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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0767
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«»uruag. s. Mai 1923.

^ZeibLatt der Badischen Post

5.

.ie Sieferer, Koch und Oppenheimer verlangt

"gung der Vorlage. Dieser Antrag wird abgelehnt, '

der

Aus der Stadt.

Seidelberzer SLrgerausschuß.

In der Freitagssitzung ,

ratun^ anfänglich sehr spärlich besetzt. Es wird in der Be-
ag der Vorlage 7 (Änbau einer Fütterkammcr) sorigcfahren.
der ? Sieferer (Ztr ): Die Fraktion kann der Vorlags >n
sHxg^°"legenden Form nicht zustimmen. Die Kosten für den be-
Ej„ ""en Dau sollten nicht aus Anleihemitteln genommen werden.

Vorlage könne auch direkt dem aemischt beschlietzenden
^Autz vorgelegt werden.

laus°«^ Oberbürgermeister erklärt. datz die Kosten aus
l°nden Mitteln gedeckt werdcn rönnen.

Pleffer (Dem.) schlietzt stch im allgemeinen dem
^uer an. Die Vorlage soll zurückgezogen werden.
örLnd»^ Vorsitzende stellt fest, datz für 'keine Vorlagen eine Be-
Ka!t,. ^ no^wendig sei- Er Lritt nochmals für die Vorlage in der
»^ng des Stradtr.rtes ein.

E»dtv. Mager (V. b. Er.) unterstüht den Zentrumsantrag.
!oun^-- E Maier (Soz.): Die Entscheidung liege ja bsim
fLg.^nen Volk und cr werde sich der Entscheioung des Hausss
l>en "V- » solle die Vorlage aber nicht aus formalistischen Griin-
5a»o ^lren. Er bitte zu beachten, datz ourch eine neue Vorlage die
des an^Wöert und verteuert werdc. Lie produktiven Abteilungen
brin„ ^"schaftsamtes könnten evtl- die Mittel sür den Umbau auf-
^lbci^' ^>.°. llmändcrungen seien im Jnteresse einss rationellen
l>ez n nötig. Weiter versuchte er. die gestrigen Einwendungen
uemokratischen Redners gegen die Vorlage zu entkräften.
llvtin^ Oppenheimer (Dem.) glauvt, Latz die unbedinzt
^iir» " llmbauten vom Betrieb selbst ohnc Genehmigung des
uerausschiisses vorgenommen werden könnten.

!land ^ meitere Debattc spielt sich beinahe nur zwischen dem Vor-
ab, °vs Wirtschaftsamtes und dem Stadtverordneten Oppenheimer
iN^-sEin Kompromißvorschlag des Obcrbürger-
!>ag ^ Oeht dahin, den Stadtrat zu ermächtigcn, die Dauten auf
Neh^^iigste zu beschränken, die Kosten aus laufendcn Mitteln zu
^lvgen ^ gamischt beschlietzenden Ausschutz den Antrag vor-

Ein

Ho^rtagung"der Vorlage. Dieser -

mpiomißantrag dagegen angenommen.

Die Schwemmkanalisation

llch ^adtrat Menges (Soz ) befürwortet die Vorlage, hauptsäch-
, 3nteresse dsr Arbeitslosen. Die Vorlagc wird nach kurzcn
erkungen des Vorsitzenden einstimmig angenommen.
ird-n-s! der Vorlage 10 (Beschaffung der Kapitalien für autzer-
-gg ""iche Unternehmungcn) wendet fich Stadtv. Ammann (Soz.)

i>atz dem Stadtrat in der Frage dcs Verkaufs städtischcr
^ens kme Vlankovollmacht erteilt wird. Dcr Stadtrat sei nicht
1? zusammcngesetzt wie der Bürgcrausschutz.

Oberbürgermeister entkräftet die Bedenken des Vor-
^irn^.b und glaubt, datz der Stadtrat gar nichts gegen eine Be-
Aung der Vollmacht habe.

tiv^^chdtv. Mager (Ä. b. Gr.): Anlehen werden von seiner Frak-
stili.--!stcht mehr gcnehmigi. Er babe niemals eincr Verschleuderung
^cher Merte das Wort oeredct.

