Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0239
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
unk> Landw'Irifchakt zu zetsen, ntcht aber die
st>sj.°P Oir "s-!„-"»F^">Haftcn bewog ibn zum Grunderwerb. der sür
kllte ^ Nachkommen unzerrcitzbares Band mit der Hcimat

?s», ^ der e .

?k c ^astnnn-^?^ ^'"9 bieser weitgereist« Weltmann mit allen Fascrn

Natur. Eeine Gebur sstadt Wormö zu schmücken. rief
oen schon in ieiner 5-uaend ena.'e Re^iekuncen mit

Ws .

.t'l slbassen, desgleicbeu bervorragcnde Architekten

h'l'ir/" wjx 'N seincr Jugend enge Beziehungen

Bildb»,,- .^bdon, Seitz, Kaulbach und Knaus verbanden,
»»n/^runn'- "Eo.H'ldcbrand an den Nbein, um den unvcrgänglichen

wie

au-

t'r»/!"' Und -waiien, dcsgleichen bervorragendc r......>r..^

^ren Zuiammcnarbcit mit dcm gcncrüien
»^io.,-""d Hculshos und das Cornclianum mit seincn vor-

>.!^>ib ^Eie:i Eri„ Tersammlungsräumcn zu danken ist. Anch der

Z. WH>„, . Icincr Batcrstadt und ihrer cngcrcn »nd weitcrcn
^tc er zeitlebcns rcgstc und ovfcrsreudigste Ausmerksam-

?»ti^-°der . ."2n um dic Erbattuna des altehrwürdigen Wvrmlcr
Klibbu>iisx„'w P" Bereicherung dcr vrähistoriiiben Sammlungen des
dlcnt.h'.l" ooer um Lie Hcransgabe dcs ivisscnichaftlich wic künst-
Ltij^.a« ' b'--^?am«n Werkes iiber Rbeinische Städtclnltur bandeln.

k „ H»"uat war anch sein Wirken in dcr bessischen
?»»di«, .,/? E r. Hstx trat er schon frühzcttig für einc Bcfreiung und
,iit„ r Ttruerstufen cin, rugleich aber auch für eiue Steige-

MUiris.jE ^non aus künf Prozent, was damals uncrhört schien. Um-
s'°»> § Eebi°. Ecrdinxs anch Kron- gcgen sozialistisch« Exverimente
h'»»>.^"ieiu dcr Besitzsieucrn, weil dadurch die Gewerbeständc in
'akirdet ivvrden wärcn. Seine Disfcrenzen mit hessischen
?cbx?ck,iitx ." bcrnbten teils daraus, datz diese sich segen die sinngemätze
, n Uderx >.»„ M'äuclschen Steuersyitems sträuüten, teils baraus. datz
, dei- »'.oanzminister Gnauth Stcuen'orberungcn strllte, dic sich
U> djx »c^^ältnill: als völlig übertrieben crwiesen. Er ergrisf auch
»v, dgZ , >siniia 've zur Schgfsung des bcssischen Wohnungsfürsvrge-
?k» „ »Vc„ "5? crsie seiner Art in Dcutsckland wnrde Ebcnso betrieb
,, oie Berslaatüchung der Hessisiben Ludwigsbahn, wofür er
>^»i,,- Ta>„i,,virtschastliche, sondern auch sozialpolitische Gründe geltend
"»c/'ag>cj^ -ats sjxt sEj„ scharfes Wort über „Aktiengesellschaftcn wie
-°rbö„. Hesllschc Ludmigsbahn, die ihre nicderen Beamten in
»!z L«id^ Mcchtcn Meise bezablt".

