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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0279
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Zakgang - Nr.«


rrlchem« wöchenMch Ilebenmal. Te! agen: DidaSkalla
^ «ntrrhalttinnSblal» lFreltn»,» - Llterainrblatt lmonatll»».
° -"-'"'-'ste vhne Veranlwonnng. Rücklendnna nur, wenn Porto bci.ieat.

HeidelSerger Zeilung

(Gegründet 1858)

UNd

Handelsblatt

SamStag, 17. Wroar 1S2Z

Hauptneschä'lsstelle u. Schrlltl. ler.Vadilchen Post-Hcideldera.Aau'-tstr L3. Fernlpr.:
Nr 18S lV-rlaorort: FranI,url a.M., Berliner Bertretnng: B-rttn sv: »8. Ziinmer,

«rotzeg.F-rnlpr Jentr.^lö.MünchnerDertr.- München.Weoraenstr.NN. st-in pr.si»«7,

- ->->u-«-rrla der »B..l>. Post' M!. ISlV — !aualchl.Zustel:gel>ühr>. Eelbstllbhol.lliik.I8vl>.— NnSlanv Mk.Mlv-—
bis ium2.jes.Mt« angcnomm n. Am l u.2.noch gelief.Zeltunaenstnd nach d. Einzelvcrkaufsprsl« inbe>
b. Elnzelnumni-r Mk. 75. ' ' ^ "

Ist s e Zelt -ng am Erlchcinen perhindert.b.steht leln Slnspr-.ch anf EntiLiidlgung. ll>ion!ags Mk.!>.- mchr. Die 38 mm breite Rcl ame ei e lostet

lkltncigenvreife: dte 41mm b>e»te Nonparelllsieile rostet.-lokair Stellengesuch: Mk.8l>.-. ll. Eelegenhcitsanzclgen Ml. 4l>.-,

F-milienanzclgen Mk 4».-. ScschSftsanzcigen Mk. gst -,Finanz. undJndustricanzelgenMk. 100.-. mit Plaizvorschrist und
^ - - - zstet MI.1ÜU.—, Wnzeigen «ns Rekiamen von auswärts 25°/» hoher.

an die Kont!

Des Neichskanzlers Weckruf zum Kampf um die deutsche Scholle.

^un unserer Berliner Redaktion.

^ Berlin, 1S. Febrnar.

brutiAen 82. Plenarversammlung des Deutschcn
^ Htzo-j ^^chastsrats ergrisf der Reichekanzler Dr. Cuno
eiuer Nede, in der er u. a. sagte: Ea ist, als wäre eine
. !e>n». ° ^ s r- e m c i n s ch a s t «rtstanLen. in dcr jcder ein°elne
ie E «SL an der Front steht. Ieder cinzelne sollte heute

^Keltn dartei gewertet wcrden, dcr er angehört, nicht uach

dos ^^iiUng, die er tzat, soudern das einzige Mag für den
1 ?uijchcn müsse heute dari« üesiehen, inwicweit er i« der
t . *^2 üüillens u id in seiner Arbeit dazu bei»
^ie Abwehrsrcrit au der Ruhr crhalten blcibt und aus
li^'Uit c erhalten wird, den die heutige Lage vorschreldt.

geschieht, muh die Ernährung gc.

1° »nd Len Fragen. der Crnätzrung dirnen die Arbciten,

d?^ » E/aüen. Es ijt einc^ Frage nicht nur der Quantität,
0? eine Frage der Kauskrast des B 0 lkes und damit

Asiüst P"LuNg. Ich wcig. dag aui die Landwirtschast in dieser
L» g, ^Uet werden dars. Zch bin dem PrästSentcn danlbar,
bgedrüLt tzat, Lah es an der yöchsten Zeit ist, alles, was
r, Ugc„ ^Ucch im Lande ist, mit grötzter Beschleunigung hereinzu-
^chtz'i'Lch wcig, ta'g Sie mit mir darin einig sind, dag mit
° igi» U und mii Brot nicht spekuliert wcrden dars, sonderu
^uhlt Kesetzt werde« mnh, dah ma» dem Bolke zu Preisen, die
>i> »iL?E^u können, Brot geben kan». Ich richte diese Mahnung
t^tbgj. ..uu Sie allei», ich richte diese Mahnuug an all« Er«
stll' ^ ° i»i Staate, aber auch im besctzten und vergewaltig-

