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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0558
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rinerhsrle WMür.

Durchfllchung und BeZchla.qnahme deutscher Post im besetzten Eebiet.

Es wird uns folgender Fall der Durchsuchunq und Beschlaq-
nahme deutscher Post mitqcteilt:

Als am 19. FeLruar qegen 6 llhr abends dis Kraftwaqenpost
von Trier vor dem Postamt in Saarburq (Bezirk Trior) ein-
traf, erössnsLs der französische Eendarm Henner von der Esndar-
meriestation in Saarüurq, der sich in Beqleitunq eines zweiten
französischen Cendarms bssand, dem PosLamtsvorsteher, dast er die
ringegangene Post einer Durchsuchunq unterziehen wiirde. Aus
dao Vcrlangen des Amtsvorstehers, eine entsprechends Ermächtigung
hierzu vorzulegen, antwortete der Gcndarm Henner, das haüe die
Esndarmerie als Bestandteil der Armee nicht nötiq, sie könne jedsr-
zeit Durchsuchungen vornehmen. Das trifft nicht zu, denn nach der
von der Rheinlandkommission erlassensn Verordnunq Nr. 3 Titel II
Artilel 11 sind von oen deutschen Postanstalten Briefe und Postsen-
dungen jsder Art nur aus jchristliches Ersuchen der Rheinland-
kommission oder eines von ihr ÜesonLers ermächtiqten Offiziers oder
Veamten ausMhändigen. Der Amtsvorstehsr hat Äeshalb jede
llnterstiitzung des Personals des Postamtes zur Durchführung dss
unzulässtgen Verlangens des Gendarmen aügelehnt. Die Gsndarmen
ließen darauf drs Kraftxost unter die Bewachunq üswafsneter marok-
kanischer Truppen stsllen nnd zwangen die Fahrgästs, den Wagen
zu verlasssn. llnter dem Zwange der Eewalt lief; der Aentsvor-
steher darauf die umfangreiche Briefpost — stwa 39 Säcks — ab-
laden und ins Postamt bringen. Hier wurden sämtliche Beu -
tel oon den Gendarmen aufgcrissen nnd durch-
sucht, eins grohe Anzahl Zeitungen und Zeitschristen
b e s ch l a g n a h m t. Bei der Beschlagnahme der Zeitungen gingen
die Esndarmen ganz wahllos vör: die Zeitungen wurden, ohns
Rücksicht darauf, ob sie verboten waren oder nicht, zurückbehalten.
Sogar einzelne Zeitungsüunds, die fiir das Saarqebiet bestimmt
waren, wurden beschlagnahmt. Die llntersuchnng war 9 Uhr aüends
beendet, so daß die KraftwagsnvosL erst nach ciner Verzögerung von
fast drei Stunden weiteriahren konnte.

Dieser. s?all zeigt wisderum. welche Gefahren dsm Postver-
kehr im bcsetzten Cebiete drohen. Deshalb ist, um die BeteiligLsn
nicht schweren Schädigunosn auszuletzen, gröhte Vorsicht im
Austausche von Brisssn, Zeitungen und anderen Postsen-
dungen zw.ischsn dsm besetzten und dem unbssetzten Cebiste drin-
qend geboten.

Pflrchtttreus BsamLe.

Der am 8. März vsrhastete Pöstinspektor Eduard Schmidt
sn Eroß-Gsrau ist am 28. März vom französischen Militärgsricht in
Mainz zu sünf Monaten Eefängnis und 100009 Mk.
Ecldstrafe verurteilt worden. — Wegen Nichtbeförderns' sran-
zösischer Werbedrucksachsn ist der Postsekretär Albert Scheid aus
Ct. Eoarshausen am 28. mit Familie ausgewiesen worden.

Die Effener Geiseln sreigelassen.

