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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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Nummer 270.

Neuer

Mittwoch, 15. November 1893.

In der Restauration desselben ließ sich Bea-
trix ein sehr gutes Souper vorstellen, um sich
ein wenig zu stärken.
Sie hatte noch immer den Empfehlungsbrief
an Frau Trevor von Penmawr in Montgomery-
shire bei sich, den ihr Frau Trevor gegeben hatte.
Sie beschloß, denselben persönlich zu überbringen.
In Wales würde sie gewiß Niemand suchen.
Sie kam zeitlich am nächsten Morgen in der
altertümlichen Stadt an und suhr weiter bis
Bala, wo sie ausstieg. Sie nahm einen Wagen
und der Kutscher sagte ihr, daß Penmawr 10
bis 12 Meilen weit entfernt sei.
„Welchen Empfang werden mir diese Freunde
bereiten?" fragte sie sich mit bitteren Vor-
ahnungen, als sie die Stadt Vala hinter sich ließ.
„Es sind Wochen und Monate vergangen, seit-
dem mir Frau Trevor diesen Brief gab. Viel-
leicht wird diese Verzögerung sie gegen mich be-
einflussen. Vielleicht sind sie nicht in Penmawr.
Meine Zukunft sieht düster aus. Was die Ver-
gangenheit betrifft, möchte ich wissen, ob ich meine
Schritte während der letzten Flucht genügend ver-
borgen habe? Werden mich meine Feinde mit
ihrer übermenschlichen Schlauheit wieder auf-
spüren? Sind sie vielleicht in diesem Augenblicke
aus meiner Spur?"

Trevor Farm in Montgomershire, North
Wales, liegt mitten in dem Schatten der Berwyn-
Berge. Herr Trevor war der Abkömmling einer
edlen, alten Waliser Familie. Er war ein guter,
warmfühlender, wackerer Gentlemann; aber seit
Monaten war er das Opfer eines schweren Gicht-

leidens und konnte nur mühselig auf Krücken im
Hause umherhinken. Seine Frau, eine sanfte,
alte Dame, widmete sich ganz seiner Pflege. Die
übrige Haushaltung bestand aus mehreren Enkel-
kindern mit ihrer Mutter und Gouvernante;
der Vater der Kinder — Frau Trevors Sohn
— ein Ingenieur war in Berussgeschästen ab-
wesend in Rußland.
Es war spät am Nachmittag, als Beatrix
vor Trevor's Farm ausstieg und fragte, ob Frau
Trevor zu Hause sei. Man antwortete ihr be-
jahend und führte sie in den Salon.
„Sie sind Fräulein Rohan?" fragte die alte
Dame. „Sie sind willkommen in Trevor Farm.
Erlauben sie mir, Sie in unser Wohnzimmer zu
führen. Mein Mann ist krank und kann Sie
nur dort empfangen", und sie nahm Beatrix bei
der Hand und führte sie zu Herrn Trevor.
Der wackere, alte Gentlemann empfing sie
sehr warm und verrieth so viel freundliche Theil-
nahme für sie, daß sie gar bald vertraulich plau-
dernd zwischen ihnen saß und ihnen ihre ganze
Geschichte erzählte, wobei sie nur ihre Verlobung
mit Sir Lionel verschwieg.
„Sie sind an den rechten Ort gekommen,
Fräulein Rohan, wenn sie Schutz gebrauchen",
sagte der alte Herr. „Sie sind willkommen hier,
wie das Sonnenlicht. Nicht wahr, Agnes?"
Frau Trevor stimmte seinen Worten rasch bei.
„Und jetzt will ich Sie hinausführen," sagte
sie, sich zu Beatrix wendend. „Sie werden vor
dem Abendessen eben noch Zeit haben, sich den
Staub abzuwaschen." Bald, nachdem das Abend-
essen eingenommen worden war, wurde gebetet,