Ti öiesx^' lciücr Eottes der Wucher und dis Spekulatio« auch
Voden ihr tzaupt erhobe». Zch warne auch an Lieser
».» hr u^em Nachbruck davor, denn jeder, der mit Br 0 t und
Utx^.ugsmittelu Wucher treibt, ist ei» Verräter am
tz, ^ie(Sehr wahr.)

l>! 'u te- 0 U'kiuc Damen und Herre», durch die Spenden, die
hg .'^chem Ma'ge ten Kämpfcrn an der Ruhr zuführten, zu-
^ ,.^ie willens sind, stch nicht nur mit Jhrer Arbeit, sonser«

tz, ^Ustke^^r Opsertätizkeit in den Dienst der Nbwehr zu stellen.

, ° «Lx, -?^»en dasür namcns der Reichsrcgierung aufrichtig. bitte
E st, zu vergrssen, dah dcr Knmps ans lange Zeit ein-
üirst datz wir uns nicht verrechncn dürsen und bie

kt d». n, Slbwetzrkrast des Volkes an der Ruhr uns erhaltou
s'b ^e uuf cinc längerc Zeit als »ctig ist, als auch nur eine

s'^chys u>ruig. (Sehr gur?) Mr miisscn uns klar sein, da'z dicss
Äi-^u» r>n" »ur haltcn kann, wenn die Vereinsachung der L-'bens-
Ij^Ustcr, -- ^klassen ergreisr. Lassen wir uns uicht als praktische
>-/°U Prri ° u>ir sind, betören, brrauschen wir uns nicht an seier-
h.? P«jx.?'^u, wenn ste noch so sehr in Wort und Schrist dke L'-ebe
» ^ »>ir »-"'ud nach autzcn hln kiindtiin. tun wir es lieber dadurch,
h- Z c?? üanzcn Ernst Lcr Lag: uns vor Nugcn halten. Wir
Ege» "" entgcgcn, die schwerer stnd, als alle die bis-
»- u>aren. (Sehr wahr!) Sie müsscn ganz Lessnders
^ Lkrxjr'^ Einwirkangen auf dic Jhnen nahestehendea

ein- - beitmgen, die Bolkskreise nicht nm aus eine lange
^es;g"/!^u, souüeru nuch aus cincn sehr ernstcn, Lis in alle
>1» - iig U^ueinrciche.iden Abwchrkamps, Scr jcdem aus drin Bolke
»e ^ ! ^icr aufcrlcgen wird, weun er geliugrn soll. Wrr

^ de, Regierung in vollem Einvernehmen mit den Negicrnn'

^'mssei,. den grraden Weg, dcr eingcschlagen wurdc, nicht
x> ^ u>e^>^^uuo ) Wir werden dieNcrocn nicht verlicrcn
s^siu uuil> rechts noch links abweichen, sondern misere gerade,
De» doruige Stratze gehcn, daraus können Sie sich oer«
<dj crrx-^ll miscrem Zicle ist lang rmd mühevoll. Wann
Iv?' !dlg;>„ i*u, weitz hcute nicmand, das eine ader weitz ich, Latz
^Ugr Einheit des Dolkes nns erhnltsn blcibt und

d>c > ^ der Kräfte im passiven Abwehrwillen

8» ""d in jedem von uns stch beftätigt, nicht Lberwunden

el> ^^ljej. (Braoo.) Das Eüde des Kampses entschcidct übcr
ie? Unsreihcit des Leutschen Lnndes, über Frerheit

U>i8 deutjchen Bolles. Zr,dem Sie das dcutsBe Land

^°>n «"^b.uus dcm Doden hcrauszuholcn sucheu, was möglich ist
lp^'dtrr ^utschcn Bolke zusühren, stcllcn Sie, mcine Herren, als
»lps- Lcrndwirtschast, sich in die Front des Abwehr»
san der Ruhr. (Lebhaster Beisall.)

