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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0297
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LchlM- - Lr. S0

Zeituilg

ft5'"">altunn«k»ü..,^tz'si wöchentl NebenmL,. Dei ai,cn: Dldaskalia«Eonnl,-

°>-ü»"'«>N>e Deie»!,"E^^."ttnl,s> - Lltrratnrblatt —Sochschuibellagclmonatiich,.

- ohne Veranlworiung. Rllckscndnn, nur, wenn Porlo bei icgt.

(Gegründet 1858)

und

Handelsblatt


Haniit-itlchS tsslelle u, Schtistleitg. ter.Padischen Post'S-idelderg.Sauvtstr. Lo.Feriispr.:
Nr 182- iBcrlaarort: Frankfurt a.M.> Berliner Dertretung: Berlin SlV43. Zimmer-
ftraßeii, Fernlpr-Zentr.4IS, MünchnerVertret. Manchen,Georgenstr.ll>7, Fern pr.SIUU?

-^rrv n„. -- --Mt.I8S».—. i»usland Mk.4l,»0 — I Auzeigenvrelke: dic 44 mm bieite Noiipareilleieilr kostet: lokale Stellengcsuche Mk.8i>.-, kl. <SelcgenI»ei!sanzeiüen Ml 4tl-,

^ Dke!« » «»v "" -- icd.Mi» angcnomm n. Am l U-L.noch gelief Zeitungen stnd nach d. Einzelvcrkausspreir zube- I F-milienanzeigen Mk 4».—. DeschLItsanzeigcn Mk. 6s>--,Fi,ianz-und JndustrieanzeigcnMk. »»>.-, m.t Plagvorschritt und

/g.-. Jft v cZeit ing am Ersch:iiien verhlndert.b.stehi kcin Anspruch auf Cntlchädignng. I MonIagsMk.5.-mchr. Dle ! -----

! i>8 mm breite Reklame.ci e lostct Mk. isa.-, Anzeigen nno Reklamen vo» ansviirts höher

ÄMe Gewaltpolilik im Mhrgebiel.

Die „Kulturnation" arbeitet mit „humanen" Maßnahmen.

Eigene Drqhtmeldun».

ik», ^ie y-s, »lir«, ra. Z>eoru«rr.

«itt.^Nit der deutschen Märiyrer, di« von welscher Brutalität

Essen, 19. FeAruär.


ist !
Nu

in

> ^ ch z ,u rvcui zurr

bgcordneten. die

um Len Namen eines dsr
uhr lere chcrt worden. Der
Dr. Erützner wurL« am
seiner WohnunA in Eegenwart zweler ron

itv-4 Si^n^^°'?3ung in Eens zuruckkehrenLen schw"edischen

lhg besragen wollten

hn über die Üage im Ein-

-- und nun glelch elnen wlrtungsvollen

«>l Fransrelchs Kulturtätigkeit erhicltcn, von der sran-
iv,^-Ne^r^i verhaftet und zu Eenrral Simon gelracht.

krösfnete ihm, dah er auf Besehl Degouttes aus-
L n Der E nd der Ausweisung bestehe darln, tasz

LMttg g.' ^ ^ Oberlommairoierence in Aachen die Ausweisung hei
^^Unn^sssrugte wegen eines Protestschreibens, tas Ler
L» ^ "üsident an den lelgischen Eeneral in Duisburg rlchtete
tz,.rre.V?rneuten Vcrhastung des Duisburger Oberbürgermeisters
«^'snss °ulätzlich dessen NLckkehr nach erfolgter Auswersuug. Dr.
säzsft r. L-ulo von zwei französischen Cen -

^it ji, ^Meten französischen Soldaten nach Wese
. » auch

EenLarmen und
l gSLracht.

preuhische Negkeruugspräsident i« Lesetzte« Ccbiet
ausgewiesen

s»?. br'e»? Mann, der sich durch sein energisches Eintreten für deut-


seinem Amts

seiner Tätigkeit nach Elbersetd
"l>» m --- «....--.-rsich gehört, von wo er die Präsistial-

tz s! lich ^'terführen wird. — Mit einer öhnlichen Matznahm« lar
Ba-^en geholsen. Das Vezlrlsamt Offenbi. rg
Auswelsung des Oleranitmanns Schwörer und dcr
Amtmänner Dr. Maier unk Müller na.h
tz,!Al^r!°ach verlegt worden. OLeramiiuann Schwörer bat
l»>Lx»»,b>chäfje wiedcr ausocnommen. Der Eemeinderat und dle
bt.Ä » haien ihm die Erilsie der Bevölkerung üleriracht.

