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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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230

Freitag, den 29. September

1893

Druck und Verlag:
Heckmann, Därr L Wurm.

Verantwortlicher Redakteur:
Herm. Streich.

für das Vierteljahr,
frei in's Haus
49 Pfennig mehr.

Unsere verehrlichen ersuchen wir, um Störungen » » t» Aufgabe der Zettmrgs-
POMmmMen ^ortrge „k—«... AM 99 Pfg

hatte für sie nur geringes Interesse. Zwei der-
selben interessirten sie besonders.
Einer war mit Trauerkleidern angesüllt.
„Hm!" brummte die Betrügerin, die schwarzen
Gewänder rauh durcheinander werfend, „ich sehe
nicht ein einziges farbiges Kleid hier."
„Dieses braunsamtene Reisckleid hat sie in
Marseille gekauft, und es scheint das einzige nicht
schwarze Kleid zu sein, das sie hat."
„Es ist länger als ein Jahr, daß Frau Ber-
myngham todt ist, und Trauer steht mir nicht
gut. Ich werde morgen Einkäufe machen".
Der letzte Koffer enthielt indische Shawls,
Fräulein Bermyngham's Tagebuch, Briefe und
ein Holzkästchen, welches einen prachtvollen Cache-
mirshawl enthielt, worauf eine Karte genadelt
war mit der Inschrift:
„Meiner lieben Tante, Lady Folliot, von
ihrer sie liebenden Nichte Nerea Bermyngham".
„Ah, ein Geschenk", sagte die Betrügerin.
„Nun, ich werde es jedenfalls übergeben. Es
muß ungemein viel gekostet haben. Und die
Leute sagen, man kann in London indische Shawls
billiger kaufen, als in Indien selbst. Ich hoffe,
meine liebe Tante wird sich darüber freuen. Und
jetzt zu den Briefen und dem Tagebuch."
Sie nahm dieselben in das Empfangszimmer
mit hinaus und studirte zuerst das Tagebuch.
Es enthielt Aufzeichnungen über Fräulein Ber-
mynghams Leben in Calcutta. Schmerzensaus-
brüche über den Tod ihres Vaters und den Aus-
druck der Ueberzcugung, daß sie seine Krankheit
geerbt habe und jung sterben müsse.
Es enthielt auch Anspielungen auf ihre Tante

Sie schauderte, als sie sich das geisterhafte
Todtengesicht mit den gebrochenen Augen zurück-
ries, die sie mit starren, anklagenden Blicken zu
betrachten schienen. Das wirkliche Fräulein Ber-
myngham, ein Gegenstand für die gerichtliche
Leichenschau, ihre wirkliche Identität verborgen
unter dem Namen und der unbekannten Ver-
gangenheit der geheimnißvollen Agathe Walden
sollte am anderen Tage in einem bescheidenen
armseligen Grabe beerdigt werden und dennoch
schien es der Betrügerin, als wäre ihre verstorbene
Herrin in unsaßbarcr Gestalt im Zimmer gegen-
wärtig. Sie drehte unruhig und ängstlich den
Kops hin und her.
„Ich bin wirklich kindisch", sagte sie zu sich
selbst vor Aerger. „So kann es nicht gehen.
Ich muß meinen Geist mit etwas beschäftigen,
oder meine thörichten Einbildungen machen mich
verrückt."
Fräulein Bermynghams Koffer waren heraus-
gebracht worden und standen in einem anstoßen-
den Schlafzimmer. Die Schlüssel waren in der
Reisetasche. Agathe hatte den Inhalt dieser
Koffer mit Ausnahme eines einzigen nie gesehen,
denn sie waren während der Seereise im unteren
Schiffsräume aufbewahrt worden.
Jetzt unterzog sie dieselben einer sorgfältigen
Prüfung.
Einer war ganz mit Bildern, Büchern und
Geschäftspapieren angesüllt, welche die Betrügerin
nur flüchtig überflog. Ein zweiter Koffer war
ganz voll Wäsche, sie nahm einige davon heraus,
um sie anzuziehen. Der Inhalt einiger anderer
Koffer, welche nur Familien-Andenken enthielten,

