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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0190
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Dentschland.

„Deutschland ist mir das Heiligsts, das ich kenne!

Deutschland ist meine Seele! mein Halt, nlein alles ist Deutsch-
land. Es ist, was ich bin und haben mutz, um glücklich zu sein!
Das Schöne in den Augen der Kinder ist doch Deutschland, es ist
die Treue, die Ehrlichkeit, der Fleig der stillen Tat, die Anständig-
krit, der Ruhepunkt im ziellosen Herumsuchen. Deutschland ist das,
was mich gut macht! Die alten verträumten Schlösser. . ., die
lieben, windschiefen Häuser, die hochgiebeligen Städte, unser Haus-
rat, die Spinnenwinkel, die moosigen, klappernden Mühlen, die
Sägen, der Christbaum, der Pfefserkuchen, das Fest, der Winter da
drautzen, die Schlittenschellen, die so segnend hereinklingen, dies
alles ist Deutschland! Ünsers Liebe ist deutsch, unser Zusammen-
haltenmüssen, unser Aneinandergebundensein!

Wenn Deutschland stirbt, so sterbe auch ich."

Königin Luise.

scheibet ber StaatsaerichtsHof. Wenn bie Akten vorliegen, wirb auch
entschieden werden, ob die Tätigleit des Bereins Kurvsal» tm Wider-
svruch zum Geseb zum Schutz der Ncvublik Iteht. Bisher ift es itblich
gewesen, kein Urteil zu fällen, solange eine gerichtliche Entfcheidung nicht
gesällt ist. Als die nationalsozialistischen Bereine in Baden velboten
wurden, tauchte der Verein Kurvfalz auf und übernahm das Turnen, das
bishsr von den nationalfozialistischen Bereinen gefübrt wurde nnb auch
bie Turnhalle in Mannheim. Nun frag« ich: Hätten wir hier am Rhrin
eine bessere volitischc Situation, wenn wir feit Jahr und Ta« eine
berartige Unrnhe über uns hätten ergeben lassen, wie bas in München
der Kall gewesen ift? sZustimmung.) Wollen Sie mtr recht geben,
wenn ist sage: Die badisch: Regierung hat in der Wahrung der Stellung
der Staatsverwaltung nach allen Seiten hin ein« durchaus klare und
einheitlich« Linie eingenommen? Den Vorwurf, dah wir etwas getan
^hätten, was mit dem Begriff bes Schutzes für d«n Staat nichts ru tun
babe, weis« ich weit von mir zurück. Nicht mit einem Klub der Harm-
loien haben wir es zu tun, sondern mit Leuten, bie bewiefen haben, datz
iie ihren Worten auch Taten folgen lassen. Abg. Hanemann hat von
einer Haussuchung gesvrochen, die bei einem iungen Bankbeamten :n
Lörrach vorgenommen wurde, der als Mitglied der nattonalsozialistischen
Bartei Lort Slugülättsr verteilt hat. Solch« Flugblätter kommen zentner-
n-eis» von München herüber. iHört! Hört!) Es ist unfere Pflicht, ihre
Verteilnng zu unterAnden nnd den Berteilern ben Prozetz zu machen.
Eine Brschwerde übcr die Haussnchungen kann ich nicht anerkennen. Jch
bin nicht imstande. in Ausficht zu stelle», dieseii Borg-ängen in Zukunft
kein« Ausmerksamkeit mehr zu schenken, unö kann auch nicht znsagen,
batz die Polizcibehörd« und die Staatsanwaltschaft sich irgendwie eins
Unterlassungssünd« werben zu schulden kommen lafsen, Was geschehen ist,
findet meine volle Zuftimmung. (Lebhafte Zustimmung links.)

Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte stellt der Präsibent fest,
batz eine Ilusfprache iiber die Jntervellation ntcht gewünscht wird,

Mg. Webcr (Dnat. Vv.) erklärt, auch seine Gruvve sei damit
einverktanden, wenn in der jetzigen schlechten Lage von einer Ansfprache
a-g«sehen werdc. Aussällig sei, datz man solche Jntervellationen gerade
in der fetzig-en Zeit auf die Tag-eKovdnung setze.