j dann wünschte Beatrix eine gute Nacht und be-
gab sich dann auf ihr Zimmer. — Sie setzte
sich an einen kleinen Schreibtisch und versank in
Nachdenken.
„Lionel wird nach Durham zurückkommen
und entdecken, daß ich geflohen bin", dachte sie.
Er wird darüber natürlich sehr ängstlich sein.
Ich wage es nicht, ihm zu telegraphieren. Auch
getraue ich mir nicht, ihm in seine Wohnung zu
schreiben. Ich muß ihm nach Folliot Court
schreiben. Der Brief wird ihm von da aus nach-
geschickt werden, wo er anch immer sein mag. Ich
muß ihm noch heute schreiben und den Brief
morgen zur Post geben, damit er erfährt, wo er
mich finden kann. Und doch schreibe ich ihm
eigentlich nicht gern nach Folliot Court. Es
scheint mir fast, als würde ich mich dadurch mei-
nen Feinden verrathen. Ist es möglich, daß sie
einen Spion in Lady Folliots Haus haben?
Gibt es Jemanden dort, der mich meinen Feinden
ausliefern würde? Unsinn! Was das für sonder-
bare Einfälle sind! Ich will sogleich an Lionel
schreiben."
33. Kapitel.
Lilias bringt ihren Feind zum Schweigen.
Es war die Nacht und die Stunde, welche zu
der Zusammenkunft zwischen Kaspar Voe mit dem
schuldbeladenen Weibe bestimmt war, welches man
in Folliot Court als Fräulein Bcrmhngham
kannte.
Die Nacht war wunderbar milde und sternen-
hell, die Luft war warm und von tausend Düften
geschwängert.


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Deutsches Reich.
Berlin, 14. November.
— Die Kaiserliche Kabinetsordre an die
Offiziere der Armee aus Anlaß des Spieler-
und Wucherer-Prozesses in Hannover ent-
hält, wie ein hiesiges Blatt erfährt keinerlei neue
Strafbestimmungen für Ausschreitungen im Spiel
und üppigem Lebenswandel, wie sie sich an einzelnen
Stellen der Armee leider gezeigt haben. Der Kaiser
bat in der soeben erlassenen Ordre lediglich be-
fohlen, daß auf Grund der Verordnung über die
Ehrengerichte vom 2. Mai 1874 gegen alle Offi-
ziere, welche auch nur im geringsten in den
Spieler- und Wucherer-Prozeß verwickelt gewesen
sind, auf ehrengerichtlichem Wege eingeschritten, und
daß jeder Offizier unnachsichtlich und ohne Aus-
nahme zur Verabschiedung eingegebcn werden soll,
der hierbei die Standesehre irgendwie verletzt hat.
Im weiteren Verlaufe der Ordre hat der Kaiser
seinem Unwillen Ausdruck gegeben, daß die ge-
nannte alte'und eine ähnliche bei seinem Regie-
rungsantritt gegebene neuere Ordre über die Noth-
wcndigkeit einer einfacheren und sparsameren Lebens-
weise so wenig beachtet worden ist, und hat an die
General-Kommandos den Befehl erlassen, ihm die-
jenigen Regiments-Kommandeure namhaft zu
machen, welche in der Befolgung dieser Ordres
nicht mit der nöthigen Strenge vorgegangen sind
und die ihnen anvertrauten Offizierkcrps nicht
mit der erforderlichen Sorgfalt überwacht haben.
— Die Finanzreform von vornherein
auszuscheiden aus der Verhandlung über die
Steuervorlagen, räth die „Köln. Volksztg." Man
solle nur über die Beschaffung der neuen Militär-
kosten eine Verständigung suchen. Die „Köln.
Volksztg." berechnet dabei die Kosten der Militär-
dorlage auf 56 Millionen Mark. Das sind aber
die Kosten, welche nach einer langen Reihe von
Jahren zuwachsen. Die wirklichen Kosten be-
laufen sich zur Zeit nur aus 46 Millionen Mk.
Bekanntlich verlangte die Regierung selbst zur
Durchführung der früheren Militärvorlage nur
^8 Millionen Mark neuer Steuern, war also
auch damals schon der Meinung, daß gar keine
Veranlassung vorliege, diejenigen Mehrausgaben,
ldelche erst nach einer Reihe von Jahren entstehen,

