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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0923

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MiWng Ar. i« Hskdewerger Zekkmrg

i sch e Post" crjcheint wöchentl. siebenmai. Vetiaüen: DiSaSkaliaiSonnt.)—

^baltungsblattiMontags» - Literaturblatt —Soöhschnibeilagcimc nattich).

.— erlaaate Beiträge ohnc Verantwortmig. Rüdsendnng nnr, wenn Porto betliegt

AandelsbLatt

KeM, iM» 1. ZM 1923

Sattptaeschäftsl eü Schriftlettg. aer.Labischen Post'Heidelberg, Hanptstr. 23, Fernspr.'
Är. 188. V>: :i ier Bertretung: Berli» 8V 48, Zinnnerkrabe 8, Fernspr. gentr. 418
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Iori mii der psükdrrtzM!

AussLhrungs« der „Limes" Lber die Rrthrpolttik.

Von unserem -Korrespondenten.

London, 31. Mai.

»Tir?"-- ^inpm bsmerkenswerten Leitariikel betont heute die
mit grojzem NachdruL, die N o t w c n d i g k e i t, datz die
Regierung bie Jnitiative ergreife, um die
Drh.^tionssrage eir.em Abschlusse näher zu bringen. Gcwitz habe
chj^ichland scine Finanzen schlecht verwaltct, wie soeben erst
^chnn ^ aus den Deralungen der Kommisjion für die ilnter-
SlützungLaktion hcrvorgcgangen jei- Es jei schwer, die
^iaen^ iowohl für die Aktton selbst, wie auch für die daranf
"de Antersuchung zu erkenncn. Auf der anderen Seite habe sich
ji^ ^uch endgültrg erwiesen, Latz die Desorgani-
der deutschen Jndustrie durch die Besetzung
C^^uhxgebiets die wirtschaftlichen Interessen
verletze. Setost wenn Deutschland seinen Wider-
«L " uufgetzcn würde, würde Franlreich erst noch üeweisen müssen,
die Bejetzung irgendwelche Borteile erlange, die es auf
^Uo underen Wege nlcht erreichen tönne. In diesem Zusammen-
EhD wmmt dann die „Limes" auf den engUschen Plan zurück, oie
^ejlAmdung pj>x ganzen Frage einem Wellgericht zu über-
«llrchp' Woylinformiert« englische Krsise stünden diesem Plan
i*U>mi b freunvllch gegenüber, da sich die Regierungsn als unsähig
Mte d" huben, die wirtschaftlichsn Fragen zu lösen. Deutschlanö
ü»j, dahex in se-ner neuen Note noch einmal mit klaren Wortsn
ilh tz.^Me jede Einschrankung das Angebot wiederholen, die Ent-
»e-^dung ücr Frage einem Komitee von internatio-
kiitdv? Sachverstandigen zu übertragen. llm den
°i-l' Glauben an dieses Angebot zu bewe-sen, müsse Deutschland
äieh? ^mmisjion auch das Necht einräumen, die deutjchen finan-
Nych " VerhLltnisse uns die Lage der deutschenJndustrie
led-»- Nichtung hi« untersuch^en und ppüsen zu

^Uen.

. - Die Fsftsstzung der Leutschen Schuldsumme müsse gestützt

tzh sF. ^durch dre. Zah l u n g s fähigkeit. des Echuldn e r s

jeder

^en ,

si?ts>? ' ^ 1 durch die B' ed ür"f n i s s e " Les Eläubigers. Die
AvsMechterung per Leutschen wirtschaftlichen Lage sei in den letzten
chx so stark geworden, daß ein Moratorium, wenn nicht
^rAdrm, jo üoch der Sache nach gewährt werden müsse. Es sei
Ags le.cht mügUch, datz dte Aegeluug durch eine lnternatio-
M Meommissto» dio sranzöstschen ErwartunZS» entrüusche, aber es
^6 ^ vor dieser franzüstschen Lnttäuschung keine
Ntz""Z giot. Dcr Eedanke von Pfändern und produk-
-"tLarantien müsse endlich einmal, wenn auch
Mg l» widerstrebcnd, aufgegeben werden; die lleberwach-
deulschen Finanzen scheine die beste Earantie für dre
i-stLer Denischlands zu bilden- Zum Schluffe gibt die „Times"
Ui-Mllchl Ausdruck, Latz Frankreich die Kosten fur den
Mtz?Maufbau, d:e es jelbst auf 1300 MMonen englische
»bM emschätzt, wahrjcheinlich um mehr als das Doppelte
^chtz^chätzt, denn ein grotzer Prozentjatz in der französischen Be-

