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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0629
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l ib,-^r «erich«tzu»g vo» »wci »ran»»w«SLu v:' .

m.^Uer, 11 ^rrücks erschoffen. anaeblich bet einem Klnchtversuch. i
i» . ^""g ini. » F a h r b e ck . Kranführer lGclsenkirchens. Jm -
> 4,°i°n bi,,.» °E,r Erschichung von »wni sranzöffschen Ofsiziercn von
!e7°rt!„unz 7"6s erschoffcn. angeblich bci einem Fluchtversnch.
l-z °^rig„ ' b- 23. Chyfsels. MetaLarbeiter. belgischer
»/^lchvffen " Anlatz cines Wirtsbausstreits von französischen

warö--^' 23. Karl, Heinrich, Roitcnarbciter. Nm 12.3.23
°°»iti-„ "7'E.°n Solbaten, Lcr sich in Bcgleitnng eines bis
Z7 -°r j„ Nden Offiziers bcfand.

sich in
völlig grundlos

in der Wirt-

v>' in ---niziers

'^?^liyg?"rlich erschoffen.

^ «-"°>u iz "^°"- ll4./1S. 3. 23. Hoffinann, Bcrgmann. Jn
1». 3. 23 von einem französifchen Posten crschoffcn.
rr^er „,,,'7°r, 11. 3. 23. von der Höb, Lokoniotivsührer. Jn

Z.

^rietzj ^uf eincin Güterz'use vvn Franzvsen durch drci Brustschüffe

j-,r Ei-x,,' uii teren Folgcn er im Krankenvause in Altenesscn ftarb.
ä Loi!,'23. Schulte. Kurt, Buchdruckereibcstber. Von

^ ^ 7^-n °^°."

Zli>7'en. 2?"° "schosseu.

23 t,.r Asbeck, Wilh., Anstretchcrmeister, 70 Jahre
i!p it? Niit'"-. Uhr ein von Lcn Franzoscn beschlagnahmtes Auto, das
5 St„, °»ze i,, Nrau im unbeletzten Gcbiet abfetzen sollte. zu wctt
e!""n>l„>,„„,',° Stadt Hagcn binctn. Beim Haltcn des Autos kani

i« von Arbeitern. die tn begretflicher Erregung cine

,l»^evni ^'""ubmeii. Die Franzosen zwangen darauf mit vor.
,-)>>>,.°^°kz„>„tz°''" den deutschcn Cbausfeur. daS Auto In das besedte
k'-dn» s-u Als ffe etwa 200 Meter fort waren, feucrte eincr

K, uyz^ Grund auS Ucbermut vier bis fünf Schiiffe in die am
g.u> ffehende Msnge, wodnrch dcr 70jährigc Asbeck schwer
!-"'»rl'>7,°^Ui„ l-inen Vcrlctznngen svüter tm KrankcnhauS erlcgcn.
»üs A°'U^' -2- 3. 23. Bracht. Karl. Bergmann. Sluf ber Streckc
, ^I. »,i"k die e-- eincm sranzöffschen Posten erschoffen, trotzdcm

Gruiiü erschoffcn.

- e>„ erdobcu hatte.

^kk^-u Daun, 13. 2. 23. EltgeS, Franz, Putzer. Von
Vk7°>tcu d-s bei Ucbcrschrciten Les Bahnübcrganges, ber die
. Nnr-, b? Bahnkörvcrs licgcuden Grnndstücke der Angebörigen

, »I»., <> 0il„» ,»5.— „,s^,„rr„„

Ug S- 23. Rötter s

°" Soldaten,

li-T-'-r

WZ;..-..-

Wilhelm. 8 Jahre alt. Von
der bei den Eltern Rötters im Ouartier lag.

^-i^?Ilu°b»?,? crlchoffen.
Z. z °'°u eS'-Tüd. 30.



biz »schyssenl

k C-N-,. .

oeckmann, Feuerwehrmann. Von franzöffschen
3. 23. Droste, Hermann, Keffelheizer. Von
/31. 8. 23. Niruch, Jnvalide. Nachts

8ai,,„?iien. 31. 3. 28. Göllmann, Franz. Bürobeamter.
'Uth «^raftwagenführer, Schwers, Walter. Maschtnist,
„ -icl^ .Hillsarbeitcr. Zander , - Jofef, Dreher. B l u m,
Ha,,» "'!?. BLgemeicr. Hermann, Schlofferlchrling.
> Si.nr,' Drchcrlchrling. Piever, Fritz. Schloffcrlehrling,
^ , z,"'- ^reherlehrling, Mannertz, Ernst, Bergmann auf

S, " ben' » 2lame noch nicht bckannt. TobeSopfer der blutigen
.>il>z,?»rog Kruvvschcn Werken am Karsarnstag 1923.

