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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0173
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Aus der Stadt.

b-,!, ^ Ausländer In Seidelberg.

«^»6 Verband des Einzelhandels wiid uns ge-

!»!/-> iranrnN!^^'^ berichtet wurde, hat der Einzelhandel be-
itz? "Nd und belgische Waren nicht mehr zu führen und


Iannar IgLg.


!» "Nd ,»»o vrtginye Lvaren nicyr meyr zu suyren unc

" "->rd mehr zu bcdienen. Aus Mitglieder,

x, m"-»ey bemängelt, datz die Universität nicht ähnlich
tds !nch UU" Studiercnde der beiden feindlichen Rationen
>i,. »r>y u»;/ rlnwersität bis auf weiteres ausschlietzt. Weiter

'N n„nm u ^ dürfte an der Zeit sein, datz diese Art von
^gehg-v^b^ baldigst durch ihre Option zu erkennen gibt, wo-
^^denfalls mutz bei solchen Personen, die einer
^.'iil "Uahme noch länger ausweichen, angenommen wevden,
^,,^altcs Vaterland kein Jnteresse haben und sie üürfen
.n nLern, wenn sie Lann als Franzosen behandelt

'I Ä dey Äi . „^lcucraaure crranireicy, oer eigen-

»>kij'cht .aillcr Derirag gerritz, auch den Deutschen gogen-
d»..sr: !. u°-erlich Rücksicht walten lätzt. mag folaender Vorsall

i-,^». Aeutzerungen kann man heute auf Schritt und Tritt
- ",n wan in dem „Siegerstaate" Frankreich. der eigem
l'm. - ^bliller Dertrag zerritz, auch den Deutschen gogen-
>»,?»' Rücksicht walten lätzt, mag folgender Vorfall

l i?°ey A verschiedenen VarietL-Theatern von Paris ist es zu
' ^Ni F„"bisebungen gegen deutsche Artisten gekommen,
beschäftigt waren. Desonderen Eindruck machte
!-»e»,^ater ü '" der Olympia-Halle und in dem neuen Zirkus- In
Mti'' irc>n,ü7^"oen des Abends währcnd der Vorstellung mehrere
bMllbg Artiftcn ein und beschwcrten sich über die Be-

Frn». Eutschen Kunstkollegen. Der Spielleiter der Olympia
^bisitz^ukreich hefinde sich mit Deutschland nicht mchr im

befinde sich . .

infolgedessen habe er keine

V^rt'itz. ""b insolgedessen habe er keine Vedenken gehabt,
'»»,1 ^r^j^" beschäftigen Es sei eine Unmöglichkeit, ein ab-
^^hen ^.d^ouramm Msammen zu stellen, ohne Deutsche
ds.^leij , Mit Rücksicht auf die qespannte Lage erklärts er sich
deutschen Artisten zu entlassen. Dke
»V^isien ""terstutzen natürlich die Kundgebungen der sranzö-
M ViZ " u,nd heben hervor, datz vor kurzem ein Eastspiel Mar
o'-ndert worden sei, als eine Pariser Bühne die Ab-
^ube, ihn einzuladen.

^orderungen des Hochschulrings.


»si^iche Hochschulrinq erlätzt folgende Aufforderung: „Die

>i weigern sich, Franzosen und Belgier zu beherbergen.

llleiche Tat der deutschen Hochschulen, die noch immer
»»,. dieser beiden Raubvölker Eastrecht gewähren?

^öfijMen, fordert die sosortige Ausschlietzung aller
'Zen und belgischen Studenten von Euren
M ^gj nicht davor zuriick, dieser Forderung nötigenfalls
-VRachdruck zu verleihen. Deutsche Studenten fordern
>>Si.liyh Lwen; sie erwarten von ihren Lehrern Wahrung von
"»d^>hre der deutschen Hochschulen!" Die erforderlichen An-
°>n Asta und der V. H. V. gestellt.