stelle Unternehmsrgewlnne'dar ' und leine Äusbäukojten.
W^^Llijche Politit müffe darauf eingestellt wcrden, die ganzc
^irL MogUchst schnell einem Abschlusse näher zu bringen, sabei
aber keine weitere
Die

°iitz,^sondere ist auch

<-r„, 'st ^"Slischen Absichten,
» -Artikel stehen,

Zeit verloren werden.

die hinter diesem bemerksnswerten
scheinen vorläufig »och nicht ganz klar.
das plötzliche Zürückgreifen aus den Plan

^»«.^tsrnationalen Kommlssion zur"Entscheiüung der Frage der
Zahtungsfähigkeit ziemlich überraschend.

^ M einer Jnformation des „Daily Telegraph" wird betont,
deutschen Wirtschaftskreise ihren Anteil an den Verpflich-
Staats in erne solche Form bringen müffen, datz ste dem
^riijMertehr zugünglich gemacht werden könnten. Jn alliierten
bestehe Uebsreinstimmung darübsr, datz die deutlche
ö«r äutzersten Erenze hanüelsfähig gemacht
Uslh^ 'aüffe, denn dies sei auch der wichtigfte Eedante des bel-
,^ri» Monopolplanes, da bejondsrs das TaLatmonopoi in
grotzes Interesse erregen würde- Di« deutschen Finanz-
Nhm bie dieser Tage mit englijchen parlamentarischen Kreisen
genommen chaben, seien nur Persönlichkeiten zweiten
s^tzr Lewesen, die wichtigsten Mitteil « ngen seien viel-
- "brii ^ einen früherendeutscheu
ri. ' nur Bergmann gemeint jern


»N

8 t.

Staatssekretär
kann), nach London

^z'^vening Standard" zufolge werden die drei Delegierten
^Ns. ^ erbandes der britischeu Handelskammeru
> jvi geptänten internationalen Handelstammertongretz in Lon-
?tjtz°'8ende Vorjchläge unterbreiten: Eewährung eines Mora-
Mr Deutjchland für eine verabredete Zahl von Zahren:
^8e^^8 der Reparationssumme, die Deutschland innerhalb einer
^>str. enen Zahl von Jahren ohne Schaden für oen Handel der
Khztz^n Nationen zahlen tann; eine Form mternationaler An-
lxMr Deutschland und Sicherheit für Zinsen uno Amortisatiinen.
eie auf den letzteren Puntt werde vorgeschlagen werdeu, datz

^ade in Eold auf die Ein- und Aussuhr gelegt werden könne.

>» ^utzten


Cee-,

dre Alliierten eine international« Kontrolle der deut-
rmd sonstigen Zölle vereinbaren.

Valdwms RussenpoM.

p ll.y, ^udon, 31. Mai. (Eig. Drahtm.) Jn der gcstrigen Sitzung
^ I i j -^oauses teilte Baldwin aus Ansrage über seine Russen-
tzer.

vtz uiit, datz die neue Regierung entsprechend den von dem
Mubinett abgegebenen Erklärungen die Sowjetregie-
"dh lange nicht anerkennen werde, bisRutz-


3ejchädigten britischen Staatsangehöri-
He Entschädigung gezahlt und alle berechtigten
^iichtz.^ben in ehrenhafter Weise ersüllt habe. Die offiziösen Blätter
^ datz die letzte rujjijche Note hiusichtlich

"Mtzandafrage von der Regier«ng als vollständig un-

genügend Letrachtet werde und datz, wenn Moskau die eng-
lische Forderung in diesem Punkt nicht erfülle, der Abbruchder
H a n d e l s b ez i e h u n g e n unvermeidlich sei.