!? iti!' »er E>er Naum. um die Verdienste des Freiherrn von Hevl
d^wen "^'öalb der nationalliberalen Partci auch nur einigermatzen
7l>>,.'° zsj,,.'> balf, zulammen mit dcm älteren O ! a n n, wescntlich
>> SI«. »klsst„ a BennigIcn znm Sieg« zu führen, die in ber Heidel-
>""» ^'chst!, vak" Jabre 1884 ein nationales und liberalcs Programm
i?atzviiii- ^rgänKung schuf. Er trat im Sinnc Btsmarcks stcts für
j'»k, k>n s-j„ " .Äollschutz zucunsten d:r deutschcn Volkswirtschast ein, vb-
!>-k b/?obrx-4> cigcueS GeschäftSintcrelle bierzu keinen Anlatz gab. Krasi
^."dii,-,.!." uaatsmännischen Beranlagung versocht er dte Forderungsn

»^d^bstrj- ,........-.. --

>?kd» >r>sch--> 'wmer nur insoweit, als dadurch berechtigte Anlprüche der
g.-.' des Mittelstandes unb der Arbeiter nicht bre'nträchtigt

Tar, Mittelstandes uno ver Arvcner niwr orc-nirnll.-iigr
?,!» , ,'tisch,, wics er auch seine Frak ion rasrlos r.uf die Babn der

jHfber w-'^ormcn, abhold ieder Einseitigkeit und Utovic, wie er
^ ei„s»>>!°o^agsrebe am 4. Mai 4899 formuüerte: „Wir stellen unS
Jnterelle der Arbeitgeber und Arbeitnetzmer!"

»?- k>..^«Ibs!^>,^'k2reifcndeK Wirken, getragen von verantwortungs-
^!"kt Ä""oigkest und unbekümmerter OÄektivt ät nack, allen Seiten
s?">dx Met 7^°"""ng, aver auch Bcrkennung. Freiberr von Henl ist
"'Et nur durch Lie Sozialdemolratie, deren wclt-
^,st>lj?°!ge N»^u er scharf dnrck>schaute und bekämvstc. sonbern auch dnrcb
», d h- ^es«„Etufs- und Standesgenossen. Doch ivenir sich üie Ncbel und
E'" Eei- und wirren Zeit wieder einmal vcrzogen tzaben,
jAo/!' Ds-n ktbild klar und beüeutsam bervortrcten: als das «ines «cht-
>u bcr seinc grotze, umfallende und glänzende Begabung

Dienst der deutschen Heimatcrde und des deut-
" s MstE hat.

^etzteRachrichLen



",

Tn

^°iL,-wurde


Aeue semdüche SreueMen.

Ausweisunge» und andere Schikaneu.

Eigene Drahtmeldunkk-

Esse«, g. Februar.

.. des beseHten Eebietes liegen zahlreiche

nese Verhaftungen und Ausweisungen

R e ck l i n g h a u s e n ein Regierungsrat des
swiei^-ums uud eine Kommission von fünf Polizeibeamten
.-»li " Düsscldorf wuröen zwei Postbeamte verhaftet,

der ^-".he sranzöstscher Quartiere Richtlinien für das Ver-
stmtbeamten verteilten. Jn Duisburg und Ober-
> ^ E a-' Telegraphendirektoren ausgewiesen, in B r e ch-

"itwiit Eraff ohne jede Angake von Eründen. In
K »or Polizeihanptmann von Olzenius verhaftet,
M. b'Nem sranzösischen Kriegsgericht wegen Veriveigernng
vcrantworten. Jn Herbede wur-e ein Postmeister
'kier,/^"tär ohne Angabe von Erllnden ausgewiesen. Dem
j„^»de angekündigr, er werde nach A l g i e r g e sch i ckt,
»."st'Ngp nächsten zwei Jahren zurückkommen werde. Jn
wurde Regierungsassessor Eramsch ohne Angabe
U>e»ue!, ^ verhaftet. InWeitmar wnrde Amtmann RoeVig
?»tjj/". »r sich weigerte, Kohlenscheine für die Besatzung aus-
s/? Zollämter in DLsselöors-Ruhrort, Hamborn und
^tst.E e s.!^den geschlossen unü fünf Zollbeamte zn je acht
8»i„"g n j s verurieilt, weil sie Len feindlichen Besehlen
bhaf> d»leistet haben. Die Strafe wurde durch die Unter-
iur verbützt angesehcn und Lie gefesselt nach Wesel
„>amt ihrsn Familisn ausgewiesen. Jn Bingen

