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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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https://doi.org/10.11588/diglit.44142#0245

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für Heidelberg und Umgegend



Krpedition: K«uptstraße Wr. 23.

tr. 10, 3. St.

Freitag, den 8. September

18S3

4?)

(Fortsetzung.)

aller Länder mag noch weit entfernt sein; wenn sie
aber ernstlich angebahnt wird, so werden solche Vor-
fälle wie in Aigues-Mortes, die der modernen
Kultur doch wahrlich nicht zur Ehre gereichen, ge-
wiß seltener vorkommen. Ueberall da, wo die So-
zialdemokratie organisirt ist und an der Verbesse-
rung des staatlichen und wirthschaftlichen Lebens
thätigen Antheil nimmt, wie in Deutschland, Eng-
land, der Schweiz, können wilde Ausbrüche der
Leidenschaften von Arbeitern verschiedener Nationa-
litäten, sowie anarchistische Bestrebungen und un-
sinnige kommunistische Forderungen von den Führern
selbst leichter verhütet und dadurch die Gesammtheit
vor schwerem Unheil bewahrt werden.

-kstätte, z. Zt.
>ei.
Rechtsanwalt
Oberbadgasse 3.

Druck und Verlag:
ffeckmann, Dörr L Wurm.

Verantwortlicher Redakteur:
fferm. Streich.

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4 8. Sept. 1893
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in 3 Akten._.

* Schwetzingen, 7. Sept. Am verflossenen
Sonntag wurde der 19jährige Heinrich Kuhn von
Friedrichsfeld Sohn des Polizeidienets, in
einer Wirthschaft mit dem Messer traktirt und
schwer verletzt, so daß er, obwohl schon Mitter-
nacht angebrochen war, nach Heidelberg verbracht
werden mußte. Die dortigen Aerzte hielten eine
sofortige Operation für nothwendig und zwar
mußte das eine Auge herausgenommen werden.
Ob er mit dem Leben davonkommt, ist fraglich.
Derselbe junge Mann befand sich schon am Tage
vorher in größter Lebensgefahr, indem er bei Ein-
legung eines alten Brunnens verschütttet wurde.
Nur mit großer Anstrengung konnte er wieder
herausgegraben werden.
* Plankstadt, 8. Sept. Dem hiesigen Land-
wirth K. K. wurde in vergangener Nacht ein
Quantum Hopfen im Gewicht von ungefähr 40
bis 50 Pfund entwendet. Der Hopfen, welcher
einen Werth von etwa 100 Mk. batte, war von
dem Eigenthümer in einem in Umbau begriffenen
Hause zum trocknen aufgespeichert. — Hier steht
gegenwärtig auch ein Birnbaum in voller Blüthe.
Ueber einen blühenden Apfelbaum haben wir erst
kürzlich berichtet.
* Eberbach, 6. Sept. Am Montag Früh
starb in Grötzingen Amt Staufen der dortige
Pfarrer und Geistl. Rath Herr Anton Gillig.
Derselbe war vom Jahr 1840—49 katholischer
Pfarrer dahier und steht bei den älteren Ein-
wohnern noch in freundlichem Andenken. Derselbe
erreichte ein Alter von 86 Jahren und feierte
erst vor wenigen Wochen sein diamantenes d. h.
60jähriges Priesterjubiläum, bei welchem ihn der
Papst mit einem hohen Orden beehrte.
* Mosbach, 7. Sept- Wie schon seit einer
Reihe von Jahren werden auch dieses Jahr wieder
am 9. Sept, eine größere Anzahl von Feuer-
wehrmännern von hier mit ehrenden Auszeichnungen
bedacht. — In der gestern Abend starkbesuchten
Monatsversammlung des Gabelsberger Steno-
graphenvereins „Merkur" wurde beschlossen, daß
der Verein mit 56 Mitgliedern dem Verbände
füdwestdeutscher Gabclsberger Stenographen bei-
trete; durch diesen Beitritt zum Verband ist der
Verein gleichzeitig Mitglied des Deutschen Gabels-
berger Stenographenbundes geworden. Ferner
beschloß der Verein den nächstjährigen Verbands-
tag abhalten zu wollen.
* Wiesenthal, 7. Aug. In der Behausung
des Gastwirths Rolli zum „Deutschen Mann"
wurde in der Nacht auf Montag ein Einbruch-
diebstahl verübt. Der Dieb ist durch die
Scheune in den Hof und mittelst einer Leiter in
den Tachraum des Hauses gedrungen, hat sich
dann die Treppe hinuntergeschlichen und hat mit

Aus Wutz und Jern.
Amtliches.
Indem Prüfungsjahre 1892 -93 wurden u. a. nach-

ursche
—19 Jahren)
Luxhos.