Ner Effener Mlliardenraub.

Eine Darstellnug des Bizepräfideuten Glasenapp.

Eigene Drahtmeldung.

Berliu, 31. Mcu.

ViseprÄsident Gla-sen-app mchm heute Gelegenheit, den Vsr-
tretern der Press« eine singeh-endc Danstellung Les Esssner MMiaro.n-
raubes zu geben. Am 26. Mai morgens 8X llhr wuvde die Kaffe
wie gsWöhnlrch geöffnLt, eine Viertelistunid« spätsr tamen plötzlrch
zwe-i AivilpevsoirLN, allem Anschein« nach verkleiÄete französische
Eendarmen, die in >ber Nähe gestanden hatten, an den Lingang -der
Bank heran nnd stürzten stch awf den B-eamten, der dort als Posten
aufg-eftellt war. Die Zivili'sten hielten den Beamten fest und ver-
hckfteien chn, gl-eichze-itig dvangen im Znnern der Bank fünf Per-
sonen a-us Lem Pnblikmn, d-ie allem Anscheine nach g-leich'salls vm-
lletd-ete Franzosen waren, über den Krffent>isch vor und jtürinten an
den Etngang des Tresors. Di-e Beam-ten wnrden von üen L-snten
durch Vorhalten von Revolvern in Schach gehalten. die
Dorftandsbeamten wuwden durch 30 tnzwi-schen in die Bant ein-
gedrmrgene fvrlMstsche Soldaten und Geudarmen »erhaftet. Daranf
'bemächL-igten sich di« Franzofen des grötzten Te-rls der vorhandenen
ZahliungLmittel, insgefamt ruwd 92 Milliarden und 200 000 Mark.
Durch d-iesen Ranb ist die LLHnung Lcr Arbeiterschaft
auf das Llltzerste gefährdet, wenn fie nicht ganz nnmöglich
gemacht roorden ift. Die Bemühnngen, bei Eeneral Degoutte
d-as geraubte Eeld wied-er zurücLzuerhalten, find vollkommen erfolg-
los gebkieben, der sranzöfisch« General lietz fich zunächst überhaupt
nicht sprechen und lietz später sogar ertlüren, cr könne anch fLr die
ZnkU'ilft teine Znjicheimngen geoen, datz dre Reichsbank nrrbchclligi
bleiben werde. Wie sorgsält-ig übrigens der Ileberfall auf die Reichs-
LanE vorLeiöiiet war, geht nnter anderem daraus hervor, datz die
Frantzosen bei ihrem Einbrnch in die Bank gleich zwei Z-ivilisten
mrtgebrachi hatten, die sie als ihre Spezialisten in Tin--
Lrüchen Lezeichneien und dl« wuch wirklich m:t dem gewaltsamen
Oeffnen der Schlösser der Tresors sehr schnell sertig rvurden. — Jm
Znsammenhang dam-it mag auch auf dre übrigen Ueberfälle
der Franzosen auf di« Re ichshantftellen im besetzten Geb-ret
un-ü im Ein-bruchsgebiet hingewiesen wevdcn, bei dencn ins-
gefamt 127356 Millionen Mark von ihnen er-
beutet wurden. Am frechsten grngen die Fvanzojen in
Koblenz vor, wo sie anr 17. Aprrl rrach AufLrechen eines Trrsors
nach ihren sigenen Angaben sechs Millrarden Mark ranbten

Znm Schlnffe kam Vizeprastdent Glasenapp noch anf dre be-
kamrten Banknotenfälschungen durch di« Franzojen
zu sprechen, diese Fälfchnngen machen jeglichen rntevnationalen Bank-
noten-verkehr einfach lmmöglich.

Aus dem Emvruchsgediet.

Verkehrsbehinücrullgen, Pliinderungen nnd Ausweijungen.

Lndwigshafeu, 31. Mai.

