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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0816
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lLndslieKe Tirsdruck grbt. erne vsn solchen Idealen erfüllte Kunft
Lesitzen rvir nrcht. Oder sagen wrr: noch nicht! Und deshalb rst
das Theatsr auch noch nrcht drs Stötte der geistigen Sammlung des
Dolkes gcworden. Bei dem ,.Tell" beisoielswsise, zeigt sich di-
Empfänalicbkeit des Publikums rmd das Bedrirfnis nach einer künst-
lerrschen Kost, die dem trefen Drang dsr Masssn nach vaterländischen
Impnlsen enispricht. Da zsigt sich. daß die intcrnationale Literatur-
kliauen nnr Minderhciten find gegenüber den „Rcaktronären", die
noS an ein Deutschtum und Vateiland glauben, die srch aber auch
dafür bedanken. dic Klassiker et-wa im Stile von Stcrnheim, Karser
«dcr crnem der exprcssionrstrschen Neutöner anfgcsührt M sehen. wie
ss eine irregelcitete oder das Mäntelchen vorsrchtig nach allsn
RichtunLen der polrtischen Wrndrose hängende Theaterkunst fertig
gebracht hat. Dicse Thcaterleiter. aegen dic der gnte Geschmack rrnd
dsr gesunde Kunstverstand der Wenigen, die sich jetzt erfrsulich
mehren, von Anfang an-Stellung gsnommen, wsrden stch allerdings
ynf die Kritik berufsn. Aber das nutzt ihnen nichts; die Krrtik hat,
soweii sic kein mrtschwrngendcr Tcil ienes politischen Mikrokosmas
war, immer nur ein grotzes I-rogezeichsn gesetzt. Sie zeigte einer
nenen Zeit weitgchendes Verständnis, absr unbcdingte Ancrkennung
und Eefolgschaft gab es in der bürgerlichen Pmfse nicht, denn hicr
wutzte man sehr wohl .m untcrscheiden zwischcn Entwicklunasn.ot-
wendiakeiten und künstlcrischer Iorm. zwischen Inhalt und Nkache;
man hat dem Verrnnerlichnngsprozcs! auf religiösem Gebret, der über-
greift auf dre Musik, volles Verständnis entgegenosLracht und Stücke
myfttsch-religiöfer Tendenz als willkommene Austsnfeiier mit grötzter
Aufmerksamkert auf ihrc künstlerischen Werte geprüft, im übrigsn
fedoch wartet man auch hrsr anf die Wandlung zum Besferen nnd
erblickt in den teilwcrse absurdcn Nuswüchsen der Kegenwarts-
literatur Symptome einer UebsrgangserfchLimrng, in dcr Sas
Theater lerder direktronslos mitschwimmt, während ss in Wirklrch-
keit erne klar vorgezerchnete Aufgabe zu erfüllen hat.