!isj^Ik„!^b?>chlagnahme und Neckarschiffahrt. Die Deschlaqnahme
i >.»!, .^iifen auf dem Rhein wirkt sich auch bei der Neckar-'
^isfe "us, die fast gar tgine Kohlcn mehr ziu Berg bringt.
! , »rden meist leer nach Heilbronn gefchleppt und es

«c,j m z„ >°roen merst leer nach Heilvronn geicyieppl uirg es
-» > -»»r>w datz die Schleppboote teilweise autzer Dienst
' Äesi meil den Schleppbooten nur geringe Mengen Kohle
?t ^ur Verfügung stehen.

! t>» der PostgeLühren ab 1. MSrz. Wie wir hören,

März eine neuerliche Erhöhung der Postgebühren
D> b P eIte bevor. Es würde dann der einfache Fern-
ttz'rst kosten. Die neue Erhöhung, mit der sich der Ver-
c V k t i>°Ui 6. Februar beschäftigen soll, ist durch die Geld-
" K„D x r's S notwendig geworden. Ohne die Erhöhnug würde
» Aiy.?lzit der Reichsvostverwaltung von 2V2 Milliarden aus
, in diesem Rechnungsjahr erhöhen.

N^bi.^lgende Mchlpreis. Die Süddeutsche Mühlen-
V'b tzUNg hat den Richtpreis für Weizenmehl Spczial. 9
' ^rh^134 000 auf 150 000 Mk. für einen Doppelzentner ab

E-^iM^mätzigung für DLngemitjel und frische Kartofseln.

1823 wird fiir stickstoffhaltige Düngemittel ein Fracht-
v- H. gewährt. ,Ab 24. Januar tritt siir frischs Kar-

fiir ^ weitere Frachtermagigung ein: Jm Ausnahme-
'?>»,» b«. Aragenladungen werden die jetzigen 40 der Regel-
? >vi°kis,U3»nden Frawtsätze um die Hälfte ermätzigt, im Aus-
I.Ü1 Frachtstückgut wird die Fracht für si (bisher si)
* H ll ^»wichts nach den Frachtsätzen der ermätzigten Stück-

!? d^Ao?/fenbahntariferhöh«ng. Vom 1. FeLruar 1923 ab werdeu
Ü Ü.5. ^^n- und Eepäcktarife der deutschen Reichsbahn um
i^hoht. Die Erhöhung wird im Weg der Verdoppelung

'->- > - ^ ,—chaefiihrt. Eleichzeitig wird

c Mindestfahrpreise

' tzAyey hoht. Die Erhöhung wird I
nÄ°ryy^°r.undeten Fahrpreise durch

'>>><r >,-8 fur die Berechnung der ^> >»» r,-, »>->.>-»>->, >-
."» Si? ^inzel- als auch für die Zeitkarten von elf Kilometer
°>m?»s bi!io>neter herabgefetzt. Die Erhöhung erstreckt sich
Ve» Cchnellzugszuschläge, Militärfahrpreise und die im
^»i " y;^?."bahn-Perfonen- und Eeräcktaris Tcil 2 enthaltensn
'1t>-!?8rz??.bf>rensätze. Die Eepäckfracht beträgt vom Fe-
»' °Ns Ab zwei 'Mark für je 10 Kilogramm und 1 Kilometer,
K 0 Mark.