Von Mittwoch abend 8 Uhr cm ist jeder Verkehr bis etnschlietz-
lich 7. Zun-i arbends 8 llhr übcr die Rhoinbrücke zmijcheu Mann-
heim und Ludwigshafen und die Altriper Fähre gesperrt.
Autzevdem wrrd im Bezi-vk Lndwigshafen bis auf weiteres jeder
Derkehr mit Kraftwagen oder RäLern aller Art oollbommen unter-
sag-t. Fü-r die Ortfchasten Muttevstadt und Rheingönnhei-m ist ein
Nachtvevkehrsoevbot von abends 8 Uhr bis mowens 5 llhr angeord-
nei worden. Dieje augerordentl-ich schweron Etngriffe Ler fran-
zösischen Behüvden in das Vevkehrsleben werden anf angebliche
Sabotageakte zuvückgeführt, di« tn den letzten Tagen c-/pen
dre Clisenbähnen in der Pfalz verübt worden sein sollen.

Nach einer Meldung aus Dnisburg lraüen die Franzoje» Lre
von ihnen beis-etzten WerLe d-er Rheinstahl A.--G. wredvr g-eräumt,
nachd-em fie alles Tvansportable weggesührt haben. Nach e-insr Be-
rechnung der Direktion der Wevk« ist durch Pliindernng und
Zerstövmrg ein Schaden vo« 40 Milliarden Mark «nt-
st a n d e n.

Donnorstag fvüh stnd 14 leitenid« PevjonLichkeitsn der Höchfter
Farbwerke, DtvÄtoren und Prokurrsten, von den Franzosen
ausgewiesen worden. Jnfolge diesev Matznahme find di« Werke
in eine sehr schnrierig« Lag« gevaien, nnd di« Fortfilhvu-ng des Be-
triebes ist in Frage gestellt.

Bis 31. Mai fiud aus Trier und Umaebung 875 Aus-
gewiejene zu verzeichnen. Sie vsrteilen sich auf Trier mit
380, Ehrang 216, Karthaus 91, TonzbS, Eerolstein 36.
Cochem 19, Bullay 19 und die kleineren Orte 146. Dre Ge-
jamtzahl der Ausgewiesenen beträgt mit Familien insgesamt
1731 Köpfe. — ZnWasserliesch wurden 13 Ersenbahner von
der Stratze und vom Feld weg verhaftet und mrt vorgehaltenem
Revolver ohne weiteres aus dem desetzten Eebiet ausgewresen. Si«
kamen teilweise i« Arbertsbluse und ohne Kragen im unbesetzten
Eebiet an.

Der jetzt erschienene erste Band der Sammlung amt-
licher llnterlagen über die von den srauzöfisch-belgischen
Truppen gegen die Bevölkerung des Ruhrgebretes begangenen Ee-
waltakte enthält neben schweren Fällen von Mitzhandlung oder ver-
suchter Vergewaltigung die eidlichen Aussagen riber die grund-
los« Riederjchietznug von sechs Personen.

Die Besetzung Vvn Sppau.

Lsdwigshafe«, 31 Mai. Dre ietzten französrschen Truppen find
gestern vormiltag von dem Werk Ludwigshasen der Ba-
drschen Anilin- und Sodafabrik abgezogen und uach
dem Oppauer Werk abmarschiert. Bis die Ärbeit iu oollem
Umfange wieder aufgenommen werden kann, können Tage mrü
Wochen vergehsn. Die mersten Arberter haben ihren vertraglichen
Urlauü angetrsten uuü die Angesteltten Leflnoen jtch eLen.falls
bis auf Abrus in üen Ferien. .

Gedavken zsm Skagenaüag.

Von Vizeadm.ral a. D. Hollweg, Vrenren.

Zn dsn Marmesarn.isonen wurde m diasem Zahre d« fiebsnte
Wiederkehr des Skagerrattages rn bosonderer Weise begangen. Zn
Wi-lhelmshaven i-st am 31. Mar anf -dcm Friedhof« enr Denrmal fiir
die gofallenen SkagerrilrtkSmpfer enthullr wokden, uird in Klensburg-
Aiürwtk werden jich Ansang Juni zahlreich« Marineangehörigc ;n-
sammLirfindcn, um der Enthüll-ung der Chrentafetn in -der Warine-
schule beizuwohnen, bie d-ie Nainen der «n WeMDiege gefallenen
Marinekämrffer Ler Nachweit erhalten sollen.