°°N Kr^' 23- Heinze, Fcrbinand, Kausmann. Am 8. 1.


'? ""»Nkenbause in Dortmund gcstorben an den Folgen einer
°iUtersi,°le er i ' " "



-riatzs"- ,°r rn Barov von französischen Soldaten erbalten hatte.
. einc Frau unb sünf unmünbigc Kinder.

Aufstellung find noch nicht enthilten dis
Essener Blutbades, die im Krankenhauss
?l'u in erlegen find, und die Tötung einer

»'.der -n-altrov durch die Belgier. Dadurch erhöht sich
ffs, ^ffelaint seit dem Ruhreinbruch begangenen Mord-
rsunmen auf das Konto der Franzossn, drei auf
Truppen.

--


«-r



valabbau und Tanffragen.

l>iL°'°L«I°klär7mg^7i7

?ss!^tei e ?Er Behörden in die Gefchäftsräume der Deutschvölkischen
^Edrunaen wurde. nnd dnß die Räume dann ge -
G ^ud. Dies fei ein unerhört verfassungs-
^ale w a l t a k L des preutzischen Jnneuministers, da die
^tzrd--°iner öc«^..

"Ssdebattc übcr Eesundungsmahnahmen i« der
Reichsbahnverwaltung.

^igene Drahtmeldung.

Berli«, 13. Avril. 2.20 Uhr.
die Tagesordnnng gtbt Aba. W u l l e lDeutschv.
tn wclchcr cr feststellt, datz heute auf Ver-

i°?>>^"''chen



dcutschen Partei von einem Einzelminister nicht ge-
°- JnsLesonbcrc n
»reibcitsvartet Las Recht haben, ein Büro w nnter-

d?»»

c uiit dcr Wählcrschast in Verbindung treten können.
-"'»tagsabgeordneten eine derartige Ein-

e x

>b? °' > t ? r c f f e f r c i h c i t znlassen, to erklären
l"-i>,-ll>ikL l ff - r 7," k " ° 1 > und zeigen, Latz sie den vrcutzischen
l - k Und ,-7° 9 en bic Reichsregierung rcgtercn lasscii.

. ber Mitte.s Inzwischcn ffnd eintge Räume wiebcr

^^»^.AeikN-.Ens aber nicht binrcichcn. Der Nedncr ncrlangt von
»i lj,,^>itzi^,, 'nosvartcicn. datz sic ffch mit ihm zur Wahrung der
s'tz "l Urid der NeichStagsabgeordnctcn solidarisch erklären.

Kt?'d„,"°n B' ' d°r Btitte. Zustinimung.,

! r>.°°n «?danz,-ü-.-ag des Präsidcntcn wird bic Erklärung Lem Gc<
5!° ffberwiesen, der vrüfcn soll, ob vcrsafsungsinätzige

ff d-?°>tc e,.7"»bgeordnetcn verletzt wordcn

°r dxz

ffnd.

Retchshausbaltes wird dann fortge«


Verrno


"°u

!'^°°>v?°"Mten
tz.^d„"'"-se„»'' °> ..

,"°rhiit>

E"°^"UurA drozent.

der deutschen Reichsbah«.

verlangt freie Fahrt für Kirrder bis zum 6. Lebens-

»ve veriangt frcie Fahrt sur Krnoer vis znm s. r-evens-
!'<>) "«ü'7>"°Ue» « kür Kindcr bis zum 12. LcbcnSjahre. Dic Ein-
K. AugxftEen und Beamtenanwärtern und d!c Ueber-

v.a», .--^n: Ländern und Gcmcinben soll allen Rcichsrsfforts

VS. g?'°ns 'werden Matznahmen verlangt, die ben Zcrfall des
."»>>: z"!°rk ,Ä^t°n sollen.