Wenn drese Aufgabe jetzt auch in den deutfchen Parlamenten den
Lheatern vorgehalten und ihre Erfüllung verlangt wird, so kann
man das nur mit Freuds begrüsien. Ein Rsgenerationsprozeß rft
dringendstes Bedürsnis, die Theatsr hätten aber jedes Anrecht auf
öfferitlich« llnterstützung, jeds kulturelle Bedeutung verloren, wolltsn
sis sich auf die Daucr ihrer vaterländischen Aufgabe entzishen,
Thsater und Presfe, die zwei gewaltrosten modernen Geistesinstru-
mente, in ihrer unmitielbaren Wirkung auf dre Massen sinzig
dastehend, können und Lürfen das historifche deutsche Ünglück ber
politischen Eigenbröteler, die für das Theater mr kulturvolitischen
wird, nicht weiterwuchern lafsen. Sie müssen fich in den Geist der
Eegenwart einftellen, bssonders aber das Theatsr mutz zu der Er-
kenntnis kommsn, datz das Wort von der Kunst, dre nur sich selüst
drcnt, falsch ist, dasi es in Zeiten wie den gegenwärtigen, wo rvir
Schlrmmeres als in den Zeiten von Jena durchmachen, ehrlichsr,
wahrheitsliebender und ibaraktervoller auf den deutschen Bühncn
zugehen must Der grofze Kunstfchwindel der Revolutronsjahre mrch
endlrch auWren, die Leutjche BLHne mntz ihre vaterländrsche und
ihre erzieherischc Aurgabe klar erkennen und so mitarbeiten an oer
Gesundunq unseres Volkcs, das, um ein Wort Hegels zu gebrauchen,
von den Männern der Nevolution auf den Verstand, also auf den
Kopf gestellt wurde und das nun wieder in die gcistrge Glcich-
gewichtslage kommsn mutz, Das Volk ist mit Phrasen trunken
gemacht worden, dre Phrassn ersetzen Eedanken und Natur; hoffent-
Irch wrrd es endlich anders, dann kann man auch dre Erwartung
hsgen,. datz ein nener dichterrscher Nachwuchs alle Zwiespälte der
Zert überbrücksn und dje Mission in sich fühlen mird, wieder Men-
schen auf die Bühne zu stellen. Hüter ernes grotzen Volkserbes,
Mrtjchöpfer eines neuen Volksaufstieges, werden dieje Dichter sein-

zu Gefängnrs vermuten lätzt, dann kann man sie nur sn dem Matze
verurterlen, in dem das sranzösische Gesetz es zukäßt. Das war
wenigstens rmmer die französische Doktrrn.' ehe Frankrsich an dic
Spitze der Regiernng einen ihrer angesehensten Juristen stellte.

Sas Werdener Arkil unseseHiich.

Ei«e Fejtstellung de Zouvenels-

Paris, 13. Mai.

Robert de Iouvenel weist in einem Aufsehen erregenden
Nrtikel rm „Oenvr e" daranf hrn, daß die im Prozstz von Werden
ausgesvrschenen Gefängnrsstrafen gcgen Herrn Krupp
von Bohlen-Halbaih und die Krupp-Direktoren rm fran-
zösischsn Strafgesetz nrcht enthalten stnd. Er schreibt:
Jch Ledanere, erklären zu müssen, datz unssr Strasqejetz nicht ge -
stattet, Krupp van Bohlen-Halbach und die Mitangeklagten zu
Gefängnisstrafen von 8, 10 und 20 Jahren M verurteilen, dsnn das
französische Gcjctz kennt keine Eefängnisstraze, dre fünf Iahre Lbsr-
steigt. Das Gcsetz schrerbt sür Verbrechen autzer der Todesstrafc noch
Zuchthausstrafe vor, Eefängnisstrafe ist einfachen Delikten vorbe-
halten. Zuaithausstrafen können für mindestens fünf Jahre und
höchstens für 20 Iahre verhängt werden. Gesängnisstrafen können
laut Artikel 10 des Strafgesetzbuches nur verhängt werden von sechs
Tagen bis höchstens süns Iahren, Das Militärgesetz, auf Grund
dessen Krupv von Bohlen-Halbach und die Mitangeklagten vernrterlt

wurden, bestätrgt in Artrkel 104 diese Bestimmungcn des Straf-
' ^ " Jouvenel erklärt, er wolle über den Gr

gesetzbuches. Jouvenel erklärt, er wolle üüer den Grad der Schuld
nicht sprechen, auch nicht untersuchen. ob der Fall Gefängnrs oder
etwa 10 oder 20 Jahre Zwarrgsarbeit verdient hätte. Aber selbst,
wenn er die Todesstrafe verdient hätte, hätte ernichtdenNich-
lern dasRecht gegeben, eine Strafe auszusprechen, dre dos
Wenn die Be>chuldrgten, so schlietzt der
wis es die Vsrurteilung

G-sstzbuch nicht enthalte. Wenn die Bes
Artrkel, ein Verbrechen begangen haben,

Der „Maön" M den AntNsrtnvten.