^ Die Äuhrhilfe der LandwirtWaß.

^ klejp' Der Reichslandbund, der den grohen

» ^^^Uts»! ^undbesitz der lan w r schaftlichen Tebieie Nord- nn)
^»ier umsatzt, entsanoie führends Mügl'eder insNuhr-

sj.E die Lage der Vevölkerung orient eren sollen.

"ernsf.E^ datz die MHglieder des Reichslandbundes
^^r:sü!„s! hätten, bis zur Erenze der Aufr chterhaliung
^E^lriebes sich an der Ruhrhilfe zu beteiligen
, . lsihe>«l ^bwehrlampf stehsnden Frontlämpsern von W.stsalen i
Ni^s r Sum L-ben nötigen Lebensmittel zu

wor -n ^^'-^^uwerte seien bersits ins Ruhrrevier ent-
a.E'Hsla^.,,'- H-^en crklärten weiter, datz die Mitglisder des
w-«?" se.en, aus dem b-s.tz en Eebiet, b sonders

' ^ «it»'"i'ruchogebiet. bvoovo Kinder in ihrcn W > rt -
" fLunehm « n, um sie vor Not zu schützsn. B.son-


en

ders hervorzuheben ist, datz sowohl die Naturall'eserungsn wke auch
die Verpslsgung Ler Kinder unentgelllich ersolgt.

Sluttze Ausammenstöße In Wn.

Entwasfnung der Schupo. — Ein deutscher BiUgermeister vor dem
Kriegstribunal.

Eigene Drahtmeldung-

Esse«, 18. Februar.

Zn Esse» kam e» in den gestrigen Mendsiunden zu einem
blutigen Zusammenstotz zwischen frailzöfischeu nnd belgischen
u.id deutschen S ch u tz p 0 l iz tst e n. Die sremden Sotdaten
verlangten in einer Wirtschaft Lic Bcrabsolgung von Speisen und
Eetränken. Als die Schutzpolizei hinzu-am, entsta.rd eine Ausciua d:r-
setzung. Die SolLaten zogen ihre Reoolver und beürohte» die deut-
schen Bcamien. Daraus zogen auch diese ihre Ncvolvcr und cs kam
zu einer Schietzerei, wobei zwei Frauzcsen und zwri Belgier
schwcre Vrrlctzungen erlitten. Heute mitiag wurdcn daraufhin lämi-
Lichr Luartiere der Essener Schutzpolizei Lesetzt und Lie gesamte
Polizei entwassnet. Ferner wu de Las Eebäude Pslizsi-
präsidiums besetzt unü sämtliche dort besindlichen Arbeiter hinaus,
gewiesen. Wie verlautet, bieten die Franzoseu 18 888 Franke« siir
jede stchere Nachricht Lber die Einreise eines deutschen Ministers i»
das Nuhrgebiet.

Vor dcm Kriegsgerrcht in Dredeuey begann heute unter ge-
waltigcm Andrang der Vevölkerung von Essen der Prozetz grgcn dc»
Oberbürgernreistcr Havenstcin von Oberhausen. Ter Oier,
bürgcrmcister ist angcklagt, durch die Verweigerung der Lichtabgabe
an die EisenLahnstation Oberhausen franzostsche Truppcntransporte
gefährdet zn haben. Es wird daLci cin Gcsetz aus dem Jahre 1L18
hcrangezogen, wonach dieses Verbrcchen mit Lem Tode oder mit
Zuchthaus bestrast wird. Der Oberbürgermeister verteidigte sich
tahin, er habe die Lichtlieferung aus e ncm ter Konnnune geh riaen
Werke eingestellt, als die Eiscnbalnvenvaltlnrg die Stadt Ober-
hausen wissen lietz, tatz fie «cgsn Stillegung des Bahnhoss wcitere
Licfcrung von Elcktrizität nicht mehr Vrauche. Die Verteidigung
dcs Angellagten Lczweiselte die ZnMndiZksrt Lco sranzöstschen
Kriegsgerichts. Nach mehrstürrdiger Vcrhandlung vcantragtc dcr
Staatsanwalt 18 Jahre Znchthans gcgc« dcn ObcrbArger-
mcister und erklärte, von der Dcantragung der Todcs irase absehen
zu wollen (!), weil durch die Berweigerung des Lichts k.in U iglü s-
fall auf dcr Bahn geschsh, Lchauptet aber. datz Lie Verwcigcruug dec
Stromliefernng Tebstage sci und die Eesährdnng von Truppen-
transporten bezwcät haLe.