!>i7.s d „d-n, ^<Dnat.

bie Ausschutzverhandlungen.
betrage dic Verminderung deS Per-
? »l e, dies sei aver gegenüber 1913 immer noch etne

Vv.) berichtet übcr

^"Aahre

"-ri«'°'ucrt 77 Ersparnrffe für möglich. wenn Lie Verwaltungs-
>- .°"bü?"'>U!!e„ "n.7-- Eine ganze Menge Zövfc und Formclkram
7z >>e7" u>ä,ei, Eln Vertreter dcr Jndustrie behanvtcte kürzlich, bci
ff>>z ">»7 1U " noch zhg gyg Angcstcllte zuvicl. Mgn müffe aber
ik'. "°u. -7.°k>ehendenVerringerungdesPerso-
i,V°S. ^'° Frachr sci für dic. Preisbildung nicht ausschlag-

"»d ^l-le ,

7 k"-°°L dj77""'-l crinnert baran, datz beim Abwehrkampf an

>!^°-,'l c,.?kl°r 2ast zunächst auf ben Schultcrn icr Eisenbahner

v' -!'°> iru^ " ffu »7"kttaten dcr Gcgvcr wirb dcr Siegeswillen
ji7>,"° di-7 »>a„ 77 n'chi gebrochcn wcrdcn. Den Eisenbahncrn im
!>"!>-,">>» äche ?"'k°ülichst entgegcnkommen. Rcdner weist der Eisen-

KÄL-ff- '

I '» d--'"che N, .N"N>st entgegcnkommen. Rcbner Ivciü der Cl,en-
^.j-^Uatz °d^Bet7»„» z»'. Erhöhung dcr Einnahmen, wirtschastliche

, E>„ 777" Vcschränknng

'"r„7?-s "7°^t°iks ; ' ^>°° Tarife sei jetzt nicht möglich
» ^7'3u„7^°tks -'°n noch immer nicht übcrwunden. Die gciffigen

zi7-7"t!kt- °'"lt°n allerdings nicht straflos ousgchen, aber dse
-l" !-,"°r °,'^°rt s-e,°n3lich aus dcr Welt geschafst werbcn

^e-mranlung dcr Ausgabcn auf das möglichste
"au Tarife sei jetzt nicht möglich. Dic Folgcn

... s-^Nblich

>7" lffbki„ Vv.) ffimmt gleichfalls in das Lob auf die
-°i>-. »be?kich„7' »nd Ruhr ein. Dic Arbcit selbff bet bcr Eiscn-
' lHz7..»icht 7,'. 7^ni allgemeincn besscr gcwordcn. der Personal-
" tsi, HörtC Escführt. Dcr Bestand sei im Gegenteil erhöbt



"°»?°d„ "iffarnis Les Verkehrsministeriums verfliichtigt

i^er^tnt stch in der Praxis.

,° u^ktu„g"°° .°l»cr schädlichcn Ausnutzung des Monovols der
? ^°„>7°l h i, - ,l °em Gebiete dcr Frachten. Die Tarifvolitik
V.'bi °°r„»,7°be„s>>,-,. ">it Rücksicht auf btc dadurch verursachte Vcr-
^°tw-, l-i w billigen. Dlc Sonderbclastnng gcrabe

ltf°r z,°"i>ige„ - s""rräglich. Ncdancrlich sei, bah dcr Minister ffch
Sir tz.. °Ne„ „..rrgemetnen Preisabbau nicht beteiligen

'

r verl„"'7 ^'N ° > n e n Preisavoau nicyr oereliigcn
P r » h n"? 2lusnahmetarIf - stir dielandwirt -
^d?»s°°b l„ lD. N °k°-

»I, ^.°r, ü"° Zeit ,7°7, »laubt. dab der Wiederaufban bes Verkeürs-
iVök»^t>-°°" t>e„ts^,n iwspruch nchmeu wcrde. Der Stotz bcr Fran-
^ 7.k * ass ^"tlchaft sci w tief gegangen. Das Ucbcr -

°.!>>ff,>Z''i°hensveL^ne E.--- — -

I^°>!' ili„^°kwevdi^s»-^l°nbaSn dürfen sich nicht gcgenscitig ^
ü t>7°r L"ä° Z°!t se! Erhaltung dcr Kleinbahn
°ö al7^7k°hr 3ahl dcS Pcrsonals noch dauernd

Leidcr

: vsrnünftige Tarisvolitik, aber cine
der Wirtschast mützte gleichwohl mög-

Kon-
c n.