Von unsersm H-Korrsjpondenten.

Paris. 13. Mai.

Die englrsche Antwori auf die deutsche Rcparationsnote ging am
Samstag,'3 Uhr nachmittags, dem Quai d'Orsay zu, während dre
italienische Note nur erne halbe Stunde spater ankam. In ernem
eigenen Begleitschrerben fordert die englische Regierung üie Gc-
heimhaltnng dcr Rote bis nach rhrer Üebergabe an den deut-
jchen Botschafter. die am Sonntag stattfand- Aber trotz dieser Bitte
der englischen Regrerung konnte man den Inhalt der englischen
Note schon lange vor deren llebergabe aus den Aussührungen im
„Matin" ertennen. der sich vcranlatzt fühlt, dic französische Polrtik
gegenüber dicser Note verrerdigen zu rnüssen. Er führt u. a. aus:
Weder Lord Curzon noch Mussolinr würden durch ihre Antwort an
die Reichsregierung d!c Stellung Englands oder Italiens in dsr
Melt vergrötzern, das Rcparationsproblem selüst würdc durch diese
beiden Noten in keiner Weise gcfördsrt. Lord Eurzon erkcnne in
jerner Note jetzt offen an, datz er durch serne Rede rm cnglischcn
Obsrhause Dentschland dazu bringen wollte, bestimmte Borschläge
vorzulegcn. Dadurch habe er civc Verantwortlichkert hrn-
sichtlrch der deutschen Vorschläge auf sich genommen, jetzt müsse er
aber einsehen, daß all dre Hoffnungen, dre er aus jerne Auf-
forderungen gcsetzt hatte, nicht in Ersüllung gegangen stnd
und datz das deutjche Llngebot durchans unannehmbar jer, und zwar
sowohl wegen der geringen Summen, die es vorjchlage, wre auch
wegen des Fehlens areisbarer Earantren. Lord Curzon erinnere
an den auf der Parrjei Konferenz vorgelegten enalischen Plan, den
er als ein Minimum zu betrachten scherne, aber er mache nicht die
geringste Ansmelung auf die Besctzung des Ruhrgsbiets
und anf den Druck, dcn Frankreich anf Dcutschland ausübe. Damit
Lbergebe er nach der Mcinung des „Maiin" den Haupiterl
des ganzen Problemes, und seine Note habe deshalb nnr
noch einen vollkommen platonischen Eharakter. Gegen-
iiber einem Deutschland. das die Äufsorderung Lord Curzons so
wenig berücksichtigte, müsse man ganz andere Mittel an-
wenden, als die der Ueberredung. Allerdings erwähne Lord
Cur.mn rn seinsr Note von Gewaltmatznabmen nichts, doch habe er
sich bemirht, erne Einheitlichkeit der Anschauungen zwischen England
und Jtalien herzustellen, und er wollte Mussolinr dazn bewegen.
eine gemeinsame englisch-italrenische Note nach Berlrn zu schickcn

arötztmöglichsten Stützpunkt Frankreich» bil^,

Fernd,eligkeiten de r Rusfen «der der D eu^,V^

sky«

»e. ^ - ;nderRu,,en o-.» — - «-»„10, - »

Polen ser man davon überzeugt, datz durch Fochs j Iuli
Lrntrrtt Palens in dre kleinc Entente möglrch werden muro-..
rn dsr Tschechoslowcrkei würde er für den Eintrrtt Polcn.
kleine Entente wirken.

Ser Meister der Lüge.

Parncaräs Lbliche Dcnkwalsrede.

Bon unsersm H-Korresvondsnt

K«»-. Ii," ^5--->--d-»km»,s üs'e - m »- A

' - ° t hätten, day

Ber
rm Tals

er 'uraas, yreri Porncars am ... ---

der er behauptete, datz die Deutschen dbo.

des Cberuskers sich nicht geänderi

rn der Völkerichlacht ber Leipzig "Ll. NeutrEi-
: im Jahre 1870 aefälscht und dre bclgrsm . fur d'

Emjcr Depesche im Jahre 1870 gefälscht und dieocigu« pqr
im Jahre 1014 verletzt hätten- (!) Für alle Ew gkert^ ^psc^

rm ^ayre rnr.4 verreyi yaiien- z-) tiur uur L--jm

Leute der Friede immer nnr ern Uebergang Fra»r^-.^.