'K

d°r

r ihren Familien ausaewiesen. In

iep/>u»3ermeister Reff ans dem Bett heraus vertzaftet und
-,»»-) un» „A" Wiesbaden wurden die Oberrcgierungsräte
"//N g, v Völcker verhaftet, weil sie ihr Dienstzimmer nicht
»^"-Lgk>„ ^"' Ebenfalls verhnstet wurde der Vertrauensmann
dj der 2?^biter Bode. Auch neue Zeitungsoerbotc
" „D i ^"^esordnung. So wurde die „Emser Zeit u n g"
'r iv.^.^"r Zeitunc



t b?i V " " S oerooten und ihr gemeinsamer Ver-

-'z-'l°r P?^uckere:be!cher Fritz Sommer. sowie ter Schrist-
* w i --^"er, Norüeri Bruchhäuser, nebst ihren Familien

>d

ve-n


Der „Bochumer Anzeiger" ist auf die

"n -"bn verboten worden. Dcwafsnete Franzosen er-

"e„ ^'vrzsngrauen und beschlagnahmten dic noch nicht aus-
" " stxst'i^ungsxakete, die auf einem Lastwagen weggeschafft
> st,^U-''dalteur Eubitz wurde vor den französischen Eeneral
' ^l sE H n> e ibrücken wurde der „P f ä I z i s ch e Merkur"
. ^ vvn Vcsatzungsbehörde auf weitere drei Tage ohne

^lveib "?^n verboten. Als eine unerhörte Eewalttat stcllt
i-'' >»-^°iän„ die gewaltsame Räumung des dortigcn Land-
?"!-^>lä„.^ches dar. Nachmittags erschienen am Hauptporial
»vjkj »n>es Aufgebot unv eine Rejhe Eendarmerie- und Jn-
^lvo^stde «' - das Eebäude zu requirieren. Nachdem
» ^ N,-^''ivhle schon vor einigen Tagen ergangen waren, ohne

En zu 'sein, fanden anschliesiend an die mili-tärische
z,"ih^7bsb->,-stVutL Verhandlungen mit osr deutschen Strafvoll-
die das Ergebnis hatien, dasi ein auf 5 Uhr
" "m'Hchait Räumungsbesehl crneut erging. Die

" ertj^.'vhnte einmlltig e!ne Mithilfe Lei der Reguirierung

!«"- »illup

vrwarteten Schutzlente, Eendarmeriemannschaften,

nur der E^ewalt weichen zu wollen.

"mung wurde daraushin gewaltsam vollzogen.

irteten Schntzleute, Eendarm> . , .

«oe ---r» E - nnd Eefängniswachtmeistcr die am Hauptportal
ks,""ztg x^jnngenen, die f e st g e n o m m e n und in Trupps


y- -» dreitzjg und fünfzig Mann vorläusig in die Pfälzische
^^nanstalt einaeliefert rourden, dre selvst am
L"i?o? ^i-^-^llungssähigkeit angelangt ist.

usw. zum Uncerbringcn der -n die

k!°vi:e ' Der Abtransport dauerte b,s m die Aben stunden.

^ ^v°rc»st^"ich°nmenge hatte sich angesammeU.^w ^

, ,dn„'''"°s wohnenden Familien wurde eröffnet, Lasi 'hre
r n bj-; Samstag geräumt sein mussen. Wegen
Haltung bei der E-ewalttat wurde der Erjte

e

ch-«er<r°i,i'/"'^°unienge yatte jicy angejam
nH» >""an-n^ Schauspiel beobachtete, Den
B»"dst!no„„^'°b wohnenden Familien wur

„ _ _ __

^k/"dazst Riffel durch die Besatzungsbchörde verhaftet
"N „ . „"ndgerichtsgefängnis nach dessen Räumung als erster
^lu-s, eingeliefert.

'>I«n hat weiter schwrr unter dcr feindlichen Besatzunz
-^°r Divisionsgeneral Fournier erlieki an den Oberbürger-


meister einsn Vefehl, worin der Tsiener Stadtverwaltung auferlegt
wird, im städtischen Kranlenhause zu Rüt!ensche>id 215 Betten
für verwundete oder krance französische Soldaten unü
Offiziere znr Verfllgung zu st-.llen, sow e ron der französischen
Militärbehörke auszuwählende Räumr als Küche, Leh.nsmittellager,
Maschräume und Apotheie vollständig einzurichten. Der Lefehl ent-
hält ganz genaue Vorschiiften über die von der Stadt-
verwaltung zu liefernde Ausstattung Ler Krankenzimmer und
verlangt serncr die Bereitstellung von zwei Baracken
mit zur Unterbringung von 70 Sanitätssoldaten erforderlichen
Möbeln und Schlafgelegsnheiten,