Abg. Maner iTnat. Bv.) erklärt, ieine Fraktion werde slch den
Gründen Webers beugen und «iner Nichtbesprechung zustimmen.

T-amit ist diese Angelegenbeit erledigt.

Das Haus lehnt sodann die Aufhebung -der Jmmunität des Abg.
Meyer (Soz.), gegen L-n ein Strafverfahre-n wegen Betciligung a»
einer Temonstration nach dsm Erzbergermord schwebt, ab.

Es wird noch eine Reihs von Gesuchen erlrdigt.

Schlutz kurz vor 1 Uhr. Nächste Sitzung unbcstimmt.

A«s der Stadt.

* Nückkehr eines HeiLslbergsrs aus der Fremdenlegio«. Vor
fast drei Jahren verschwand hier plötzlich der noH nicht 18 Jcchre
alte August Petersen aus dem Stadtteil Handschuhsheim, Er,t
nach einiger Zeit erfuhr man, datz der junge Petersen h'er am
Bahnhof von einem Werber angesprochen und unter allerler Ver-
sprechungen in die P f aHz gelockt worden war, wo er dann m,t
Hilfe von Alkohol und allderem dazu veranlatzt wurde seme schrift-
liche Einwilligung zum Eintritt in die franzostsche Fremden-
legion zu geben. Der Vater des jungen Mannes setzte alls Mittel
in Bewegung. um seinen Sohn freizubekommen. was thm schlietzltch
jetzt auch gelang. Am Mittwoch kehrte Petersen von Lhina, wohin
er zuletzt von den Franzosen kommandiert worden war, nach Heidel-
berg zurück. Seine Erlebniffe in der Fremdenlegion sind derart,

ah sie geeignet stnd, alle jungen Seute vom Eintritt in dieses sran-
zöstsche Militärzuchtinstrument abzuschrecken. Die Behandlung

der Legionäre war zeitweise für^terlich. Petersen hat schliehlich
einmal in Eemeinschaft mit zwölf anderen jungen Deutschen einen
Fluchtversuch gemacht, der sie bis an die spanisch-marokianische
Erenze brachte. Aber noch unmittelbar an der Grenze fielen sie
einer französischen Wüstenkarawane in die Hände, nachdem sie unter
unsäglichen Mühen dieses Ziel erreicht baiten. Nur einige konnten
noch den Erenzflutz überschreiten und sich auf sranisches Esbiet in
Sicherheit bringens die anderen, unter ihnen auch Petersen, wurden
gefangen genommen. Sie erhiekten sämtlich lange Sirafen, die
ihnen eine weitere Einschränkung ihrer „Freiheit" brachten. Vor
einiger Zeit wurde dann, wie schon erwähnt, Pstersen zur Beglei-
tung eines französijchen Offiziers nach China kommandiert. Er
war inzwischen wegen auter Führung Korporal geworden. Vor
einigen Monaten erreichte ibn dort endlich die Freilassunosbestim-
mung, die mil Hilfe der deutschen Reichsbehörden ermöglicht woroen
war, weil Petersen seinerzeit noch nicht 18 Iahre alt gewesen war.
Auf dem langen Seeweg kehrte er nun zurück und hatte das Elück,
nach 31 Monaten seine Heimat wiedersehen zu können.

« Die Umlausssrist des Notgelds. Die Umlaufsfrist für das
von badischen Städten und Eemeinden ausgegebens Notgeld ist
mit Zustimmung des Reichsfinanzministeriums zunächst auf unbe-
stimmte Zeit verlängert worden.