schon jetzt durch neue Steuern zu checken. Der
Antrag Huene hat die Militärlasten um 9 Mil-
lionen vermindert. Schon daraus folgt, daß auch
der im vorigen Jahre geforderte Steuerbetrag
von 58 Mill, auf 49 Millionen zu ermäßigen
ist. Was soll es beispielsweise für einen Sinn
haben, jetzt Steuern aufzubringen für die Mehr-
kosten der Hebungen solcher Mannschaften des
Beurlaubtenstandes, welche in ihren ersten Kon-
tingenten erst 1895 zur Reserve entlassen werden
und erst 1899 zur Landwehr übertreten?
— Zu Beginn des Reichstags wird der Jni-
tiativ-Antrag des Zentrums aus Aufhebung
des I es u it eu g es etze s zur Vorlegung kommen.
— Der Tabakkonsum wird sich nach der
eigenen Rechnung der Regierung infolge der Ta-
baksteuererhöhung um 29 Prozent vermindern.
Ohne Verminderung des Konsums würde die neue
Steuer im ganzen 143 600000 Mk. einbringen
an Stelle der jetzigen Einnahme von 55 Mill.
Mark. Die Regierung selbst aber rechnet nur auf
71 Proz. des Betrages. Daraus folgt die An-
nahme eines Rückgangs des Konsums von 29 Proz.
was mit der Entlassung von 30 bis 40 000
Arbeitern nach Einführung der neuen Steuer
gleichbedeutend ist.
— Zur Berufung gegen die Stra fka m m er-
Urtheile schreibt ein Richter an die „Straßb.
Post": „Er scheint zur Berufung gegen Straf-
kammerurtheile kommen zu sollen.' Bei den Er-
örterungen über diese wichtige Frage blieb bisher
eine bedeutungsvolle Seite der Sache außer Be-
tracht. Wohl jeder langjährige Strafkammer-
Richter wird betätigen, daß ein hoher Prozentsatz
von freisprechenden Urtheilen nur darum so aus-
fällt, weil keine Berufung über die Thatfrage
möglich ist. Wie oft hörte ich im „Kampf um
den vierten Mann" äußern (und äußerte selbst):
Wäre Berufung möglich, dann würde ich für Ver-
urtheilung stimmen; so aber zagt das Herz und
wankt der Verstand. Ganz sicherlich werden viel
mehr Verurtheilungen erfolgen, sobald Berufung
möglich, da der Angeklagte, wenn er sich unschuldig
fühlt, alsdann die Berufung einlegcn kann. Aber
auch gar viele Schuldige werden dann sich beim
Urtheil der Strafkammer beruhigen, und der Er-
folg der Neuerung wird der sein, daß der Gefangenen-
stand in den Strafanstalten größer wird. Darauf
möge man zeitig bedacht sein. Kein Zwang der
Justizverwaltung erfordert so sehr, daß der Richter
im Zusammenhang mit Volksgeist und Sitte seines
GerichtsspreNgels lebe, wie die Strafrechtspflege;
nur zu häufig verstehen Angeklagte, Zeugen und
Richter sich gegenseitig nicht recht, und darum
können verfehlte Eindrücke sich im Richter festsetzen.
Dies gilt vor Allem dort, wo die Richter lange in
der Großstadt gelebt und gewirkt haben, gar in