„rr'-".°or «>ani ocs Pcrsonals noch dauernd ge-

°°r zj^iela^d^°"wier!gkeffen" ^°b>et mntz glcichfalls bcffcr funktio-

^°be. ^nd cim"q-?»°?°"?t glcichjalls Lcs Eisenbahnversonals, daS
'.U Tarjss^lawtc in dcr Pfalz in ersler Linie im
agen müffe der Ministcr mit bem Rclchstgg mcbr

X°,

börine map gleichfalls r/icht das ganze Jabr über rechne». Niiau «üsse
dafür sorgen, datz die Airsländer tm Sommer nrchtgar so
billig in Dcutfchland reiscn, wie Lies bisher der Fall war.
Ter Rcbner verlangt ci! en stärkeren Personalabbau.

Darauf vertagt ffch das Hans anf Samstag 1 Uhr: Weiterberatung.
Schlutz 811 Uhr.

*

Der Aeltestenrat des Reichstags hat beschlossen, datz
der Etat des Auswärtigen Ministeriums bei den Erklärungen des
Autzenministers von Rosenbera, die über die politische Lage er-
wartet werden, am Montag und Dienstag nächster Woche behandelt
werden soll. In den Tagen vom 26. April bis 2. Mai wird eine
Pause in den Verhandlungen des Plenums erntreten.

Aus den MOstagsausschiUen.

Berlin, 12. April. Der A u swärtige Ausschuß des Rsichs-
tages hat dem Essetzentwurf über ein vorläufiges Handelsüber-
einkommen zwischen Deutschland und Spanien, desien
Gültigkeitsdauer Lis 30. April bestimmt ist, zugestimmt.

Jm Haushaltsausschutz des Reichstags wurde Lei der
Veratung derEinkommenserhöhungfür die Veamten,
Angestellten und Staatsarbeiter ein Antrag Mumm
(Dnat. Vp.). die Reichsregierung möge die Besolduitgsgeüührnisis
mit grötzter Beschleunigung in dem Sinne ändern, datz an Stelle der
bisherigen Ortsklasieneinieilung ein Wohnnngsgeld trete, a n -
genommen, ebensa ein Ergänzungsantrag Höfle (Zentr.), der
vsrlangt, datz bis zu der von Mumm Leantragteu Neuregelung eine
Wertverminderung der h'eutigen Spannung.zwischen den einzelnen
Orisklasien herbeigeführt 'werden müsse.

(Wicderholt, da uur i« eiuem Teil der gestrigen Auflage enthalten.)

Schavdr sür ake Aei'tea!

Eine schlefische Kundgebung gegen das WLteu der Soldateska.

Breslau, 12. April.

Der gemeinsame Provinziallandiag der Provinzen Oberschlesien
und Niederschlesten hat in der Sitzung am Donnerstag solgende
Kundgebung Leschlossen:

Der gemeinsame Schlesische Provinziallandtag als obersts Selbst-
verwaltungsbehörde der Provinz gibt- seinem tiefsten Abscheu
Ausdruck über das empörende und seder Mcnschlichkeit
hohnspre ck> end e Eebaren der an Rhein und Ruhr wüten-
dsn französischen Soldateska, insbesondere über das ent-
setzliche Verbrechen in Esien. Durch die an wehrlosen und friedlichen
Deutschen verübten Ausweisunaen, prausamen MMandlungsn und
Bluttaten haben sich die französischen Besatzungstruppen, ihre Führer
und die französische Regierung für alle Zeiten mit Schande
bedeckt. Durchdrunnen von der Notwsn^lgkeit nnd dem schlietz-
lichen Erkolge des ziclbewutzten und geschlosienen, öber alle Partei-
und Klasiengegensätze hinwegschreitenden Widerstandes des ge-
samten dcutschsn Volkes geloben wir unseren bedrängten deuischen
Brüdern. und Schwestsrn mit dem Eenihl tiefster Dankbar-
keit und in Bewundcrnng für ihr mutiges Aushalten, treu
und fest zu ihnen zu stehen und sedes Opfer bringen zu wollen,
das ihren Widerstand stärken und ihrs Lage erlsichtern könnte.

Sar zertretene Lecht.

Li« fizilianischer Protest gegen Fränkreichs Gewaltpolitik.

Köln, 12. April.