* Shakespeare ein Sohn der Königin Elisabeth? Vor zahlreichem
Publikum sprach am Dienstag abend Hofrat Dr. Holzer Lber
diese Theorie, die von ihm ja auch schon in einer Anzahl Werkchsn
und Broschüren versochten worden ist. Nicht der Siratforder Shake-
speare sei der Dichter, sondern Francis Vernlam, ein Sohn der jung-
sräulichen Königin Elisabetk aus geheimer Ehe. Als solcher ist er
zunächst namenlos, nennt stch jedoch später nach seinen Pflegeeltern:
Bacon, bis er von Karl dem Ersten den Ehrennamen Vsrnlam
erhält. Er ist der Verfaffer der poetischen, naturwiffenschaftlichen
und philosophischen Werke, die bis jetzt unter den Titeln eines
„Shakespeare" und eines „Bacon" bekannt sind. Damit ist in die
Shakespeare-Bacon-Theorie ein neues Mysterium eingeführt. Nicht
nur ist Shakespeare nicht Shakespeare. sondern ein Bacon; es ist
auch Bacon nicht Bacon, sondern ein Tudor. Als solcher, und aus

anderen ungeheuer komplizierten Eründen, wollte er nicht als Ver-
faffer seiner dichterischen Werke bekannt sein, weshalb er sich des
Stratforders Shakespeare bediente. Iedoch dachte er noch rechlzeitig
an die Nachwelt, die nur den „richtigei? Shakespeare ehren sollte
und ließ Titelblätter und Porträts und Echeimschriften zurück,
welcbe „richtig aufgefatzt" ihn als den Dichter erkennen lasssn sollien.
Prof. Holzer sührie nun in Lichtbildern dies Beweismaterial vor
las auch Stellen aus Briefen vor, die nach seiner Ansicht auch die
Abstammung Shakespeare-Bacon-Tudor bewiesen. Alles in allem
kann man sagen: vorausgesetzt, datz die Behauptung richtig ist,
stimmen die Beweise.

x. Robrbach. i. Febr. Jm evansclischen Gemeindebaus blelt xeftern
abend der Evanoelische Bund lcine biesiätzriae Hauvtver-
sammlung ab. Der Vorsitzende. Herr B a d e r. erstattcte über das
abgelausene Jahr den Geschäkts- und K-assenbericht, Es schlvtz fich als-
dann eine lebbaste Aussvrache über volitische und kirchliche Fraaen esi.
Psarrer Boeckb avpellierte an bie Mitlieder zur allsemeinen Werbuns
ncuer Mitglieder. Zum Schlutz wurde dcr Wunsch geäuhert. icden
Monat einmal einen Erörterungsabeud »u veranstalten. bci dem
jcdcsmal ein Tbema aus dem kirchlichen, volitikchen oder dem allge-
meinen Lebcn bebandelt ivcrden soll.

a. Mosbach, 1. Febr. Ein rühmliches Beispiel vvn Opferwilll«.
keit haben bie zum Postamt Mosbach zäblenden Beamten un-d Beamt-
innen dadurch gebracht, datz dies« 42 Persvnen zählende Beamteng-ruvve
78 400 Mark für unsere Rubrlandsleut« ausbrachten.

». Mosbach, 1. Febr. Die KreiSvcrfammlung deS KrelseS
Mosbach trat am Montag nachmittag,u einer kurzen Taguns zulammen.
Tagesordnung Wahlen der Ausschüsse, Nachtrassforderunig sür Stratzsn-
bauten und Stratzenwärter wurden nach kurser Erörterung glatt er-
lebigt. Die Krcisun, lage wurde auf 8 Mk. erböht. Autzerdem
stcllte die Versammlung dem Reichskanzler eine Millwn Mark sür Unter-
stützun-g dcr durch die Nuhrgebietbcfetzung GefchäüigtM zur Berfügung.

ok. Ncckarbischossbeim, I. Fcbr. Aus der Sammlung für die Not-
gemeinschaft kommen im ganzen 49 Mü Mk. zur Verteilung an
hiesige Bedürstig«. Die Beträge w-erden einheitlich auf 1000 Mavk fest-
ges-etzt.

