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Neuer General-Anzeiger: für Heidelberg und Umgegend ; (Bürger-Zeitung) — 1893 (Juli bis Dezember)

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gange im Zimmer etwas wunderbar gewählt,
denn um diese Stunde pflegten andere Menschen
der Ruhe, wenn ihnen die Umstände das nicht
wehrten, und man war nicht im Stande, einen
genügenden Grund zu entdecken, der diesen Nacht-
wandler abhielt, es ihnen gleich zu thun. Allein
als die Zeit vorrückte, sah man doch, daß seinem
Spaziergange noch etwas Anderes zu Grunde lag,
als lediglich das Vergnügen am Wandern. Er
wartete. Oester und öfter ging er zum Fenster
und schaute durch die Scheiben. Das, woraus
er wartete, mußte also von der Straße her
kommen.
Als er in dieser Nacht spät wie immer heim-
ging, war Klotze in der Nähe des Hauses, in
dem er wohnte, abermals vor ihm erschienen.
Das war um ein Beträchtliches vor der Zeit, die
sür sein Wiederkommen verabredet gewesen. Aber
er hatte unten auf der Straße erklärt, daß er
nicht länger warten könne, und diese Worte ge-
rade waren es gewesen, die der zusällig vorüber-
gehende Doktor Schwanenfeld gehört hatte. Die
naheliegende Wahrscheinlichkeit, daß man sie Beide
unten auf der Straße verhandeln sehen könne,
hatte den vorsichtigen Grünow bewogen, den
Anderen abermals mit hinauf in sein Logis zu
nehmen. Hier nun war es zu einer näheren Er-
klärung gekommen, daß der Einbruch im Wien-
brand'schen Hause nicht mehr länger verschoben
werden könne; er, Klotze, habe das Hundeleben
satt, bei dem er sich vor jedem Menschenauge
versteckt halten und voll Angst und Bange sein
müsse, wenn er einmal in tiefster Nacht daran
denke, seinen Fuß auf die Straße zu setzen. Er

würde auf eigene Faust und ohne vorher darüber
Nachricht zu geben, den Streich unternommen
haben, wenn er nicht gewünscht hätte, das Packet,
das er holen soll, noch in der Nacht an seinen
Auftraggeber zu überliefern und dafür die ihm
versprochene Summe in Empfang zu nehmen.
Morgen Nacht wollte er fort und an dieser feiner
Absicht würde niemand eine Aenderung zu be-
wirken vermögen.
Da er mit solcher Bestimmtheit auftrat, hatte
Grünow mit einigem Zögern eingewilligt.
Und jetzt war eine Stunde und mehr ver-
gangen, seit sich Klotze aus seinen gefährlichen
Weg gemacht hatte, aber zurückgekehrt war er
noch nicht. Dort auf dem Mitteltische hatte
Grünow in lauter Doppelkronen den Betrag auf-
gezählt, den er dem Anderen sür die That ver-
sprochen hatte, allein das gleißende Gold konnte
feinen Weg nicht in eine Tasche finden, die sich
nicht sehen ließ.
So wartete der Mann in seinem Schlafrock,
immer ungeduldiger werdend, bis 4 Uhr Morgens.
Aber er wartete vergeblich.
Er wußte nunmehr mit Bestimmtheit, daß
etwas passirt sein mußte, was die Ausführung
überhaupt verhindert oder verzögert hatte.
Ein anderer hätte sich in diesem Augenblicke
höchstwahrscheinlich die Möglichkeit vergegenwärtigt,
daß Klotze unter Mitnahme des Werthpacketes
das Weite gesucht habe, allein daran dachte Grünow
nicht eine einzige Minute. Er hatte den Anderen
in so manchen, weit verlockenderen Dingen erprobt,
als daß er sich nicht der festen Zuversicht von
feiner Zuverlässigkeit befunden hätte. Auch war