Drese wredcrholten Warnungen der Eeschichts K^„AichtungeU 7
dazu, sich zu errnnern, datz Dsutschland gewrsse " ^Acherlich SL, irrr
gc-gangcn ,ei, die es nunmeyr zynisch vsrleuane.^^ ^^schrttr.^

Ul ^.-eulicgiano zaycreilyc crn,ie ueure, vi- U»-'

Handel und im prrvaten Leben nicht verleugnct MFranub^

cutschland zahlreichc ernste Leute, dic uird

der täglichen Mi-ral dreselben Grundjätzs hätten.m^
Aber eins folsche Ausfassnng vom Staate aswohnte

schon seit langer Zeit daran. zu glauben. datz .t'F g-r-

Lüge immer entschuldbar ser und datz sie ihrc Ero.,e " tzcw Ka .
auswärtigen Vezrehungen machten die DsutsKen un-c zch ^
reichc dis Verlcumdung zu einer Lehre uno

herligkeit zu ernem S y st e m. (!) Man
eine dcutschc Regierung,

die sich oon' dcmokratisch^n

ler


lerien lietze, auf ein solch trauriges Vorgehcn verzickV^ nrihi
alte Eswohnheiten seien ein Nessushemd, dessen nra» Deiuichugi.

entledigcn könne. Man stehe heute noch immer beiM''°ch

gegenüöer, das nicht abrüstet. und das Frankreick, >aim^ cineI-I-ch-
datz es gegen Deutjchland riiste, einem Deutschland. o
schuld eingegangen sei, und ste jetzt nicht bezablen wo.ie, - ^ c n -
land, deffsn Veamte die franzosischen Soldaten aNgF-,) N'.^ per
Franlreich rn unwahrer Weise der Angrifsc heschulu'si'^en- b^chen-
in Deutschland protcstiere geaen so'lche Vcrleumw, ff,;der!p/',hn-
Wahrheit vnd anch den Intereffen Deutschland-s sel„ .„he m ,,qr
Vaivearö kraat. ob denn eine d e ut l ck e Katastr . ^ Gtstca

Pornearä fragt, ob demr erne deuts
brechen müffe, damit dieses Land erwa

das Vertrauen der Welt zu gswinnen, zunachst 'A^tastrvOFchMo-
oanerten, gelang rhm dies nichi, s „<;m>-»><-mik;urallie .. neS .nd

Die rtalienische Note, so meint der „Matin", unter
schcide sich nur im Tone von der englrschen, Mussolini erklärs, er
habc genau so wie Lord Curzon dre Einleitung von Besprechungen
gewünscht, und wenn er diescn Wnnich anch nicht offiziell ausgedriickt
habe, so gestehe er jetzt doch ein, datz er offizielle Schritte unter-
nommen habe, damit Vesprechungen mrt den Deutschen stattfinden.
Die Note der Reichsregierung enttäuschte aber nicht nur Lord
Lurzon, sondern auch Mussalinr in gleicher Wersc. Bczüglich
der Reparationen dcnke Muffolini vor allem an die frnanziellen
und wirtschaftlichen Intereffen Italiens, denn Italien könne nicht
ernfach auf mehrere Millrarden vsrzrchtcn, dic es von Deutschland
bekommen könne, solange England und Amerika nicht gleichfalls auf
die Rückzahlung der italienrschen Schulden verzichten, Jtalien sr-
kläre, datz eine Regelung der Revarationen so lanae nrcht rnöglich
sei, als nicht dre interallirerten Tchulden annulliert jeren und ebenjo
wre Entzland, jo sordere auch Italien die Reichsregrerung arrf, neue
Vorschlage zu erstatten, dre diesmal befriedrgender seien als die
letzten.