Essen, 2. April. Die Stadtverwaltung hat in der Angslegenheit
der Erschießung- des französischen Soldaten, der in
der Nacht vom 17. auf 18. März im Keller sines Eebäudes des
tzauptüahnhoses erschossen worden ist. ein Schreiben an den Eene-
ral gerichtet, in dem sis die mit diesem Sachverhalt zusammsnhän-
gends Festsetzung von Eeiseln aus Lsr Bürqerschaft von
Essen als nicht mehr stichhaltig betrachtet unb um Frei-
lassunq der Eeiseln ersucht. Wis wir crfahren, sind im Laufe des
Ostsrsonntags die in Haft gesetzten Geiseln von der französischen Ve-
hörde frsigelassen worden.

Das Elcnb der bnlgarische« Flüchtliuge in Westthräzien.

Sofia, 1. April.

Wis die Bulßarische Telegraphen-Ägentur meldet, slnd nach M-
verlässigen Nachr;chten aus We stthraz ien 1330 bulgarische Ein-
wohner dieser Provinz, darunter auch'Fraucn nnd Kinoer, von den
griechischen Behördcn vor kurzsm aus einer grisch-schen
Jnsel interniert worden. Sie seien allen llnüildsn Ler Witte-
rung ausgssetzt und empfangen als Nahrung leditzlich 125 Gramm
Brot pro Kops und Tag.

Wsiter berichtet die Bulg. Tel.-Agentur: Nach Meldungen der
bulgarischsn Erenzbehörden sind mehrere Tausende von Flücht-
lingen aus Westthrazisn über die bulgarische Erenze ge-
treten. Die Flüchtlinge erklären, sie hätten ihre Heimat vsrlassen
müsssn, um sich vor den griechischen Soldaten zu retten, dis osfen er-
klärten, Lasz sie Len Besehl erhalten hätten, die bulgarische.Bevölks-
rung zu vsrtrsiben und auszurotten. Wie berichtet wird, treibt in
fener Eegsnd eins zum Teil aus Armsniern nnd Tscherlefsen be-
stehende Söldnerbande ihr llnwesen, die ganze Dörfer plündert und
in Brand steckt, ihre männlichen Einwohner niedermacht oder ver-
schleppt und Frauen und Madchen aus das schimpflichste mißhandelt:
Diese Danden werdsn unter dem Schutze der qriechischen Vehörden
gebildet, .die in den Ortschaften. deren bulgarische Bswohner ver-
jagt werden, Flüchtlinge aus Kleinajien ansiedeln. Von Augen-

Bsrlmer Thealer.

s »Die leersn Hände". — „Olympia". — Theatralischer Unfug.

. Unssr Berliner Schauspielreferent schreibt: Jm Zentral-
theatsr ließ Dr. Wenzel Goldbaum, Snydikus des Verbandes
deutscher BühnenschriftsteNer, sein Anwaltsdrama „Die leeren
Hänös" aufführen. Drama? Der dramatische Faden ist unsicht-
Üar, ein Konflikt in menschlicher Brust ist nicht vorhanden. Die
BLHne wurde zum Lesekabinett, männliche und weibliche Stimmen
truaen eine Krankengeschichte bis zum Ende des Kreb-'kranken vor.
Trvtzdem glaube ich dem Verfasser, datz ihn nicht so sehr der klinische
Fall interessisrte, als datz er einsn Stein von der Brust des viel-
Leschäftigten Anwalts wälzsn wollte, der nicht einma! zum Ster-
ben, geschweige denn zum Lebsn Zeit hat. weil er ein Sklave sei-,
ner schonungslosen Klienien und seines Eifers im Rechtskampf ist.
Es sollte ei'nmal der Spistz umgedreht und statt des Rechtsanwalts
der Klient auf die Anklage.Lanl der Bühns gesetzt werden. Diese
Jdee wäre mit der satirischen Zange der Komödie vielleicht zu
sassen qewesen. Dsutzte eine Traqödie qeschriebsn werven, so galt
es, die belynnten zwei Seelen miteinander ringen zu lassen. Gold-
Laums Rechtsanwalt Labora (!) denkt nicht an Bäume und Vogel-
sang, nicht an Weib und Kind, und erst sterbend bespricht er klagend
das Versäv.mte . . ., wobei es m-r satal dünkt, datz just der fetteste
Klient, der millionensch'were Händler, den heiligen Arbeitssifer
des Anwalts ganz jn Beschlag nimmt. Ein armer Teusel, der nicht
Halbmillionen-Vorschüsse bezahlt, hätte die Jdee reiner demonstriert.
Vor allem ist es undenkkar, datz sich dieser Klient mit seinsn un-
verschämten Ansxriichen im Operationszimmer einnistet uns nicht
«uszutreiben ist, alsr Professor und Ässistent die Narkose vorbersiten.
Za, sogar noch den Sensenmann sucht Hsrr Futzelbauer, die Aklen-
tasche in der Hand, zu verdrängen. Die grenzenlose llebertreibung
wollte osfenbar symbolisch wirken; aber auch Symbole müssen pro-
portional sein! Zm übrigen findet sich manches kluge Wort, man-
cher aus deM Erleben kommende Seuszer in dem Stück, das mit
schwachem Beisall ausgenommen wurde. Fritz Jetzner, der ver-
ständige Darsteller des Rechtsanwalts, überragte ein mittelmätziges
Ensemble. '