tUgi?82dauer von Eifenbahnfahrkarten. Auch Lei der zum

>!K» Jg. bevorstehenden Fahrpreisechöhung, bei der vie

!»^?N »j8tpreise verdoppelt werden, können z. B. die am 31. Ian.
>ij,».i. iv-^bchen Fahrlarten noch bis zum 3. Februar weitcr-
ü,jt»ikli^°on. Z„r Vermeidung von Mitzhelligkeiten wird jedoch
iz Mesioemerkt, datz die Fahrt inncchalb Ler viertägigen
ii!«^ iyn° ^ Karten zu Ende geführt sein mutz. Es genügt nicht,
khMesi ?chalb der Geltungsdauer lediglich angetreten ist. Die
»e, Karte erlifcht um 12 Uhr Mitternacht des vierten

hr° > io ^°: Dauert die Eisenbahnsahrt fahrplanmätzig hieruber
'vir?"'^ für die Reststrecke, die nach 12 Uhr Mitternacht ge-
kjO». w»! °'ne neue Fahrkarte zum erhöhten Fahrpreis nachgelost
r,?^U unter Umständen der tarifmätzige Preisaufschlag fur
* dlnzutritt. die mit ungültiger Fahrkarte betroffen werden.

lHt^cihr.^ahAarnpreis. Die Vertriebsgesellschaft Deutscher Baum-
t, >yj/u-,wbriken (Nähgarnvertrieb) G. m. b. H. teilt ihren
>r V>t xj-dah die unterm 17. Januar 1923 zugefandte neue Precs-
tejItei^ni Ausschlag von 1130 Prozcnt m Kraft getreten ist.
>Nit der Devisenkurfe zwang, den Auffchlag auf diefe
D, ^lrkung vom 23. Januar auf 1730 Prozcnt zu erhohen.

» V°hy,?"billigung her Baustoffe. Im Reichstagsausschutz für
ch, »Ngswesen wurde regierungsseitig Lber die Bemuhungen
'k» >r der Vaustoffe insbesondere der Ziegel und Pro-

» und Kalkindustrie berichtet. Nach dem Bericht

»lk"0 Arn^ Verbilligung der Produkte der Zemcntindustrie
si »>N ermöglichen lassen. Auch eine Verüilligung von

durfte zu erzielen sein. Desaleichen bieten die
iM»g den Dachziegelfabrikanten Aussicht auf Ver-

»»"riUm?F bis 8 Prozent. Ein Vertreter des Reichsarbeits-
fuhrte aus. datz die Kösten der Erhebung der W o h-
,1»hr Z°/"bgabe 5 bis 6 Prozent betragen. Fur 1922 seien
dFertiM' bis 4 Milliarden Mark eingekommen. Das habe aber
r L»baz N""0 der Bauten fiir 1922 bei weitem nicht genugt,
»v^'tte etwa 19 Milliarden Mark vorschietzen mutzte. Aus
L b e I u n Ausschusses wurde betont, dah die bevorstehende D e r-
» ?,Nd - „ 8 rede Aussicht auf Linderung der Wohnungsnot zu
llnte^ >uache. Zur weiteren Klärung der Cachlage wurde
. * tz.,s^'chub eingesetzt.

''4t jt>,^lechtcrung der Arbeitsmarktlage. Nach dem amtlichen
" die Lage des Arbeitsmarktes in Baden besteht weiter-

Beib!att dsr Badischen Post

hin die Tendenz zu einer Verschlechterung. Jm allgemeinen

.tfc' " '

ist dies darauf zurückzuführen, datz infolge der wirffchaftlichen und
politifchen Lage eine Reihe von Unternehmen aus Mangel an Auf-
trägen zu Betriebseinschränkungen bezw. zur Kurz-
arbeit übergehen mutzte. Jnsbesondere ist eine starte Zunahme
der Arbeitslosigkeit im Vaugewerbe, dann aber auch in der Tabak-
industrie, im Nahrungsmittelbewsrbe und im Eastwirtsgcwerbe zu
beobachten. Nur Spezialarbeiter, wie Kesfel- und Kupferjchmicde,
und Hausangestellte werden gefucht.

* Heidelberaer Proscfforen im Ausland. Auf Einladung aus
Schweden wird in absehbarer Zeit Eeheimrat Professor Mar
W o l s, der Leiter der Königsstuhlsternwarte, in einigen schwedischen
Stadten Vorträge über astronomische Forfchungsergebnisse halten.