Der „Matin" fährt dann fort: Die franzöfische Regierung kann
nichts anderes tun, als den Vmpfang dreser Noten bestätigen.
Der deutsche Reichskanzler wird jetzt nicht nur auf eine, sondern
gleich auf drei Noten antworten müffen, aber es wird ihm
nrchtgelrngen, eine Spaltung unter den allrrerten Mächten
herbeizuführsn. Obwohl drc Allirerten kerns einheitliche Politik ver-
folgen, rst ihr Standpunkt klar ausgedrückt: Das deutsche Angebot
wird allgcmein als unannehmbar bezeichnet, wenn dres auch
aus »erschredeuen Gründen geschieht. Die Engländer und dre
Jtaliener glauben noch immer an einen Erfolg rhrer Beschwörungen,
währsnd Frankrerch, das eine andere Methode angewandt hat, den
Weg weitergeht, den es erngeschlagen hat. Vei serner Widerstands-
politik wkrd Deutschland niemand zu Hilfe kommsn, und dreser Tat-
jache mutz der jetzige, wre auch jeder künstrge Reichskanzler Rech-
nung tragen.

Frankreichs VkndssgeKoffen.

Parrs, 1<, Mar. (Erg. Drohtm.) Die Reise des Marschalls
Foch nach Polen und der Tschechoslowakei wrrd der „Darly
Mail" zufolge wichtige. wenn auch nicht unmittelbar Levor-
stehende Folgen haben. Die Sicherheit Euroxas.würde vermehrt (?l
und die Allirerten neue Garantien gegen einen eventuellen Anorrsf
Deutjchlands oder Rutzlands erhalten. Foch erklärte dem Bsrrcht-
erstatter des genann.ten Blattes, datz dre polnische Armee dsn

datz es dre anaerichteten Schäden wisdergutmaF-e. si, ^ dS? A,,ggd
Ltüeiten lasse. Wsnn aber Deutschland fich den
überlaffe, wenn es in seinem blinosn und ohnma.-u>, D«u>o '

nd

verharrs,' dann werde Frankreich gsduldig warten
besssre Gefiihle annehme. ^ ,r«e

Wir stehsn hente a» der Ruhr, und salanee ^

nicht bc.-ahlt hat. kann es anch nicht bewirkcn,

von Lort zurüüziehrn. .

Poincars sprach dann auch Lbsr Englano. abe/ L^jldC
datz Frankreich allen Alliierten ewigen Darrk sHsiA'IZaf'/si,, di"
reich erklärt mrt erhobener Strmme. datz auch allest'M,^^ !«>

ihm Dank schulden. UnLer den ToLen aller ^ rnll

I-ranzosen am zahlreichsten, und iie rvaren es, d-re n--" §q-n

Weg nach Parrs vcrspsrrten, aber sie versperr-en ^ ra nm b--«
de» Weg nach Parrs, sondern auch den Weg nacki

an wnijcyaorgungen r>r aver ieyr gerrng.
ketnen Fallzulassen, datz man seinen Anten

Zeschle«»!swig ött Kmsamitt

LausanÄjrkcn


Lausamre, 13. Mai. Samsteg abend lresen r« p,e - ^
irber ein Illtimatum der allirerten Delegatronen « cfson, x di« -
Dre Gerüchte fanden keine Bestatigung und st" , ^ g
zurück'uführen, datz Keneral Psllö Zffrne j t c ff^, ^jrr. ^

wendigkcrt dcr Beschleunigung der Aroet^^gtb^
ferenz aufmsrksam machtc. Dic Annahme diirfte o ^jrd. „ ,

die kommende Woche rnsofern entscheidend I rvo^ , ^
drei Komitees, hauptsächlrch absr das erste., ve I .jjrdcn -

x W,ch,»r, "A»»»,-»-

mühungcn, salls eine l-yneite Ernrgung uoer - ^,i

sür die Krwons der ottomanischen Sckuld moaUA ^ ,

erklärt, datz Pells dem Grundsatz der kaWNll ^
Franken zustrmmte. aber entsprechende Vustruk-- . .^jech>! „ hot . „
warie. die am Dienstag ekntreffen dSrften. — ^ e-->

durtten. —.^'It'gffen.N'm e-"«
minister Alexandrrs, der in Lausanne e>age-r ' ^ u "F,

Line ZonmaWenschrt m die SiidwrßeSe.

