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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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General-WAiyeiger





für Heidelberg und Umgegend

1«S3

v. Flottwell

den Baron

WM

'N

bereits getroffen, als die Budgets der einzelnen
Ministerien wenigstens der Hauptsache nach fest-
gestellt find. Erfahrungsgemäß finden aber bis
zum Frühherbst stets zahlreiche Nachträge statt.
Außerordentlich wenig hört man von neuen Gesetz-
vorlagen. Doch steht es außer Zweifel, daß die
Durchsicht der Gehaltsordnung den Stünden zur
Vorlage gebracht und daß damit eine sehr wesent-
liche Erhöhung der Staatsangaben verbunden sein
wird, weil die Aufbesserung in erster Reihe den
unteren Beamtenklassen zugedacht ist, deren Zahl
in die Tausende geht. Wie unter solchen Um-
ständen eine scheinbar kleine Ausbesserung wirkt,
zeigt die im vorigen Landtag gleichsam aus dem
Stegreif eingebrachte Erhöhung der Wohnungs-
gelder, welche eine Mehrbelastung des Staats-
haushalts von ständigen 600 000 Mark zur
Folge hat.

auf
eine
an-
und
eine
sein

Aus Wul) und Jern.
* Mannheim, 29. Juli. Der Fernsprechver-
kehr zwischen Mannheim und Pforzheim wird am
1. August eröffnet. Die Gebühr für ein Gespräch
von drei Minuten Dauer beträgt eine Mark. Zu-
gleich ist die Erbauung eines dritten Fernsprech-

Kine dunkle THcrL.
Roman von E. P. von Areg.

Ausland.
Wien, 28. Juli. Der „Neuen Freien Presse"
wird aus Petersburg gemeldet: Die Paragra-
phirung des österreichisch-russischen Vertrages
werde demnächst erfolgen und Rußland Oesterreich
gegenüber den bisherigen Tarif beibehalten, bis die
Parlamente den Handelsvertrag annehmen, worauf
dann die Ermäßigung geinäß der französisch-russi-
schen Uebereinkunft erfolgt. Gegenüber Deutschland
werde Rußland etwaige Repressalien sofort mit
Gegenrepressalien beantworten. — Die Bahnvcr-
waltnng in Riga erhielt Befehl, sämmtliche deut-
schen Aufschriften und Bekanntmachungen durch
russische zu ersetzen.
Prag, 27. Juli. Anläßlich des heute begonnenen
Sozialistenprozesses fand vor dem Straf-
gcrichtsgebäude eine große demonstrative Menschen-
ansammlung statt. Die Polizei säuberte den Platz.
Da mau für die Nacht Unruhen befürchtet, wird
Militär in Bereitschaft gehalten. Die Umgebung
des Gerichtsgebäudes wird von der Polizei scharf
bewacht.
London, 28. Juli. Die letzte Gruppe der
Paragraphen der H om erul ebill, welche fast
sämmtliche finanzielle Frage betreffen, wurde heute
Abend zum größeren Theil ohne Abstimmung, oder
mit Mehrheiten von 30 bis 35 Stimmen ange-
nommen. Damit ist die Spezialberathung beendet,
die 46 Tage gebauert hat. Die Liberalen und
Irländer brachten Gladstone begeisterte Ova-
tionen dar.

die deutschen Wsaren dem Marimaltarif unterworfen
haben wird. Wie die Neichsregiernng prinzipiell
über das Kampfmittel eine Erhöhung'unserer Zölle
um 50 pCt. denkt, ist allerdings noch nicht bekannt,
(s. u. Nueestcs.)