Olympia heitzt sie im Salon des Herrn Michal, kassierten Kapi-
täns und derzeittgen Bordellwirts. Man kennt sie — nicht blotz
aus dem Roman des Ernst Weitz. aus dem er nun das Drama
gemacht hat, nein, aus unzäbligen Dirnenstücken. wie sie besondsrs
in der Mittsommcrzeit des Naturalismus in Mode waren — da-
mals. als die Dichter häufig nichts Wichtiaeres in der vielbewrq-
ten Melt kannten, als die Seele der Prostituierten. Diesmal ist
die Dirne in die Woqen des Expressionismu-" getaucht, 'die, im
Bunde mit dem hartnäckig düsteren Scheinwerfer Karlheinz Mar-

zeugen wird die folgende Tatsache Üerichtet: Das Dorf Kaleidschidere
wurde von einem griechischen Detachemcnt abgeriegelt, die Bewohner
wurden in dcr Kirche cingesperrt und aus das grausamste mitzhan-
delt, so datz eine Reihe von Personen starben. Die gricchischen Sol-
! datsn führten alsdann die männliche Bevölkerung weg. Frauen und
! KinLer blieben im Dorfe, das nach dem Abzug der Soldaten nüch
! von einer Bande heimgesucht wurde, die die Häuser plünderts. Die
Frauen und Kinder konnten flllchten und wandten sich nach dem in
einer Entfcrnung von etwa einer Stunde gelegenen Dorfo Tschaptschi
Hane, wohin ihnen dis Bande am nächsten Taqe solate. Obwohl in
Tschäptschi Hans ein von einem Offizier besehligtes Detachement lag,
ianden die Frauen und Kindcr dort keinen Schutz und mutztcn ihrc
Flucht fortsetzen, bis sie die bulgarischs Erenzc erreichten. Die
männliche Bevölkerung, dis von dem griechischen Militär weggefiihrt
worden war, wurds zuuächst nach dem Hasen Dedeagatsch gsschasft.
Die mänNliche Bevölkerunq der Dörfer Rara, Kaja, Badoma,
Jesrem, Kotschi und Kirsardscha wurde ebenfalls weggsführL, woyin
ist i'nbelännt. Die ganze Bevölkerung der Dörfer Tschaban, Kiöi
und Dcrwont wurde auf Dampfern mit unbekanntem Ziele meg-
geschafft. Angesichts dieser Tatsachen, deren Zuverlässigkeit nicht aii-
gszmeifelt werden könnc, hat die bulgariickie Rcqierung
neue Schritte bei den Großmächten unternommen und
sie ersucht, diesen Verhältnissen, die bei der öfsentlichen Meinung
Bulgariens und bei den von Tag zu Tag zunehmsnden Flüchtlings-
scharen den stärksten Eindruck hervorrusen, ein Ende zu bersiten.