Böning (Komm.) Legründe einen Antrag auf Ge-
Äps1"3ung einer städtischen Zwangsanleihe. Dic Vorlage 10 ser der
iimsug dcs Endes der städtischen Güter. Er predigt weiter von dem
Rettungsmittel. der „Erfassung der Sachwerte".
l>etz„ Vvtrat Maier (Soz.) wendet sich gegen den Stadtverord»
bie ^Mager bezw. seine Ablehnung weiterer Anlehen, sowie gegrn
rvy äMerdrückebergerei einzelner Kretse, Hier seien noch etwa
ionen Steuerrückstände. Er macht Borschläge für eins
Ziygj?tung der Gsmrindesteuer aNf Gcbäudc. Den komtnunistischen
Verj 'Ssanleiheantrag lehnt er ab, er habe nicht einmal Agitations-
Die Einsthastigkeit der kommuyistischen SattierungspläNe
^Nin.°Ezweifelt werden, wenn man die gegenwärtige Tätigkeit der
Aiiss°„ uisten bei den Erwerbslosen betrachte- Die Erwerbslosen
r solchen Elementen gewarnt werden. Mit einem Haufen

bern z stvlter könne man die sozialen Fragen nicht lösen. Jn Heidel-
biz jLube auch die bürgerliche Mehrheit im Stadtrat viel Verständ-
r- .2 Arbeitslosen gezeigt.

Mr ^ beiden kommunistischen Stadträte lehnen dke Verantwortung
Mst ij^n vom Stadtrat Maier vorgelesenen Hetzaufruf aü. Mairr
absr fllr nicht ganz so unschuldig.

MchAf Stadtrat Rimmler (Komm.) zu reden beginnt, leert stch
Aej^uch dcr Saal. Seine heutigen Ausführungen stchen auf dem
. A^^neau wie die qestripen.

wpg.^chdem noch Stadtrat Löhning (Komm.) einige Bemrr-
^ n gemackt batte, wird Ler kommunistische Antrag auf Eini'uh-
idge °'Ner städtischen Zwanosanleihe abgelehnt. Die ganze Vor-
i'ber sodann mit der Aenderung, datz der Stadtrat Beschlllsse
'chiiL „ räutzerung von Sachwerten dem gemischt beschlietzenden Aus-
vrlegen mutz. angenommen.

>° Vorlage über die

Berstaatlichung Ler Luisenheilanstalt
Vorsttzenden als ein Zeichen der Not unserer Zeit be-

^eh^ndtv. Dr. Blessinq (Ztr.) weist auf die immer mehr zu-
C^NkKp-? «äuglingssterblichkeit hin. Äuch die sonstiaen Kinder-
^ägt n-U !°'rn im Zunehmen Legriffen, so datz Heilstätten unbe-
'eien, keine Ausgabe dürfte dafür zu boch sein.
Ammann (D. lib. V.) erklärt die Vereitwilligkeit
ion, der Vorlage trotz der grotzen Opfer, die da-

Die Hcidelberger
Lei Aufträgen
werden, mihr



^Meiten-
«rrakt

berückstchtigt würden.

ischH^- Mager (V. b. Er.) wünscht dis Festlegung eines
qu, ^ontrollrechtes und kürzere Vertragsdauer.
eteg^"' noch Bürgermeister Wielandt fllr die Dorlage cin-
7°nr, wird dieselbe angenommen.

Vorlage über die


Erhöhung der Hundesteuer

h^ der

er??Usy^^iverordnetcnvorstand über den stadtrütlichen Antrag
Hi!»>!>^°n und beantragt die Erhöhung der Steuer für den
n di». anf 20 000 Mark, Mr den zweiten Hund auf 40 000 Mk.


Fass

ung wird die Vorlage auch angenommen.

tokorrent -

^^iSliekl der Vüraerausschutz. den _

au^iillionen Leibamtes bsi der städtischen Svarkasse auf

(tz > die -Rark zu erhöhen. Mit kleincn Vcränderungen wirL
tz,„?'auf ''^'chskostenordnung" angenommcn. Die letzte Vorlaqe
städtischen Teilgrundstückes) wird auf Antrag des
bchlub ^°"vc>rstandes z u r ü ck g e st e ll t.