drahtes von Mannheim nach Frankfurt a. M. in
Angriff genommen, nach dessen Fertigstellung
Pforzheim auch zum Fernsprechverkehr mit Frankfurt
a. M. zugelassen werden wird.
* Bruchsal, 27. Juli. Eine sehr dankens-
werthe, und hoffentlich noch nicht zu spät kommende
Bekanntmachung hat das hiesige Bürgermeisteramt
zur Bekämpfung der Wespen erlassen. Danach
soll von jetzt an für jedes vernichtete Wespennest
eine Prämie von 30 Pfg. bezahlt werden. Es
wäre dringend zu wünschen, daß der hiermit ge-
gebenen Anregung in weitestem Umfang Folge ge-
eistet werden möchte, denn die Wespen haben in
diesem Jahre in einem Maße überhand genommen,
wie man es kaum früher beobachtet hat, und die
Gefahr liegt nur allzu nahe, daß der reiche Ertrag,
welchen unsere Weinberge verheißen, diesem Unge-
ziefer zum großen Theil zur Beute fällt.
* Pforzheim, 28. Juli. Bei den heutigen
Stadtverordnetenwahlen siegle in der zweiten Klasse
die nationalliberale Liste.
* Kehl, 27. Juli. Ein zweites Pionierbataillon
soll nach hier verlegt werden.
* Baden-Baden, 27. Juli. Gestern Morgen
ist urplötzlich der hiesige Vertrauensmann der sozial-
demokratischen Partei, Adolf Hüber, auf An-
ordnung der Oberstaatsanwaltschaft in Karsruhe
verhaftet worden und zwar wegen falscher Anschul-
digung. Der „Volksfreund" schreibt hierzu: Es
existirt da nämlich ein Schriftstück, unterzeichnet
von Hüber als Vertrauensmann, welches verschie-
dene im Gernsbacher Amtsbezirk am Stichwahltag
vorgekommene Ausschreitungen aufführt und als
Unterlage dem seitens der Pforzbeimer Parteigenossen
erhobenen Wahlprotest diente.
* Freiburg, 27. Juli. Die bereits gemeldete
Verhaftung des H. Poppen erfolgte wegen Bei-
hilfe zur Aussetzung eines Kindes. Der Ver-
haftete unterhielt ein .Verhältnis;, welches nicht
ohne Folgen blieb. Der Plan, das Kind einer
Familie in Straßburg abzutreten, schciderte an der
hohen Forderung. Poppen ließ hierauf das Kind
durch eine Weibsperson nach Paris bringen; aber
auch der Plan, es im dortigen Findelhause unter-
zubringen, mißlang, worauf das Kind einfach
der Straße ausgesetzt wurde. Außerdem ist
Klage wegen Wechselfälschung gegen Poppen
hängig. Er ist aus dem Geschäft ausgetreten
wollte mit den ausbezahlten 30 000 M.
Reise um die Welt antreten, als ihn
Schicksal ereilte.
* Freiburg, 27. Juli. Ein junger, früher
dahier, jetzt in Basel beschäftigter Friseurgehilfe,
aus Bruchsal gebürtig, wurde hier Verhaftet. Der-
selbe soll in der ausgesprochenen Absicht hierher ge-
kommen sein, seine hier wohnende Geliebte, welche

(Fortsetzung)
Da es von vornherein feststand, daß von dem
tunlichen und weiblichen Gesinde des Edelhofs
^Mand Aussagen von Erheblichkeit zu machen
?^te, weil sie alle erst an den Thatort gekommen
nachdem dort bereits die beiden Männer
- hxm Dorfe die Bewachung übernommen hatten,
^>ar Katharinens Aussage sehr dazu geeignet,
Äusmerksamkeit des Untersuchungsrichters auf
jener Stelle außer dem Gute zunächst liegende
t^oäude, auf das Pfarrhaus nämlich, zu lenken.
war ja die Möglichkeit nicht ausgeschlossen,
kß Man dort von dem Schüsse selbst oder dem,
ihm nachfolgte, etwas gehört oder gesehen
?Ee, auch ließen die Worte des Mädchens, daß
Verkehr zwischen Gut und Pfarre ein häufiger
Wi, auf intime Beziehungen zwischen den Familien
"es Gutsherrn und seines Seelsorgers schließen,
Ms denen sich möglicherweise einige Folgerungen
Ms das etwas sonderbare Benehmen des Barons
der Entdeckung der Leiche würden ziehen
Msen.
Auf diese Erwägungen des Untersuchungs-
achters hin wurde Pfarrer Lindemann alsbald
lleladen.
Nr stellte sich jedoch alsbald heraus, daß der
starrer durchaus nicht im Stande war, das über
sr, Angelegenheit schwebende Dunkel auch nur
zu lichten.