Der Kölner Erzbischof, Kardinsl Schulte, erhielt von dem
Bischof Fiandaca von Patttjxuf Sizilien ein Schreiben,
in dem es u. a. heitzt:

„Wir Sizilianer insgesämt und ich Lesondcrs vcrfolgen mit
grötztem Interesie d!e Ereignisse im grotzcn Deutschen Reiche. Wir
nehmen Ante -il anden Leiden des katholischsn R h ein! an -
des. Wir Söhne des Aetna un-d Bewohner des Landes der Vesper
verstehen die Erbitterung gegen Frankreich. Wenn dieses Land
Verdienste (um die Menschheit?) hatte und noch hat, heute jeden-
falls werden seine Verdienste von seinem Vorgehen ver-
dunkelt. Unter dem Norgeben, d-as Recht Hochzuhalt-en, tritt es
dasselbe mit Fützen und schle i st es in den K o t. Als zivilisierts
Bevölkerung protestieren wir daqegen. W!r wollen eine Ver-
sLhnung, und deshalb beten wir sowohl für Deutschland als für
Frankreich. Wir können aber nicht umhin, die Torheiten der
Eallier zu beklagen, die im Uebermut wegen ihres Sieges
stnd, den si.e ohne frem-de Hilfe niem-als errungen haben würden. Jch
vergesse nicht, datz viele unssrer rheinischen Glaubensbrüder unter
Hunger und Kälte leiden. Mein Scherflsin habe ich -d-sm Nater der
Ehristenheit gcsandt, und ich werd-e damit fortfahren."

Rom, 12. April. Die italienischen Gewerkschafien
häben an dsn französischen Ministerprästdenten einen Protest gegen
das Vorgehen der Franzosen in Esien geschickt, in dem sie die
Beendigung des Konflikts durch Ueberweis-ung der Angelegen-
heit an den Völker-bund v-crlangen.

Landäu, 12. April. Vor dem französischen Kriegsqericht in Landau
fand Donnerstag die Verhandlung geg-en den Ersten Staatsanwalt
Fischer und gegen den Zweiten Staatsanwalt HeImsr aus
Kaiserslautern st-a^t. Der Erste Staatsanwalt war angeklagt, dem
von den Franzosen erteilten Befehl, drei deutsche Zollbeamte ins
Eefängnis aufzunehmen, nicht nachgekommen zu sein. Der Zweite
Staatsanwalt war angeklagt, sich geweigert zu haben, den Ersten
Staatsanwalt in das Gefängnis aufzunehmen. Beids Angeklagte
wurden zufünfJahrenEefängnis und fünfMillionen
Mark Geldstrafe verurteilt.

Sie erscheinen nlcht borm SLaatsgerrchtshof.

Leipzig, 12. April. (Eig. Drahim.) Der süddeuische Senat des
Staatsgerichtshofs zum Schutze derRepublik hatis
auf heuie zwei Verhandlungen wegen Veleidigung anberaumt.
Um 9 Uhr sollte gegen den Schriftleiter des „Dsutsch-völkischen
Veobachters" in München, Eckart, verbandelt werden, um 3 Uhr
gegen den Schriftleiter des „Miesbacher Anzeigers", Weger, aber
beide Angeklagte sind zu der Verhandlung 'uicht erschiensn. Es
wurde beschlossen, gegen beide Angeklagte 7Haftbefehle zu crlasien
und ste in Untersuchungshaft zu nehmen. Nach ihrer Festnahme,
vorausfichtlich noch im April, w!rd die Verhandlung aufginommsn
werden.

Badische Polttik.

VMcher randiW.

Die Aussprache LSer das Erund- und Eewerbesteuergesetz.

Karlsrulic, 12. Avrü.

D» Lcr N a ch m i tt a g s s i b u n g bcgann die Aussvrache über den
Gesetzentwnrf über den Aenderung des Grund« und Gewerbesteucrgesepes.