" der Sitzung gegen 8 Uhr.

!!>itti.-^n
Rh

beqan^um'ö Uhr 38 Min. 28 Sek. Das Maxi-

,ag d?r mittlerer

' Dq° zäbbebenapparat d

. Stärke reqistrierte am Frcitaq nach-
der Landessternwarte auf dem Königs

^ Uhr 18 Min.

. >' »"b

Volkshochschulkursen.

Die Vcwegung
Entfernung von

h-elt

etwa

bis 7
8500

Uhr

rilo-

5äti-,-Uolksst7?„^'°"syoiy,chUlrur,en. Die an die Kurse angcglie-
Ag „'i wird auch in diesem Sommer-Semester ihre

. ch»n. chinitta^ aufnehmen und zwar bei guter Witterung Soini
^wi'ik.^n von 8—8 llhr auf dem Neckarvorland beiir

üeim

Wild-

»le- und Damit werden auch Vorzeigungen von
^ -i-eepflanzen sowie von Pilzen verbunden sein

a?°°Sr°phischer Vortraq. Am-- ' ' '

Zte^Nrr r.Ä? ? Uhr. ein Vortrag
au??" uber „Dns Wcsen d>

den Schule". Jn überzeuqcnder Meise schilderte der
dal. Vildungswert der Geographie und betonte im
die stiefmütterliche Behandlung des Faches Le-

2- Mai fand im Geogr.
des Herrn Prof. Dr. A.
der Geographie und ihre

sonders in den Mittelschulen. Durch lebhaften Beifall dankien die
sehr zahlreichen Zuhörer Prof. Hettner fllr seine wertvollen Aus-
führungen. — Jm Anschlutz an den Vorirag fand die Erün-
d u n g s v e r sa m m l u n g einer Ortsgruppe des Vsrbandes
deutsch.er S ch u lg s o g ra p h e n statt, wie sie bereits in Mann-
heim und Freiburg bestehen. Zweck des Verbandes fst, den geo-
graphischen Unterricht an den deutschen Schulen dec In- und Äus-
landes zu fördern, im besonderen seine Metbode nach ieder Richtunz
zu pflegen und auszubauen und die Stellung der Eeographie im
Bildunqsleben des Volkes zu heben. Die Erreichung dieses Zweckes
wird anqeftrebt durch Dorträge und LebrauZflüge. Fast sämiliche
Anwesenden traten dem Verbande als Mitalieder be!. — Als nächste
Veranstaltunq der Ortsgruvpe findet an Ehristi Himmclfabrt cins
geogr. Wanderunq „Heiligenberg, Weitzer Stein, Oelberg,
Schriesheim" unter FLHrung des Privatdozenten Dr. Schmitt-
henner staist, zu der Frevnde der Vereinigung herzl. willkommen
stnd. Treffpunkt früh 8 Uhr Hinchgasse: Rucksackverpflegung. —
Anmeldungen sind zu richten än den Schriftführer.

Zakob Wille.

Zu seinem siebzigsten Geburtstag.

Am heutigen Sonniaq feiert der ehemaliqe Dirsktor der Uni-
versttätsbibliothek, Geh. Rat Prof. Dr. Iakob Wille, seinen
siebziasten Eeburtsiaq. In Frankcntbal in der Pfalz geboren,
studicrte er in Heidekberq Eeschichte, klassische Philologie und Rechis-
wissenschaft. Nach kurzem Aufenthali als Praktikayt der hiesigen
Universitätsbibliothek war er kurze Zeit beim Generallandesarchiv
in Karlsruhe. Seit 1882 hat er ieinen Wohnsitz in Heidelbera. wo
er als akademischer Lehrer und Erforscher der pfälzischen Eeschichte
bis zum vorioen Iahre an der llniversitätsbiblioihek aewirkt hat.
Im Jahre 1890 wurde er Profestor. 1898 Honorarprofessor aui dsr
Univcvjität Heidelberg. Von 1902 bis 1912 trug'er den Titek Oüer-
bibliotbekar. sodann übernabm er als Direktor die Leitung der.
Univcrsitätsbibliothek Hcidelberg. Jm vorigen Iabre trat Wille in
>en Ruhestand. Das arötzte Verdienst crwarb stch Wille in der Er-
forschung der Eeschichte seines Heimatlandes, der
P fa l z. Schon in frühen Iahren erschien seine Differtation über
seine Geburtsstadt Frankenthal wäbrend des Dreitzigjährigen
Krieaes. Er bearbeitete die vfälzisckien Handschriften des 15. und
16. Jaürbunderts. Weiten Kreisen bekannt qeworden ist Wille durch
seine Biogravhie der yfälzischen Prinzessin Liselotte. deren Ledens-
aanq nnd Schicksale. sowie deren Briefe er in interessanter Weise
bearbeitet hat. Seine Kenntnisse auf dem Gebiete der vfälzischen
Geschichte wurden den weitesten Kreisen nutzbar gemacht, indem
Wille an der Universttät vor allen Schichten der Bevölkerung pfäl-
zische Kesckiichte und Kulturqeschichte las.