Wildc Eeriichte über eiire starke bolschewistische De-vequng.

Von unserem H-Korrespondenten

Paris, 2. April.

Sonntag wurden in Paris und anch in London zahbreiche Ze-
rüchte verbreitet, datz in Rumänien die Rsvolution
ausgebrochen sei und datz die königliche Familie sich nach Alba
Iulia slüchten mutzte. Schon seit einiger Zeit kamsn sehr Lcun-
ruhigsnde Nachrichten aus Numänien. Znsbcsondere die
Wrnführung der neuen Verfassung gab zu leühaster Unzrisriedcnhrit
im gauzrn Lande Arilatz. Jn Bukarest mutzten strenge militärische
Ma'znahmen gctrossen werden. Man Sehauptct auch. datz üer Be-
lagerungszustand über ganz Transsylvanien vcr-
hängt wnrde. Dic Einberusung ncuer Jahrgängc unter die Fahnen
konnte nicht durchgeführt wcrden, weil dis meisten Einberrsenen yenr
Desehl nicht Folge leisteten. Eine starke bolschcwistische Bewegung
soll stch geltend machrn. Eine Vestätigung all der umlauscnden Ec-
rüchte Lleibt natürlich abzuwarten.

Die Msindrmg des heUHen GroßherZogs.

Darmstadt, 2. April. (Eig. Drahtm.) Zur Abfindunq des
Erotzhorzogs hat das Amtsqericht Darmstadt am 31. März aus
die durch die Nechtsanwälte Dingeldey und Eeitzner gegen
den hessischen Staat erngereichte Klage folgenden Vsschlutz erlassen:
Auf Antrag Les pormals in.Hessen regierenden Erotzherzogs Ernst
Ludwig wird dem hessischen Staat, vertreten durch den Minister
des Jnnern, durch einstweilige Verfügung aufgegeben, an den
Aniragsieller 30 Millionen Mark zu zahlen. Die Kosten der
einstweiligen Versügung hat der hessische Staat zu tragen.

Sraf Westarp m Iranffurt.

Viele hundert Frankfurter Bürger hatten sich am Ostermontag
abend auf Einladung der Deutschnationalsn Volks-
partei im grogen Saal des Saalbaues zu einer Bismarck-
feier zusammengesunden. Aus srischem Erün alänzie dic Büste
Les Reichsgriinders in die festlich-frohgestimmte Mengs, und von den
Emporen grützten des Reiches atte Farben in Schwarz-weih-rot her-
ab. Senarsprästdent Dr. Heldmann wies in seiner Begrützungs-
ansprache auf die grotze Not, die nationale Schmach und die völkische
Erniedrigung des deutschen Volkes hin; nur durch eins Erneucrung
des dcutschcn Volkstums und des christlichen Elaubens könne Las
Volk wieder die stolze Höhe erreichen, die es einst im Range dsr
Völker einnahm. Erfreulich sei der nationale Zug, der hsute von
München ausgehe. (Brausender Beifall.) Den Brüdern am Rhein
und der Ruhr'rufe die Festgessllschast in dieser Feierstunde zu: Haltet
aus! Zn dem Sinne, Latz die Feierstunde unter dem Stern Bismrack
stehe, dah Las Volk von altem Kampfgeist beseelt sei für des Reiches
künftigen Glanz, möge die Feier verlaufen.