^l^uznach wurde Amtsger'chtspräsident Erheimer
^r, "No»?Eitz vom Militärgericht in Ma'nz zu 14 Tajzen
>il, hie^R verurteilt. wsil er auf Anweifvim des Ivstlzminl-
t b^'uahme rolit-schcr Grfanoenen ins Kefänzms abge-
Fav,-,°' Justizrat Theitz, der 63 Jahre alt ist. wurve mit
sL.'ll- ausgewiefen. - ."andrat Dr. Veiren von
«» °s> E'!«l) wurds wegen angebl'cher Beleidigun-z der 'ranzö-
zu einem Iakr Eefängnis ohne Straf-

Äl/r-ftee

hj-"l Mtt e.nem Panzerauio elngetrosfcn war.

i» ?>:>,» ü" auch Dr. von Nasse, ohne dah irgend e ne Beuach-
rausging, verhaitet und mit e'nrm Kra'trra en »ach
tzif»"Ng i>"u.8nis von W'ttlich abiransporliert. Die bei der Var-
»rei Herren sich schnell ansammelnde Menge, die Hoch-
fll,,' C e wurde von den Marolkan:rn m't aufgepflanz-
'«!^."en -s'^ngswehr zerstreut. Vsrshisdene Per, n n

>>>j.°'tekjy.°n den So0a!en Futztritte. — In Mainz wurde Oüer-
»l ,"Nb°? ^lingelhöffer ron den Framosen v:rha'iet und
»l^'ch 2>el abtransportiert. OÜervostd'rsk'or

»elegra'chen'nsvektor Hamel sind vom sramösischen
n!^"!left w """^n Spionage zu drei Monaten beziehungsweise
'efx?» h-lefgngnis vsrur!e'lt. Nach der Ankla-'e baben die
a-"I'?n eln Telegramm iibcr Truvpenvcrfchiebungen in de-n

dxj»>e"

^lptz^^Iuet an ihre vorgesetzte Vehörde in Frankfurt a. M-

^Erurteilten mlisien dke Ttrase ohne Aufschub antreten.


,Mie.

Iil^EftjDHSbad en rvurden autzer dem schon gemeldeten Polizsi-
N:,g '^hlaufx avch der LaildnerichLsprästdcnt Volbracht der
Mj^kftt N?'chelien Negierungs-räsidenicn vcrlreterche Olcrregie-
LH^> n l.d s ü> rn i d t der Vorsteher des Wicsba^cner sifjnauz-
»r>»^^''n»llrat Neinhardt, scrner ber Ech. Neg.-Rat
^lierwg der Negicrungs- und Baurat Wendcl von oer
"'Ne n-^"Nsverwaltung ausgewiesen.

^ «walttat ersten Ranges stellt


ii.dj

die Brandschatzung Eelsenkircheno

^'llioih?» lracht der von den Franzosen aufgeflellten Fordsrung,
Eelnlnr.^nrk zu zahlen, war vom Stadtlaurat Arendt,
d«°»°tv-'nlNlte der Stadt führt, für Sonnlag nachmiitag elne
" °".

i - e n ^netensitzung einlerusen worden, dle zu Ler
">s-,?2 ftak^ ^inwütig angenommenen Enischlmtzunz wie wlgt
»'NN s Da w r - -

Z»n.z

,l-lz -»»ftd ss v. -^u w r uns mii ^ranrreicy und Belglen rm ^rle-
s'lf-^Ntl^--nden, erhebt die Stadtverordnetenverfammlung auf
5»I,7"rchp!,N>' e d e n st e Einspruch gegcn di« an die sladt
.Uft» -ber-chtete Forderung der französischen Besntzung auf
Eeldbutze von 100 Milsionen Mark Sie
Ntij^lirch <dN-derung auch angesichts der augenbl ckl.chen Besetzung
M. ftn^lelL un,S e setz l i ch^und laher al-^un^u I ° N i g

dt^

!ftfj.l>ftd

de's

>hze,tjg verwahrt'sie sich mit allem Nachdruck gegsn dle
Vorgehens der sranv.ischen Trupren in der

p-s. oer süait.vjliuieii rii in rer

»E« >»< n g e» M .(Eierlich Protest gegen die zahlreichen Ver -
s°;?°^"nkirchener Bürger, die bealsilhligts Veriastung
-'i aV.' fse - b üer Stadtverwaitung und die gewaltsamen