Zum siebziosten Geburtstaa wurde Wille,zum Ehrenmitqlied des.
MannheimerAltertumsverein ernannt. AmVorabend seines Ehren-
tages wurde in der Universitätsbibliothek eine von dem Münchener

Bildhauer Georg Steinel gefertigte B"ste Willes aufgestellt. An
seinem heutigen stebziqsten Eeburtstage werden die zahlreichen
Freunde und Verehrer Wille in Dankbarkeit gedenken.

Sein Nachfolger und mehrere Verehrer haben für seinen Ge-
burtstag eine besondere Ehrung vorgesehen, Lber die wir noch be-
richten. werden.

* Die Vergwacht. Im VürgetMsschutzsackle fand am Frcitag
abend eine Verfammluna der Naturfreund e stait, die leider
nur schwach besucht war. Vertreten waren die Heidelherger Wander-
verekne Odenwaldklub, Deutsch-Oesterreichischer Alpenverein und die
Naturfreunde. Außerdem waren die hiestgen Forstämter und' das
städtische Iuqendamt vertreten. Die Versammlunn wurde von Prof.
Dr. M e i s i n g e r - Hei'delberg eröffnet und geleitet. Nach kurzen
Worten der Beqrützung nahm der Gründer der Bergwacht im Oden-
wald. Herr Muckel - Wcinheim. das Wort, um die Ziele und
Zwdüe der Bergwacht in eingehender Schilderung klarzulcgen, Aus-
gehend von der Vergwacht im Hochqebirae, die ihren Sitz in Mlln-
chen hat. streifte der Redner die Aufqaben der Bergwacht. die in
der Hauptsache im Schutze der Natur liegen. Neben der Beschützung
der Natur hat es sich die Berqwacht zur Aufqabe qemacht, Einrich-
tungen, wic Schutzhütten. Ruhehänkc, Aussichtstürme usw dem be-
sonderen Schutz der Berqwacht zu empfehlen. Eanz besonders qinq
der Redner qegen die zahlreichen „Naurfreunde" vor. die ihre Liebe
zur Natur im Abreitzen von Blüten und qanzen Aesten äutzern zu
müsten qlauben. Erfreulickerweise hat die Regierunq stch hiergeeen
gewandt, indem ste den Handel mit Vlllten.'weiqen verbot Die
Wandervereine saqten der Berqwacht ihre Unterstützunq zu.
Tlle Rcdner qingen mit den Ausfübrunqen des Referenten einiq und
bezeuqten dies, indem als erste Tätiqkeit der Heidelberger Berq-
wacht 26 Leute aus der Versammlunq sich bereit erklärten. sicki als
Wachleute zu betätiqen. Jn den Scklutzworten wurde der Hoffnung
Ausdruck verliehen, datz die neugeqründete Verqwacht ihren erziehe-
rischen Wert bald zur Geltung bringen möge.

* Aistor.-philosoph. Derein. Mittwoch. 9. Mai, abends 8.30 Uhr,
im Hörsaal 17 des Neuen Kolleqienhanses Vortrag von Prof. Dr.
Rothacker über „Psychologische Welianschauungen".