Zm Mittelpunkt des Festabends stand die Rede des Fllhrers der
Deutschnationalen Volkspartei, des Grafen Westarp, der, von stür-
mischsm Beifall bewillkommnet, folgende Eedanken ausführte:

tins, die fünf Akte zur Butze machen. Ein wenig unterscheidet stch
Olympia auch Mit ihrem Jnnen- und Autzenschicksal von den lite-
rarischen Eenosstnnen. Hier wie sonst geht's um die Rettung einsr
schönen Seele aus dem Höllenpfuhl des Freudenhauses. Währeud
aber sonst die dramatischen Hemmungen der armen Seele in den
Weg traten, ist es hier die seelenvolle Olympia selbst, die nicht
wollcn kann. Ein edler Jünglina, ganz Geist, zum Ueberflutz ent-
haltsam bis zur Zmpotenz, hat sie — aus Liebe — der Stätte stebsn-
jähriger Tätigkeit entrissen und ste als verhätschelte Hausehre in
ssin ivohlgepflegtes Haus genommen. Olympia jedoch, obzwar nicht
fühllos für die Vo-rzüge eines menschenwürdigen Daseins, wird von
brennender Leidenschaft ins Lupan-ar zurückgetrieben. Sie liebt den
Kerl, den Zordellwirt, ist leidende Sklavin ihrer Sinne. Nun mutz
man wissen: das ist kein Kerl, wie man ihn alle Tage findet — ist
ein ungeheures Scheusal und Schwein, brutal und versoffen, ein
Trampeltier und Verbrecher. Die Olympia hat er vor sieben Jah-
ren, als sie noch mit Recht den anständigen Namen Olga trug, um-
worben und dann zur Attraltion feines saubersn Geschäftes ge-
macht. Jetzt, da sie ungerufen wiederkehrt, be-raubt er sie und ist
dabei, sie mit Hilfe einer würdigen Eattin zu ermorden. Die be-
liebten Selbstmordschüsse dea wahnstnnig qewordenen Opfers ver-
siteln es. Das Eegenspiel von Menschenseele und Vieh sollte das
Drama sein. Die Personisikation der Kräfte ist unklar: des Ver-
fassers Angst vor der primitiven Verteilunq von Schwarz und Weitz
tötet unsere Teilnahme sür Olympia. Bleibt nur ein artistisches
Znteresse an der in ihrer autzerordentlichen Bestialität oriqinellen
Figur des Bordellwirtes. Durch seine Laster halü irrsinnig ge-
worden, reckt er sich und kommandiert in seinem SchweiNekofen als
ein Napoleon. . . Zhn gab Heinrich Eeorge mit erschreckender
stumpser Roheit. Olympia wollte Agnes St-raub sein. Jhrem
konstruierenden Verstande gelanq nicht die Verschmelzung unwahr-
scheinlicher Eegensätze. Jn den anderen Rollen sügten sich Twar-
dowski und Franziska Kinz dan-kenswert ein. — Die Voritel-
lung ging im Renaiffancetheater, als Sonntaqsmatinee des Ver-
eines „Jnnqe Bühne" vor sich. Die Jungen setzten sich lärmend
fiir den Ersolq ein: nicht ohne Widersnruch.

Zu einer Nachmittaqsvorstettung in der „Tribüns" lud ein
: , Nener literarischer Bund". Die drei Einakter des Herrn Zohann
- Petersen hatten zur Literatnr HLchstems die Beziehuna. datz ste
j an den ALerglauben erinnerten, den die alten deutschen Schicksals-
j tragiker mit' Kafseesatz ünd Brophezsiüngen von Zigeunerinnen
z rropaqierten. (Siehe Ädolf Müllners trotzdem dichterische „Schuld"!).
i Der neue llnfuq ist noch D-e! alberner und träqt kein poetisches
j Schamtuch. D-rei S-keische lietz Herr Vstersen auffiihren (aber nur
eincr hat diesen ehrlichen Namen!). Wollte man sie nach dem Matz-
stab des Unterbrettls beurteilen. so hietze das die keineswegs' barm-
lose Abstcht des Verfassers verkennsn, der, wie man mir erzählte,
I auch sonst als „Helljeher" und Spiritist tüchtig ist. Nur um auszu-