Die zweite Entdeckungsreise in der Heimat.*)

II.

Von Friedrich E. Metzler.

Ein Empfang rn den glänzenden Räumen der Handelskammer,
wober der Oberbürgermerster von Karlsrnhe und der Präsident der
Handelskammer warms Worte der Begrützung an dre rersenden
Iournalisten richteten, beschlotz den ereignisvolle« Tag. Am anderen
Morgen brack'Mn uns die Kraftwagen zunächst nach dem Smloffe. in
deffsn Sälen und GLngen dre reichsn Sammlungen des Dadischen
Landesmuseums untergebracht ffnd. Gsrns hätten manche von
uns eine erngehendere Beffchtigung der Schätze vorgenommcn, leider
war hierzu kerne Zert übrig. Unsere Fahrt sührte nach der Ba-
dischen Landcskunsthalle, deren Direkior, Profejsor Ste-rck,
uns schon erwartete, Jm Vestrblll Legrützte uns der Direktor dcr
dort veranstalteten Grotzen Deutschen Kunstausstellung und eröff-
nete uns mit kurzen Worten die Aussicht auf eine unqemein reich-
haltige Schau aus dem Schaffensgebiet der dsu.tschen Künstlerschaft.
Die Sammlungen der Vadischen Landes-Kurrsthalls ffnd von Pro-
sessor Storck neugeordnet worden, aus allen Terlen des Landes sind
die besten Stücke hier vcrsinigt- Besondere Aufmerkjamkeit siir uns
Frankfurter erweckten die RLume, die das Lebenswerk unseres
früheren Mrtbiirgers Ludwig Thoma bergen. Langes Verweilen
war uns auch hier nicht gsstottet. So trcrten wir die Fahrt -rach
der Grotzherzoglichen Maiolrka-Manusaktur an.
Mitten rm Walde rst hrer eine Stätie erstanden. an melcher unter
industrreller Regre Handwerk und Knnst zusammen wirken. Dre
-Erzeugniffe der Kunsttöpferei rn rhrem Farben- und Formenreichtum
sind allgemein bekannt. Hier sahen wir. wie die Erd- und Ton-
maffen gemahlen, gesiebt, gsschlemmt. gsmischt und getrocknet werden,
bis sie als Rohstofse in der Töpferei Verwsndnng frnden. Die Her-
stellung der einzelnen Eefätzteile, jhri- Zusammenjctzung, das wrcder-
holte Brennen rmd das kunstvolle Dekorieren, stellen einen viel-
sältigen Arbeitsvorgang vor, doffen Anschauung ffch lohnt. Trn
rerscher Eang durch die Musterzimmcr und dic Wcrkstätten der cnt-
wcrfenden Künstler beschlotz die eindrucksvolle Besichtigung, Nne
schöne Rundfahrt durch die Stadt führte uns in die Rübc des
Hafens, deffen Besichtigung wegen der dort hausenden sranzösilchen
Wachen ffch verbot. Unser letzter Vesuch galt den Werken der Aktien-
oescllschast Iirnker L Ruh. Der nngeheure Fabrikkomvler. das
Werk versugt über ein Areal von 192 000 Ouadratmetcrn, ist die
Erzeugungsstätte von Nähmaschrnen, Easherden und Oefen! Die
Kesamte Faürikation von Rohgutz bis zur Emarllierung der Erzeug-

