscher um so mehr zur Eile an,
als ich schon von der Höhe der oberhalb Triberg

An einem Nebcntisch saß eine Gesellschaft von
fünf vierschrötigen Gestalten, mit wetterharten,
gebräunten Gesichtszügen, die das erregte Gespräch,
das sie geführt, bei meinem Eintritt sofort ab-
brachen und sich jetzt nur noch im leisen Flüster-
töne unterhielten. — Eine ganz unheimliche
Gesellschaft.
Die Fünfe würden mir nun mehr wie gleich-
giltig gewesen sein, wenn ich nicht plötzlich be-
merkt hätte, daß sie meiner Geldkatze, die ich
leider in meinem jugendlichen Leichtsinn mit groß-
thuerischem Gebühren zur Schau trug, ihre ganz
besondere Aufmerksamkeit zugewandt hätten, denn
immer wieder schielten sie mit eigenthümlich nei-
dischen Blicken aus das Ding herüber, das wohl-
gespickt meinen Leib umspannte.
„Heiliger Gott", dachte ich, „die haben es
am Ende auf mein Geld abgesehen!"
Nasch zog ich meine Weste über die Geldkatze
her, um sie den gierigen Blicken der fünf Ge-
sellen zu entziehen, aber diese Manipulation hatte
nur den Erfolg, daß sie ihre Aufmerksamkeit der
Geldkatze ab- und in erhöhtem Grade meiner
Person zuwandtcn, gleichzeitig wurde die Konver-
sation lebhastcr, ohne daß ich aber ein einziges
Wort erhaschen konnte.
Mein Verdacht verwandelte sich zu der ent-
setzlichen Gewißheit, daß ich Wegelagerern, Straßen-
räubern von der allerschlimmsten Sorte in die
Hände gelaufen.
Von Sekunde zu Sekunde steigerte sich meine
Angst. Das unheimliche Flüstern und Raunen
dauerte noch immer fort, dann und wann flog
wieder ein mißtrauischer oder ein neidischer Blick

Deutsches Reich.
Berlin, 13. September.
— Warum Herr v. Mittnacht den Fürsten
Bismarck in Kissingen besucht hat, diese Frage
beschäftigt noch immer die Presse. Die „Münchener
Allg. Ztg." schreibt, daß die Annahme der „Frkf.
Ztg." unbegründet sei, wonach Herr v. Mittnacht
nach Kissingen gegangen sein soll, nm den Fürsten

* Die Tabakfabrikntsteuer und die
Raucher.
Im Allgemeinen wird die drohende Einführung
der Tabakfabrikatsteuer meist vom Standpunkt der
Tabak-Interessenten aus bekämpft und so berechtigt
es auch ist, daß diese — sowohl Fabrikanten und
Händler, als auch die Arbeiter — mit Entschieden-
heit gegen Projekte auftreten, welche ihre wirth-
schaftliche Eristenz bedrohen, so möge man doch
auch einmal den Rauchern das Wort gönnen, von
denen die Mehrzahl vielleicht ebenso hart, wenn
auch nicht in ihrer Eristenz, so doch in ihrem
Wohlbefinden durch die neue Steuer getroffen
werden würden.
Wir haben in Deutschland rund 50 Millionen
Einwohner, unter denen — wir sehen von den
rauchenden Frauen ganz ab — rund 25 Millionen
Männer sind. Von diesen sind rund 13 Millionen
über 20 Jahre alt, und nehmen wir nur an, daß
davon die Hälfte raucht, so haben wir in Deutsch-
land 6l/z Millionen Raucher. Diese Zahl ist
gewiß zu niedrig gegriffen, denn die jungen Leute
fangen meist vor dem zwanzigsten Jahre an zu
rauchen, aber 6^ Millionen Interessenten, denen
ein nothwendiger, sozusagen zum Bedürfniß ge-
wordener Genuß vertbeuert werden soll, ist doch
auch eine ganz hübsche Zahl, welche gewiß verdient,
von der Gesetzgebung berücksichtigt zu werden. Unter
diesen 6l/z Millionen Rauchern befindet sich aber
wahrscheinlich kaum mehr als eine halbe Million,
für welche eine Vertheuerung durch die Fabrikat-
steuer gleichgiltig ist, für die übrigen 9 Millionen
spielt der Pfennig, um welchen ihre Zigarren, oder
der halbe Pfennig, um welchen ihre Pfeife ver-
theucrt wird, eine große Rolle. Sie werden da-
durch theilweise gezwungen werden, täglich eine
Zigarre oder eine Pfeife weniger zu rauchen, theil-
weise werden sie aber auch das Rauchen ganz auf-
geben.
Es ist nnn leicht gesagt, daß sie dabei ja nur
Geld sparen würden, daß ihnen also die neue
Steuer nützlich sein würde: für Millionen von
unseren Arbeitern ist die Zigarre oder die Pfeife
der einzige Genuß, den sie in ihrem ein-
förmigen Leben haben, und es müßte als eine
Grausamkeit bezeichnet werden, wenn man ihnen
diesen Genuß verthcuern, vielleicht unmöglich machen
würde. Statt uns Rauchern den Tabak um 50
Millionen zu vertheuern, möge der Staat die 40
Millionen Liebesgabe an die Spiritus-
brenner einziehen; nachher wird sich über andere
Steuern reden lassen.