Ihnen also bereits bewiesen, daß wir nicht hier-
her gekommen sind, um uns in gesellschaftlicher
Sitte zu üben. Wir haben vielmehr den Auftrag,
Sie zu verhaften."
Er fuhr zusammen, aber gleichzeitig durch-
zuckte ihn der Gedanke, wie klug er gehandelt,
als er heute Nacht jenen Depositenschein ver-
brannt hatte.
„Und aus welchem Grunde geschieht das?"
fragte er sich zusammenraffend mit nur leicht be-
wegter Stimme.
„Wir haben nicht Auftrag, Sie hierüber zu
unterrichten", wurde ihm geantwortet. „Sie
werden das in Ihrem ersten Verhöre vor dem
Herrn Untersuchungsrichter erfahren."
Sie nahmen ihn in ihre Mitte und führten
ihn fort. Unten stand eine Droschke, die sie mit
ihm bestiegen, und eine halbe Stunde später be-
fand er sich in in einer wohlverschlosfenen Zelle
im Gefängnisse des Landgerichts.
Bei feinem ersten Verhöre am Nachmittage
sah er in den Händen des Beamten, der dasselbe
vornahm, jenes ominöse Packet, auf dessen Besitz
in den letzten Wochen all sein Dichten und
Trachten gerichtet gewesen war. Aber jetzt lag
es nicht mehr unter dem Verschlüsse, den Wien-
brand seiner Zeit darum gelegt hatte. Es war
von Seiten des Gerichtes geöffnet worden und
man war einigermaßen erstaunt gewesen, als sich
bei der Durchsicht sein Inhalt herausgestellt hatte.
Denselben bildeten nämlich Werthpapiere im Be-
trage von hunderttausend Mark und sie alle
trugen jene wohlbekannten Nummern, die nach
dem Verschwinden Hugo v. Flottwells vor vier

genannten Kandidaten, nachdem sie die ärztliche Prüfung
vor einer der akademischen Prüfungskommission be-
standen hatten, die Approbation als Arzt für das
Oskar, von i
Schütz, Robert,

in der Buch-
eral - Anzeiger
Umgegend."
. in die Lehre

ausgenommen worden sein. Es fänden Erörterungen
über mehrere zweifelhafte Punkte in dem im Wesent-
lichen bereits fertig gestellten Entwurf eines neuen
Brausteuergesetzes statt. Abweichend von dem vorigen
Entwurf bestände der Plan, von den kleineren
Brauereien etwas weniger als den regelmäßigen
Steuersatz zu erheben, dagegen eine stärkere Heran-
ziehung der größeren Betriebe zur Abgabenentrich-
tung vorzusehen.
— Die Verhandlungen über die Ausnahmebe-
stimmungen bezüglich der Sonntagsruhe in
Industrie und Handwerk führen anscheinend zu vielen
Erweiterungen derselben. Man beabsichtigt eine ge-
meinsame Grundlage zu gewinnen die den Stim-
mungen vieler Kreise begegnet.
— Es herrscht großes Mißtrauen bezüglich
etwaiger Ergebnisse der Verhandlungen über einen
deutsch-russischen Handelsvertag. Von
unterrichteter Seite wird dies Mißtrauen nicht ge-
theilt und mit großem Nachdruck darauf hinge-
wiesen, daß Rußland an einem Zustandekommen
des Handelsvertrags in gleicher Weise interessirt
sei wie Deutschland. Es ist ein offenes Geheimniß,
daß Rußland bei dem jetzigen Zollkriege mindestens
eben so sehr, wenn nicht mehr benachtheiligt ist,
wie Deutschland. Beide Reiche haben für ihren
Nationalwohlstand das gleiche dringende Interesse
daran, dem jetzigeu Zustande ein Ende zu machen.
Man glaubt daher an einen schnellen Fortgang der
Vertragsverhandlungen, zumal man angeblich von
deutscher wie von russischer Seite bemüht sein soll,
nicht zu hohe Forderungen zu stellen und die Ver-
handlungen möglichst zum Ziele zu führen.
Ausland.
Kopenhagen, 7. Sept. Die Verlobung des
russischen Thronfolgers mit der Prinzessin
Sibylle von Hessen soll nach dem Ablauf
der Hoftrauer in Fredensborg verkündet werden.
Die Prinzessin Sibylle ist eine Tochter des am
14. Oktober 1884 verstorbenen Landgrafen Friedr.
von Hessen und der in Frankfurt lebenden Land-
gräfin Anna, geb. Prinzessin von Preußen. Die
Prinzessin Sibylle ist am 3. Juni 1877 zu Schloß
Panker in Holstein geboren. Der älteste Bruder
derselben, Prinz Alexander residirt in Philippsruh
bei Hanau.
Leeds, 7. Sept. Aus Arnley werden schwere
Ausschreitungen gemeldet. Ausständische miß-
handelten den Generaldirektor und verwundeten
einen anderen Mann schwer. Die Polizei zer-
streute die Menge, ein Polizist ist verwundet. In
zahlreiche Ortschaften in Derbyshire, Nottingham,
Iorkshire wurde Militär entseudet. In Mexbro
griffen Bergleute wiederholt die Gruben an,
zündeten sämmtliche Baulichkeiten an und ver-
suchten auch Feuer an die Schächte zu legen. Der
Schaden betrügt tausend Pfund. 10 Verhaf-
tungen wurden vorgenommen.