Am Morgen, als er mit seiner Gattin das
Frühstück eingenommen, sei die Magd ins Zimmer
gekommen und habe die Kunde von dem Morde
gebracht und gleichzeitig gesagt, daß bereits Wachen
bei dem Todten ausgestellt seien und daß dem-
nächst Gericht kommen werde. Da es nicht
seines Amtes sei, bei Verbrechen einzuschreiten,
habe er sich auch hier jeder Einmischung enthalten.
Auf die Frage des Untersuchungsrichters nach
seinem Verkehr mit dem Baron v. Flottwell er-
klärte er ohne Zögern, daß ihre Verbindung eine
durchaus freundschaftliche und daß jeder von ihnen
in die Verhältnisse des Anderen vollkommen ein-
geweiht sei.
Hier brach der Untersuchungsrichter die Ver-
nehmung des Pfarrherrn ab, indem er ihn bat,
noch einige Zeit aus dem Gute zu verweilen, falls
seine weiteren Aussagen nothwendig würden. Der
Diener erhielt Auftrag, die Magd von der Pfarre
herbeizuholen.
Das Mädchen erschien mit etwas verwun-
dertem Gesichte vor dem Richter, denn sie ver-
mochte sich nicht zu erklären, was dieser von ihr
wohl zu erfahren wünsche.
Das Verhör machte ihr dies bald klar.
„Von wem erfuhren Sie", fragte der Unter-
suchungsrichter, „etwas von den Vorgängen dieses
Morgens, von denen Sie Ihrer Herrschaft Nach-
richt brachten?"
„Heilmanns Tobias sagte mir", antwortete
die Magd, „als ich am Morgen zum Krämer
ging, um Reis für den Haushalt zu holen, hinten
am Gottesacker läge der Wienbrarrd erschossen..

, Deutsches Reich.
Berlin, 28. Juli.
— In den letzten Tagen wurde in einer offi-
ziösen Notiz mitgetheilt, daß die Vorarbeiten für
die Einführung der Sonntagsruhe in Handwerk
und Industrie noch viel weiter zurück seien, als
man bisher allgemein angenommen hat. Irgend
einen bestimmten Zeitpunkt anzugebcn, an dem end-
lich auch den industriellen Arbeitern bezw. den
Handwerksgesellen die Wohlthat der Sonntagsruhe
zu Theil werden solle, deren sich die Angestellten
des Handclsgewerbes schon eine geraume Zeit er-
freuen, sei platterdings unmöglich, das war der
Kern der offiziösen Verlautbarung. Nun wird der
„Köln. Ztg." aus gewerblichen Kreisen mitgetheilt,
daß die Vorschläge zur Regelung der gewerblichen
Sonntagsruhe seit längerer Zeit fertig seien und
gedruckt im Reichsamt des Innern lägen. Man
beabsichtige auch, sie durch die Landesregierungen
den „betheiligten Kreisen" zugänglich zu machen.
Der Gewährsmann des rheinischen Blattes meint,
es sei kein vernünftiger Grund dafür ausfindig zu
machen, daß dies nicht bereits jetzt geschieht, er bat
nur verlauten hören, man wisse nicht recht, wem
man sie geben soll, da namentlich die Arbeitcrkreise
darüber verstimmt werden könnten, wenn etwa ein
oder der andere Arbeitgeber die Vorschläge eher er-
führe, als ein Arbeiter.
— Bonden fünf Na chw ah len zum Reichs-
tag sind vier bereits gewesen, während die fünfte,
die Wahl in Hamburg, erst am 17. August statt-
findet. Das Resultat der Hamburger Wahl wird
zweifellos die Wahl des Sozialdemokraten Mocken-
bnhr sein. Die freisinnige Volkspartei hat den
von ihr bei der ersten Wahl eroberten Sitz, den sie
nochmals zu vertheidigen hatte, behauptet. In
Alzey-Bingen, der früheren Domäne Bamberger's,
ist an Stelle Träger's Reinhard Schmidt gewählt
worden. Die Antisemiten dagegen, welche drei
Sitze zu vertheidigen hatten, scheinen einen ver-
lieren zu sollen. Während sie in Neustettin glänzend
gesiegt, und auch Rinteln-Hofgeismar behauptet
haben, sind sie in Alsfeld-Lauterbach nur in die
Stichwahl gekommen. Dort steht der Antisemit
Bindewald mit 3600 Stimmen gegen den natio-
nalliberalen Professor Backhaus mit 3900 Stimmen.
Den Ausschlag geben die Freisinnigen mit 1500
Stimmen, jedenfalls zu Gunsten derNationalliberalcn.
Karlsruhe, 28. Juli. Die Vorbereitungen,
ür den badischen Landtag sind insofern