Weine erste Weise.
Humoreske von Hermann Streich.

liegenden Steige aus in der Ferne das Meter- während ich noch einen kleinen Imbiß bestellte,
leuchten eines näher rückenden Gewitters wahr- den ich mir in dem geräumigen, holzgetäfelten
f . Gastzimmer vorsetzen ließ.

Zwei Jahre schon, nachdem ich meine käuf-
^ännifche Lehrzeit beendet, war ich in dem Mehl-
^ud Getreidegeschäft von Eberhard Christoph
Finkler Söhne in Mannnheim als Kommis
Mtig. Obwohl ich einen ganz angenehmen und
bezahlten Posten inne hatte, war ich mit
Weiner Stellung doch nicht zufrieden. Reisender
werden, das war das Ziel meiner Wünsche.
. Ich lag daher dem Chef meines Hauses so
^üge mit meinen Wünschen in den Ohren, bis
wahrscheinlich um den Quälgeist loszube-
v.wnien, mir eines Tages eröffnete, er wolle
einmal probeweise eine Geschäftstour, und
^"wr gleich eine größere, machen lassen, von
kftn Ausfall eS alsdann abhängen werde, ob er
einen Reisepvsten anvertrauen könne oder nicht.
„Es liegt jetzt in Ihrer eigenen Hand, Herr
ftöcklein", sagte der Chef beim Abschied zu mir,
können sich nun Ihre Zukunft selbst ganz
Ihrem eigenen Wunsche gestalten."
Dann schüttelte mir der Handelsherr mit
herzlichen Glückwünsche die Hand, und
s^ge Minuten später rasselte ich in einem
^m^rsEgen Reisewagen srohen Muths und die
r ffust voll Selbstvertrauen gen Süden, am Rhein
h s^uf. Einige Tage nachher ging es ostwärts,
d I dunklen Gebirgszuge des Schwarzwaldes zu,
romantische Thäler damals das Dampfroß

Wenn ich nicht schon vorher davon gehört
hätte, daß mit des Geschickes Mächten kein ewiger
Bund zu flechten ist, so würde ich es jetzt er-
fahren haben, denn kaum war mein Wagen eine
Viertelstunde unterhalb des Städtchens, da kam
auch schon das Gewitter mit voller Macht zum
Ausbruch. In Strömen floß der Regen nieder,
Blitz auf Blitz erhellte das Dunkel der Nacht
und gewaltige Donuerschlüge ertönten, so daß ich
glaubte, die hochgethürmten Felskolosse, welche
dort auf beiden Seiten die Heerstraße umschließen,
müßten sich von den Bergen loslösen und, alles
zerschmetternd, die Straße bedecken.
Angstvoll rief ich dem Kutscher zu, doch nach
Triberg zurückzusahren, er meinte aber, bei dem
starken Gefäll der Straße würden wir viel früher
zu einem Halbwegs Hornberg liegenden Gasthause
kommen, als bergaufwärts nach Triberg zurück.
Wohl oder übel mußte ich nachgeben.
Der Mann hatte aber recht, denn als bald
nachher die Landstraße wieder eine Biegung machte,
tauchten die erleuchteten Fenster eines Wirths-
hauses auf. Nun waren wir geborgen.
Der Wirth schien es sich etwas zu überlegen,
ob er für mich und den Kutscher Nachtquartier
hergeben solle, denn er musterte erst meine werthe
Wenigkeit vom Kops bis zu den Füßen. Das
Resultat dieser Musterung mußte indessen zu
meinen Gunsten ausgefallen sein, denn wir konnten
bleiben. Mein Nossclenker legte sich, nachdem er
seine Rosinante versorgt, sofort auf das Ohr,