* Naturhistorisch-medizinischer Verein zu Heidelberg. Dienstag,
8. Mai. absnds 8.30 Uhr, Häutklinik: Prof. Dr. Peterfi (Berlin-
Dahlem): Operation an Zellen (Mikrurgie). Mit Li'chtbildern.

^ Stadttheater. Am Montag bringt die Oper nntei der must-
kalischen Leitunq von Mustkdirektor Radig die Erstaufsübrung Ler
lom. Oper „Versteqelt" von Leo Blech und der Adamfchen Over „Der
Toreador". Veide Werke fanden bei ihren Berliner Urauffü'hrunqcn
den ungeteilten Beifall von Publikum und Preste. Sie werden
auch hier sicherlich grotzen Anklang finden. Beschäftigt sind die
Damen Easal. Junck. Warneck, Vetersen uyd die Herren Barth,
Greiner, Griebel. May Moser, Eartner und Weise. Die szenische
Leitunq hat Al' cd Schetters. Der instrumentale Teil wird vom
städtischen Orchester ausgeführt.

* Wochenbcricht der Wucherpolizei. Festgenommen wurden:
ein Arbeiter von Dörrletzberq wegen unerlaubten Handels und ein
5xändler von hier, der im Hinterland seit längerer Zeit Butter in
qrötzeren Menqen obnc Erlaiibnis aufkauite und sie durch die Post
i-nter verschiedenen Deckadressen nach hier sandte. — Zur Anzeiqe
qelangten: a weqen unerlaubten Handels: ein Handler von Steins-
furt. ein Reisender von hier und ein Händler von Stuttgart, letz-
terer auch weqen Preistreibere! durch Kettenhandel: b) wezen
V r e i s t r e i be r e i: ein Kaufmann von Gietzen durch Zurück-
haltunq von Waren: e) weqen Vergehens gegen die
M i I ch v e r o r d n u n g fünf Landwirte oon Unterschefflenz nnd
sechs Landwirte von Reihen, die gewerbsmätzig Frischmilch zu Butter
oerarbeiteten.

* Unverbcsserlich. Festgenommen wurde in Frankfurt der als
rückfälliaer Dieb bekannte 35 jährige Emil B,ischoff aus Heidel-
berg. Er war mit einem Sack mit gebranchten Schuhen und Stiefeln
betroffen worden, die er offenbar aus Earien- und Bauhütten ent-
wendet hatte.

* Polizeibericht vom 4. Mai. Festgenommen wnrden:
ein 16jähriger Sckuhmacherlehrling ans Hohenstadt, der seinem
Lehrmeister unler Mitnahme von 52 000 M. Bargeld. einer silbern>'n
Herrenuhr, 10 Psund Nauchfleisch und 4 Pfund Dörrobst davon-
gelaufen ist: ein 15jähriger Kaufmannslehrling aus Maqdeb.irq,
der seinem Arbeitgeber Sieuermarkengelder i-n Höhe von 106 925 M.
unterschlaqen hat iind damit flüchiig gegangen ist,' 25 000 M. wurden
noch vorgesunden und beschlagnahmt: eine ledige KLckin von aus-
wärts wcgen Fundunterschlagung, weil ste am 18. März in der
Anlage einsn Scheck im Betrage von 10 600 M. gefunden und nicht
abgegeben hat. — Aufgegriffen wurden drei Obdachlose und
zwei Trunlenbolde. — Zur Anzeige gelangten: ein sluchtiges