'-,ft >'' s s e
> e

in » -tadtverwaitung und die gewatlfamen
r>».r"N, 6 e n t u m der öffentlichen Körper-

ll:'>>sdtlchaft ^uentlich aber in das P r i v a t e i g e n t um der
jn ir^ lLinsi ruch der Stadtverwaltung stört die Feinde
^Ufta ''Nen Raubzugcn durch - - -

-cht ertangen tönnen,

die Stadt. Wa? sie'ourch
jagen sie den Bürgern nun mit

roher Eewalt ab. Bisher stnd avein an Reichsbank- und Postkontcn

' - - jj Pef'

eschtag belegt" worden, unter welcher
M llionen st ädtis ch e Notgelder

z.rta 70 Millionen mit

Summe sich aber über 5ll _____„

befindcn, die sür die Franzosen wertl'os sind. Die unmenfchliche
Behandlung der von Lcn Franzofen in Celseniirchen sestgenommenen
einundLreitzig Schupobeamten spottet jeder Befchreibung. Sie
wurden

mit Kctten zusammengebunden u»L durch Kolbenstötz«
mitzhaudelt;

sogar mit Bajonetten drangen die SolLaten auf sie ein. Die Be-
amten waren bei ihrer Einlieserung in LasZweibrückensr Eesäng-
nis vier Tage unterwcgs, ohne irgendwelche Nahrung
erhalten zu haben. Die bei der Ankunst in Zweibrücken sich an-
jammelnLe Menschenmenge wuree mit Kolben,lögen auseinandrr-
getrieben. — Die Esselier Schutzpolizei wurde Moniag srüh
7 Uhr in ihrem Quartier entwasfnet. Es handelt sich um eine
Ma»nahme, die auf Las Erutzrerbot zurückzufuhren ist. Auf das
franzöjlsche Llltimatum, das Moniag früh 7 Uhr aülief, hatten die
Schupos bereits Lonntag crttaren lassen, Latz ste die Forüerung
unbedingt ablehnten. Darauf wurLen Len Beanzien Lie
Schutzwasfen uno Seitengcwehre aogenommen. Man rechnet Lamit,
Laz die gefamte Mannschaft Essen verlassen wirö. Die Ent-
wassnung Ler Esiener Echutzcoiizei ist durchgefüyrt, nachdem d:e Vor-
"chiäge Ler Franzosen, die Echutzpolizisten tn Zivil ihren Dicnst ver-
sehen zu lassen ovcr die alten blauen Polizisten zur Persügung zu
.tellen, abgelehnt worden sind. Eeneral Fournier erktarie,
er übernehme keine Veraniwortung für den Aussall des Sicherheits-
dienstes. Die sranzöjischen Truppen Lürften einen Lerartiaen Dienst
nlcht iibernehmen. Es heitzt, datz Verhandlungcn zwischen Lem
Erneral Fournier und den Kommunisten über Lie Bildung ciner
kommunistischen Arbeiterwehr stattgefunden haüen, Latz
aoer die ForLerungen >L«r Kommunisten zunächst abxelehnt worLen
sind. Jnzwlschen werLen neue sranzöjischs Gewalttaten gemelLet.