Abg. Matthes lD. Vp.s: Wenn diese Gesctzesnovelle anch irur
ein Jatzr in Kraft sein follte. so verlangt ffe doch unsere aufmerksamste
Prüfuug. Dem Kinanzministerium und den Gemcinden ist durch das
Gcsetz die Möglichkeit gegsben, Zuschläge zu Vorauszablungen zu ertzeben.
Diese Gesetzesbestimmung kann nur als ein Bcrsu ch angeseben werden
nnd ist nicht als ständige Einrichtnng anzusehcn. Wir müffcn crst seben,
wic sich Liescr Vcrsnch bewahrt. Dcn Gemeindcn ist damit cin so weit-
gebcndcs Recht eiiigcränmt, daS uns Bedcnkcn einslöht. Wlr babcn niKt
dcn Etndrnck. datz bet dcn Gemeindcn die notwendige äuberste
Svarsamkeit berrfcht. Die »rohcn A L s a tz st o ck u n g e n irn Hanüel
unb inr Gewerbe sinü in dem Gesetz nicht gcnügeiiü berücksichtigt. Wäbrcnd
man den Ansprüchsn der Gemeindcn in dem Gcsetz weitgebend eNtgegen-
gekommen ist, ist das bei Lcr Wirtschaft nicht der Fall. Nedncr crörterte
umgebenb die LVIrkuiigen des Gcfctzcs auf die Landwirtschaft. die darin
ungünstig betroffen werde. als das Gewerbe und besvrach Len Steucr-
eingang. Er bemerkt bierzu, eine daucrnde Stabilisicrung dcs Gcldes

- tzeir etngeÄU!, wte ne das Aetch brauchr. ,^.ct „eri .

neue Geies vorgeseüeuen Str-afe» müffe in Ler erfteu Zeir Nachjicht
geübt werden, weil die Frist biS zu« Jnkrasttretcn der Strafbestkmmungcn
lt. Mai) knavv bemesse» fet. Bezüglich der Bestimmung der Gc-
väude vermiffen wir die nötige Klarbeit. Die Rückwirkung LcA
Gesctzes auf zwei Jahre ift für uns unannebmbar. Die Berant-
wortung an btesem Gesetze werden wir den Koalitionsvarteien überlaffcn.

Abg. Gebtzarb (Ldb.): Jn Ler beutigcn Fassung ist bas Gesetz völlig
unannebmbar. Das Land- und forstwirtschaftliche BetriebsvermLgcir
kann nicht in der gleichen Weise berangczogc» werden. wie das gewcrb-
liche Betriebsverinögen: desbalb foll der Stcucrfutz sür das landwirt-
schaftliche Betriebsvermögen aus das 9,6kache unü für das gewerbliche auf
das einfachc angesetzt werden. Redner begründet einen dahingebenden
Antrag. Jn dem Antrag des Haushaltsausschuffes zu dem Gesetz ist die
Fassung solgcnde: Dcr Steuerfutz wird für dte verschiedencn Steuerwcrte
in folgendem Berbältnis der Steuererhebung zugrunde gelegt: beim ge-
werblichen und lanb- nnd forstwtrtschastlichen Betriebsvermögen ein-
fach, bet Gebäuden zweifach. bei etnzelnen geschätzten Grnndstücken nnd
beim Bergwerkseigentum vierfach, beim Wald und einzel» geschätzten Hof-
gütern achtiach.

Abg. Rückert lSoz.): Die steuerliche Bclastung der Fcstbesvl-
detcn kann unter keinen Umständen Höber geschraubt wcrden. Die Land-
wirtschaft tst heute verhältntsmätzig gut daran: ffe follte deShalb alles
tun, um tem Staat die Mittel zu gebcn, dtc cr nötig hat, znmal ber Staat
die Landwirtschaft wohlwollcnd unterstützt. Jch erinnere nur an bis grotzcn
Kredite für den Ankaus von Saatgut. Auch die Industrie ist in üer
Lage, dem Siaat zu belfen, ffe hat im letzten Jahr nicht nur Millioncn.
sonbern Milliarben vcrschleudert. Mit der Erhühung ber Freigrenze
auf 200 090 Mark haben wir nns schlietzlich einverstanden crklärt. ob-
glelch es bei ben Festbesoldeten eine so hobe Frcigrenze nicht gibt. Dcn
kleinen Landwirten und Gewcrbetreibenden koinmt die Frergrenze eut-
gegen. Den Gemeiuden und Kreisausschüffen bringen wir mit dem Gesed
Verträuen entgegcn.

Abg. Dr. Hanemann lDnat. Vv.) fvricht eingehend über dke
etnzelnen Beftinimungen des Gesetzes und Lemerkt, cs balte schwer, die
Tragweite des Gesetzcs zu überblicken und bcr jetzige Augenvlick erschetne
nicht geeignet. eine Steuercrböhung vorzuncymen.

Kortsetznng der Aussvrache Freitag vormittag 9 Uhr. — Schlutz Ler
Sttzung 8 Ubr.