* Auslöfung des Schutzbundes dcr llnternehmer und Eewerbe-
t'.eibenden? Jnsolge der rajchen Entwertung der Mark ist die
Weiterführung des Schutzbundes der Unternehmer und selbständigen
Ecwcrbetreibenden von Heidelberg und Umgebung (E. V.)
mangcls ausreichender Eeldmittel unmöglich geworden. Der
Ausschutz hat sich auf Vorschlag des Vorstandes eingehend mit der
Angelegenheit befaht und ist einstimmig zu dem Befchlutz gelangt, der
Mitgliederversammlung den Antrag aufAuflösung desSchutz-
bundes zu unterbreiten. Am Montag findet im „Schwarzen Schiff"
eine antzerordentliche Mitgliederversammlung statt, die hierüber Be-
schlutz fassen soll.

Heidelberger Betricbsräte und Strahenbahngefelljchaft. Eine
der BetrieLsräte befatzte sich am Sonntag mit den

Verhältnisien bei der Stratzenbahn. Nach längerer Aussprache wurde
folgende Entschlietzung angcnommen: „Die heutige Betriebs-
rätcverfammlung hat eingehcnd über die Verhältnisse an der
Stratzenbahn beraten. Sie verkennt nicht, datz die Schwierigkeiten
zur Aufrechterhaltung des BetrieLs grotz sind. Trotzdem darf bei
allen wichtigen Entscheidungen nicht vergeffen werden, dag die
Stratzenbahn ein Verkehrsmittel ist. Das hütte man befonders nicht
übersehsn dürfen, als man die Schlierbacher Strecke stillegte. Ist doch
der Zugverkehr von und nach dort so, datz die vielen Proteste, die
geaen die Stillegung der Strecke Schlierbach vorliegen, fehr begreif-
lich sind und die Stadtverwaltung veranlaffen follten, eine teilwei ß-
Wiederaufnahme der stillgelegten Strecken vorzunehmen. Ebenfo
empfeblen die Betriebsräte eine Verlängerung des Abendverkehrs
nach Eppelheim. Entrüstct ist die Versämmlung der Betriebsräte
ferner üoer die wiederholten Entlaffmigen von Betriebsräten durch
bie Stratzenbahndirektion. Einmütig ist man der Meinung, datz dic
fortgesetzten Entlassungen von Betiiebsratsmitgliedern nichts anderes
bedeuten, als Matzregelungen von Arbeitervertretern, die der Stra-
tzenbahndirektion unbequem sind. Damit nimmt man in einem Be-
triebe, der unter städtischer Aufsicht steht, eine Haltung ein, die sozial
weder vorbildlich ist. noch gesetzlich eine Rechtfertigung verträgt.
Deshalb erheben die Betricbsräte gegen dieses Vorgeyen den fchärf-
sten Protest, und es wird ausgefprochcn, datz die von der Stratzen-
bahndirektion hervorgerufenen kritischen Verhältniffe eine weitere
Spannung nicht vertragen."

* Heidelberger Bruderhilfe für die Ruhr. Es kann mit Frcuden
festgestellt werden, datz auch in Heidelberg reichlich für die Ruhr-
bevölkerung und ihren Kampf um das Deutschtum gespendet wird.
In dem Bestreben, ihr Cchcrflein zu geben, stehen auch die Klein -
rentner nicht zuriick, bie ja iurcrseits wieder auf Hilfe avge-
wiescn sind. Auf der Redaktion der „WadischenPo st" wurden
bisher folgende Beiträge abgegeben: Chemiker- und Phormazeut.n-
schaft 62 000 M., Freiherr v. Gemmingen 25 000 M., H. V. 2060 M.,
A. L. 1000 M., O. P. 500 M., A. V- 500 M.. M. V. 130 L!. und
F. L. 100 M. Zusammen 91280 Mark.