Jahren gerichtsseitig aufgerufen worden waren.
Der Untersuchungsrichter machte den Ge-
fangenen mit diesem Umstande bekannt und fragte
ihn daraus, von wem er beauftragt worden sei,
dieses Pgcket aus dem Nachlasse Wienbrands zu-
rückzufordern, und ob er nicht eingestehe, daß ein
solcher Auftrag überhaupt nur fingirt und die
Zurückforderung lediglich von ihm selbst ausge-
gangen sei.
Er leugnete das letzte mit aller Entschieden-
heit, räumte jedoch ein, in der That einen solchen
Auftrag gehabt und denselben auch gemäß der
Instruktion, die man ihm gegeben, ausgesührt
zu haben.
Von dem Untersuchungsrichter gedrängt, den
Namen des Mannes zu nennen, als dessen Be-
auftragter er gehandelt, verweigerte er jede Aus-
kunft unter dem Vorgeben, er habe die Geheim-
haltung dieses Namens versprochen und niemand
könne ihn bewegen ein solches von ihm gegebenes
Versprechen zu brechen. Uebrigens habe er mit
dieser Angelegenheit durchaus nichts mehr weiter
zu thun.
Er habe bereits vor längerer Zeit, weil seine
Bemühungen erfolglos gewesen, jenen Depositen-
schein an seinen eigentlichen Besitzer zurückgegeben
und müsse es deßhalb lediglich diesem selbst über-
lassen, seine Rechte an dem Depositum geltend
zu machen.
„Aus Ihren Kniffen und Schlichen", ent-
gegnete der Untersuchungsrichter, „die jetzt in
ihrem ganzen verwickelten Umfange zur Kenntniß
des Gerichtes gekommen sind, geht zur Genüge
hervor, daß Sie Verstand genug besitzen, um ein-

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die Ispaltige Petttzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
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holung entsprechender Rabatt.

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en Orchesters
!N 7. September
4 Uhr in der
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Mr. 29, 3. S