Lady Folliot, und einige Male war der Name
Baron Lionel Charlton erwähnt. Es waren
einige unklare Punkte darin, aber nachdem die
Betrügerin es ganz durchgelesen hatte, fühlte sie,
daß sie einen klaren Einblick in die Familienver-
hältnisse der Bermynghams erlangt hatte."
Dann las sie die Briefe durch.
Sie waren meist von Lady Folliot geschrieben,
datirten meist aus den letzten Monaten.
Die Betrügerin las sie sehr sorgfältig.
Sie waren im zärtlichsten Tone gehalten und
einer ^derselben, welcher dem Datum nach sechs
Monat alt war, enthielt folgende Stelle:
„Ich glaube, liebste Nerea, daß der sehnlichste
Wunsch meines Lebens befriedigt wäre, wenn ich
Dich als die Gattin meines Neffen Sir Lionel
Charlton sehen würde. Der Baronet, wie Du
weißt, ein Neffe meines verstorbenen Gemahls,
ist jung, schön und nobel. Unglücklicherweise sind
jedoch seine bedeutenden väterlichen Besitzungen
stark verschuldet, in Folge der Verschwendung seiner
Ahnen. Wie Du weißt, besitze ich ein unabhän-
giges, sehr bedeutendes Vermögen. Mein theurer
Gatte machte mich zu seiner unumschränkten Erbin.
Es war seit Langem mein Wunsch, bei meinem
Tode Dir und Sir Lionel alle meine Güter ge-
meinsam hinterlassen zu können. Ich werde das
sehr gerne thun, wenn Ihr einander heirathet.
Wenn eins von Euch sich weigert, die Heirath
einzugehen, so geschieht es um den Preis meiner
Erbschaft. Aber ich fürchte nicht, daß eins von
Euch sich weigem wird. Sir Lionel ist ein edler,
junger Mann, und ich bin überzeugt, meine liebe
Nerea, Daß Du sehr anmuthig sein mußt. Ich

Die Jagd nach einer Erbin.
Roman von Hermine Frankenstein.
(Fortsetzung.)
?^..»Das ist besser als das Geschick, dem ich ent-
üick?^ sie zufrieden. „Wenn ich
iSi i. n^ne Geistesgegenwart gehabt hätte, wenn
dov > Leuten auf dem Bahnhofe gesagt Hütte,
nur die Dienerin bin, Hütte man mich
bE unter dem Dache einquartirt, wenn sic
wich überhaupt ausgenommen hätten. Oder
bar, Wahrscheinlicher, da ich keinen Groschen Geld
dH' "' wüßte ich jetzt hungrig und obdachlos durch
sam ^wßen wandern. Ein altes Sprichwort
.x, „Die Katze fällt immer auf die Füße",
Ws sich bei mir bewahrheitet."
lachte leise und zeigte ihre schmalen,
weißen Zähne.
fest.r^ Diner wurde ihr dann gebracht und
r servirt. Das falsche Fräulein Bermyng-
ließ sich bedienen wie eine Fürstin, und
be sich gesättigt hatte, und die Diener wieder
waren, kehrte sie aus ihren Platz vor dem
ww zurück.
gcl s7^l>em sie eine so weite, lange Reise zurück-
L: hatte, war sie nicht besonders ermüdet,
s dachw eine Weile über ihr künftiges, groß-
Ladv^ Leben nach und fragte sich, ob ihr wohl
fa'sh folliot, Fräulein Bermynghams Tante ge-
würde und auch Baron Lionel Charton,
,, dann schweiften ihre Gedarrten unwillkürlich
m dein tobten Mädchen zurück, dessen Namen und
erwögen sie gestohlen hatte.

Anzeiger

und Umgegend

Jnsertionöpreiör *
dis Isprltigr Petrtzsile oder deren Raum 6 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt.

s,-—----
K»psditic>rr: Kauptftrcrße Mr. 38.