Residenzen. Es wird sich darum kaum empfehlen,
alle Strafberufung an den Sitz der Oberlandesge-
richte zusammenzudrängen, ganz abgesehen von er-
drückender Steigerung der Kosten, die nicht im
Staatszweck liegen kann. Die Beschwerde darüber,
daß Zeugen u. s. w. stets nach der Konfession ge-
fragt werden, ist berechtigt. Dieser Zopf ver-
gangener Zeiten ist aber bei vielen Gerichtshöfen
thatsächlich außer Uebung; man „vergißt" einfach
diese Frage an die Personen."
— Zum Kapitel der Soldatenmiß-
handlungen weist der „Hamb. Korr." auf
die bisher zu wenig beachteten Mißhandlungen
der Mannschaften unter sich,'namentlich des jüngsten
durch die älteren Jahrgänge hin. Der Rekrut
wird von dem Zwei- bezw. Dreijährigen zum
Tractiren angesprochen und wehe ihm, wenn er
sich dazu nicht herbciläßt, er hat dann sür die
ganze Rekrutenzeit etwas aus dem Kerbholz. Auch
bei allen Dienstobliegenheiten muß der Rekrut
uach der Flöte der älteren Mannschaft tanzen.
Schmiere, Schuhnägel, Oele und dergleichen Putz-
sachen muß der Rekrut anschaffen, sonst giebt es
viefach Hiebe. Dabei darf er sich nur ja uicht
beschweren sonst geht es ihm noch viel schlimmer;
auch werden die Klagen von Seiten der Korporal-
schaftsführer meistens gar nicht angenommen. Das
ganze System ist ein gewisses Erbtheil von einem
Jahrgang zum anderen, und die Meisten treten
mit dem Vorsatz ins zweite Jahr über, es den
neu Eintretenden ebenso zu machen, wie es ihnen
gemacht worden ist. Man findet ost mehr Furcht
vor den älteren Mannschaften als wie vor den Vor-
gesetzten. Die Vorgesetzten tragen indirekt auch
mit Schuld an diesen Mißhandlungen. So wird
z. B. von Seiten des Kompagnieführers oder
Feldwebels für das Zuspätkommen eines einzelnen
Mannes häufig Strafe sür die ganze Kompagnie
verhängt, dann rächen sich die unschuldigen Mann-
schaften an dem Schuldigen. Dasselbe ereignet
sich auch häufig beim Exerziren, wo die ganze
Mannschaft wegen eines Einzelnen nachexerziren
muß. Gegen solches Gebühren müßten die Vor-
gesetzten mit aller Strenge vorgehen, selbst aber auch
nur den bestrafen, der es verdient hat.
— In Ostafrika hat sich die Nvthwendigkeit
herausgestellt, die kaiserlichen Schutztruppen erheb-
lich zu verstärken, um die Karawanenstraßen in
ihrer ganzen Ausdehnung gegen die Beunruhigung
durch räuberische Stämme zu sichern und lieber-
griffen der Letzderen mit Erfolg entgegenzutreten.
Es besteht'die Absicht, die im Wirthschaftsplan für
das laufende Eiatsjahr mit 1100 Mann vorge-
sehene farbige Truppe auf eine Stärke von 1800
Mann zu bringen und in 12 Kompagnien zu
je 150 Mann einzutheilen. Für die Chargenbe-
setzung der einzelnen Kompagnien sind neben je