Deutsches Reich.
Berlin, 7. September.
— Ueber die Unterr edung des Kaisers
mit dem Bischof von Metz wird noch Folgendes
berichtet: Ganz unerwartet und ohne daß es im
Programm vorgesehen war, erschien bei dem Em-
pfang in Urville bezw. Kürzel auch der Bischof
von Metz und begrüßte den Kaiser durch eine An-
sprache. Es fällt dies um so mehr auf, als gerade
die ganze Gegend um Urville überwiegend prote-
stantisch ist, ja während der französischen Verfol-
gungen der Hugenotten dort (in Kürzel, wo Schloß
Urville eingepfarrt ist), die einzige protestantische
Kirche in ganz Lothringen war, zu der sogar die
Protestanten in Metz gehörten. Der Bischof be-
tonte in seiner in deutscher Sprache gehaltenen
Ansprache hauptsächlich, der Kaiser möge nicht zu
viel Gewicht aus die Mittheilungen auswärtiger
Zeitungen legen, die sich bemühten, den katholischen
Klerus als deutschfeindlich zu verdächtigen. Derselbe
sei durch und durch konservativ und eifrig bemüht,
jene verderblichen Lehren, welche die menschliche
Gesellschaft untergraben, und Genußsucht und
Zügellosigkeit durch Pflege der Religion vom Volke
fern zu halten. Er erwähnte dann, daß der Papst
ihm (dem Bischof) mitgetheilt habe, dies sei auch
der Gegenstand des Gespräches gewesen, das der
Kaiser kürzlich mit dem hl. Vater gehabt habe.
Der Kaiser dankte für die Begrüßung und fügte
hinzu, er habe Nachrichten vom hl. Vater, daß
dieser wohl und mit einer Arbeit über die soziale
Frage beschäftigt sei.
— Zum Gesundheitszustände des Fürsten
Bismarck. Einer Meldung der „D- B. Hb."
zu Folge ist aus einem Telegramm des Prof. Dr.
Schwenninger an einen Freund in Berlin zu er-
sehen, daß die Erkrankung des Fürsten Bismarck
ernster gewesen zu sein scheint, als allgemein
angenommen wurde. Dienstag Abend sandte Prof.
Dr. Schwenninger aus Kissingen folgendes Tele-
gramm: „Bedeutende Besserung und heute ohne
Gefahr."
— Die „Nation. Ztg." meldet, daß in der
gestrigen Berathung der Tabakfabrikaffteuer starke
Gegensätze zu Tage getreten seien.
— Der Plan einer Verdoppelung der
Brausteuer soll von der Regierung aufs Neue

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^bcr auch der vorschreitende Tag erhielt den
bon Grünow fortwährend in der Unruhe,
f/ 'M schon während der Nacht wachgehalten
/ff- - Wände des Zimmers beengten ihn,
^ff./nft, die er athmete, schien ihn ersticken zu
! tten. Er mußte hinaus, hinaus ins Freie und
w/" unter andere Menschen, andere Gesichter
>n>, andere Leute reden hören.
.Zeitiger, als er das zu thun pflegte, machte
//M an seine Toilette. Als es neun Uhr
ff er bereits fix und fertig angekleidet.
Machte daran, daß er zu so früher Stunde
Ä keinem öffentlichen Lokale Bekannte an-
llen werde. Aber trotzdem und obgleich die
^chneeflockeu wieder lustig draußen auf der Straße
U)effx„, blieb er doch bei seinem ursprünglichen
^Ufchlusse, fortzugehen, stehen; er war eben im
y/bsiff, zu diesem Zwecke nach Hut und Stock zu
j, r'ffu, als die Thür seines Wohnzimmers plötzlich
- ognet wurde, und zwei Männer durch dieselbe
herein traten, die er sich noch niemals
i^hen zu haben erinnerte.
r. „War der Diener nicht draußen, um Sie
unr anzumelden?" fragte er kurz. „Ich bin
cht daran gewöhnt, Fremde in dieser Art bei
w eintreten zu sehen."
h ist leicht möglich", erwiederte der Eine
Beiden. „Die Art unseres Eintrittes hat

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zusehen, wie Ihre Aussage nur dazu angethan
erscheint, den gegen Sie wegen der wahrschein-
lichen Urheberschaft eines Mordes schwebenden
Verdacht zu erhöhen. Ich spreche Ihnen das
mit voller Deutlichkeit aus, damit Sie sich nicht
länger darüber im Unklaren befinden, wa-
rum Sie verhaftet worden sind. Jetzt haben Sie
mir zu folgen/
Er erhob sich und schritt nach einem Neben-
gemache. Der Gefangene folgte ihm. Aber er
war außer Stande, ein heftiges Zittern aller
seiner Glieder zu beherrschen, als er den Blick
in das vor ihm geöffnete Zimmer warf. Auf
einer langen Tafel in der Mitte des sonst leeren
Gemaches lag die Leiche August Klotzes, die man
von Ohlsens Haus bis zu ihrer Ueberführung in
die öffentliche Leichenhalle hier niedergelegt hatte-
Die roth und blau unterlaufene Strangulations-
marke an seinem Halse ließ deutlich erkennen, auf
welche Weise er gestorben war.
„Kennen Sie diesen Mann?" fragte der
Untersuchungsrichter.
Der Gefangene antwortete nicht, er hielt nur
den stieren Blick auf die Leiche geheftet. Vielleicht
stieg bereits in diesem Augenblicke die gewisse
Ahnung in ihm auf, daß man seine dunklen
Wege aufzudecken verstanden habe, und daß er
werde Rechenschaft geben müssen von seiner nieder-
trächtigen Handlungsweise.
„Der eine Theilnehmer Ihrer Verbrechen", fuhr
der Untersuchungrichter fort, „ist zugleich das
Opfer derselben geworden. Sie sandten ihn in
dieser Nacht nach dem Wienbrand'schen Hause,
um dort durch Einbruch jenes Packet zu erlangen.