Deutsches Reich.
Berlin, 28. September.
„ F- Es sind Zweifel darüber ausgesprochen
k°wwn, oh hem Professor Schweuinger der
^sierlichx Befehl, stets über das Befinden des
pursten Bismarck zu berichten, in einer allen
Waffel ausschließenden Forin übermittelt worden
w'- Die Sachlage ist in dieser Beziehung jedoch
klar, da der bereits vor geraumer Zeit er-
.,'wrie kaiserliche Befehl in Form einer amt-
' Nen Kabinetsordre abgcsaßt war, die sich
d i ^Nen Staatsbeamten richtete, als welchen
^..llniversitätsprosessor Dr. Schweninger un-
^ffselhaft anzusehen ist. Ucbrigens hat Professor
Wweninger in früherer Zeit in Verfolg jener
z«wetsordre zu wiederholten Malen über das
"^staden des Fürsten an den Kaiser berichtet.
Zu dem Reichsweinsteuerprojekt
dxx Absicht, allen Wein im Wertbe von 50
Wo Hektoliter am aufwärts einer Reichssteuer
s Unterwerfen bemerkt die „Franks. Ztg." : „Wein
u der Preislage von 50 Mk. pro Hektoliter, also
Liter 50 Pfg. ist bekanntlich alles andere
/Z wie Qualitätswein nnd keineswegs das Ge-
ywst reichen oder auch nur des wohlhabenden
. Cannes mit den berühmten „stärkeren Schultern",
^Wern hauptsächlich das Getränk der mittleren
" kleinen Leute im Süden Deutschlands. Diese
urden also durch eine solche Steuer hauptsächlich
vielmehr neben dem kleinen Winzer fast aus-
^troffen, und die Folge wäre nothwendig
^ Rückgang des Weinkonsums und eine Ver-
wahrung des Schnappsgenusses. Steuerfrei dürfte
. Vyl bei einer solchen Grenzabmessung allenfalls
/v Haustrunk des Weinbauers bleiben, vorausge-
baß Herr Miquel nicht früher oder später
§ auf diesen seine schwere Hand legt. Die
Lummsten Befürchtungen der Pessimisten würden
urch c^e solche Besteuerung noch weit übertroffen,
ud wir können uns daher nur sehr schwer vor-
t °"n, daß die einzelstaatlichen Finanzminister, be-
lvttders die süddeutschen, ihre Zustimmung zu
Hkni solchen Vorschläge geben können."
b — Aus das voraussichtliche Scheitern
^'Handelsvertrags-Verhandlungen
ein hochossiziöser Artikel der „Pol.
^^5-" aus St. Petersburg aufmerksam. Die
?Msche Regierung sei fest entschlossen, den von
^sicher Seite ausgestellten Forderungen nicht zu-
'> stnnmen. Finanzminister Witte will den Zoll-
vom Jahre 1891 unter jeder Bedingung
'lrecht erhalten. „Wenn trotzdem die russische
:^Psrung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen

schah dies weniger in der Annahme, daß dieselben
zu einem günstigen Ergebnisse führen werden,
als mit dem Wunsche, daß mau ihr nicht den
Vorwurf machen könne, sie sei von bösem Willen
beseelt. Bei dem voraussichtlichen Scheitern der
Berliner Verhandlungen wird im Gegenthcile der
größere Theil der Verantwortung für den un-
günstigen Ausgang derselben aus Deutschland
fallen."
— Zwischen den beiden streitenden im frei-
sinnigen Lager ist im letzten Augenblick noch ein
Verständigungsversuch gemacht worden. In einer
Versammlung von Vertrauensmännern der freis.
Vereinigung ist gestern Abend beschlossen worden,
ein Wahlkomito mit dem Rechte der Kooptation
einzusetzen, und diesem Wahlkomitä ist zugleich der
Auftrag ertheilt, Verhandlungen mit der freisin-
nigen Volkspartei anzubahnen in der Weise, daß
der freisinnigen Vereinigung ein entsprechender An-
theil an der Vertretung Berlins im Landtage ge-
sichert wird. Das führende Blatt der Volkspartei
hat noch nicht Gelegenheit gehabt, sich über diesen
Wunsch zu äußern.
— Ein neuer Trunksuchtsgesetzent-
wurf soll der „Voss. Ztg." zufolge dem Reichs-
tage in der nächsten Session zugehen. Der letzte
Trunksuchtsgesetzentwurf hat bekanntlich eine fast
ausnahmslose Verurtheilung erfahren.
Mainz, 27. Sept. Aus einem Wormser
Blatte machte letzter Tage die Notiz die Runde
durch die Presse, daß für die Landtagswahlen im
Großherzogthum Hessen die Bkckel'schen Antise-
miten und Ultramontanen einen Kompromiß
vorgeschlagen hatten. Von der offiziellen Partei-
leitung des Zentrums wird diese Nachricht jetzt
als eine dreiste, von Anfang bis zu Ende er-
fundene Lüge bezeichnet
Ausland.
Brüssel, 28. Sept. Trotz wiederholter An-
reizungen der sozialistischen einheimischen und aus-
ländischen Führer scheint ein allgemeiner Streik
der Grubenarbeiter nicht ernstlich zu erwarten.
Die Arbeiter, die gestern in der Gegend von Mons
die Arbeit niederlegten, nahmen sie heute theilweise
wieder auf. In La Louviere fehlten heute Morgen
einige Tausend Arbeiter, jedoch ist kaum Aussicht
auf längere Dauer des Ausstands. Die Arbeiter
verhielten sich sehr ruhig.
Haag, 28. Sept. Die Konferenz für inter-
nationales Privatrecht wurde heute nach mehr
als zweiwöchiger Tagung beendet. Die Konferenz
war in vier Subkommissionen gegliedert, deren Be-
schlüsse in mehreren Plenarsitzungen unter dem
Vorsitz des Staatsrathes Asser geprüft und ange-
nommen wurden. Die Delegirten von Deutsch-

land, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Dänemark,
Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden,
Portugal, Rußland und der Schweiz unterzeichneten
das Schlußprotokoll, in dem den Regierungen Vor-
schläge für internationale Bestimmungen betreffend
Eheschließungen, Erbfolge, Testamente, Mittheilung
gerichtlicher Akten und Requisionsanträge unter-
breitet werden. Das Protokoll bleibt auch anderen
Staaten zum Zutritt offen. Die Konferenz sprach
den Wunsch auf neue Einberufung im nächsten
Sommer aus.
Madrid, 27. Sept. Der Ministerpräsident
Sagasta erlitt bei seinem heutigen Nachmittags-
spaziergang durch einen Fall einen doppelten Bruch
des Wadenbeins. Die Aerzte nehmen an, daß
die Kur 4 Wochen in Anspruch nehmen werde.
Barcelona, 27. Sept. Das Bombenattentat
hat in San Sebastian die größte Bestürzung her-
vorgerufen. Der königliche Zug stand bereit, um
jeden Augenblick mit der königlichen Familie ab-
dampfen zu können. Ueberall wurden die umfas-
sendsten politischen und militärischen Vorsichtsmaß-
regeln getroffen. Die Polizei ließ in Barcelona
mehrere Anarchisten infolge von Hausdurchsuchungen
verhaften. Es wurden Bomben vorgefunden, welche
den beim letzten Attentat verwendeten ähnlich sehen.
Konfiszirte anarchistische Schriftstücke lassen ein
größeres Anarchistenkomplot vermuthen. Beim Atten-
tat selbst wurden mehrere 200 Meter vom Thatorte
entfernte Personen durch Bombensplitter verletzt.
Die beim Attentat angewendeten Bomben enhielten
je 3 Pfund Dynamit. Der Zustand des Mar-
schalls Martinez Campos und des Generals Molina
ist sehr gefäbrlich._
Aus Muh unö Jern.
" Karlsruhe, 27. Sept. In den Redaktions-
räumen des „Badischen Landesboten" wurde heute
ein nahezu zweistündige Haussuchung nach einem
Manuskript aus Aue bei Durlach, eine Soldaten-
schinderei betreffend, gehalten. Obschon Redakteur
Lippe sofort erklärte, daß er für den betreffenden
Theil nicht verantwortlich zeichne, wurde seine
Frau in ihrer Privatwohnung während derselben
Zeit durch einen Kriminalschutzmann bewacht.
Die Haussuchung war resultatlos.
* Mannheim, 28. Sept. Eine Stiftung
von 10 000 Mk. hat Herr Karl Lenoi, der In-
haber der gleichnamigen Zigarrenfabrik in Neckarau,
gemacht. Behufs Gründung einer Kasse, aus
welcher die krank gewordenen und in Noth ge-
ratenen Arbeiter der Fabrik Unterstützung er-
halten sollen.
* Mannheim, 28. Sept. Als vorgestern der
um 9 Uhr 57 Min. von hier nach Frankfurt ab-