»

A«träg« mr den Laudtag.

Zur EruKbruugSfrag« bat daS Zentrum folgenden Antrag
eingebracht: „Der Landtag wolle beschlietzen, öie Regierung zu er-
fnchen, beim Reiche dabin zn wirken. dab entsvrechend der in der Note
Neichskanzlcrs Dr. Wirtb vom 18. November 1922 gegebenen Zusicherung
das Gesetz über die Getreideumlage nicht wieder eingefübrt
wird und Lafür andere Mabnahmen zur rechtzeitigen Sicherstellnng
ciner für die Ernährung dcr Bevölrerung ausrcichenden Brot-Getreide-
menge und zwar nnter Mitwirkung der lanbwirtschaftlichen Organiiatio-
nen, der Vcrbrauchcr-Vertretungen und bes legitimen Handels getroffen
werien, und datz cinc Verbilligung sür Minderbemitteltc aus
Mitteln ber Illlgemeinhett erfolge."

Aits Baden.

n. Waldmimmersbach. 18. Avril. Da Sier bie SchüI-rzaSI 1129) für
zwei Lehrkräfte zu hoch ist, wurde mit Beginn bes ucuen Schnljahres
durch Las Unterrichtsniintfterium eine neue katöolische Unter-
leHrerstelle errichtet und mit Herrn Hötz aus Mannbeim besetzt.
Ein vronisorischer Schulsaal soll einstwcilen im evanzelischen Pfarrhaus
geschäffen werben.

— Manubetur, 13. Avril. Hier « rbängte ffch ein bier in bcr Mit-
telstrahc wohnender 58 Jahre alter verheiratcter Jnvalide infolge uiiheil-
baren Leidens in leiner Wohnung. — In ber Näbe der Rheiiibrücke
sprang ein in ber Bellenstratzc wobncndes Mädchen in I e l b st m ö r d e r i-
scher Absicht in den Rbein unb wurde stromabwärtS getricben.

— Maunheim, 18. Avril. Im Berbandsbüro dcr Binnenfchiffer
babcn die Franzosen eine Durchfuchung der Büroräumc vor-
genommen. die aver ergebnislos verlausen ist. Die Durchsuchnng
der Räume galt den Lohnlisten und den Lohngeldern beS Dcck- unü
Maschinistenversonals der Rhetnschisfahrt, Las Sckanntlich die Rbeinschrff-
fahrt stillgelcgt hat, weil es sich weigert, untcr sranzösischer Flaggc oder
Reparationsgüter zu fabrcn. — Vor dem SauS der franzöffschen Stirbien-
gesellschast für RbcinschiffaSrt ist ein Postcn aufgcstellt worden. Bci
öteser Gesellschaft waren anch fünf deutsche Beamte beschäftigt. Bon di-scn
weigerten ffch zwei, Lie Schiifspaviere für Leschlagnahmte Koblenkäb:,e
ausznsertigen. Sie wnrde» Laranfhin vo» Lcr franzöffschcn Studicn-
gesellschafl fristlos entlassen. Der von Len Entlaffencn angernscne
Schlichtniigsansschuh vcrurtcilte bie franzöffsche GesellsSaft zur Zahlung
dcr Gehälter und zur Sicherstcllung der Fordcrung der beiden Anac-
ttellten wurde eine Schreibmaschine der französischen Gcsellschaft in Bc-
schlag gelegt. Als der Gerichtsvollzieber zur Pfändung erschien, land
er einen franzöffschen Posten vor, ba die Gcsellschaft die Zuständigkcit des
deutschcn SchlichtunaSausschusscs nicht ancrkcnnt.

— Mcrchiuacn sAmt AdelSScim), 18. Avril. Hier svielten Buden nit
einem steinernen Krug, ben ff-e mit Wasser und ungelvschtem Kalk
füllten. Als ffe eine Zeitlang drum berumstanden. exvlodiertc dcr
Krug. wobei einem Knaben die Augen verletzf wurden. Alle andern
k-amen mit dem SKrecken Lavon.