Dienstmädchen wegen Entwendung von Kleidungsstücken im Werte
von 200 000 M.: e!n verheirateter Packer wegen Diebstahls: ein
Arbeiter wegen Forstdiebstahls: eine Kellnerin. die während der
Reis« ihres Arbeitgebers 68 300 M. aus der ihr anvertrauten Kasse
hat verschwinden lassen. wegen Unterschlagung: ein Polsterer und
ein Schlosser wegen Körperverletzung und Bedrohunq: zwei Per-
sonen wegen groben Unfuqs: zehn Ruhestörer: zehn Kraftfahrzeug-
führer wegen zu schnellen Fahrens und weitere 16 Personen wegen
anderer strasbarer Handlungen. —- Eestohlen wurden: am
4. Mai abends von 8—9 Uhr aus der verschlosicnen Bauhütie bei
der Schlachthausstratze ein Herrensahrrad, Marke „Weil", Wert
400 000 M.. und in der Nacht zum 30. April im Steinbruch Hellen-
bach nach Erbrechen von zwei Dauhütten ein Kreuzpickcl, ein Stiin-
schlegel und 10 qm Dachpapve. — Verloren und unter -
schlagen wurden: Am 1 Mai von Neuenheim nach Handischuhs-
heim eine schwarzlederne Briesmavpe mit 31 000 M. und am 3. Ma-i
von der Bluntschlistratze bis zur Bauamtsgaste ein Zwanzigtausend-
marlschein.

«-

ed. Aus Lem SKwarzbaLtal, S. Mai. Bor elniqen Wochen hauilerten
in der Gegend zwci angebliche KriegrbefchSdigt« mit Näb-
faden und verkausten Rollen mit Faden, die angeblich mit 40U Meter
Fadcn bcdeclt ivaren. zum Preiss von 1266 biS 1S6N Mark. Einc Frau
merkte aber, bah Tchwindel getricben wurde uni itellte fest. dah ttatt
406 Meter nur tvv Meter auf der Rolle waren. Die Poltzet in Waib-
stadt nabm dle beide» fcst, cbe sic nach Mannbcim ab-'amptcn wolltcn.
Dte Barschait wnrde den bcidcn Hausicrcrn, die ibre Adresie angaben,
nach Weisuug des Amtsgerichtes abgenommen, und der Staatsanwalt be-
fasitc sich mtt ber Sache, da dic beiden Schwindler aus dem Einser einen
Viercr gemacht katten. Dicscr Tage traf nun von dcr Staatsanwaltschast
Geld ein, etwa 2Nsivsi Mark, die an die Gcschädigtcn ausbezaült wurden.
Wieder einmal eine Warnung sür die Landbcwohlicr vor de« Hausieren.

eb. Uuterschwarzach, ö. Mai. DaS biesige Tonwerk A. -G. Unter-
schwarzach bat seinen Bctrieb e i n g e st e l l t unb die Arbeftcr ohne vor-
bergebendc Kündigung entlasien.

k. Altenbach, ö. Mai. Bei der G e m e i n d e r a t s s i tz u n g wurde
cinstirnmig bcschlosien, dab dic Ersiellung der Lrts- und Feldwege zür
Unterhaltung an die Wenigstbietcnden versteigcrt werden. Fcrner ver-
sügte dcr Gcmeinderat. datz die OrtS- und Fcldwege zu leder Zcit in gutem
Zustande und sür Fuhrwerkc iabrbor gehaltcn werden müsien.

ßeidelberger Konzerte.

Jm Kammermusiksaal der Stadthalle tiat am Freitag die
Eeigerin Anita Portner vor ein Publikum, das ihre Gaben
mit immer mehr sich steiq-ernder Teilnahme aufnahm. Autzer
Reaers Suite im alten Stil, die der Violinistin, die von Frl.
K. Wolff korrekt beqleitet wurd«, qut gelang, und Beethovens
Klaviersonate op. 31 Nr. 2. die Frl. Wolsf unter Ueberwindunz
der Schwierigkeiten aber etwas nüchtern spielte, wies das Pro-
qramm Bachs Adagio und Fuge E-moll für Violine allein auf.
Hier zeigte Frl. Portner. welib tiefe. welch echt sprudelnde must-
kalische Veqabunq ste besitzt. Dieses Bachsche Bekenntnis, das an
Tiefstes und Höchstes rühri, in edler Melancholie sich sofort iastend
zur Versöhnung mit Kott und Welt aufsteigt. da Wehmut Las
Herz umspannt und allenthalben Blumen der Erinnerung grützen,
qehört zu den erhabensten Eaben der Mustk. Nicht minder schön
ist die Fuge. Die Energie, der Geschmack, das nie trllgende must-
kalische Feingefühl der Eeigeiin Portner verdicnt HKchstes Lob.
Der schöne Akend schlotz mit Brahms' aus Sehnsi-chr ervlnhender
von Stimmen des Dun-kels umhauchter Sonate D-moll (op. 108).
Die Begleitung gsriet für mein Eefühl bisweilen etwas kräftig.
ALer die Eeigerin hat eine poetische Seele. X. 'Vll.