Schwcrste Sittlichkeitsverbrechen der feindliche» Soldateeka

werden aus allen Teilen des besetzten Eebietes geMeldet.
So hat die Besatzungsbehörde in Hpppstetten einen marokka-
nischen SolLaien ver»aftet, Ler Eonniag aoend auf dem Wege zwi-
schcn Helmbach und Hoppstetten e.nen sungen Mann anhiett, ibm
jeine Barschaft abnahm und sich an ihm verging. Bei
Ler Eegenüberstellung Ler Wachtmannschasten Mit Lem Ueber.allenen
wurde der Täter cr.annt uno verhastel. Las geraubte deutsche Eeld
wurLe noch Lei ihm rorgesunLen. Vom lin.en Niederrhein. werden
ernsut Ueberfälle auj deutsche Frauen uno Mädchen
gemeldet. NachLem feit langem es von sranzösischen Ueberfällen sti.ll
geworLcn war, wercen jetzt gleich vier Uebersälle auf einmal
aus einer elnzigen Bürgerme.stersi gemelLet. Dle Ucüersallenn, dar-
unter eine 52jährige Witwe, wurLen mit der Waffe be-
Lroht und mitzhaneett. Äuch sonsiige Üeberfälle sind am Niederrheln
wlecer zahlrs.ch. Mitzhandtungen yarmloser Passanten, auf die auch
geschossen wird, jmo überalt an Ler Tagcsordnung. Auch Las
geisttiche Eewand schützt selne Träger nlcht vor den Lestialitäten der
iranzö,ischen Kulturor.ngcr. Am 25. und 26. Ianuar warrn in
Trier von den die Stratzen „sllubernden" Truppcn zwei katho-
lische Eeistliche mit Lem Säbel gejchlagen worden. Dar-
aush.n hatte der Bisch.of von Trler bei Lem Bezirlsdelegierten
Bejchweroe erhoüen. In Lem An-wortfchreiben fagt der Vezlris-
Lelegierte u. a.: „Jhr Schrsiben ist mir ein wertvolles Dolument
ür oie wahrhaft vornehme Mätzigung, mit der meine
elitetruppen Lei Len letz.en Vor.ällen vorgegangen sind."

Nicht Lie letfeste Nücksicht nehmen Lie Invagonslruppen auf die
überall herrschenee Wohnungsnot, die Ladurch talasiro-halen Lha-
rakter Le.ommt. In O f fe n b u r g hat Ler sranzösische O-erlomman-
Lant der Stadtoerwaltung angekünüigt, Latz dte in Notwohnungcn
untergebrachlen Familien ausquartiert werden müssen. Die
Franzosen würLen nach Ablaus Ler gestellten Frlst auch nlcht davor
zurüLjchrsilen, Lie Ausquartierung zwangswelse Lurchzuführen.
— In Düsscldorf hat der MilitärlntenLant 89 Stück Vieh
beschiagnahmt und autzerdem die Sladt aufgefordert. eine grotze
Brotfaurik bcreilzuslellen. Der Oberbürgcrmeister hat gegen
Las Verfahren protestiert und die Bereitstellunq Ler Brotfabrik ab-
... Jn M ' " " ""

Z

g e l e h n t.

ainz umstellten am Monlag morgen gegen

7 Uhr sranMsche Krlm natisien in Zivil Las Hauptpostamt,
während mehrere andere sranzösische Polizisten elne Durchsuchung
des Eebäudes roruahmen. Die in Lem EcbäuLe anwesenden
Per onen, Lari nter etwa 100 Postabholer, durften Las EebäuLe nicht
ver.assen. Erst nach einer StunLe konnten sie Las Postamt verlaffen.

Echwere Verkehrsstoaungcn verurfacht die Bcsetzung der Tahn-
höfe Hotstcrhai sen uno Hervert-Dorsten Lurch starke belgische
Trupzcnabte-lungen. Damit ist numnehr auch die Strecke Hal-
tern — Wesel sür Len Durchgangsverlehr gesperrt. Der wilde
Fahrbetrieb lat nach Lem eigenen EestLnLnis Ler FeinLe neue
Opfcr gesor.ert. Auf Lem Lahnhof Krefeld-Linn stieh ein
b-elgjscher Militärzug mit elnem sran . n Lebensmittelzug zu-
sammen. Etn Velgier wurLe getotet. In Dalhausen
>uhr eln sranziffischer Militärzug auf fünf zusammengeLoppelte Loko-
motivcn auf. Zwei Personen wurLen getötet, drei schwer und
acht leicht verletzt.

Krlegsgefahr im Offen.

Bon unscrem U - K o r r e f p o n d e n t en.