einem farbigen Offizier 10 farbige Unteroffiziere,
an europäischem Personal der Kompagniechef und
2 Lieutenants, ferner ein Feldwebel, 1 Sergeant
und 2 weitere Unteroffiziere in Aussicht genommen.
Andererseits wird nach dem Vorschläge des Gouver-
neurs die im Wirthschaftsplan für 1893/94 mit
400 Mann berücksichtigte farbige Küstcnpolizei auf
240 Mann, abgesehen von den Chargen, ermäßigt
werden können.
Friedrichsruh, 14. Nov. Fürst Bismarcks
Befinden ist im Ganzen befriedigend. Der Alt-
reichskanzler gönnt sich die Ruhe und erholt sich;
er lebt lediglich seiner Gesundheit, — das ist im
vollsten Sinne der Worte der Fall. Er macht
wie früher seine Spaziergänge im Park, den er
jedoch nicht verläßt, in Folge dessen auch der Weg
gegenüber der Oberförsterei, wo so oft Besucher von
Friedrichsruh Aufstellung nahmen, um dem Fürsten
zu begegnen, verwaist bleibt. Mit seiner nächsten
Umgebung unterhält sich der Fürst in liebens-
würdiger, oft launiger Weise, empfängt Besuche
jedoch absolut nicht, und wenn Zeitungsartikel in
letzter Zeit einige Male als von ihm inspirirt be-
zeichnet wurden, geschah dies sicher irrthümlich.
Die Hoffnung ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß
die Gesundheit des Fürsten sich soweit kräftigt,
daß er in verhältnißmäßig kurzer Zeit seine alten
Gewohnheiten wieder aufnehmen kann.
Ausland.
Paris, 14. Nov. Uebcr ein Attentat gegen
)en serbischen Minister Georgevic verlautet!
Georgevic befand sich im Hotel Duval, als ein
Unbekannter sich ihm näherte und ihm mit
einem spitzen Instrument in die Seite stach. Der
Minister wurde nach dem Hotel Windsor verbracht,
lm 10 Uhr Abends stellte sich der Attentäter
reiwillig der Polizei und gab an, daß er Sautier
;eiße, verweigerte aber jede Auskunft über die
Beweggründe zu seiner That.
Rom, 14. Nov. Die „Agenzia Stefani"
meldet, Graf Kalnoky werde, aus der Schweiz
morgen in Mailand eintreffend, einige Zeit in
Oberitalien verweilen, und fügt hinzu, Kalnoky
habe angefragt, ob er sich dem König und der
Königin vorstellen dürfe, worauf der König den
Grafen zu Mittwoch nach Monza eingeladen babe.
Auf die Einladung des Königs werde auch der
italienische Minister des Aeußern, Brin, dem
dem Empfange beiwohnen. Brin hat sich heute
Abend nach Mailand begeben.
Aus Wcry und Jern.
* Karlsruhe, 14. Nov. Der Bürgerausschuß
stimmte mit allen gegen drei konservative Stimmen
dem Antrag des Stadtraths zu, dem Geheimrath
Dr. Lamey, dem langjährigen Vertreter der Resi-

Die Jagd nach einer Erbin.
Roman von Hermine Frankenstein.
KV (Fortsetzung.)
.. Das Boot kam zum Landungsplätze und als
wartenden Leute eingestiegen waren, folgte
Men Beatrix schweigend und wurde mit ihnen
äurn Dampfer hinausgeführt. Ehe die Nacht
^reingebrochen war, war der Dampfer draußen
der See.
Beatrix brachte die Nacht auf dem Verdecke
in dem matten Zwielicht und der frischen
da es ihr nicht möglich war, in die über-
^Rten Kabinen hinabzugehen. Sie schlief ein
r ssiig und erwachte am Morgen bedeutend er-
Mcht und gestärkt.
Der nächste Tag war düster und einförmig,
d unaufhörliche Knirschen der Eisenschrauben,
ei/ Elend ihrer armen Reisegefährten und ihre
.llene, unbestimmte, gefahrvolle Lage machten
Begnüg zu einem sehr schweren sür die arme
fot ^nnoch kamen sie erst am Nachmittage des
g^den Tages in London an.
Koke m Landen sah sich Beatrix auf einem
tz y. werft. Nirgends war ein Wagen zu sehen,
dem schenkte einem kleinen Jungen, der aus
er ik^^t herumlungerte, ein Geldstück, damit
einen Wagen besorge. Die Mitreisenden
begaben sich zu Fuß ans Land. Sie
ftiea s't Wagen und als derselbe kam,
^in und befahl, nach dem nächstgelegenen
zu fahren.
 
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