Ferncr hat die Stadt ihre Einrichtungen für chirurgische,
radiologlsche und mechano-therapeutische Bchandlung, sowie
eine Kapelle und eine Leichenhalle zur Vcrsügung zu jtellen

und für genügende Beheizung und Beleuchtung sämllichrr ange-
forderten Räumlichleirsn zu sorgen. Angefordert werdsn wsiter
450 Paar Vettücher, 450 Ktssenlezüge und 500 Servietten. Die
angejorderte Ausstattung ist instandzuhalten, den Bedürsnissen ent-
sprechend zu erneuern und das Malerial zum Reinigen der
Räume und Möbel zu liefern. Auch sür die Des nsekt on der Kleidsr
und dcs Bettzeuges der Kranken hat die Stadt zu sorgen und für
die Beerdigung der verstorbenen Kranien alles Ersorderl'che zur
Verfügung zu stellen. Als Entschädigung wird der Stadt, falls sie
es wünscht, die Summe von drei Mark pro Tag und pro ein-
gerichtetes Bett einschlietzlich der in Lem Befehl spezifizierten Liefe-
rungen und Möbel gewährt. d'e mit den von dem französischen
Armesaizt monatlich festzusetzenden Koöffizienten multipliziert wird.
Die radiologischs Behandl-ung, Lie chemisch-bakter ologische Analyse,
die Desinsektionslosten, die Kosten für Waschen und dergleichen so-
wie dic Beerdigungskosten sollen nach den städtischen Tarisen ver-
gütet werden. — Wie die französischen Blätter aus Essen melden,
wurde die große Schaufensterscheibe der französischen Duch -
handlung am Hauptbahnhof zertrümmert. E'.n sranzösischcr
Osfizier stellte einen in der Nähe stehenden Schutzpolizsibeamten zur
Rede und wollie ihn ohrfeigen. Eine rasch zusammengeströmte
Msnschcnmenge entwaffnete darauf den Ossizier. — Die Lage
in Offenburg hat wider Erwarten eine Verschärfung er-
fahren. Die Besatzung lehnt nach w!e vor nicht nur die Zurück-
ziehung der französischen Posten von den ösfentiichen Esbäuden aü,
sondern hat auch den Nachtverkehr von 8 Uhr abends bis
5 Uhr morgens nenerlich verboten. Eisenbahn- nnd Postoerkehr
ruhen nach wie vor vollkommen.

EAGannung vor Smhms.

Konftantinsvel, 8. Febcuar. (Eig, Meld.s Der Veschluß, die
Räumung Les Hafens von Smyrna dürch die Kriegsschiffe öer Alli-
ierten zu erzwingen, soll gefaßt worden ssin, weil üie TLrken nach
dem ALbruch der Konscrenz von Lausanne eine sofortige Wisder-
aufnahme der Fsindieligkeitsn befürchtet hätten. Der Vertreter der
Regierung von Angora in Konstantinoxel gab nunmehr Len alli-
ierten OLerlommissaren zu verstehen, Latz Ler Befehl nicht durch -
geführt werden würde. Dies entspricht auch der tatsächlichen
Lage. Der englische Admiral Nicholson ist Lereits auf dem
Kriegsschiff „Euracao" im Hafen von Smyrna, ohns Widerstand zu
Legegnen, eingelaufen. Cr begab sich an Land und hatte mit dem
militärüchen Kommandanten von Smyrna eine Besprechung.

Manderung des Liquidaiionsschadsngesch§s.

Berlin, 0. Februar (Eig, Drahtm) Der 24er Ausschutz des
Reichstages hat stch mit dem Liquidationsschädengesetz für die Aus-
landsdeutschcn beschäftigt und einstimmig bsschloffen, datz den im
Eesetze vorgesehenen Reichsschatzanweisungen Oprozentig« Zinsboqen
anzuhängen sind, um auf solche Weiss den Re-ichsschatzanweisnngen
die Börsenfähigkeit zuteil werden zu laflen.

(Mederholt, d« nur in cinem Tett der gestrigen Anflage.)