Paris. 19. FeSr. Der K inflikt zwischcn Polen «nd

Litaucn scheint mmmehr akut zu werden. Eine Mitteilung Ler
litauifchcn Eesairdtschast in Pa io besagt: Nexuläre polnische
Truppc» allcr Wafsenxattuilgen besctzten eine Strecke des Gediets
oon Orauy, an der Bahn Erodno—Wilua, gi»gen auf litamsches
Cebiet oor und griffcn die litauifchen Truppcn an. Viele Totr unv
Hunderte von VermunLctcn sind bereits seftgeftrllt. Die litauische
Negierung waudte stch an deu Völkerbundsrat mit der Au'-
fordcrung zur Ergrcisung allcr Matznahmen, um eine Ausdehnung
des Konjliktes zu vcrbioder«.

Sie Schwache der Znteraaüonale.

Jm Verliner soziakLemokratischen „Vorwärts" veröffentlicht«
dcsien Hauptschriftleitcr. der ReichstagsabgeorLnet« Stampfer,
ein« Cchilderung Ler in Recklinghauscn von Len Franzosen verübte»
Eewalttalen, di« jeder Vejchreibung srottcn und die beweijen, datz
die militärischen Verlreter der sranzöstschen „Kulturnation" sich seit
Lu-Lwig XIV. und Napoleon I. durchaus nicht geändert haben. Di«
Entrüstung Ler Beoölkerung, die, wie der Sozialdemokrat sagte, ge»
wohnt sei, ihren Kopf hochzutragen, und die sich jetzt mit Kolbe»
und Re-tpeitjchen behanLelt sehe, sei unbelchreiblich. Stampfer fchlotz
feine Schikderung mit eincm „Appell an di« zivilisierte Welt un-d
vor allem an die Sojialisten Franlteichs", das Allerfchlimmst« z»
verhüten, „und die Ehr« Frankreichs, die durch seine Offiziere be-
sirLelt wcrde, zu retten". Datz an den Eewalttaten nicht nur Li«
französifchen Offiziere, sondern auch di« Unteroffizier«
und Soldaten Leteiligt sind, muh dock, hervorgehoben werden.
Die Kolbcnstötze, di« Stampfer selbst erwähnt, wevden doch von
Untcroffizieren ausgetellt, natürlich an Unbewaffnete, an Fraue»
unb KInLer, die zobem Hungernde sind. . . .

Mekchen Sinn hat nun Stampfers, Lefonders an die französischen
Sozialisten gerlchteter „Apxell"? Dieser erschien am 10. d. M. in
Berl-In. Am 11. d. M. aber erschlen im Wiener Hauptblatte der
Marxisien unter der llebcrschrlft „Die Schwäche Ler Internationale"
oln langer Aufsatz, in de.n. vermutlich von Dr. Friedrich Adler.
haargenau auseinandergesetzt wird, dah die sranzösischen Sozialisten
nicht in Ler Lage seien, -Las Allerschlimmste zu verhüten, und warum
cs so sei. Dr. Adler schre'ibt:

Der französische Imperlalismus läht seine Sol-daten marschierem
Wer kann Las verhinLern? Die englischen, L-'e deutschen ^
d-ie italienischen, Lie russischen Arbeiter? Sie alle könne»
es nicht. Si« können protestleren. Aber sie können den französischen
Bormarfch nicht hinidern. Wer also könnte es? Es könnten nur
die französischen Arb-eiter! Weün der Marschbesehl Ler fran»
zSsischen NsAlerung beantwortet worLen wärr mit dem Eeneralstreik
Ler französischen Eisenbahner un-d mit -der Eehorsamsverweigerung
der fran'üsischen 7 'datcn, dann, nur Lann hätte Ler sranzösische Ge-
waltstreich verhiwdert werüen können. Jm Kampfe gegen den sran-
zSsischcn Jmxerialismus konnten nur die französtsLM Arbeiter die
SoLaten der Internat'onale sein. Tas also ist die Frage: Warum
flird die französischen Arbeiter dem sranzösischen Jmperlal-smus nicht
in den Arm gesallen? Haben dl« sranzösischcn Arbeiter ihre Pslicht
«rsiillt? Konnten sie mchr tun, als sie geian habcn? Warum waren
di'e französischen Soziabisten n'cht „die SoLaten der Jnternationale"?
Meil sie, angeblich, zu schwach seien! Die soz'alistische Partei
Franlrelchs habe nur 49 550 ParteimItglicLer, Lie Ecwcrkschaften
le-Ider Richtungen zusammen hochstens 500 000 MiiglieLer. Jm Iahr«
1920 aber HStten dle Ecwerlschaften zwci Millionen Mitglieder ge-
habt. Nach e'.nem von den Kommun ften angczettclien Eensralstreik
der Eifenbahner sei di« MitglicLschait Ler Eewcvlschasten Lann von
2 000 000 Mitgliedern anf 530 000 Mitg-lie-Ler gesunkcn. Dazu kam
noch d:e Sxaltung Ler Partei und dcr Ecwer.schaftcn infolge Les
„BruLerlampfes" Ler beiden marxistifchen Richtungen. Eo sin-d jctzt
von der sranzösischen ArLeitcrbewcgung nur noch Trümmer übrig.
An diese Triimmer also rlchtete -der Berliner sozialLemolraüsch«
Führer ic'nrn „Appell"! Aler d!« ErMn'iig der Echwäche der sran.
zösischen Sozlansten ändert nichts an der Tatsache dieser Schwüche
uNd an Lcr Tatsach«, datz dem Urheber des Raubzuges in Las Ruhr-
gel-Iet, Polncars, nicht ctwa von dcn franzosischcn Cozlalisten, sondern
ron Herrn Tardieu p a r l a m e n t a r i s ch e Eefahren
drohen. dem Po'.ncars offenbar nach zu wenlg Räubereien und
Eewalttaten gegen Las -Leutsche Volk verübeu lätzt. Die „über-
w'egende Mehrhe'.t" Ler Franzosen abcr, tas kann nicht einmal
Dr. Adler leugnen, stimmt dem Raublricge gegen Deutfchland zu.

ALer anch dafür hat der Hsrr Dr. ALler eine „Erklärung" Lereit,
cine natürlich, durch d:e die Franzosen sozusagen gerechtfertlgt werden
follen: „Jmmer noch ist NokLfra.ilreich elne Wüste. Jmmer noch sind
Lort d:e Städte, die Dörfer, die Fabrikcn Trümmerhaufen. Jmmer
noch ist Paris roll von Zehntaufcnden, die im Kriege all ihr Hab
und Eut rerloren haben. Tarum ist in Franlrelch der Hatz gegen
Deutschkand noch immer stark." Aber warum jagt Dr. Aüler n-Icht
den Cr. n-d Lafür, datz Nordsranlrelch „immer noch" eine Wüste
se-i, was übrlgens, so allgemein gesagt, nicht einmal r. ahr ist?
Meil stch dann eben seine „Erklärung" als ein« lügcnhafte Tar-
stellung erwiese, insofern man lügen kann, indem man ver-
schweigt, was man über eine Sachc weitz. Das-Marxistenblatt
aber verschwe-gt:

Latz die Milliardenwerte. die Deutschland bisher
an Eeld un-d Eachlelstungen in Ler Form von „Rejarationen" an
Frankrelch abgeliefert hat, nicht zum Wiederaufbau des Zer-
störlen in Novdfrankreich, sondern zu jenen militärischen
Rüstungen renrenLet wurden, die Frankreich zur ersten
Militärn acht Europas emporbrachtc;

datz Frankreich d-:e Milliarden, die es dur:h den Verkauf der von
Deutschlond gelieserten „Rexarationskohle" an däs Ausland ver-
diente, nicht dem Me-dcrausbau zusührte, sonüern gleichfalls seine»
militärischen Riistungen:

tatz di« zerstörten Eebiete Nordsrankreichs.auch Leshalb nicht
wiedcrausgelaut werLen, well die Vesitzer der zerstörten
Gebiete, der Häuser, Eärten, Fabriken usw. und Franlreich selbst
durch Las Ausstellen der Zsrstörungen für Fremde, die Riesene ntritts-
xrelfe Lezahlen, Milliarden verdiencn, uud auf diese Weij«
auch noch deutschfein-Lliche Proxaganda getrleben werden kann.

Dlese Tatsachen verschweigen unserc Marxisten. Das ist umfo
Lezeichnender, als diese Tatsachen sogar in Ler französischen
sozialistischen und kommunistischen Presse keinah«
täglich verzeichnet werde». Warum aber vcrschweigen unje»
 
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