Die Ar-eiterkämpse zwischen
Franzosen und Italienern.
mehr als alle bisherigen Streitigkeiten
: der Arbeiterklasse haben die blutigen Vor-
in Aigues-Mortes den Beweis geliefert, daß
/^ proletarische Verbrüderung der Arbeiter ver-
z^/Ner Nationen, von der auf dem internationalen
bo/'^kongreß in Zürich so viel die Rede war,
hjxjsZus Jahrzehnte hinaus wohl ein bloßer Traum
dock/" wird. Die Lohnfrage fcheint die Kämpfer
fr/ ^ehr erbittert zu haben als die Nationalitäten-
effi Das bedauerliche Ereigniß zeigt, welche Ent-
dern sogar mitten in unserer vielgepriesenen mo-
.Kultur zuweilen hervortritt und zu welchen
hff^ffien die Massen sich hinreißen lassen würden,
bin/' nicht durch die staatliche Gewalt gebän-
»t.F^wohl die Regierungen von Frankreich und
ly. wn bemüht sind, die auf beiden Seiten auf-
Volksleidenschaften zu beruhigen und der
so s?genheit jede politische Tragweite zu nehmen,
ch die französischen Arbeiter doch fort, auch
ita//'^k> und in anderen Orten die Entlassung
hi^ff/ffcher Arbeiter zu fordern. Es wird den Be-
sd/,/ Frankreichs und den dortigen Freunden der
den // ""d des Völkerfriedens schwer werden, aus
FEniütern der französischen Arbeiter den überall
vbr/Z" Neid und Egoismus zu tilgen und den
h zeitlichen Anordnungen Gehorsam zu erzwingen
b?r n "^wendiger ist es, auch vom Auslande
freu ° - gebildeten Franzosen in ihren menschen-
u-tlichen Bestrebungen beizustehen.
leb human denkt und das friedliche Nebeneinander-
M der Völker als den allein normalen Zustand
"^'schlichen Gesittung ansieht, kann unmöglich
w ?? Gefallen finden, daß man ganze Völker und
. ffstu und innerhalb der verschiedenen Staaten
^/erum einzelne Volksklassen und Stände und
aiionalitäten gegeneinander hetzt. Jede Aussaat
d/ ^"flßdens und Hasses wird sich schließlich an
^en rächen, welche dieses Unkraut ausstreuen.
. an sollte jedoch die von der internationalen
//'terassociation schon vor mehr als zwei Jahr-
.nten ausgegangene Aufforderung: „Proletarier
o;/ Länder vereinigt Euch!" nicht ohne weiteres
/we Kriegserklärung an die übrigen Klassen
Gesellschaft auffassen; denn auch die Unter-
. swer, Techniker, Gelehrten und Kapitalisten ver-
Miwener Länder vereinigen sich und suchen sich über
gemeinschaftlichen Interessen zu verständigen,
jff scheint einer tieferen internationalen Bewegung
^"halb der Arbeitermassen zu bedürfen, um sie davor
/ "'wahren, gegen sich selbst so unnatürlich zu
wie dies in Aigues-Mortes geschehen ist.
r Zsn man auch die Endziele der Sozialdemokratie,
Hv/W fix staatsgefährlich und dem Wohlstände der
s//chheit hinderlich sind, bekämpfen muß, so
Um alle Theile ihres Programms
- w weiteres verurthcilen, sondern ruhig prüfen,
ihren Forderungen wahr oder falsch ist.
internationale Verbrüderung der Arbeiter

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