Jn Dortmund r tüts heute französisches Militär ein lii'd ver-
hastete deu Ücrtigen Oberblirgermeister Dr. Eichhofs a»? sciurm
Wrbeitsz-nimer. Er wurde unter starler BedeLung abtra lspcrtiert.
Dic Ursache der Verhastung wird Larin erbli-kt, datz Lec Oberbürger-
meister sich weigerte, Lie sranzöstsche Fordernng zu crsiillen, wonach
er dcn ihm »nterstclltcn Wcamten eine Versügung bekanntgeben
sollte, datz sie fortaii sranzrsischen Vesehlen unterständen. Ferner
wnrde auch der stellvcrtretende Berwal er des Kreiscs Dortmund,
Regierungsasiessor Ditter, und Reichsbankdlrsktcr Müllcr ve>
hastet. Äm dicse Dexhastungen durchzusühren, wa cn drel K o m-
pagnicn Znsanterie mit acht bespa inten M a s ch i n c n 0 c w e h-
ren und drci Schwadronen Kavallerie mit Minen»
werfern In dke Stadt eingerüSt. (!)

D e Vilanz d?r bisherigen Rchrdesetzmg.

„Ein wahrhast trauriges Ergebnis."

Von unserem ll-Korrespondenten

Pario, 16. Felruar.

Dcr Düsieldorfer Berichterstatter des „E ch 0 Nati 0 na l" zieht
die Bilanz der bisherigen Ruhrbesttzun» nnd schl'etzt mit der Fest-
sielluna, datz das Ergebnis wahrhast iraurig s-i. Der Bc-
rlchlcrstatter stellt zunächst fest, datz ias llluhrgebiet nicht bes/tzt,
sondcrn blotz eing'okreist wurde. Im Jnn rn des Ruhrgebicis
seien die Franzosen v 0 llk 0 mmen 0 i> n m ä ch t i a. Die Truppen,
die fie Lort besätzcn, dienten nur zum <-e !er Misi'oncn. Wenn
irgend e>n Kohlenzug gsholt werdcn n..>so habe man eine wahre
Expedition zu organisieren. Deutstl'lnnd konnte, weil es keine
Nejarationslohlen nichr l>efert, grotzc Kohlenvsrr'ite antäufen, die
den Widerstand verlängcrten. Frankreich habe Zeit > nd Geld ver-
loren. Der Verliner Berchiersta'ter desselben Blaites lrag',
warum man immer erllärt, datz Ceneral Degoutte die alleinige
Autorität besitze, währcnd er an seiner Seite einen Abgesandien
Poincarös habe und währcnd unter dcn deuischen Arle tcrn von
einer sehr zwelf.'lhaftcn Persönlichkeit (womit wohl der Franzoie
Hoschiller gemeint ist) Propagan'a betrieben werde. Mit d-n
Belgiern üestshe kein völliges Einvernehmen.
Einzelne lelgische Jngenieure beklagten sich voll Bitierreit iiber die
Haltung Franlrelchs. Einer erllcirie kiirzlich, datz die ganze tcch-
nische Arbcit von den Bclgiern gele stet werde. Die FranzoseB'
hättcn sich als unfähtg crwiestn. Ter Fmanzfachverstän-ige
Taunery lonnte nichts ausr chten nnd gab vor, datz seine Dn-
westnheit >n Paris noiwendig sei, darauf berief man den E.sässer

Zor Tagung des Rekchslandbondes.

Von Hepp, M. d. R.

Vors. der Vszirkslaucrnschast für Nassau, Vors. des R. L. B.