Geschästliche Mitteilung.

Was ist Siitzftoss?

Ueber diese Frag« fübrt dcr gns dem Gebtet de» ErnäbtnngSweien«
bekannt«, und geichätzte Geb. Reg.-Rai Pros. Dr. L. A u ck e n a ck i»
Hest 8 ber SwriitentcimmIsng deS RelchSminisicrinmS für Ernähruna
und Landwirtichgst „Die Volcsernä'hrung" folgendes aüs:

„Als künstliche Süßstosse komme« Saecharin und Dulci»
in Betracht. Kür dcn Hausbalt eignet sich wcgen seiner Löslichkeit ins-
besondere LaS Saccharin. Der sogenannte K r t st a l l s ü si si o f f. daS
reine Natriumialz dcs Sacchartns, bat ctwa bie 480 fache Sützkrasi des
Zuckers unb ist daber zum Sützen von Sveiien Lesonders acciznet.
Äuherdem gelangen auch Siitzstoffzubereitungcn mit gsringsrer Sützrrast
inamentlich zum häuslichen Siitzen von Katt'ee und Teci in Form non
Tabletten tn den Verkchr. Der Geupb von Saccharin iit gcsiindhZüich
unbedenklich. Die künsillchen Siitzstofsc sind zwar keine NabrungSmittol,
aber rccht beachtenswerte Genutzmittcl, weil sie das Bcdürsnis nack
iiitzem Gcichmack zu befricdigen vermöaen. Da sie keinen Näbrwert be-
sibcn, sind sic gewisierinatzen als w ü r z e n d e Stosie anzuieben. die
insbeiondcre zum Siitzen von iolchen Sveisen und Getränken geeignet
ericheincn. bte Näbrstosse entbalten und iniolgedesicn bereits einen mehr
oder weniger vollen Geichmack baben. Iniolgedesien vcrwcndet man Sütz-
stofse auch zweckmätzig zusammen mit Zucker. um Zucker zu ivaren."

Kirchliche Nachricht-m

Metbodiktea-Grmriudc. E b e n - E z e r - K a v e l I e. Landhausstr. 17.
Sonntag, 6. Mai. vorm. S.8» Ubr: Predigt, Prediger Ekert.: ll Uhr:
Sonntagsschule lKinderavtiesdieiifti: nachm, 3.80 Uhr: Predigt. Mon-
tag. abends 8.15 Uhr: Allianzgebetsiunde. Plöck 18. Dienstag. abendS
8 Ubr: Bibel- und Gebetstunde. Prediaer Ekcrt. Donnerstag. uachm.
2.8si Ubr: Kreissängerfest in Wieblingen iE». Kirchef.

St. BonifatjuSkirche Svnntag. si Ubr: Frübmcsic: 7 Ubr: Sing-
mesie mit gemeinsiamer hl. Kommnnion für die Juiigfrauen: 8 Ubr:
Deutsche Singmesie mit Prediat: S.15 Ubr: Predigt un-d Amt: 1l Uür:
Schiilergottesdienst mii Predigi: I.3si Ubr: Cbristenlebrc für dic Iung-
frauen: 2 Ubr: Corooris Cbristi-Bruderschafts.Andacht mit Segen:
7.3si Ubr: Maiandacht mit Predigt und seicrl. Aufnahme in die Auug»
frauenkongreg-ation. Prozession und Segen. Montag. abends 8 Ubr:
Dcrsaminkung dcr Frauen und Mtitter mit Vortrag und Andacht.

S t. Ioievb iPfaffengrundi. S.15 Ubr: Predigt »nd deutiche Singmesie.
iorbcr Bei-chtgelegenhcit. Cbristenlebre.

Heidelberger Standesamts-Nachrichten.