ihm gut genug bekannt, welchen natürlichen Ab-
scheu Verbrecher gewöhnlicher Art vor der Aneig-
nung von Werthpapieren haben: sobald sie ver-
suchen, sie in bares Geld umzusetzen, werden sie
fast regelmäßigerwischt und ihrerThatüberführt.
Dagegen richteten sich seine Gedanken jetzt mit
Lebhaftigkeit auf einen andern Punkt. Unter den
Möglichkeiten, die Klotze's Ausbleiben erklärlich
machten, befand sich auch die, daß er erst nach
oder wenigstens bei dem Raube des Packetes er-
griffen worden sein könne. Das bedeutete auch
für ihn Gefahr, selbst wenn er annehmen konnte,
daß Klotze ihn nicht nennen werde. Denn sein
wiederholtes Bestreben, sich in den Besitz jenes
Packetes zu setzen, war dem Doktor Schwanenfeld
und höchst wahrscheinlich auch sonstigen Personen
im Wienbrand'schen Hause zu gut bekannt, als
daß sich nicht sofort der Verdacht, die That ver-
anlaßt zu haben, auf ihn hätte richten sollen.
Er mußte sich wenigstens so weit sichern, daß er
in Abrede stellen könnte, ein weiteres Interesse
än jenem Depositum zu haben, und das geschah
am besten, wenn er sich des Depositenscheines
entledigte, der nunmehr sicherlich ein zweck- und
werthloses Papier war.
Er holte ihn aus dem Sekretärkasten, in dem
er ihn ausbewahrt hatte, und betrachtete ihn eine
Zeit lang, als wollte er sich nochmals an der
wohlgelungeuen Fälschung erfreuen, und dann hielt
er das leichte Blatt über die Lampe, bis es
Feuer fing, und warf es schließlich in den Ofen,
wo es zu Asche verbrannte.
Er war viel zu sehr aufgeregt, als daß er
daran hätte denken können, die versäumte Nacht-

Reiche wohl fühle. Ihm sei entgegengeklungen:
„Wir Lothringer sind loyal und konservativ, wir
erstreben den Frieden." Deshalb habe er unter
ihnen sich ein Heim gegründet, damit sie daraus
die Versicherung entnehmen, daß sie ungestört ihrem
Erwerbe nachgehen können. Das deutsche Reich
sichert ihnen den Frieden. „Deutsch sind sie und
deutsch werden sie bleiben, dazu helfe Gott und
das deutsche Schwert! Ich trinke auf das Wohl
der Reichslande und der Lothringer!"
Metz, 6. Sept. Nachdem in der Nacht ein
Zusammenstoß mit Kavallerie bei Busendorf statt-
gefunden hatte, wurden heute die Manöver nördlich
von Teterchen fortgesetzt. Der Kaiser hatte sich
mit Svnderzug von Urville dorthin begeben; die
Fürstlichkeiten waren mit einem Zuge von hier
aus nach dem Manöverfeld gefahren. Das erste
Zusammentreffen fand um 10 Uhr vormittags
statt. Das VIII. Ksrps versuchte von Trom-
born ans die günstigste Stellung, welche das XVI.
Korps nördlich von Teterchen inne hatte, zu for-
ziren, wurde jedoch abgewiesen. Hauptsächlich faud
Artilleriekampf statt. Schließlich ging das VIII.
Korps zum Bajonettangriff über, der abgeschlagen
wurde. Um 12 Uhr war Kritik; dann wurde
das Gefecht abgebrochen. Die Kavallerie kam bei
dem für sie ungeeigneten Gelände zu "keiner Ver-
wendung in größerem Maßstabe. In Teterchen
waren der Bahnhof, die Straßen und die Häuser
reich geschmückt. Um zwei Uhr fuhren die Fürst-
lichkeiten nach Metz zurück. Der Kaiser begab
sich wieder nach Urville.
Ausland.
Wien, 6. Sept. Der Polit. Corresp." zufolge
ließ derPapst der franzö fischen Regierung
mittheilen, daß der Ausfall der Wahlen in der
Politik des Vaticans keinerlei Aenderung bewirke.
Hoffentlich werde die Regierung und das Volk
Frankreichs der vaticanischen Politik, deren mäßigender
Einfluß ungeachtet der Niederlage der Ralliirten
doch bei den Wahlen zutage getreten sei, Rechnung
tragen und in der Gesetzgebung und der Gestaltung
der Beziehungen sich von den früheren Gesinnungen
beseelt zeigen, wie der Papst sie Frankreich gegen-
über bekunde.
Pest, 6. Sept. Die Rede des Kaisers in
Jaros lau, die durch das Lob der Polen eine
indirekte Verurtheilung der Jungczechen enthielt, ver-
anlaßt die hiesige Blätter zu der Erwartung, Kaiser
Franz Josef werde als König von Ungarn die Ver-
bündeten der Jungczechen, nämlich die ungarischen
Romänen, ebenso verurtheilen.
Paris, 6. Sept. Der Bürgermeister von
Toulon wird nächster Tage in Paris erwartet, um
den Präsidenten Carnot und die Minister zu dem
bei Gelegenheit des russischen Flottenbesuches statt-
findenden Feste einzuladen. Die Festlichkeiten sollen
sehr glänzend werden. Fast alle Provinzialblätter
stimmen den Gedanken zu, den Russen seitens der
Pariser Presse ein Fest zu veranstalten. Die Blätter
verlangen, daß eine Abordnung einfacher russischer