Der Reichslandbund hat seine Mitglieder zu gemeinsamer
Beraiung uno einLruasuolter Kundgebung diesmal nach Frantiurt
am Main gerufen. Das Landvolk wird an dicsem Tage der Main-
zenirale, die sonst von Handel und Jndustrie ihr Eepräge erhält,
einen besonderen Ausdruck verleihen.

Wir halen uns in diesen Ze.ten ganz unter den Einflutz allcs
desien gestellt, was als Ausflutz sranzösischer Politik in den West«
marlen unseres Vaterlandes vor sich geht. Nur ganz wenige sind
von der Not nicht betroffen, die heute als Folge des sranzöpsch-
belgischen Naubzugs über unser Volk here'.ngebrochcn tst. Die schon
vorhandens Teuerung hat eine weitere Steigcrung er'ahren,
was insbesondere aus dsn Feststellungcn des stat.stischen Reichs-
amtes vom 5. Februar hervorgeht:

„Am 5. Februar haben sich die Erotzhandelspreise wetter
auf das durchschnittlich 5067jache des Frieüensstandes ge.foü.n.
Am gleichen Tage stehen von Len Hauptgruvpcn die Ledcns-
mittel auf dem -l902sachen, die In usiricstosfe aus dcm
7S58fachcn, fcrner die Jntandswaren aus dem 4925fach:n und
die Einfuhrwarcn auf dem 11176fach:n der Vor-ir egsMH:."
W!e ,'n srüheren Mitteilungen des statistischen Neicheamtes ist
auch be-. drr Fe'tste>sting rom 5. F.'Lrnar Lemcr!en:werst datz die
Lebensmittelpreiss hinter Len Produk.ionsmittelpreisen zurück»

Das Verhalinis ist aber tatsächlich noch anders, wenn man
bsrlickfick'ftgt. datz zmar in der Rulr k 5cbensmiitel die Marken«
brotprv'se eingesetzt sind, die Landwirlschast an diesem Lroipreis
aoer n:r mit z.r.a 20 Prozent beteiligt ist.

Dieso wirtschasiliche Not mit all ihren Sorgen insbesondere im
HausoaU nimmt das ganze Lenlen so .n Ans- r.ich, datz bei manchen
das EmMnden der furchtbaren CchmaL, die die sranzösische RauS»
politik für ein fretes stolzes Volk mit etncr grotzen geschichtliche»
Vergangenheit bedeutet. gedäm>:ft wird.

Sprunghafte Teuerung ist die eine Folge des fran«
zöstschen Einsalls. Auf die andere Folge hat Donar Law am
14. Februar >m englischen llnterhaus mit Rccht hmgsmiesen: die
innere Ein'gkeit Deutschlands. Dies: a"er ist die
sinzige Wafse, b.e wir in dem uns aufgezwun'enen Abwebr ampf
haben, wenn sie in einer entschieden geführtcn Abwehrpolnik -ur
Auswirkung kommt.

Es ist nicht zu verkennen, datz gerade infolge der Teilerung
diese innere Geschlossenheit dcs Volkes in Cefahr ist, »msomehr, a's
neben Frankrcich a'lch noch Kreise in D:u schland e'n In eresss
daran haben, datz diese Zeit nationaler Besinnung und f st n oem-.!n-
samen Abwehrwillens einer baldigcn inneren Zersetz mz den Platz
räumt.

Jn besonderem Matze källt dapum der Landw'rtscbaft heute die
Aufgabe zu, ihre game Kraft in den Dienst der Ernährung zn
stellen. Die Landwiristhast ist sich dteser Pfl'cht bcwutzt: i as
beweisen all die KiMdgebungen der letzten Wochen, das b.we i n
abcr im lesonderen Matze 'die Taten. d. h. die S eiLen, die
seitens der Landwirtschaft, sei es für die Untcrsiützuna dcr Vevvlls«
r'-n-» im RnbrgeiLet, für Nsrsorgl'ng ron S ad' k-'ch-n. Kraustm-
häustrn und ähnliche dem Volkswohl dienende Anstälten, geleisiet
jind.