Ebeaussebvt« 1

SS. Avril. Bürobeamter Sermann Karl Zsrang mit Fda Karoline
Schrader. — 27. Avril. Bankbeamtcr Heinrich Walter Erich Tvaschütz mit
Eliie Emma yung. — Elektrotechniker Ernst Jalob Len, mit Emma Nuß.
— Kauimann Robert Anton Banfchenbach mit Ella Martlia Gcrtrude
Bftbnkc. — 28. Avril. S-tnblmachcr Seinrich Wcdel mit Cäcilic Hage!. —
Lokomotivsiihrer Georg Michael Kettenrann mit yobanng Hslcua Zimmer»
mann. — 2S. Avril. Elektromonteur Karl Kricdrich Tbrom mit Nnn-a
Stöbener. — 3si. Avril. Bankbeamter Anton Gevrg .Stautz mit Ada
Klara Frank. — Hanbelsmann Laib Fraszczvk mit Jda Schwcizer. —
Ncfcrcndar Nikolaus Karl Aug. Büchner mit Anna Marie Chrisima
Finzer. — 2. Mai. Kaufmann Adoff Hermann Lohmann mit Margarete
Dorvthca Kuhlmann. — Bäckcr Friebrich Barth mit Eiia Katharina
Ebinger. — Dreher Ernft Ludwig Kümmler mit M-aria Baucr. — 2. Mai.
Maurervolier Mäthias Windmaier mit Anna Maria Walter. — Eiicn-
baünsekretär F-riedrich WNHclm Otzwald mit Nosa Mgqdaleng Bau»
mcistcr. — Schreiner Georg Ebner mit Anna Maria Agathe Eüret.

S t« r b e i ä l l c.

24. Avril. Kätharina Eliiabetb Areitensleiis. gcb. Leitz. ohne Beruf,
83 I. alt. — 25. Eva Yoieiine Kohl von Hcvvenb:im, II I. alt. —
Ana.i Christina Dinkel, gcb. Bin-ield, Privatin. i>4 y. alt, — 24. .'ciri
Adoli Aucr von OiterShcim. 4 Mon, alt. — 28. Fricderike Cbriit. Schadt,
Privatin, 73 I. alt. — 25. Pelcr Schmidt von Bergzabern. 4N I. alt. —
Eliiabcth Scholz von Neckarbauicu, 27 I. alt. — Amalie Mohr. geb. Hug.
von Schricsüeim. 41 A. alt. — 28. Roia Sasicr, gcb. Puderbeutel. Pri-
vatin, 84 I. alt. — Auna Müller, Vcrkäukrin. 24-I. all. — Eva Elii'e-
beth Sckork, T. des Mechanikers Karl Schork, 4 Mon. alt. — Christian
Franzrcb von Untcrichwarsach. 41 I. alt. — 27. Anna Karoline Bueb. gcb.
Ackermann, Privaiin. 84 I. alt. — Karl Schröder von Hcidclberg-Hand-
ichuüsheim. 25 I. alt. — 28. Berta F-ieier. geb. Zieger. von Pbilivvsburg,
73 I. alt. — 2S. Balentin Greulich. NevisionSIuivektor a. D„ 75 I. alt, —
28. Anna Maria Pscnnig, gcb, Huck. 44 I. ait. — Sllovsius Wilhelm Wuu-
dcrle, Oberzollickrctär. 27 I. all. — Karl Hetz oon Nsckargemünd, 8 I.
alt. — Loopold Heriau oon Tosteüt. 1S I. alt. — Euaen von Siebert,
Oberstleuüiant a, D.. 59 I. alt. — 2S. Slnita Magdalcna Kubn von Wcin-
heim a. d. B.. 6 Mon. alt. — 3V. Anna Hürttlcn vou Mannheim-Waldhof,
S I. alt. — Wilhelmine EggsrS, g-b. Kremcr. Privatin. 85 -I. alt. —
Wilhelm Friedrich F-aber oon Iasia. 50 I. alt. — Maria Kricderite Schäier,
geb. Kruie. Ebcirau dcs Heizers Oskar Schüicr. 52 I. alt. — Aiuia Eisele,
geb. Firnkes von Forst. 27 I. all. — Helcne Kremvel. geb. Herrling, Ebc-
srau des Betriebsleiters Markus Kremvel. S7 I. alt.
 
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