Matrosen nach Paris gesandt werde, um sich dort
mit den Parisern zu verbrüdern.
Aus Wcch unö Jern.
* Karlsruhe, 6. Sept. Gestern Vormittag
wurde ein Probezug von hier nach Offenburg ab-
gelassen, welchen außer dem Maschinenpersonal noch
zwei technische Beamte der Werkstätte begleiteten.
Die Hinfahrt ging ohne Unfall von Statten. Auf
der Nünfahrt — welcher die oben erwähnten Be-
amten übrigens nicht beiwohnten — ereignete sich
insofern ein Unfall, als der Zug unweit Rüppurr
über eine Stelle wegfuhr wo die Schienen — heraus-
gerissen waren. Die an dieser Stelle arbeitenden
Personen gaben wiederholt Warnungszeichen, die
jedoch vom Führer nicht beachtet wurden. Der
Unfall verlief verhältnißmäßig gut, da der Zug
wieder die Schienen erreichte; der Schaden an der
Maschiene ist jedoch nicht unbedeutend.
* Karlsruhe, 6. Sept. Die musikalischen
Proben der vereinigten Regimentskapellen für die
Kaisertage haben gestern Abend im Kasernenhof
der Grenadiere begonnen und werden heute Vor-
mittag 71/2 Uhr im Schloßgarten fortgesetzt. Für
heute Nachmittag 4 Uhr war eine Generalprobe
auf dem großen Exerzierplatz angesetzt.
* Mannheim, 6. Sept. Ganz überaus leicht,
wie auch nach unserer gestrigen Notiz zu erwarten,
verläuft der vereinzelte Fall von Oboloru asiatioa.
Das Allgemeinbefinden des Patienten ist so
günstig, daß bei jeder anderen Krankheit derselbe
wohl schon aus dem Krankenhause entlassen worden
wäre, so aber muß der Erkrankte noch längere Zeit
der sorgfältigsten Beobachtung wegen, in der
Krankenanstalt, wo derselbe vollständig isolirt ist,
verbleiben. Welch' günstigen Verlauf die Krank-
heit genommen, ergibt sich schon aus der unge-
wöhnlichen Thatsache, daß der Erkrankte seit vor-
gestern Vormittag keinerlei Objekte zur bakterio-
logischen Untersuchung geliefert hat.
* Walldorf, 6. Sept. Kürzlich verunglückte
der 11 Jahre alte Sohn des Landwirths Johann
Lindenfelser von hier beim Hopfenholen, indem er
auf das im Gange befindliche Fuhrwerk aufsteigen
wollte, wobei er den einen Fuß in die Räder brachte
und dadurch einen Schenkelbruch erlitt.
* Sinsheim, 6. Sept. Den bereits gemeldeten
bemerkenswerthen Erscheinungen zweiter Blüthe
können wir beifügen, daß in einigen hiesigen
Gärten wieder schön entwickelte Apfelblüthen, in
einem anderen Garten an einem Traubenstock neben
reifen und halbreifen Früchten noch Traubenblüthen
zu sehen sind, und daß in einem weiteren Garten
ein Schneeballenbäumchen bereits zum zweitenmale
verblüht hat.
* Waibstadt, 6. Sept. Bei der gestern statt-
gehabten Versteigerung des Obstes, welches aus
den Bäumen der Gemeindegüter gewachsen, wurden
nach der„Waibst. Ztg." 282Mk.20Pfg. gelöst.
* Mosbach, 5. Sept. Die gestrige General-
versammlung des Gewerbevereins erfreute sich
eines relativ guten Besuches. Bei Erledigung des