ZusamMensiSße in Wiesbaden.

Wresbaden, 8. Febr. Jn der vergangenen Nacht wurden an
den Wiesbadener Litfatzfäulen und Stratzenecken Plakate ange-
schlagen mit einer Kundgeb'ung der Behörden und Körpet-
schaften, in denen gegen die letztcn Vekanntmachungen der Rhein-
landkommission wegen der- Unierordnung der Beamtenschaft unter
die Anordnungen der französischen Behärden Stellung genommen
und erklärt wird, datz für die deutschen Beamten nur die
Anordnungen der preutzischen und Reichsregierunz
matzgebend sein könnten und datz sie ihre Pflicht tun würden,
komme, was da mag. Die Kundgebung war von den veraniwort-
lichen Vertretern der Behörden, Körperschasten, Verufsverbände,
Eewerkschaften und pokitischen Parteien mit Namsn unterzeichnei.
Jm Lausc des heutigen Vormittags sanden vor diesen Plalaien
grotzs Menschenansammlungen statt, bis gegen 11 llhr französische
Radfahrerpatrouillen die Stadt durchzogen, die Plakate entfernten
und die Menschenansammlungen zu zerstreuen suchten. Auch mehrere
Trupvs berittener Spahis, die augenblicklich in Wiesbaden in
Earnison liegen, wurden mobil gemacht und ritten teilweise auf
den Futzsteigen der Strahen, um die Menschenmenge zu zerstreuen.
Jn der Schwalbacherstratze kam es daüei zu einem blutizen
ZS> j s ch e n f a l l. Ein junger Mann kam mit einem Franzosen
wegen dieser militärischen Kundgebung in einen Wortwechsel,
der Lamit endete, datz der Deutsche zu flüchten versuchte, worauf der
Franzose seinen Revolver zog und hinter dem Flüchtigen her-
fsucrte, der auch getrosfen wurde. Ob die Verwundung schwer
oder leicht ist, konnte noch nicht sestgestellt merden, da bei Len Be-
hördei. noch nichts Näheres zu erfahren war. In den Nachmittags-
stunden herrschte in der Siadt wieder Ruhs. >

Nene BLstLMELerr.

Essen, 8. Febr. (Eig. Drahtm.) Bei der heute morgen er-
folgten Besetzung des Bahnhofs Wanne haben sich Schreckens-
szenen abgespielt. Der Zugführer eines V-Zuges wurde von
einem französischen Soldaien durch einen Kolbenschlag aus den
Schädgl getötet. Die Reisenden eines Personenzugs wurden
von dcn Franzosen mit den Bazonetten vom Bahnsteig ver-
trieben und mutzten ihr Eepäck im Siich lassen, In Reckling -
haus»n sind die Eewerkschasten wegen der wciteren Uebergriffr
in einen 24stünd:gen Proteststreik geirsten, woran stch auch
die Kommunisten beteiligen.

Folge« der franzöftschen Mißwirtschaft.

Verlin, 8, Febr. Die „Deuische Allgem. Ztg." meldet auc
Düsseldorf, Latz auf der von den Franzosen militarisierten
Eisenbahnflrecke D ü s s e l d o r f—K e t t w i g zwei französische
Militärzüge zusammengestotzen und dabei 28 Soldaten
getötet worden seien. Jn aller Stille jeien die Verunglückten auf
einem Teil des Düsseldorfer Friedhofs Leigesetzt worden. Be, dem
Zugzusammenstotz, über den von den Franzosen strengstes Sttll-
schweinen beobachtst werde, soll es auch eine grotze Anzahl von
Schweroerletzten gegeben haben.

Frarizösische Straßenranber.

Este», 8. Febr. Da die Zechen sich andauernd weigerten, dcn
Besatzungstruppen Kohle zu liefern, haüen die Franzossn erklärt,
datz sie die Kohlen ü e s ch l a g n a h m e n werden. wo immer
sie können. Tatsächlich sind bereits mehrere Kohlcnladungen
und auch Deputatkoh!« in deu Stratzen Essens beschlagnahmr
worden. - . >. <- ^--Z>»>!Mt^.W»-t,aW>j^«>

Aus der Stadt.