<-ll. Neichartshanse«, 1. Febr. Hiestge Maldarbeiter batten ar» Sams-
tag ihre Beile nnd Sägen. nm ste nicht nach Haus-e tragen zu müssen,
unter Reisig versteckt. Nicht gering war ihr Erstaunen, als am Monta-g
iSr Merkzeus verschwunöen war. Bon den Dieben bat man keine
Svur.

Bel dcr Leiche faud man Pavkere, a«S dene» ber^^^

sichtSHSlst«. ....__ „„„

der Ermordete der am 18. Avril 1S0S geboren- Willhelm NeuM« -

der zulctzt tn Breslau wobnbaft gewesen ist. »Ferner sand
Leickre eine Briestasthe mst IS1 Diark, drei tschechische Kivnen uü" «A
nische Fünstnarknole, eii, Sviel Karten und eincn Dietrich. . ' ieilk-,--
bar war der Mord nicht an dieser Stclle geschehen, fvndern am v ^ «h
Scite, denn von dorther kamen zwet Schlittenlvuren. Dte
osfenbar mii cinem Schlitten aus die F-unöstclle gebracht, dort
worden, woraus djc Täter mit dem Schlitten wieder zueückgesa". ^ h-,
Dnrch das Hinüberschaffen der Leiche ans tschechisches Gebtet ün" ^«ir A
forschungen natürlich scbr erschwert wordcn, boch sind st« von " eks
hörden sofort mit aller Energie ausgenvmmen worden. DI« dea
ist nach Sckiatzlar in dcr Tschechoslowakei gebracht wovden. Dv»
teru feblt bisher jede Svur.

an das Ruhrgebiet!

Denkt
Zeichnet das

Deutsche Bolksopf«!

Lpocl-I^scliriclilsn.

pfsncisi'snnsn suf dsm kiss.



vie XII. 8t. üloritrer Oksrcksreunen z

j 8-i>ut»s bei vi'Lelltixsm ^Vettsr vor sivem rLkIrsiekeu l?abll»o s-r-,
i -luksnx. De xsb vsrsekieckeu« vedsrrssclluiwsu. 8o ksmev. !» I>"u

Lutsnx. ws xso verscllieckeu« veberrssclluiiLeu. 8o ksweu
voo Lllricll, einem viscllrsnnen übsr 1S00 ^>. vvecksr OK»>^
Oisnutri cksru, ckss in 8is xesetrte Vertrsusn 2U reclltkerti6-

8tesvlsr Ockebb äss Obit. löockmsr ivurcke von seinsm Ileitsr

cll. Napveua«. i. Fcbr. Der Richtpreis für crstklassi-ges Buchen-
scheitbolz wurd« von der Forstbebörd« v-on feither 80M aus 12800
Mark per Ster erhöht, die andeven Holzarten sinü entsvvrchend niedercr
festgesetzt worden.

Pressefterben. Der seit einigen Monaten in Freiburg erfchienene
„Breisgauer Beobacht« r" bat infolge der ungünstigen w'irtschast-
lichen Lag-e s-ein Erscheinen oorläusig eingestellt. Aus dem glelchen
Grunde ist von der Heva-iisgabe einer neuen Zeitung ber „Obevbadischcn
Neuesten Nachrichten", bie tn F'reibuvs erfcheinen sollt«, -unächst Abstand
genommcn worden.

O Würmcrsheim b. Rastatt, 1. F«S-k. Durch Feuer ist das Gast-
hauS zur Sonn« zuui grotzen Teil eingeäschert w-orden. Nur öa-s
untere Stockwerk des WohnhauseA lonute serettct werbeu.

— Weinbeim, 1. Febr. Dis Wetnheimer Jndustrie bat beischlofsen,
bis aus weiteres mvnattich 2 Prozent der Gehalts- und Lobnstimmen alS
Ruhrsvenbc abzuliefern.