Abonnemeulspreis r
mit 8seitigcm illustrirtem Sonntagsblatt: monatlich
38 Pfennig frei in's Haus, durch die Post bezogen
vierteljährlich 8V Pfennig ohne Bestellgeld.


Da bin ich flugs nach Hause gelaufen, um es der
Fran zu sagen."
„Kannten sie den Todten oder war es nur
das Ereigniß selbst, was Sie zu Ihrem Thun
veranlaßte?"
Hier wurde die Magd bereits etwas verlegen.
Aber nach einer kurzen Pause antwortete sie:
„Gekannt habe ich ihn eigentlich nicht. Aber
neulich hörte ich am Morgen, während die Herr-
schaft im Wohnzimmer war und >ch das Schlaf-
zimmer reinigte, ein Gespräch zwischen dem Herrn
Pfarrer und seiner Frau mit alt, in dem der
Name Wienbrand wiederholt vorkam."
„Sie horchten also", sagte der Untersuchungs-
richter, „und haben natürlich den ganzen In-
halt des Gesprächs zwischen Ihrer Herrschaft in
allen seinen Einzelheiten erhorcht. Wiederholen
Sie ihn."
„Ach Gott, Herr, ich habe mir wahrhaftig
nichts Böses dabei gedacht. Sie sprachen davon,
daß der junge Herr vom Gute viel Geld an
Wienbrand zu zahlen habe und dieser in der
nächsten Zeit hierher kommen würde, nm sich
das Geld aus der Kasse des Vaters zu ver-
schaffen."
„Und weil sie das erhorcht hatten, liefen See
nach Hause, um ihrer Frau die Knude von dem
Tode Wienbrands zu bringen?"
„Ja, Herr!"
„Wie nahm man Ihre Nachricht auf?"
„Der Herr Pfarrer sagte kein Wort, aber
die Frau wurde kreideweiß, sank in ihren Stuhl
und rief: „„Ach Gott, der Hans!""

„Kennen Sie diesen Hans?"
„Das ist der junge Herr vom Gute, der
jüngste Sohu des gnädigen Herrn."
Als das Mädchen entlassen war, erhob sich
der Untersuchungsrichter, schritt einmal im Zimmer
auf und ab und wechselte dann einige Worte mit
dem Staatsanwalte, die der Protokollant nicht
verstehen konnte. Dann klingelte er und befahl
dem eintretenden Diener,
hereinzurufen.
Er hatte sich darauf vorbereitet, hier Unan-
genehmes hören zu müssen, und das sollte ihm
auch keineswegs erspart bleiben.
Der Untersuchungsrichter lud ihn artig ein,
Platz zu nehmen, und begann danach die Ver-
nehmung, indem er sich sogleich der Frage näherte,
die zur Zeit für ihn den Mittelpunkt bildete:
„Sie erkannten den Todten an diesem Morgen
sogleich, Herr Baron, als sie in seine Nähe ge-
kommen waren?"
„Ich erkannte ihn augenblicklich."
„Das setzt voraus, daß zwischen Ihnen und
dem Abgelebten irgend welche Verbindung be-
standen haben muß. Von welcher Art ist diese
gewesen?"
„Wienbrand besorgte mir wiederholt Verkäufe
von Raps, Holz und Wolle gegen mäßige Pro-
vision. In dem letzten halben Jahre jedoch sind
derartige Geschäfte nicht mehr vorgekommen."
Bevor ich weiter frage, will ich Sie daraus
aufmerksam machen, daß Ihnen das Recht zusteht,
Ihre Aussage zu verweigern, wenn Sie Ursache
haben cmzunehmen, daß Sie damit sich selbst oder