ersten Punktes der Tagesordnung kamen die alten
Vereinsstatuten zur Verlesung, die des Interessanten
außerordentlich viel boten. Die Notbwendigkeit
einer Aenderung der Statuten wurde mit Rücksicht
darauf, daß inzwischen das Vereinsleben nach einer
ganz anderen Richtung hin sich entwickelt hat, all-
gemein erkannt. Dem Verwaltungsrath wurde in
Auftrag gegeben, nach dem Beispiel anderer Ver-
eine, die z. Zt. ihre Statuten neu formuliren,
auch die unsrigen einer Neuregelung zur besseren
Anpassung au die heutigen Verhältnisse zu unter-
ziehen. Dem Gautag in Mudau werden 8 Mit-
glieder des Vereins anwohnen. Zur Theilnahme
an dem von der Gr. Landesgewerbehalle errichteten
Zuschneidekurs hat sich ein Mitglied angemeldet.
Besonders reges Interesse zeigte die Versammlung
bezüglich der Stellungnahme zum Verband der
deutschen Gewerbevereine. Die Versammlung nahm
einen sehr schönen und befriedigenden Verlauf, was
auch von verschiedenen Seiten wiederbolt zum Aus-
druck gebracht wurde.
* Mosbach, 5. Sept. Am 24. d. M. wird
die nationalliberale Partei des Bezirkes Mosbach
ein Banket, zu dem auch ihr Abgeordneter zum
Reichstag, Herr Konsul Weber von Heidelberg, sein
Erscheinen zugesagt hat, abhalten und soll dieses
Banket in erster Reihe dem Zwecke dienen, mit
den Freunden und Angehörigen der Partei den
Sieg bei der letzten Reichstagswahl zu feiern.
* Oestringen, 5. Sept. Nächsten Freitag,
den 8. September feiert unsere Volksbank im engen
Kreise der Mitglieder das Fest ihres 25jährigen
Bestehens, ihr silbernes Jubiläum. Welch einen
hervorragenden Antheil dieses segensreiche Institut
im Lause eines Vierteljahrhunderts an der Hebung
der Industrie, nicht nur am hiesigen Platze selbst,
sondern auch in weiterer Umgebung hat, ist be-
kannt und wird auch allseitig von seinen Mit-
gliedern anerkannt.
* Wertheim, 5 Sept. Der Bürgerausschuß
genehmigte den Beschluß des Gemeinderaths, wo-
nach mit Wirkung von Ostern 1894 ab in der
Knaben-Volksschule dahier ebenfalls erweiterter Um
terricht eingeführt werden soll, einstimmig.
* Rheinsheim, 5. Sept. Heute Nachmittag
fiel der 51 Jahre alte, verheirathete Landwirth
Ludwig Hormuth von hier, welcher mit einem ein-
spännigen Fuhrwerk gesackte Hopfen nach Bruchsal
führen wollte, auf der Straße zwischen Wiesenthal
und Hambrücken vom Wagen herunter und erlitt
dabei so schwere Verletzungen, daß er sofort seinen
Geist aufgab.
* Wolfach, 4. Sept. Gestern wurde hier die
neuexbaute protestantische Kirche feierlich eingeweiht.
Das Fest, von gutem Wetter begünstigt, lockte
zahlreiche Gäste an. Die Stadt prangte im Fest-
gewande.
* Haslach (Amt Wolfach)- 5. Sept. Die
durch verschiedene Zeitungen gegangene Nachricht,
man kaufe hier das Obst zu außerordentlich billigen
Preisen, hat gestern eine große Anzahl Käufer aus
ziemlich weiter Ferne auf den hiesigen Obstmarkt


Gelleral-WAnzejger

für Heidelberg und Umgegend

Expedition: Kauptktrnße Wr. 25.

Krpedition: Aauptstratze Mv. 25.

1«S3

Donnerstag, den 7. September

Druck und Verlag:
kseckmann, Dörr L fvurm.

Verantwortlicher Redakteur:
Herm. Streich.

Jnsertionöpreis:
die Ispaltige Petitzeile oder deren Raum 5 Pfg.,
für auswärtige Inserate 10 Pfg., bei öfterer Wieder-
holung entsprechender Rabatt-

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zg illußrirtem Sonntagsblatt: monatlich
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*-^Jjfftcljährlich 80 Pfennig ohne Bestellgeld.