AufgaLe der lebensmittelverbrauck>enden DrvSlkernng. insbefon»
dere der orobstädtisck-en ist es, alle dle a"ll'c''end'n Elemenst
ungehört beiseite zu stellen, dcnen weder an Volksernährung no.h
aii w rtlichem Fr.elen zro.schcn Siadt uud Land irg nd »tmas
gelegen ist, d>e vielmehr jhre Aufgabe darin erblicken, Hatz, Neid
und Zwieiracht zu sä:n.

Nicht iminer haüen die F o r d e r n n g e n d r Landwirt-
schaft die Esgenliebe dsr verbral'chcn: en Vevöikcrung gefunden,
zuweilen haben sie ,zu A>-seinand:rs:tzun>'en in Presii,' Par am-nt
und Versammlungen geführt, die zweistllos di'e Laudwirtschaft n
Lem Wunsck's nach innirem Friedsn selöst ain meisten ledai'srt l-nd
zwar besonders deshalb, weil diess Fordcrl'n en von seiten dcr
Land-wirtschakt unter dem Kesichtspunkt der Mrhrerzengung aeltcnü
oemacht wordcn sind. Diese Mehrer euouna, mit anderen Wocien
d-ie Sicherung der Volkscrnehruna, ist eins Angele-'enl'eit, an dercn
Lösung gerade die Verlrancherschaf! das allergrötzte Interesse hat.
Was die Abhängstkeit von a'-sländ-fch:r Geireiderinfu-.r ded.'utct,
haben die letzlen Wochen bewiesen. Die Brotverso'gung ist bei dem
Äussall der Ernte 1922, dis im Körnerertrag um 50 Prozent h'nter
der Ernte 1922 »urückgell'eben ist, ai f tie llnterl!ni;unz des l' .s»
landes angewiesen »nd damit vom Weltmarktpreis im en sch:i»
dcndsten Matze keeinflutzt.

Die Vrotgetreideregelung des Iahres 1022 28 hat
darum weüer die Schwankungen dos Mar cnbro.preises rerh nd.rn
noch gar dsn breiten Sch'chten unseres Volkes, die in Cehalt, Lo.'-n
>>nd sonst'qsm Elnkommen nicht ,'m entsern'esten der Gel-eniwcr >:ng
sich anpassen tonnten, einen ihren Derhälinisien entsi rechenden Drot-
preis geüen lönnen. Der Markenlrot-reis, der sich aus d.r

machen wollte.

eben kein billiges, im Preise stabiles Bro' oarantieren. Äluf der
nnderen Seite befteht aüer siir dic Landwirischaft ' und in ihren
letzten Ausw'rki'.ngen für d!e All->emcinh'it die grotze Cefahr. datz
die Lalstwirtschast inkolge ungenügcnlsr Bewertung ihr r eigene»
Erzsuonisst, die im Mitzverhälinis zu de,c Produ't'onekostcn sieht,
rocn Anbau der Körnerfrüchte sich abwenden mutz, o er man zels
notwendigsier Pro^uktionsmittei ron der Inicnsivcn zur exteni oen
Wirtschaft iiberzugehcn gezwungcn ist. ^ .

Leider hat das Iahr 1922 eine derartig schlcchte Erntr
dcr Cetreidefrüchke aeüracht, tatz dcr grötzte Teil dcr Ernte durch
die llmlnge erfatzt >st nnd nur uncrheblicho Mengen fur den freien
Verlaus lilria bleiken.

Jn Würdigung der Dedentung des Andaus von Körnerfrnchten
hatte die Landwirts > aft in den letztcn ^-ahren vor dem Kr eg in
stürlerem Matze diesem Zweig sich zugcwandt. Diese Veobach una
lann er'reulicherweise sogar in den kle-neren B:tr!eüen, soweft d'e»
sellcn nacü Lage, Klima. Lo'enart sich dazu estnen. aemacht
werden. W'r haben alle Deranlasiung, diese Eniwickluna sür dio
Zukunft zu begunstigen. Nach dem Ant-il dies s Wirisckasts m-ige,
an der gescimte-i Wir-tz'aft r chten s.ch aber auch dic E nnahmcn,
aerade in dicscm Zatzre von uuaünstiaem Ernteausiall und

die abcr gerade
 
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