- Karlsrube, 13. Avril. Ueber Las Berhalien der franzö-
sischcn Besatzung im Rbeinbafengebiet. das in den letzteu Wolt-en
mebrfach Anlatz zn berechtigter Emvörung gegcben bat, berichset die ,? a-
dische Preffe" und aibt einen Vorfall wieder, der ciniac Wochen zuröck-
licgt und bci dem sich dic französischen Pvstcn unglaubliche Chila -
nicrungen zu SKulLen kommen lietzen. Dcr bci ciner Firmä am
Rheinhafen Lcschäftigte Nachtwächter ging nachts um 11 Ubr von Dax-
landen durch den Rbeinbafen nach Knielingen. An dcr Albvrücke kan-
trollicrte der bort aufgestellte Posten den Patz und crklärte: „Patz salsch".
Der Posten stellte nun ücn Nachtwnchter 10 Minuten lang mit zuriick-
geneigtcm Nacken in Lic Näüe der elektrischen Bogenlamve utzd zwana ibn,
ständig in das grclle Licht zu sebcn. Nun svllte er scine beidcn Hündc iu
die Höbe strccken, welchcr Aufsorderung er nicht nachkommen kounte. da
scin rcchter Arm infvlge Kriegsbeschüdigung labm ist. Daraufbin schlug
ihm Ler franzöffschö Posten mit der Hand ins Geficht «nd «in zweiicr
dort stcbenber Posten ftieß dem Nachtwächter dcn G e w e h r k o l b c n
einige Male gegen dic linke Bruffseite. Darauf erhielt er seinen Pah
zurück und ivurde über bie Mbbrücke gcsagt.

Ö Neilstadt i. Schwarzw., 13. April. Dem Bcfftzer des „Ncustädter
Hofes" ist nunmehr ein zweites anonnmes Schreiben mit 1600 Mk.
Jnhalt zugegangen, mit der Bcmerkung, Las beigeleate Geld als weitcre
Nbfchlagszahlung für dcn begangenen W ä s ch c d i« b st a b l zu
betrachten. Es liegt die Vermutun gnabe. datz cs sich nicht um die eigent-
lichen Täter, sondern um LanLLnbcnstrciche handelt.

? Emmendinge«. 13. Avrtl. Jn Bötzingcn ist das Auwelcn dcs
SLreiners Robert Dier völlig niedergebrannt. Das Feuer grisf
auch auf das Anwefen des Schubmachers Hcnninger Lbcr und äschcrtc auch
dieses ein.

? Mtillbeim, 13. Avril. Um den ivirtschaftlichen Fntereflen des iog.
Drciländerecks. wv deutsches, ichwcizerisches unö franzöffsches
Grenzgcbiet ffch bcrübren. zu diencn, bat der Verleasr Ler „Markgräfler
Nachrichtcn" MLllbeim scit dem 1. Avril eln neucs Organ, die „Südwcst-
beutsche Grcnzzeitnng" berauKgcgcben, die keinen bcsonderen Parteistaud-
punkt vertretcn soll.

)l Lörrach. 18. Nvril. Seit der Stäbiliffcrung des Markkurscs ist
der A n s l ä n d e r v c r k c h r In den badischcn Grcrizorten schr znriick-
gegavgcn. Die Ursachc liegt in den teuren Reisen, gegen die anch dcr
Frankenkurs nicht mebr anfkommt. Zndcm ffnd bcute manche Artikel in der
SLweiz billiger als vei uns zu Saven.

VsiisrdsobLvdilMkisv vom 12. Lpril, 8 vdr morgsus.

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kiijiMS 1.1. 11. . iiisiiili. -s- 11.1. Mi!!!». -s- 8 3 InssMirtii 10.2

Osr bünkluL sines kriiktigen Diefckruclrgsbiotes keäingt aucb in
äsn nllebsten Dagen nocb Xieäsrscblögs, üie absr rrsäer eroOs Intsn-
sität, nock langs Oauer srrsiebsn. Ois Deniporatursn bisibsn
veiter avarm.

VvrbersaSe dk Ssmsta« nbeiiä: tVolkig. gerinrrsr Usgs», rum Deil
in äen dfacbtstnncien varm, Liiäavsatwinä.

VVitterimMaiissicbtvn bia Sonntae ndenä: V/olbig, stsllsn-a sise gs-
ringsr Usgen, varm, Lüävvsstzvincl.

Derantwortlich für den textlichen Inbalt: I u l K r a e m e r in Heidel-
bcra: für den Anzcigen- unb Rcklameteil: C- C l a u e r. Franknirt
Druck und Berlag: I. G. Holtzwarts Nachf., Frankiurt a. M.
 
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