? Ettens.cim, 1. Febr. Gegen die Borkvmnmisi« beim Kommunal-
verband fand «ine aus Stadt und Bezirk s-ebr sablreich vesuchte Pro -
tes! vers auiml-ung ftatt, iu Ler dargelegt wurde, datz nach vorläufrger
Feststelluns ungefähr 350 Dovvelzentner Mehl verschobeu
worben stnd. Die VoikoMMNtsse rourben von verschieLencn Redneru auf
das schärfste kvitisiert und die Versanttwlung beMIvh. eiinen telegravbischen
Protest an das Ministerium bes Jnnern abzusenden nud die AbSeru-
fu » g bes Leiters des KomMunalverbandeS zn verlangen. Kn der An-
gelegenheit sind bis jctzt süüf Verhastungen ovrgenommen worden.

? Douaueschinsen. 1. Febr. Der B ü r ser a «,8 s ch u tz hat ge-
nehmigt, datz Lie Stadtgemeinbe bie Kosten für die Kreuze und Särgc
bei Todesfällcn übernlmmt, ebenfo die uncntgeltliche Gestellung bes Ge-
spannes zur Beerdigung. Nnr der Anstrich des Sarges sällt Len Hinter-
blstbenen zur Last, da anch die Kosten der Beschläg« von der Stadt ge-
tragen wcrden.


44

AlMlls »kk

Aus aller Welt.

nur M.

Eröffnuug der Berliner Norb-Süd Unterarundbahn. Die feierliche

Eröfsnung der N-ord-Süd-Untergrnndbahn fand beute nachmittag auf der
Strecke Hallisches Tor—iStettiner Bahnbof in Anwes-enbcit von Bertretcrn
der Reichs- und Staatsregierung, sowie von Haiidcl und Jnbustrie statt.
Die Norb-Südbahn w'ird morgen früb dem öffMtlichcn Verkebr über-
geben werben.

Bon einer einstürzenden Mauer «richlage». Auf einem Neubau «iner

Gerberei in Weida stürste eine grotzs Mauer ein und b-cgrub die auf
dem Gerüft bestndlichen Arbetter umter frch< Bisher wurderr vier Tots
«eborgen,

Eiu 17iährigcr Millioneudefraudant. Jn einem Kaffes in ber Fried-
richstratze in Berlin wurde der 17iährig« Bau'klebrling Herbert
Schmidt, ber sett Lem 23. d. M. nach Unterschlagung v-on drei Mil -
lionen Mark aus Kiel flüchtig geworden war, sestgenommcn. Der
junge Mann hatte das Geld vvn selnem Geschäft, der Land'.virtschastlichen
Genossenfchaftsbank, erhalten, um es znr Post zu bringen. Statt Leffen
fuhr er damit in Begleitung setnes Freundss Hans Helbeck nach Berlin.
B-etde spielten hier bt« Lebemänner uud brachtcn eS sertig, i« Len
ivenigen Tagen über 1 Mtllion Mark auSzugeben. Der Nest wurüe noch
bei ihnen gefunden und beschlagnabmt-

Das RLubertum in Oberschleften. Ju Kattowitz verfolgten auf
ber Stratzs »wei Banbiten den Biebbändler Steinitz, dcr kur»
vorher sechs Millionen dcutsche Mark für aeliefertes Vieh erhalten batts.
Die Banditen drangen in iein« Wvbnung und raubten autzer den
sechs Millionen noch weitere zweibunderttauscnd Mark, etnen Pelz im
Werte von dreibunderttausenb Mavk und Wäschestücke. Darauf verlictzeu
die Näuiber die Wvbnun«, verfolgt von l^tcinstz und seiner Frau. Ein
Arbeiter, Ler die Banditen aufzuhalten versuchte, wurde durch einen
Schutz ins Herz g« tötet. Die Tät-er entkamcn.