* Die Pickclhaube der Schuhleute taucht nun wieder im Heidel-
berger Strahenbilde auf und crinnert an die Zeit vor dem Kriege,
wo der Helm das unerlätzlichste Vekleidungsstück der Hüter der Ord-
nung war. Während des Krieges wanderten dann nach und nach die
Schutzmannshelme in Earnifoncn und Etappe. Auch nach Kriegs-
ende blieben ste noch in den Vekleidungstammcrn, vielleicht um nicht
„provozierend" auf diejenigen zn wirken, die mit dem Staat« der alten
Ordnung und Autorität auch die Helmzier der Jünger der Herman-
dad verfchwinden wiffen wollten. Nun kommt sie auf Veranlaffung
des Jnnenministeriums wieder zu ihrem Rechte. — Datz der Helmdorn
gewiffen Leuten auch jetzt noch wirklich ein Dorn im Auge ist, beweist
ein „Traum"geflunk«r der „Volkszeitung". das deren Lokalredakteur
folgendsrmatzen beschlietzt: „Böfe Zungen Lehaupten, es wäre dies
(das Helmtragen der Schutzleute) wegen der Autorität. Ich kann
dies nicht glaüben, ich meine, man liebt eben auch von höherer Stelle
aus so ein bitzchen theatralifchen Aufzug. Jch haffe so etwas. I^.
eine Republik paffen solche Mätzchen nicht gut."

* BLbische Tat. Jn der Nacht zum 27. Ianuar wurden an der
Eppelheimer Landstratze zwischen Czernybrücke und Obdachlosen-
baracke 25 junge Obstbänme durch Abhacken der Daumrinde
von unbekannten Tätern geschädigt. Hierdurch ist der Kreis-
r-crwaltung «in Schaden von etwa 80 000 Mark entstanden. llm
MitteilunA. die zur Ermittlung der Töter führen, ersucht die Polizei.

* An die derrtsche Jrrgend. Der Ausfchutz der deutfchen Iugcnd-
verbände, in denen rund fünf Millionen deutscher junger Leute und
junger Mädchen vereinigt sind, erlätzt eincn Aufruf, in dem es heitzt:
Deutsche Jugend! Zeige jetzt in deiner Lebensführung die
Kraft der neuen Jugend. Der Crnst der Stunde gebietet
Schlichtheit, Zurückhaltung, Besonnenheit. LiH dich nicht hinreihen
zu unbedachten Handlungen. Meide seichte Dergniigungen, meide
Alkohol und Nikotin. Verzichte aiff jeden Tand. Stärke durch
dein Vorbild Hoffnung, Elauben, Vertrauen und. Standhaftigkcit.
Hilf, wo du Not findest.

" Stadttlieater. Jn der heutigen Erstauffuhrung, von Wede-
kinds „Frühlings Erwachen" sind beschäftigt d!e Damen
Braun-Grotzer, Lillie, Manhof, Neudeck, Stoll, Morys und die
Hcrren Rudorf, Heinle, Krumschmidt, Eöckler, Schneider, Straube,
Kastner. Malön, Hartling, Eriebel, May, Moser. Kettler und
Sauer. Jn der morgigen letzten Aufführung von Kaisers „V o n
Morgens bis Mitternachts" fpielt Franz Sauer die Rolle
des Kassierers. Die Spielleitung hat Oberspielleiter Helwig.