*1 Bergkelch« Nr. 117 vom 8, Mai 1M<

niffe vollzieht sich rn einer riesigen Halle, in der alle die vrelen
Betriebe sich stnnvoll aneinanderrerhen. Das Werk. vor einem halben
Iahrhundert aus klernsten Anfängen entstanden, nimmt erne
fiihrende Stelle rn der Weltproduktion sin. In der vam Wsrk untsr-
haltenen Lehrküche, rn der die verschiedenen Sorten von Gaskoch-
herden in geordneten Lehrgängen norgeführt werdcn, endste drcse
hochintsreffante Besichtigung. Die nunmehr beabsichtigte grotze Rund-
fahrt durch dre Stadt mutzte abgekürzt merden, da die Zeit knapy
geworden war. Dre Stunde war herangerückt. in der wir in den
Tiergartensälen die Gäste der Stadt Karlsrnhe sein sollten. Ver-
treter der Regierung, der Stadtverwaltnnq nnd der Handelskammer
setzten sich mrt uns zu einem fröhlichen Mahle nieder,

Stadt- und Kurverwaliung von Vaden-Bade.n hatten nns ihren
Verkehrs-Direktor nach Karlsruhe entgegengeschrckt, ein Sonder-
wagsn war sür uns in den Zug eingestellt worden. Nach den
anstrengenden Desichtigungen war die Fahrt durch das in frischem
Eriin prangsnde Land einc Erholung. In

seiner Ankunft gegenüber den nmlaufenden 'Lrk^O»K

keabsichtigten grrechisch-iürkischen Sondcrfrreden ^Ätzjchluö "
gegeben, datz er nach Sausanne komms, unr beim -

gemeinen Friedens mitzruvirken. N'

«-'»K-L

sprudeln, sind drs Badehäuser errichtet. Pab^'^gP^,

Frredrichsbades »aben uns dte Herren
eine Rerhe von Krläutcrungen, aus dencn mrr^c ^ F

datz auch sür dic Mrnderbemitielten, durch bis FuAo Fri-

Regierung. dis Möglichkeit gegeben ist, in Dao Räu>"/ ^-lea^jt
zu gebrauchen- Eine eingehendc Besichtigung aller ^ .itjjberm
richsbades schlotz sich an; zu einem Besuche ej,)- F>rm

Augustabades fehlte uns die Zeit. Dre Fnbaber " ii e

schavi hatten uns zu einer Fahrt arrf den 7

Die elektrische. Bahn sührte nns auf vielfach «si.qblicke
den Futz des Verges. Eine Menge rerzender^ -r -rci

-r

paradissischc Gegend eröffnen sich, wenn man »a^,,dbl'-ck ^-»giaE^r
auf dem Grpsel angelangi ist nnd mit einem Ru" Schwa" D

der Vogescn und dre Höhen der Zardt und^^be^s ^

Baden-Vaden

wahnten wir einer Vorstellnng van Rabindranath Tagores „Post-
amt", im Kurhaustheater ber, Die Lerstungen des Ensembles
itanden auf einer bemcrkcnswcrten Höhe. besonders gefiel die
Trägerin der Hauptrolle, dre ohne Uebertrsibung und Pathos ibrer
schwierrgen Nolle gerecht wurde. Wir folgtcn sodann ciner Ein-
ladung der Kurverwaltung zu einem Abendeffen, das rn dem
bekannten roten Saal serviert wurde. Ein Vertrster des Baden-
Vadener Hotelier-Vererns klärte uns bsi diejer Eeleaenhert Lber
die derzeitige jchwierrge Laae des Hotelbetriebs rn Baden-Badsn
auf. da die gewohnten früheren Gäste bcfürchicn, rn Baden-Baden
von den Franzosen belästigt zu wsrden, Später, nach ernem Rund-
gange durch die nsuerbauten Räume des Kurhauses, die ffch würdig
an dre alten Prachträvme anschlietzen, wurde vom Restaurateur
des Kurhauses, uns zu Ehren, noch eine Weinprobe veranstaltet.