lich der Zwang zur öffentlichen Bekanntmachung
' der Auswanderung seitens der Ortspolizeibehörde
: beseitigt worden. Dagegen ist die Bestimmung ge-
blieben, daß jeder Auswandcrungslustige von seiner
Absicht der Ortsbehörde innerhalb eines bestimmten
Zeitraums Mittheilung zu machen und um einen
Erlaubnißschein von dieser Behörde einzukvmmen
hat. Nur gegen Vorzeigung des Scheins darf vom
Hafen aus die Beförderung erfolgen. Die Be-
scheinigung wird ertheilt, wenn „kein Grund zu
der Annahme vorliegt, daß der Auswandernde sich
durch die Auswanderung bestehenden (privatrecht-
lichen oder öffentlichen) Verpflichtungen entziehen
will." Auswanderer ohne die vorgcschriebene Be-
scheinigung werden mit Geldstrafe oder Haft be-
straft und können außerdem von der Polizei am
Verlassen des Reichsgebiets gehindert werden.
Karlsruhe, 13. Sept. Der Kaiser ist um
halb sieben Uhr per Extrazug in das Manöver-
gebiet im Elsaß abgefahren. Der Großherzog,
die übrigen Fürstlichkeiten und die fremden Offiziere
folgten um 7 Uhr ebenfalls mittels Ertrazugs nach.
Lauterburg, 13. Sept. Der Kaiser, der
heute um 7 Uhr 50 Minuten früh hier einge-
troffen war, stieg hier zu Pferde und hielt seinen
Einzug in die festlich geschmückte Stadt, in deren
Straßen die Vereine und die Schuljugend Auf-
stellung genommen hatten. An dem Stadtthore,
das sich durch seine Alterthümlichkeit auszeichnet,
hatten sich der Prinz Alerander zu Hohen-
lohe als Reichstagsabgeordneter des Kreises, ferner
der Kreisdirektor Seugenwald und der Bürger-
meister Abgeordneter Adam zum Empfange ein-
gefunden. Der letztere, geschmückt mit dem ihm
erst kürzlich verliehenen Orden, hieß den Kaiser
willkommen. Der Kaiser, der die Uniform seines
badischen Infanterieregiments trug, dankte für den
herzlichen Empfang und ritt, von dem brausenden
Jubel der Bewohner begleitet, durch die Stadt nach
Neeweiler, wo dem Kaiser ebenfalls ein festlicher
Empfang bereitet wurde. Der Kaiser dankte huld-
vollst und betrachtete mit größtem Interesse die
elsässische Landestracht. Während des heutigen
Manövers führte der Kaiser das Kommando des
XIV. Corps, dessen Vortruppen früh vom XV.
Corps angegriffen worden waren. Er ließ die ge-
ammte Artillerie des XIV. Armeecorps vorgehen
und vertrieb den Gegner von Stellung zu Stellung.
Hinter Winzenbach erreichte, nachdem auf einer
Anhöhe, nördlich von Eberbach, die Artillerie des
XV. Corps von neuem Aufstellung genommen
hatte, das heutige Manöver sein Ende. Der
Kaiser ritt durch die festlich geschmückten Ortschaften
Winzenbach und Neeweiler nach Lauterburg, von
wo um 12 Uhr mittags die Rückkehr nach Karls-
ruhe erfolgte. '
Chemnitz, 12. Sept. Die Abgeordneten Frhr.
v. Friesen (konservativ), Niethammer (na-
tionalliberal) und Starke (fortschrittlich) ver-
öffentlichen heute im Auftrage von 103 Landtags-
mitgliedern einen Aufruf zum Zusammenwirken
gegen die Sozialisten bei den Landtagswahlen.

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