v b. Heidelbcrger Kultur-Filmbund. Der vor einem Iahr hier
gegründete „Heidelberger Kultur-Filmbund" lud seine Mitglieder
und Freunde am Sonntagvormittag zu einer Veranstaltung, die die
Besucher mit den neuesten Mttteln und Wegen des Films bekannt
machen und ein Vild der demnächst beginnenden praktischen Tätig-
keit des Vundes geben follte. Direktor Schröder (Charlottenburg)
sprach zur Einlsitung von den Zielen des Bundes, von feinem
Bestrsben, in der Hauptfache folche Filme zu pflegen, die dem
Wefen der Kinematographie gemätz feien. M,t diesen Filmen, den
Lichtfpielen", an sich nicht verwandt seien di« heute ublichen
Dramen und Schaufpiele, welche nur iibertragenes Theater seien,
z T die Möglichkeiten des Films überschritten, z. T. auch nicht
ausnützten. Die solgenden Vorführungen zeigten di« Fähigkeiten
des Films auf seinem eigenen Gebiete in grotzem Matze. Dem
kleinen kiinstlerifchen Lichtspiel, das im Zeichnungsverfahren her-
gestellt wird und durch sein Unirdifch-Sein ergotzt, folgten prachtige
Aufnahmen aus einem kleinen Städtchen. Hier ward« gezeigt. datz
auch der tote Zwifchentitel zum fchönen organifchen Bestanvteil des
Films werden kann, wcnn er künstlerifch gesialtet wird. - Weitere
Filme zeiqten die Verwendungsmöglichkeiten auf wiffenfchaftlichem
und politischem Eebiet: maschinelle Einrichtungen, dcr Friedens-
vertrag und seine Folgen. die Relativitatstheorie wurden in klarer.
eindringlicher Weife dem Publikum vorgefuhrt. Zum Schluffe iolgten
Werbes'ilme. „das lebende Plalat". dre durch ihre humorvollen Bil-
der bei aller rllnstlerifchen Schönheit doch den Werbezweck in
den Mittelpunkt riickten. Die Vorfiihrung bewies. datz das Lichtspiel-
haus auch dann seine Befucher zu »nterhalten vermag wenn es
sogar gänzlich auf dieTheaterfilme verzichten, lerner welcheBedeutung
der Film für Schule, Wissenschaft und Techmk erlangen und welch«
Zukunftsmöglichkeitcn er haben kann. Hoffentl-ich hat der Kultur-
Filmbund bald Eelegenheff, im eigenen Haufe diefeu Zielen zu

bienen. ^ -« . . . ^

. Sprich „Zwo" ins Telephon.' Im Bezirk einer Reichsbahn-
direktion ist ein llnfall dadurch entstanden. Me-chcnsteller be,

einer Auftragserteilung durch Ferusprccher statt Elcis „zwei , Ele ^
drei" verstanden hat. ,Um derartige Mitzverstandniffe zu vermeiden,
ist für die Reichsoerkehrsstcllen angeordnet^ worc,en >m Fcrnfprech-
verkehr in Zukunft die Zahl zwei als „zwo auszujprechen.

Settc 5.

Fahrpreiserhöhung ah 1. Febrnar.

. Donnerstag, den 1. Februar. werden die Fahrpreis«
der ErseN'bahn abermals um 100 Prozent erhöht. Soweit hier i»
Heidelberg Fahrkarten mit Preisaufdruck verwendet werden, gilt der
Mppelte Fahrpreis, ebenso bei der Derechnung nach der auf dem
ckjaynyof aushängenden Preis- und Entfernungstasel, die noch die
atten Satze trägt. Vei den wenigen Strecken von 1 bis 10 Kilometer
betragt die Erhöhung nicht ganz Las Doppelte. Bei allen übrigen
bchnellzugszuschlagkarten, Bahnsteigkarten. Hundekarten
Ew. wird der doppelte Betrag gegenüber dem Ianuar erhoben.