Am nächsten Morgen wurde der Svazrergang durch den Kurpark
durch Regen stark beeinträchtrgt. Wir bssuchien dre Trrnkhalle,
nal-men dort den Segelflug-Äpparat der Fliegergruppe in Arrgen-
schein, nm dann »nter berussner Führung der nicht umfanqreichen
aber gewählterr K unstsammlung einen Bsj'.'.ch abzustattcn. Ern
Abstccher ins Palais Stourdza vermittelte uns angewandt?
Kurrst rn verschiedencr Ausmachung. Antiquitäten und Seltcnheiten
aller Art, Möbel, Stofsc, Bronzen, Stickereien. die Erzcugniffe alter
und neuzeitlicher Vuchdruckkunst, dsnen sich eine Ausstellung grotzer
Bsrlrner Modefirmen angeschloffen hat, ffnd in Fülle vorhandsn.
Wir lonnten nns aber iiberzeugen. datz fiir weniger Kapitalkräfrige
hier kaum Ankäufe geboten schienen.

llnser Weg führte uns nunmehr zu den Vadener Heil-
quellcn. Am Futze des Schlotzbergcs. Lem die Heilquellcn ent-

oer Lrogesca uac oic Nopen ucr x>arui ,

nmsassen kann, durchzogen von dem Silbcrrand ^

Stadt Baden-Daden, aus der Vogelperspektrve 6',' ' ^jjpcn .
sich wie aus einer Spielzeugschachtel, zwischen d«u ''^Zpfc>'7

aufgcbaut. Ilns Frankfurtern zeigten unsere Gch->
au-sschiinmerndc» Sonnenblitz jenseits des Ryc>^,,^. hg«
Sesenheim. Jn »ngeregter Stimmung nahmen n>
den Vatscharrs «e'botene Nkahl ein, um dann nffm
eipen Rundgantz 'ourch die Erzeugun»:sstätte


d«.


..Mcrcedcs" und der „Ä.B,L.-Krons" anzutreten.

erk beschästigt zweieinhalbtau-send^ Ärberteri^n ^gespk

"" ' Pcr» - - > -i

und sördert einc nach Mrllionen Stück zäblendc ^


Dre sorgfältig« Vorbereitung des Tabaks. ehe z--

kommt. erfordert ein« R-ihe non subtilcn Sand-ir-'^ dw Ä'
Fabri-katron ist man im Zweffel, ob man der Ma!"' erzeE^kÄ
Tagesleistrmg fast eine vrertel Millian Zr.aar"trd^

Vrers zuerkcrrnen will oder der slrnlen ArüeiterM, w-rre"
slrnken Händsn die feineren Qualitäten herstel»-
der Bejrchtigung noch nicht zu Ende, als bereits d-e.-> uw
Herrenglb mit zwer achtzehnsibrgen Kraktwagen ----

rn den Schwar-wald abzuholen/ „ :«,« Strahld^rr'b/

Die Sonne hattc sich «ndgültig entschloff^^ grlf - j

frcigebrger zu spendeir. So wurde uns t»e.iD^^sjcneit
tinenweg-en Lber die Schwarzwaldüerge zu Lin-em

KeN"

7

Herrenalb

zuw vA'pegÄ

hiclten wir vor dem altehrwürd-igen .-Casthau^ Tra<ht «^>>7

- - - »-,- t-S.'r-A

dessen Schwelle
ten. Sie reichi
Tairnenbr-uch u

grüu gejchmückteir «aal. wo ern «.utn-rr»,^, ur»,

und herglich war die Bcgrützung nach SchWaüeMl^ Flutz, ^,r

ten. Sie reichten uns als Willkommengeschem i" . -

Tannenbruch und acleiteten uns in den anheirn harÄ/'
ori'N Ka«»s ma «in Kwffeetisch^ U»I» D-i«


schon die Hcrren vom Pforzheimer Empsarlgsausi.l v-
zum AuHruch. maZiltzn, Eül k-urzcr Runog-a«s
 
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