gehende Zug der Hessischen Ludwigsbahn die Eisen-
bahnbrücke über den Neckar passirte, siel ein Schaffner
vom Trittbrett und blieb auf der Brücke liegen. Da
der Unfall nicht sogleich bemerkt ward, wurde der Ver-
unglückte erst später mit zerschmetterter Gehirnschale
aufgefunden und mit dem nächsten Zuge nach
Lampertheim verbracht, wo er am Abend im Kranken-
hause verstarb. Er heißt Georg Hohenstein, war
verheirathet und in Frankfurt stationirt.
* Mannheim, 28. Sept. Partout eingesperrt
wollte gestern Abend ein alter Eckensteher, Namens
März, werden, als ihm die Polizei das übliche
Geschenk nicht verabreichte. Da die Polizei dies
ablehnte, drohte er, dem ersten Besten, der ihm
aus der Straße begegne, eine Ohrfeige zu spen-
diren. Vor der Wache lief ihm auch gleich ein
Lehrjunge in den Weg, allein derselbe wich dem
nach ihm geführten Streich glücklich aus, indem
er sich bückte. Darauf ging März schnurstracks
auf zwei die Straße daherkommende Herren zu
und rempelte den einen mit solcher Wucht an,
daß er über die ganze Straße hinüberflog. Nun
mußte die Polizei allerdings einschreiten und dem
Obdachlosen den Willen thun.
* Pforzheim, 28. Sept. Einen unerfreu-
lichen Geldfund machte ein Mann während der
Manövertage im hiesigen Bezirke. Die Truppen
lagen im Biwak. Ein Mann war von feiner
Frau dorthin geschickt worden, ihrem Soldaten, der
bei ihnen im Quartier lag, Pfannenkuchen zu
bringen. Doch der Teufel wollte es, daß der
Marssohn nicht gefunden wurde. Heimtcagen
wollte der Mann den Pfannenkuchen nimmer und
machte sich selbst daran. Da — was war das!
— etwas Hartes kommt ihm zwischen die Zähne.
Näher zugeschaut, entledigt sich ein Thaler seiner
gebackenen Kleidung. Daheim soll der Mann
dann auch gebacken haben.
* Neckarau (A. Mannheim), 27. Sept. Die
Enthüllung des Kaiser- und Kriegerdenkmals ver-
bunden mit der Abhaltung des 3. Gaukrieger-
tages des Rhein-Neckar-Militürgauverbandes ist
auf Wunsch S. K. H. des Großherzogs, welchem
es sehr angelegen ist, das Fest besuchen zu können,
aus Sonntag, den 15. Oktober d. I. verlegt
worden.
* Mosbach, 28. Sept. Mit einem pracht-
vollen Ehrendiplom wurde Herr Bienenzüchter
Sch rod von hier vom Preisrichter-Kollegium des
deutschen Bienenzuchtklubs zu Frankfurt a./M.
für ausgestellten Honig bei der bienenwirthschast-
lichen Ausstellung in Frankfurt erfreut.
* Mosbach, 28. Sept. Aus dem nahen
Stockbrunnerhof finden gegenwärtig aus An-
ordnung des Alterthumsforschers Professor Dr.

General-

für Heidelberg
(Würger-

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Mbonnenrentspreisr
§5 Eiligem illustrirtem Sonntagsblatt: monatlich
Pfennig frei in's Haus, durch Die Post bezogen
. vmüljäbrlick go Pfennig ohne Bestellgeld.
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: KcrrrpMvcrhs Wr. 33.
 
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