' Unterstlltzung des badischen Zugendherbergwerks. Die Lehrer-
lollegien der Fichteschule in Karlsruhe und der Realschule ,n Akull-
heim haben sich nach einst-mmigem Beschlutz als korxorat.ve Mit-
glieder dem Zweigausschutz Baden für deutsche IUgendherberaen
angeschlossen, um auf diese Weise das soziale Werk der badischen
Jugendherbergen zu unterstützen.

* Stadttheater. Auf vielseitigen Wunsch wird Sonntag nach-
mitiag 3 llhr das Lustspiel „Wie man einen Mann gewinnt mit
Herrn Schneider in der Hauptrolle wiederholt. Abends 7 llhr ,st
die erste Wiederholung des „Trompeter von Säckingen".

* Billige Schuhe.' An dem Schuhgeschäft „Romeo" in der Haupt-
stratze stehen jetzt täglich Dutzende von Leuten, die sich noch bill, ge
Schuhe kaufen wollen, die dort noch unler dem Tagespreis ver-
läuft werden m üsse n. Die bekannte Angelegenheit ist nun ouch
gerichtlich zu Ende geführt. Eine Meldung aus MLnchen besagt:
Das Wuchergericht hat den Generaldirektor der Schuhwaren-Aktien-
gesellschaft „Romeo" und „Neptun" in Münchsn wegen Waren-
zurückhaltung zu 10 Monaten Gefangnis und zu der höchst-
zulästigen Eeldstrafe von 2 Mill'onen Mark evtl. einem weiteren
Jahr Eefängnis verurteilt. Die sämtlichen deschlagnahmien Schuh-
waren (rund 96 000 Paar Stiefel) werden mit Ausnahme von 9000
Paar eingezogen. Dcr Handel mit Eegenständen des täg-
lichen Bedarfs wurde der Firma untersagt. Dem Antrag auf
Haftentlajjung wurde nicht entsprochen.

* Polizcibericht vom 8. Februar. Festgenommen wurden:
Zwei Arbeiter, eine Musikersehesrau und ein Mechaniker von aus-
wärts wegen Diebflahls, e!n Arbeiier wegen Diebstahlsver' achts,
ein Schloster, der von einer auswärtigen Behörde wegen D ebstahls
gesucht wird. Zur Anzeige gekangten: 5 ZigareltenarLeiterinnen,
die ihrem Arbeitgeber nach und nach Zigarren im Eesamtwerie, von
640 000 Mark cniwendeten, und ein Landwirt wegen Diebstahls.
zwei Eewerbetreiüende wegen Vergehens gegen die Sonniager.ihe
im Handslsgewerüe, 6 Krafiwagcnfuhrer wegen zu schnellen Fahrens
und weitcre 11 Personen weaen anderer strafbarer Handlungen.
Entwendet wurden von unbekannten Tätern: Auf dem Friedhof
ein Graügeländer aus Bronze im Merte von 4 0L0 000 Märk, von
dem Blschdach eines Hauses der Oüeren Neckarstratze ein Hrrrsnhemd
im Werte von 5000 Mark, aus einem Hause der Mönchgasse Wäsche-
stücke im Werte von 100 000 Mark, aus dem zahnärztlichen Insi.tut
ein Feusrlöschapxarat und aus einer Scheune der Handschuhsheimer
Landstratze zwei Felle im Werts von 100 000 MarL

^ Wetterbcricht der BaLischen Landeswetterwarte, 8. FeLruar.
Ueber dem Osten hat der Druck wicder zugenommen, sodatz auch hcute
noch östlichs Luftstörungen Lberwiegen. Das Wetter ist deshalb
trocksn gcbliebsn und nachts wieder heiter, sodatz im Eebirge allent-
halben leichter Frost aufgeireten ist. Da der Luftdruck bsi uns nur
noch weiter sinkt, mutz erwariet werden, datz das umkangreiche west-
liche Strömungsgebiet auch uns beeinllussen wird. Voraussichrliche
Witterung: Zunehmende Bewölkung, r-orerst noch kelne Nieder-
schläge, etwas milder.

Arrs Baden.

KrafLPostvsrkehr zwifchen Achern «rrrd Offcnburg.