^ ^^"8 (Hauptbahnhof) beträgt der Fahrpreis für

nachstehende Stationen:


Inn

4. Kl. -4t

3. Kl. <4l

Mannheim

19

152.—

228.—

Mainz

95

760.—

1140.—

Wiesbaden

105

840.-

1260.—

Leipzig

472

3776.—

5664.—

Berlin

625

5060.-

7500-

Hamburg

622

4976.—

7464.-

Köln

280

2240.—

8360.-

Danzig

1091

8728.—

13692.-

Schwehingen

10

80.—

120.-

Wiesloch

14

112.—

168.-

Bruchsal

33

264.—

396.—

Karlsriche

55

440.—

660.—

Freiburg

190

1520.—

2280.—

Stuttgart

113

904.—

1356.-

Schlierlach

6 (9) 72.—

108.—

Neckargemünd

10

80.—

120.-

Hirschhorn

23

184.—

276.—

Eberbach

31

248.—

372.—

Mosbach

54

432.—

648.—

Walldüin

94

752.—

1128.-

Wertheim

148

1184.—

1776.—

Tauberbischossheim

124

992.—

1488.-

Wllrzburg

160

1280.—

1926.-

Vammental

15

90.—

120.-

Meckesheim

20

160.—

240.-

Neckarbifchofsheim

32

256.—

384.-

Helmstadt

35

280.—

420.—

Zinsheim

30

240.—

360.—

Eppingen

46

368.—

552.-

Heilbronn

71

568.—

852.-

ich ist die Auffaffung veroreitet, datz mit

der Verdo^.tuua

inen- und Eepäckverkehrs

am 1. Februar auch e-ine Er-

diger Seite hvren, ist eine solche Erhöhung nicht bcabstchtigt. Öb
und wann bei den unsicheren Eeldverhältnisfen eine neue Erhöhung
der Eütcrtarife entfprechend der Eeldentwertung erfolgen wird, steht
noch nicht fest.

Eine Einschranknng des Personenverkehrs

tritt, wie wi'r bereits gemeldet haben, infolge der unsicheren Kohlen-
lag.- in Kraft. Jn Baden ffelen mit dem letzten Montaa
folgende Züge aus: Freiburg—Immcndingen—Ulm, Freiburg ab
8.0-8 vorm.: Ulm—Jmmendingen—Freiburg, Immendinqen ab
5.55 nachm.; Pforzheim—Miihlacker—Stuttgart, Pforzheim ab
9.04 vorm.: Stuttgart—Mühlacker—Pforzheim, Mühlacker ab
9.41 nachm.,- Karlsruhe—Mühlacker (München). Karlsruhe ah
9.24 vvrm.: Stuttgart—Bretten—Eraben-Neudorf, Bretten ab
7.19 vorm.: (Stuttgart) Mühlacker—Karlsruhe, Mühlacker ab
6.51 vorm.; Karlsruhe—Mühlacker—Stuttgart, Karlsruhe ab 7.05
nachm.; Heidelberg-Mannheim—Wiesbaden, Heidelberg ab
11.16 vorm.: Wiesbaden—Mannheim — Heidelberg — Brettsn—
UIm, Mannheim ab 6.55 nachm.; Mannheim—-Osterburken, Mann-
heini ab 8.43 vorm.; Osterburken—Mannheim, Osterüurken ab 7L2
nachm.: Offenburg—Basel, Offenburg ab 8.21 nachm.; Karlsruhe—
E p p i n g e n — Heilbronn, Karlsruhe ab 8.20 vorm.; Heilbronn—
Eppingen—Karlsruhe, Eppingen ab 12.47 nachm.; Rastatt—Gerns-
bach, Rastatt ab 9.20 nachm.; Eernsbach—Rastatt—Karlsruhe, Eerns-
bach ab 10.05 nachm.; Aüpenweier—Kehl, Appenweier ab 8.05 vorm.:
Kehl—Appenweier, Kehl ab 8.48 vorm.; Baden-Daden — Baden-
Oos. Baden-Baden ab 8.23 vorm.; Baden-Oos—Baden-Baden,
Baden-Oos ab 8.45 vorm. Ferner fallen ab Dienstag, den 30.
d. Mts., aus: München — Stuttgart —- Vretten — H e i d e l b e r g —
Franlfurt, Bretten ab 3.21 vorm.: Heidelberg — Ludwigshasen.
Keidelberg ab 4.25 vorm.; Franksurt—H e i d e l b e r g—Vruchsal—
Ctuttgart—München, Heidelberg ab 9.22 vorm.; Offeiiburg—Karls--
ruhe, Offenburg ab 7.48 vorm.: (München)—Mühlacker—Kehl—
(Straßburg), Miihlacker ab 2.50 vorm.; Basel—Offenburg, Basel ab
6.35 vorm.