Der Mailänder Zentralbabuhof einscäschsrt. Eine Feuersbrunst Sat
Mittwoch Nacht ctnen erheblichen Teil des Mailänder Zcntralbabnhofs
zerstört. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Ein Mord im Niesengebirse. Bewohner dcs kleinen Dorfes Bober,
daS schon in der Tschcchostowalei liegt, fan-den ungcführ 200 Lstcter von
dcr preutzischen Grenze entferni, in ber Nähe von Kunzcndorf, Kr. Laii-dcs-
hut, bie Leiche eiircs Mann-es. Die Leiche war ohne Nock und obne Kovf»
bcdecknng und wies furchtbare Verletzungen auf. Dor Schäbel >st
vom linken Auge bis zum rechten Obr rückwärts guer gesvalten
und am Hintcrkovf ist bie H > rnschalc durchschlagen. Außerdem
zeigt das Gesicbt zwei Verletzungen au dcr Nase uud an der lui-leu Ge-

i-esolut »n ckie 8pitre gsllrsckt, ckio sr bis ins 2isl kiueia
sbgab. Okslrit unck dlslvoisis Isxen otlliiklis im L1ittsltrsffsv-^.'5js» '.j>
ckis am 8tsrt etws 20 I-üngen verloren kstts, mLekte stark

unä konnts noell cken xwsiten ?I»tr beeetrsn. Im Lrsis voo »-Vj!


einem 8kiiörinx übsr 1800 m. kLm äLs lkünkcrkslck >m stucksi -- ^

ivpi „ v „

xinx ckustLmsnt vor cker Tribünenssits nnck kurrem I<L
8vites unck geu-Lnn sicder xexen 1-ise, cker e!n 8LtteIgurt .

Oen Orsis vow Inn lloits siell üer Ossterreicllsr Wolkenstllrw ,,
lexeo. .

ksteis vom I-LnguLrä (8kizör!nx). 800 ksts. 1600 m. 1-
ckustLment (R. ^sttstsin): 2. Diss (^näreossi): 3. Liieo".!«ci'!'-.

Oonrsck). Dot. 14. stl. 12. 18. S Uskeu. — Oreis von ^.Ivins >^0
Dkrsnpreiss. 1. Or. Ruckolk: 2. lllr. krLwson: 3. ?s.roä7-^ r v
40, O>. 20, 14, 16. 9 Ueken. — Orei» vou Lürick (k'iLckr.). "

1500 m. 1. Obit. Lockmsrs Ocksbb <8. Lleisr): 2. Oianutri (O- A


3. 8okrstes (OsIIiss). Dot. 72, NI. 14, 22. 8 lieksn. _ „,

(Zkiiörinx). 2000 I?rs. 1800 m. 1. Oblt. Lsdiks woIksu » ^ 1-j'et.
(X. lVettstein); 2. l?LntomL» (Xnörsossi); 3. Lern Cl'orrosust
stl. 14. 16. 7 Usken.

VoMffutra^! ^

Wn Ooffnungsstrulll Nir ckie Wrksltung von VoNblv'»" ^

lici nen. Oer kinLnrvoUtisclls ^ussckuö ckes lisicllsvvirtscllrts^., ,,

üen Leriekt seines LrbsitsLusscllussss, cker sm 15. üsnuLr ck!e

testen Vertrstor^Ier 8uellt unck ckss Ilennsvorts. suüerckem öe>^ ^ !'"///

ckss vreuüiscken I-gnckwirtscllsktsministeriums sls 8rekvs>^t!iuo"'.'g» VO

in ssiner Litrunx vom Ereitsg, üen 26. ckLnusr, entgexensen- ,
sinstimmig bescklossen, bsim Reickstss eios ^snäerunL s" Ai>'^<
äss I.snckessteusrgssetees ckLkingekenck ru besntrLgen. cksü „ ..!>^,-l>
Isncksr. äcnen in Tukunkt ckis voile Rennwsttsteuer (rvs
uuck LuckniLellerwetten) llbsrwiesen wsrcken wirck. nickt eiv

rwei vritts! cksvon kür Rkerckerucllt ru verwencken

teuer

a, wockurcll

ckürlts ckie OrunöisZe äsru xesellLffen sein, cksö cksn R
llökero lllittsi suK cksr OesLmt-Rsnnwsttst
kölluog äsr Reunvreiss bsisitsestsllt wercksn können,
sells Voilbiutruekt unck illrs unsriöLiicllen Tieistungsvrüki.».?''"^
gssiellsrt ersclleinen. Llsn IiLnn lliernsod nur wünscllen
ietrt ckis bsngsts 8orgs, cksü nsck ckiessm erkreulicllen t "

LubstsNL unserss VoliblutmLtsrisls unsersm Vsteilunck ccbL!>° c!
gnck ckis Xuslüncksvsrksuks von zstst sb unterbleiben.