Karlsruhe. 9. Febr. (Eig Drahtm.) Auf der Strecke Achern—
Renchen — Appenweisr — OsfenLurg ist ein Krastxostverkehr eür-
gerichtet worden. Dsr erste Wagen geht aü 7 llhr in Renchen, An-
kunst in Offenburg 7.45 Uhr: der zweite Magen geht von Achern
uni 11.05 llhr ab. Renchen ab 11.35 Uhr, Osfenlmrg 'an 12.20 Uhr.
Nachmittags fährt ein Kraftwaaen 5.40 Uhr in R-nchen ab. Ankunft
in Offenburg um 6.30 Uhr. Von Ofsenburg geht der erste Wagen
um 7.5S llbr ab, Ankunft in Achern um 9 llhr, der nächste um
1.30 Ubr, Änkunst in Renchen um 2.15 llhr, und der letzte um
6.49 Uhr, Ankunft in Renchen um 7.25 Uhr.

Liscnbahnbeamtentagimg.

— KarlSrnb«. S. Febr. Dcr Deutsche Eisenbahnervsrbend hielt
ketzler Ta«« hier elne Beamtenkonserenz für bie dre, Bezirke Badcn,
Württcmbcrx- und die. Psalz ab, der auS Staatsvrüsident
Remmele beiwohnte. Der Staatspräsident hielt dabei oor Eintritt ,»
die Tasesordnnng eine Anivrache, i!i -ber er auf die wirtschaftüchen und
polittschen Momente hinwicS, dic bei dcn jcpt vo» den A'ranzosen er-
sriffenen GewalimamrahMcn eine :',cl!>- syielen. Dic Folgen, die gch
aus öiefer Geivalipoiitrl eraebcn. hai in der Haupisache die Bcamten »
unü A r b e i te r s ch a ft zu iragcn. Eine Be'scrunx, der Bcrhalt-
nisse kann nur durch ein« F-estisun-g der Revublik erzielt werden. Des-
balb müffen sich di« Beamtcn, wic überhaupt die Arbeitnehmerschafi in
erster Linie auf die staatsbürgerüchc Erziehuns im Sinne der heutiaen
Staatssorm ein'tellen. Nur aui Liesem Weze wcrde dic Beireinna aus
den Fesseln cines sremdläiidischen Miütarismus unö cine Gefundunz
dcr Berhältnisse im Jlinern unieres Balerlandes möglich scin. Nach Er-
ledixuug oerschiedencr'Ovganisativnssragcn wurde in cincr Enifchüeffung
ein e i n b e i k l i ch c r Kopfzufchlag sür dic Beamten bei der kom-
mcndcn GrhilltS- und Lohnrcgelung gesorderi. Dic hisherigen vrozen»
t»»ken TeuerungSzuschiüe.c nerden aLbelehnt. Jn einer rwelten Ent»
schüehung wird Protest einaelcgt xescn die Beietzung der Staiionen
Appenweicr nnd Osfenb-urg. Dic Tagunx forüert die Eisenbahnarbeiter
und Beamten der besetzten badischen Staiioncn auf, kühles Blui wie
dic Kollegen im üli-rigen alt- und ueubeietzten Gebict zu bemahren, ssch
nicht zu unüberlegten Handlunscn hinreißen zu laffen und im übrigc»
den Organisativncn Folg« zu leisten.

— Manuhcim, 9. Kcbr. Zu der Aufklärung des MordeS an dsur
Kausmann Aronsfrau wird weitcr bcrichiet, daß ofsenbar der K. uf-
niannslchrling Däumling der Anitiiter ru dem sstaubmord ge»
mcsen ist. Da «r, wie von unZ schon gemcldet wurde. cinige Wochen
als Lchrlins bei Arousfrau tätig u-ar. >'o mar er mit dcn Gepflogcnbeitcn
des betagten Mannes fenau oertrant und auch über die Bcrhälinisse im
Hause und im Geschäftslokal untcri.lchiei. Däuml-ng :oar früber schon
cinmal verhastet gewescn, weil er vcrdnchtig «ktichien. Auf Grund seincr
Aübibeweiic wnrd« cr jcdvch wiedcr freigelaffen. wobei man ibm eincn
Dolch äbnahm. Kürzlich wurde Däumüng insolgc neuer BerdaüUS-
gründe wcgen anderer Strastntcn wieder v e r b a s i e t, wobei ssch hcrauS.
stelltc, datz sein friiher erbrächter Alibibeweis fall'ch war. Die Armec»
o i st o l c. mit dcr Aronssrau crschossen worde» war, gehöric deni Lebr-
üng Weber, der von Dänmüng ofsenbar zu der Tat ubcrrcdet worden
ist, Nachdcm üic bciden ISjäbrigcn Burschen in bie Enge getricben loorden
waren, lcctcn ste ciu vollcs Geständnis ab.