Krieg Mit Rußland.
Keine Angst, lieber Leser! Wenn wir diesmal
einem Krieg mit Rußland sprechen, so meinen
nicht den männermordcnden Völkerkampf au'
den?. Schlachtfelde, sondern einen Kamf auf wirth-
s^chtlichem Gebiete, einen Zollkrieg, der uns mit
Rußland in Aussicht steht.
Der erste Schuß ist bereits jenseits der russ.
Grenze gefallen. Bekanntlich stehen Deutschland
Rußland schon seit längerer Zeit in Handels-
drtragsunterhandlungen. Die Hoffnungen, welche
Mrauf gesetzt worden waren, haben sich während
langen Dauer der Verhandlungen fortwährend
Magert, und heute ist man selbst darauf gefaßt,
ZÄ auf ein erträgliches Ereigniß überhaupt nicht
Mhr gerechnet werden könne. Rußland hatte bei
Hoffnung der Verhandlungen sich anscheinend au'
E" Standpunkt gestellt, daß seine Gegenkonzessionen
gegenüber den von Deutschland geforderten Kon-
Ehtionaltarif für Getreide in einem Verzicht au'
fitere Erhöhung der zur Zeit gültigen Zollsätze
"l deutsche Einfuhrartikel bestehen sollen. Die russ.
Legierung kleidete das jetzige Zollsystem in den
^dhemistischen Namen „Minimaltarif" und drohte
, 's dem 30 pCt. der Zollsätze höheren „Maximal-
,P'j", sofern Deutschland in dieser Namensänderung
genügendes Aequivalent erblicke, um seinen
^streidezoll von 5 Mk. auf -/o Mk. zu er-
mäßigen.
Deutschland seinerseits verlangte selbstverstand-
materielle Gegcnkonzessionen für unsere AuS-
Mrartikel. Kohlen, Eisenwaaren rc., über deren
.-ZMß man sich wohl deßhalb seither nicht ver-
l andjgen konnte, weil Rußland von Allem Anfang
der Idee umging, nicht mehr als Scheinkon-
Mvrien zu bewilligen. Nun verlautet aus angeb-
sicherer Quelle, daß Rußland am 1. August
^ffächlich Rn Maximatarif gegenüber Deutschland
shc Anwendung bringen werde. Unsererseits sind
Mr nicht wehrlos gegenüber einer solchen Maß-
Mgel, da es nur einer kaiserlichen Verordnung unter
Zustimmung des Bundesraths bedarf um unsere
Zusätze sogar um 50 Prozent zn erhöhen. Würde
ZEs geschehen, so wäre also der Zollkrieg mit
Mßland eröffnet.
Die Blätter besprechen bereits eingehend die
. "Führung des russischen Marimaltarifs, In
nllener Einmüthigkeit stimmen sie darin überein,
dieses einseitige russische Vorgehen entschieden
A mißbilligen und keinesfalls durch den bisherigen
^Mg der Verhandlungen gerechtfertigt sei. Allseitig
selbstverständlich betrachtet, daß sofort
.s^ffcherseits eine 50prozentige Erhöhung der Ein-
Ryrzölle auf die wichtigsten russischen Maaren
Längst werde sobald der russische Finanzminister

Expedition: Kauptstraße Wr. 23.

-.....--— -»
Expedition: Kcruptstraße Wr. 2S.

Jnsrrtionspecisr
die Ispaltige Petitzetle oder deren Raum 8 Pfg»,
für auswärtige Inserate IS Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt-
«-————

Sw zz M Ich, »-ÄÄNLVS" fit d« WM AW ElLLLL-«


Verantwortlicher Redactsur:
Herrn. Streich.
_Heidelberg, Samstag, den 21
Juli
Druck und Verlag:
Heckmann, Dörr L Wurm.
 
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