Cs rft zwecklos, heute wiooer Len Cinzel'heite« des deutschen
Flottenerfolges vom 31. Mai 1916 nachzngehen. Den JnierLKerieni
jind di« Ereigniffe berannt und der grotzen Zahl der internatio«kl»
pazi-fistifch Orientierten in unferem Volke srnd sie mierdestens gleich-
güit-ig. Breite Mossen hwben, obwohr wir r-u-äistäbtiäi unter der
Peitsche unserer Feinde keuchen; das internat-ona!« .^rerheitsfejt" bcs
1. Ma: m«t Zubrurrft geseiert und mit derr- Schandurteil von Werden
nahezu gleichzcitig wuroen dr« srerheitKchen Errnncrungen an die
Panlstirche mit Cmphaie wnfgesvrscht, Ernrnerungen an zweiselsohne
schüne Worte, die aber doch letzten Ewdss ahne Taten gebtieben
waren nnd ausklangen in üen Ha-mrnerschlägen, mrl d-enen Hann.r-
bal Frfcher di« deutfche Uotte von 1848 vsrstergerte. An-gestchts
diejer Tatjachen, dre di« Realiiät der Weltgefchehniffe tdealog.rfch
nicht sehen wollen, ift es begrsijftjch, datz hente viele alheris siehcrr,
wcnn es gilt, den gesallenen Heliden Les Weltkrieges ehrend« Er-
innerungsrseiern zu bereiten.

Erngemeitzelt in den Tafeln der Eefchiäche srehi aber trotzdem,
datz stch am 31. Mai 1916 die doutfche SHlochtflotte der um das
Dopxekts überlegenen engl-ifchen gegorrüber siegreich behauPtete.
Keine engl-ifche Gesthichlskl-ittcruirg wtrd es fortlii-gen. Sehr weit-
rcichende Wirku.ngen blieüen diefcm Ersolge vcrsagt, da Potitik und
H-eereslertung denr enevgifchen Vorsckzlapc des fiegreicheu dentfchen
Floitenchefs, nunmehr auch de« rmeingefchrä-nkten ll-Krieg anzu-
setzen und so durch den Hunger auf der engl !jä>cn Jnfol dre Hunger-
ülockade zn sprengen, di« Zuftnmmlng versagten. Adnr-i-ral Srms
har turzlich ausgesprocheu, datz boi Bssol<;i!-ng des Ratischiages den
Deutschen dcr Sieg ficher gewesen wär«. So bl-ieb ais zuriächft qreis-
kares Resultat »es Skagerrarerfotgcs das Heraus-Hakten der von
En-gsanü schwer drangfalierten nordiisch-en Neurvalen ans denr Kriege
und der Fortbefiand Ler krtegswlchtigen dentfchen Seehsrrfchaft in
ter Ostsec. Dam-rt -biieb das an Kriogsnratcrial arnrc Rutzland ar-.ch
worter von Len HÄssq-aellen der wsst'.rchcn Alli-ierten gerremrt und
sern Zusammewbvuch von 1917 Lereitcte sich vsr.

Ls tst eine Eigemrrt der zur Soe ge'schlagenen Dsrnichiungs-
und Entfcheidungsschlachte« — oüer aber aes llnierlaffens der Herbsi-
führung solcher Entscheidungen durch die Seemacht —, -datz fie sehr
grotze räumlrch« und zeitlich« Ferniwlrkrmgen haiben. Salmn-is retrct«
den Hellen-ismus »or der Persergsfcchr, bei Acltum schuf flch — nach
Spengler — di« greifenihafte rötnifche Knltur der a-ksstrebenden
arabtschen gcgenüber noch einmal eine Leberrsfrist, Trafalgar nötigle
Napolcon dazu, die Front nach dem Kontin-ent zu nehmen. Es führte
rhn nach lllm, A uste vl itz und Aema, oÄer -auch rrach Moskan, 3cipz-g,
Waterloo und St. Helena.