Deutsches Reich.
Berlin, 6. September.
schah" Die Steuerkonferenzen im Reichs-
d^dawt haben bereits begonnen. Kommissorien
iy ^Zklnen Regierungen sind versammelt, um die
Eh?r?tzkfurt ygn den Finanzministern festgestellten
im Einzelnen auszuarbeiten. Die Er-
'sis der Berliner Berathungen werden zunächst
erst ^"zelnen Bundesregierungen zugehen, und
bi//Mn diese dazu Stellung genommen, werden
Klagen dem Bundesrathc unterbreitet, aus
erst, ße dann an den Reichstag gelangen. Am
st/,.' ^3 der Konferenzen ist über die Wein-
frage verhandelt worden unter Vorsitz des
T>er '^saldirektors im Reichsschatzamt, Aschenborn,
«ri: Reichskanzler und der Finanzminister werden
vlir Konferenzen nicht theilnehmen, da es sich
bie Ausgestaltung der in den Frankfurter
lenzen festgestellten Pläne im einzelnen handelt.
avd/7 Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt gegenüber
P a ^eifigm Blättermeldungen bezüglich des Falles
rjj^sch fest: „Bereits das Gutachten der Cha-
Pg .s?^te erklärte den Geisteszustand des Ingenieurs
h^ich derartig gemeingefährlich, daß die Unter-
'n eine Irrenanstalt geboten sei. Paasch
hest f") Verfolgungswahn und chronischer Verrückt-
bast ^ßhalb wurde die Aufhebung der llntersuchungs-
sch<'..aber nicht die Einstellung des Verfahrens be-
Ueber die Gemeingefährlichkeit müßte die
Paoki^ entscheiden nicht das Gericht. Ingenieur
bur- wurde durch den Bezirksphisikus nicht einem
sus- Verhör, sondern einer stundenlangen Unter-
acbü "g .unterworfen, welche mit dem ersten Gut-
tz. d ein übereinstimmendes Urtheil ergab. Auf
He l dessen wurde Paasch in die Irrenanstalt
erge überführt. Dieses Verfahren entspricht
gesetzlichen Vorschriften."
bri^tuttgart, 6- Sept. Norddeutsche Blätter
des in jüngster Zeit fortwährend Meldungen
Inhalts, daß der an seinen Rücktritt denkende
Füh sch? Kriegsminister v. Kaltenborn mit der
werd bes württembergischen Armeecorps betraut
hab dürfte. Da wir einen Kommandeur bereits
ff^r/und derselbe nicht an seinen Rücktritt denkt,
biet diesbezüglichen Erörterungen in das Ge-
der gegenstandslosen Konjunkturen zu verweisen,
sch ^/uukfurt, 6. Sept. Der landwirth-
^"tliche Klub hier nahm eine Resolution
sp' worin er ganz im Sinne der in der „Korre-
?Eliz des Bundes der Landwirthe" erhobenen
kan seinen Vorstand beauftragt, beim Reichs-
Wünr d"hin vorstellig zu werden, daß auch land-
d^Moftliche Sachverständige als Beiräthe bei
vert ^Handlungen über den Abschluß eines Handels-
"ages mit Rußland zugezogen würden.
der 2^' 0- Sept. Bei der gestrigen Festtafel
sei -owilbehörden sprach der Kaiser den Lothringern
wärmsten und herzlichsten Dank für die
jj^'whme aus. Aus den ihm dargebrachten Ova-
-h^UersehL er, daß Lothringen sich bei dem

4k)

Eine dunkle M)ut.
Roman von E. P. von Ar eg.
(Fortsetzung)
j. Der Verbrecher war zweifellos todt, die Leine,
^dfl um den Hals gelegt, hatte ihn
sieg Die Sicherheitsbeamten und der Doktor ver-
den Bodenraum wieder, um in die unteren
H "we hinabzusteigen und die Einzelheiten des
Ms Port noch einmal durchzusprechen.
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em derselben Stunde, zu der sich diese Vor-
Her Johann Ohlsens Hause abspielten, ging
ian? von Grünow in seinem Zimmer mit lang-
ix /) Schritten aus und ab. Das Gemach glich
in Einrichtung völlig dem, das er früher
Staven Hagen bewohnt hatte , dieselben ge-
Bil/elvolle und anscheinend eleganten Möbeldieselben
dfl^r in breiten Goldrahmeu, dieselben Teppiche,
nicsz^ miteinander vor dem Auge des Kenners
Stand hielten und, wenn man sie genau
ti ^achtete, erkennen ließen, daß sie auf Auk-
diei Kffammengekauft sein mußten. Der Besitzer
^. ^ Herrlichkeiten war im seidenen Schafrock
Ham - leichte, mit Pelz gefütterte Safian-
ihn an den Füßen, so kam es, daß man
Näck^chl austreten hörte, und daß er mit seiner
nicht s^ Promenade die unter ihm Wohnenden
jedenfalls war die Zeit auch zu einem Spazier-
 
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