* Der Bachverein oeranstaltet am kommenden Somitag nachmit-
tag im Kollegienhaus einen Liederabend. Sänger ist der be-
kannte Miinchener Tenor Karl Erb, dem der Ruf vorausgeht, einer
der besten Sänger Deutschlands zu sein.

* Polizeibericht oom 29. Januar. Festgenommen wurden:
ein zugereister Komiker. der wegen Diebstahls zur Verhastung aus-
geschrieben ist, und zwei Ausländer wegen Patzvergehens. — Auf-
gegriffen wurden: ein auswärtiger Arbeiter ivegen Nichtnach-
kommens der Unterkommensauflage und ein Trunkenbold, der mit
Tragkahre in den Notarrest der Polizeiwach« in dcr Altstadt ver-
bracht werden mutzte. — Zur Anzeige gelangten: ein Fein-
mechaniker, der sich einen Krönungstaler mit Dopvelbildnis zu
crschwindeln wutzte, wegen Betrugs, zwei fliichtige Logisbetriigey.
eine Arbeitersfrau wegen Unterschlagung, ein Arbeiter wegen
Hausfriedensbruchs. ein Kraftwagenfiihrer, der mit zwcierlei Kenn-
zeichcir und ohne Zulaffungsbefcheinigung und Steuerkarte gefahren
ist, wegen Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggeseh, drei Perfonen
wegen groben Unfugs und weitere fllnf Pcrfonen wegen anderer
strafbarcr Handlungen. — Eestohlen wurden: in der Nacht zum
26. Januar von der Einfriedigung eines Gartens am neuen Güter-
bahnhof mehrere 1.86 m hohe Bretter. in der Nrcht zum 28. Ianuar
aus einem Keller in der Bismarckstratze mittels Nachschlüffels zwei
Zentner Braunkohlenbriketts, vom 27. bis 29. Jamrar aus einem
vor dem Hause Hauptstratze 8 ausgehängten Schaukasten durch Auf»
zwängen drei Rohr- und ein Buchenholzspazierstock mit Knöpfen im
Eesamtwerte von 7500 Mark. und am 29. Zanuar im hiesigen
Hauptbahnhof zwei Pappkartoneakete mit Kurz- und Wollwaren.
sowie farbigen Fraiienschürzen im Gefamtwerte von 1000 000 Mark.
Als Täter sollen angeblich zwei Eisenbahner im Alter von etwa
25 Iahren, mittelgrotz. der eine mit einem blonden und der andere
mit^einem schwarzen SchnurrLart, in Betracht kommen.

Zch hatte e'mst ein schönes Daterland.

Da liegt mein Saitenspiel, ich hab's zerfchlage«.

Wenn sie mich drautzen nach der Heimat fragen.

Ich winke miide, müde mit der Hand
Ünd sage abgewandt:

Ich hatte einst ein schönes Vaterland!

Ich hatte einst ein schönes Vaterland!

Wer wollte noch mit Stolz von Deutschland fprechen
Der Eram will mir das Herz, die Adern brecyen.

Ich lehn' den graucn Kopf an fremde Wand.

Fafs' meines Kindes Hand:

Wir hatten einst ein fchönes Daterland.

Und dennoch lieb' ich dich, mein d»utsches 6and!

Wach auf. mein Kind, für Deutschland sollst du leben
tlm die zertret'ne Heimat aufzuheben.

Deutfch sind wir beide, Sohn!

Frei sei's berannt...

Trotz Schmach und Schand: . , - .,

Wir haben doch ei» schE- ^oiü.
 
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