Auch der SLagerrattag haj grafie AerMvivknngen gezeiiigt. Jn
jener Sekuirde, als der AÄrrural Zelicoe an der Rahe seines-
Flaggschrlffcs „Iron - Dnke" das von seinem llnterführer Be atry
so sehr bedauerte Srgwal zum Abwenden semer ganzen Linie oor
dem Vorstotz Ler deutschen Krenzer urrd Torpedoboote hochgehen lietz,
gab er, der a-ls e>n zweiter Nel-son Eepriesene, dre Mögl >ch k e r t
aus Lvr Hanü, aus seiner taktifihen Vorzugslage heraus vmd mrt
Hitst seimer gewaltigen tlcksrlcgenheit der deutschen Uüike orn
iriegsentscheidendes T-iafalgar oder Tschnfchima M Leroi-ten.
Damrt beein-flutzte er abcr — uxchrschcinlich sür i-rmner — die See-
machtspositrou Eng-lands in der Welt. Es bleibt offen, ob er bei
anderem Lntfchluffe sein Z-iel errsicht hätte oder nicht. Datz aLer
erne verlockende „M ög l rchke i zu ötnem „lerioc-sx out Klorv"
bestanü, tst unbestrertbar. Mit einem solchen EHolge rn der Hand
wwren für England Lre Zeiien vorr 1816 miedevgekommen. Eme
„pax oritarruioa" hätte den Krreg abgeschloffen.

Der Lngftliche eng-lifche Rotschvei nach amerüanilscher HÄfe Früh-
ja-hr 1918. der oon Len Amevtkanern überaas hoch erngeischätzte Nnterl
an der Bes-vltigmrg des deutschen ll-Bootschreckens — Me anreri-
kanrjchcn Fachge'i'tschriften sind voll von seMigefällrgen SchilLernngrn
hieriilder — machten orft die Fvvdevung »ach der csnerikanischen
Flotte „ssoonci to aorre" m Washtngton 1921 mögltch. Datz d»»
Amerikaner es mit dieiser Forderung blntig «vnst nehmeu, kann jeder
ersehen, der Lie ameriLanijch« Preff« verfolgt hat, als i-m englischen
Untcrhause die Ausgestaltu-ng Singapores z-u ernem Eibraltar
Les Jerneu Ostens erörtert wuvde und hievbei auch das unvorfjchtige
Wori oon der englffchen Bevechtigung zu »inem „(iorninLricl ot ttr«
ssas" sicl.

Äuch im Nahen Osten wirkt ßch heute die Bedeevtung ües Ber-
icvuses des Skagerr-ccktages aus. Krvnkreich in Syrien, dem Brückcw-
kopf« des «inen Landweges noch Mesopviamiem rucd Zivoien, das
Eindringen der Amerttaner durch die Eheste-rkongesstlm in die Ee-
bivt«, die zu fichern ernes der wich-ttgftcm englifil-en Zreie tm Welt-
kriege war, wäre angcstchts erner Stellnng der «ng4iisÄe>n Seemach-r,
wie noch den napoleonffäien Kriegen, «nderÄbar gewesen. Die cng-
lifche Jmpotenz rn Rhoin- und Ruhrfragen sind nnr Nebenecschei-,
nungen in diesem GcsamMbde, das eiv Evgebnüs der Tatsache ist.
dwtz der engl'ffche Löwe beim Skagerrak den entscheid-enden Sprnsg
nicht wagte nnL> Sng-lanlds Flvtte mit Rjefenve-rlusten rn dr« Häsen
zuriictfu.hr.

Lord Turzon Larf uus hewtr «n Towc des tfLkWüieir
SchuLmersters abÄurzÄn, aber anderen gegenWer hat «r qebüh««de
R-ücksichten zu nehmen.

Noch eine Eeraiüen.veihe ser stichenhast hier angcschtoffen. D-e
Tragödie „SeeWacht" «» LetntzarL Eocrrng soLte, Prejse-
 
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