Rln vngllscdvr 8egvlffngprsl». ver enZiis-wv Lvortsmsu» /zg ^
Selkrickgs kLt kür einen ^vFvIüug von minckecttens 50 engl. fcke I?" M ^

sinsn Lrsis von 1000 Ouineen LULj-eoetrt. ver iValtbswerb M

gLNLS ffsbr 1923 offen. 8oIIts ckis verlLNtzts 8trec!<« !ll äor d. -
^.ussckioibung niellt ckurcküogsn wsrcken, ,o srliLlt cksrseni-tS .
Lsn weitcsten Wes vurüokisgt, elven vrs-s von 500 Lknnck 8-.«?»-''-'

Relne ckeutscken Ruckspoitvertreter I« vsrie. lVis wir
smixsr iüeit meläeten. wercksn sn ckem kür cksn 3. RebruLi !>'-,-
LngesetLtsn KongrsiZ cker vnion OvcliLte I n t e r i> » -i -

keins ckeutscllen Vertretsr teilnsllrnen. .vs- -n.'a i'tige 0 " .

sm 8onntLg in Osrmstsckt gelexentb >!> cker 2 csLl-i:-. s»-' ",
VorstLncksmitxiiecksr vom öunck veutscll iLckkLkrer .
8ckweiseriscllen ItsäkLllrer-vunck. Obwolli ck-r L. v. It, cks» - / - ' !
eins internstionLls Oemeinscllskt snerkennt, muL cker Runä

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ki'Lnrösiscksn Vsrtrstern intsrnstionLls 8vortkrsgsn ru

vis Vertretunx cker cksutscken Interesssn Ubernimmt ckis

visss ks^ls Ilsltunx ckürkts cksn bisker nocll sckwsnksnck »^
Verbsnck veutscbsr llLckrennbLknen vsrsnlLssen, keinen Vertrst .
vsris r>u sntsencksn.

veutseder 8!eg in cker Sedwettieriseden 8klmeisterscllü^„s^

arellisenvr sieg in aer senwcseri-ieucn

stsrksr veteiligung ckes vublikum» wurcks Lm 8ümstüg unck.'

in Orinckslwslck sum 17. Vlsls ckis 8kimeistsiscll»st cksr 8okw^>»

trsgsn. l?L8t slls Dsiinekmer cker Istrten xroüen 8vrunxrennev
sicd Lucll su ckieser beckeutencksten Vcrsnstsltung im 8kisv»rst ""„it
sin. vr. ljsLckei-Ii'reibuig gewsnn cksn 8vrunglau I ^
Xote 1,866 unck einem weltesten gsstsncksnen 8vrung von 4",^
vsnslsuk sisxte cker 8cllweixer Oolli. keicks dliebsn zeckocll >1''
binisrten I-Luk um ckis 8ckwsiesr üleistsrscllLlt gssclllLren. 0°
üel Ln äsn Lcllweirer OirLiäbiUe.

VsNsrdeovsvdiallgell vom 1. kedrllsr, 8 vdr worgev^

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V!e miicks rexnerisells IVittvrung llslt sn cken nLcdstoa
weiter sn.

VordersLgs: Rewvlkt, einrclue stsxenkLlIe, milck, Lückwestwlvü-
IVi'lterllnßSLUsziedten lli» bsmstsg Lbenck: Iksino
Lenckc.rvng.