— Maunbeim, 9. Febr. Ein schwcrc.Einbruchsdiebstabl
nmrbe an cinem dcr letzten Abendc im Lager ciner biesigen Säckcgrotzband»
lung verübt und bicrbei u. a. zweiliunderi SLcke mii Zucker und Mcbl
gestohlen. Dcr Gesamtwcrt der geftohlencn lyegcnstände bcztsfert stch aus
nahczu zebn Lst i l l i o n e n. — Bcim Transport einer Baggermaichinc
wnrd« der verhciraiete Ta«Iöhner Mcb so unglücklich geirosien, dab er
schwcre iunere Derletzungen crliti, an dcncn cr st a r b.

— Mvsbach, 9. Feör. Die Siaaisanmalischaft erlähi cine Fabnduns
nach einem 6) a u n c r, der kürzüch aus dem Schrcckhof crschicn, uw
cr sicb untcr saüchcn Angabcn cinaiiariicrt baüe. Aus cinem ver-
ichlosscnen Schrank stabl er 129 090 Mark. dachdcm cr den Hvfbaner mit
irgend cincm B c t 8 n b n a s m i t i e l in iicien Schlai vcrietzt baitc,
auS dem dcr Landwirt ersi nach viclen Stunden unter Schwindcl und
Kopfmeb aufwachtc.

O Badenwcilcr, 9. F'sbr. Anch hier sollcn F r a n z o s e n uud
B«lgier in den Pcnstoiien und Hoicls nich! mehr beioirtci werdcn.
Ein Änfchlag bcr wcrktägigen Bevölkernng sorderi wciier dic Ecschäiis-
lcnte <ruf, an Franzosen und Bclgier keine Waren mcbr abzu-
gcbcn.

O P'iorzbeim, 9. Tebr. Dcr Karlsrubcr Polizei ist es gchuncen. den
Pelzdicb, dcr in Piorzljeim an eincm Pelzgeschüst eine Schauicnster-
schcrbe einschlug und Pelze cntweudci«, zu v e r b a f t e n. — Einen w u tt c n
Aufiriit gab eö hicr in dcr Nachi zum Donncrstag. Einige haiv-
wüchstge Buricbcn liaiicn in mebrercn Wirtschasicn st-ark gczccht unü tarmten
dann auf der Stri-.tze hernm. Dabei iiel ein 17 Jahrc alter^Eoldschmied
in das Schausenster eines Warcnbauscs, wobei die Sckieibe in r u m m c r
ging. Der Schaden beträgt ctwa zwei Mill'yne" M a r k. Der
Nursche vcrletzie stch durch den Kall derart, datz cr ins Krankenhaus ver-
bracht wcrten mußie.

? Achcr», g. Febr, D!e L c b e u s m i t, e l v c r s o r g n n g von
Offcnbnrg hat stch bishcr ungcstört voltzogen und es mnr auch mög-
lich, die Milch für die klcincn «indcr und mr KraiAe in die Stadi
»u bringen. Nllerdings acstalict iick> die Mitchzniuhr immer schwierigcr.
da in den iiäKstgeleaenen Törfcrii dic sranzvstlchcn Soldaicn die Miich
für stch verbrauchen. Tic bcidcn Ofkcnburcer B.aticr stehcn untcr keine:
Zensur. Es wird nur cine Koiürollc in der Form ausgeübt, datz die
erste auS der Maschinc konimcnde Zeiiniig der französtschen Besatznngs-
behörde vcrgelegt werdcn miiß. Der Drnck kann ungcstört wci cr-
sehen. Die redatiiouellc Heri'ieliuüL dcr Zeitunseu stützt auk rechi crhcb-
 
Annotationen