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Veraniwortlich für den textlichen Jnhalt: Jul. Kraemer in „
berg: für -cn Anzeigen- und Neklameteil: C. Claner. Frankfurt^^

»L»M>>U->!»»!«VE>»»-»—>M . !»> »»»,»

Mlühe BeWtmchmze«.

Ien Wert der SachbeMe betr.

Der Wert der S<l«kbesüae na<b deT Nelchsversube-
irnasortmuna und dem Anaestellteuoersicberunasqeseb

naSordnung nno ocm ctnacireuie»or<!»»<-i»»u»>i<><>:
wiro ab 15. Kannar 1923 für den Amtsbezirk Herdel-

berg wie iolat sestacietzt:

1. Für die Stadt Hetdelbers nrtt Vorvrtcn. sowie für
L«e Gemeindcn Banrmcntal. Dosteirhc,»,. Evve Üernr.
Lcimen. Ncckargemünd. Nutzloch.Petcrs1al. Robr-
bach, St. Klgen. Sandbaüien. Sckonan. Wrlhelms-

») für mäurr'l" ArtWcr über 16 Kahre vro Tag 900

b füv wcrbl. Arbeitcr ü-ber 16 Fabrc vro Trbt 880

e) strr männliche mrü wcibliibe Arbetter unter

2 Gemcinden des dlmtsbczirts:

s) sür müirnl Ärbcttcr übcr 10 Iahrc vro -raa 750

b) für weibl. Arbettcr übcr 10 Jahre vro Tag 725

c) für männlMe und weibliche Arbeiter untrr

10 Jabre vro .. 700 ->7

V-om Geiaurtwert der Vervstegung treffen auf crste»
tzrübstück 9 »weites Frühsttick 11 V°. Mittageffcn 41 W.
Vssverbrot 14 Abendbvot 25 ?k>.

Wird ncben der Vervsteouna auch frei« W-obnnng
(1 Zimmcrt Bckcuchtung nnd Bkbeizuna nemäkrt, so cr-
höhen sich die Werte jeweils nm 50 täalich.

Tie Gemeindebehörden, Kuankenkaffen und sonstlg«
Fntercffenten möaen dieie Bekglinflnachiina lofort aus-
fchnciden, ai'filebeir und zur Reaistratur nebmen. da wlr
besoru-ere Abdrück« »Mt mebr verienden. (H589

! Heidelbcrg. den 27. Fanuar 1923.

Berlrksamt.— BerftchernngSamt.


Belamtmachung.

Vom 2. Februar 1923 ab kosten:

4« g Weißbrälchen M. 7S.
Sva, Weißbrot R.«.

1 llg «Wr. MmM M. l».

Bückerzwangsinnung Heidelberg

Stadt und Land

N530


Montag. 5. Febrnar. abends vlinktlich 8 Ubr
im grotzcn Saale der Stadtüalle

Vsrsnstsltung rugunstsn üsr «ukn'KNfe

Anivvache des Schriststellers Walter Bloem,
Valevländifche Lieber aesunacn v. Frl, Gertrud Nunge.

oalevianoiime vleoer geiunaeu ». <>>>- >s-eiiruo munge.
Meisteisinaer S. Alt (Hans Sachs), acstrnacn von Herrn
Nicola Geike-Winkel. Wtesbaden. Rrenzi-Ouvert. usw.

Buchenschwellen

Normalprofile 270/260 oirr lang, 15/16 om hoch,
25/26 om unlere, 15/16 oin obere Äuflage, vier-
seitig bsarbeitet, roh, handelsüblich,

sosort zu kausen gesucht

jedoch wird nur Wert auf Ängebote von Inlands-
schwellen gelegt. (H465

Kommandit-Gescllschaft sür Eisenbahnbau, Pro-
duktion und Handel von Eisenbahnholzschwellen.
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fertigt in allen
Steinarten nach
eigenen und ge-
geben. Entmürsen
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200,—, lOO.— crbältlich bei Pfeiisser, Sochstein. Reiher.
Der Remettrag wird der Rubrlnlfe überioielen. (H528

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