Jn die sürcht'erlichste Not D'eütschländs scheine heutr bke,L>^

sonne, in die Not einer Fremdherrlchaft so entsetzlich, w> p.
einem Volk es geschah. Zn der Ostmark wisse man h.eule

,I„I» Aber wir veri ^ ihpi

der Pole nicht zugreise und sie uns nehme.

in

uns nicht dern Elanze verflossensr Grötze, denn wir stn?e> ^jpel
Glaubcn und Erhebung. Wcder als Historiler noch als
Schule der Weisheit 'wolle er^ Redner, heute !preehew pe»l.>

solle heute sprechen mit seiner Politik und ssinen Worten-
schen Volke gche der Geist Lokis wie einst in Zeiten hocysts ^^r-
mn. Der Parteigeist habe sein redlich Teil Schuld an den a 'sipidp
gcn 1918; er verhinderie auch am 11. Januar d. Zs. oi^
gcbung gogen Frci'.areichs Ruhrpolitil durch Las aanre

Sozialdemökraten lehnten ab unter Hinweis auf das ^,77
wissen .... Der Erund der Ablehnung der Sozialdemo-rar ' ^
aber in Lem Zusammenbruch des Marxismus. Zm -»uhUb gpo:
astes zusammen, jeder ser Kampfgcnosse. Enger ParteigeiN 0 Ngrb^
im Min-sterinm Severing jein Spiel getrieben (Pfui):

der Deutschvöllischen Partei sei ein direktes Unrecht. Sevcr.i 4
gchen lönne einmal der Ausgangspunlt eines interessanbm " -
werden; sein Verbot richte sich gegen jede Selbstschut!»^!»'
der Rechtsrarteien, es bedeuto einen bösen Auswuchs oe'

dcmokratischen Machtpolitik. Das Verbot treffe die Krsijo,

allem auch 'gegen Lsn äutzcren Feind losginqen. wenn^ 'e.n ^

(Bravo!) Nun fordern wir aber auch schärfstes Vorgehen !s-
uber alles gefährvche kommunistische Partei. ^(Reicherxslris«^

-gc".

allä.

Zmmer wenn der Feind vor uno schon in den Torsn stege- 's'T stiw'i

stch das dcutlche Volk. Bismarcks Lebenswcrk spieqele, stcb

rqltigen Reichskagsrede vom 6. Februar 1888 wider. . N>>:

den Gebanlen weit von sich wies, datz er der Fürsprechcr. c-.»-^„ai:(i

grsffslriegcs gswesen )sei. 'Mit Seherblicken häbe' rarnals


auf Franlrsich's unersättliche Rheinländpolitik hingewiesen.^u^- ^.-k

Voll zweissllos wicl-cr losschlage nnd — siegen könne.

brirrqe Franlreich Deutschlanb zum Weitzbluten

Dann

37 Jahren Bismarck prophe'zeite — heute sei es cinqetrevw'

Voll heute erlcbe, erscheine jetzt im Rahmen gesÄichll"" „x.scr c-,

menhänge. --'Der Relord, 'datz Wilson der grötzte H--. 7,.

Wclt sei, sei durcb Poincars qebrochcn worden, 'wenn w»» ,
Ruhr^nteucr denke. Frankreichs ^ - -

. Ruhrxolitik sei langst
matisch vorqesshen gewesen, sein Ziel erschöpfe sich hauprb.-^-,07,

.- " - -- ... . .ilt!"!,

jwlitis'chen, WfichteM keineswegs nur in finänzieüe'n und ^A.,y<>

lichen. Die Folgen
land in fürchterlicher

Bewegungssreiheit un>, ivr>L >i>»>>

zu erhalten suchen, damit das Volk dnrch ihn ernährt wero^
Mit dem Papiergelde lönnten keins Rohstosse aus dsm rbw»'

Lrschafft werden'. Wenn Frankreichs Vernichtungsw'lle ^ <,-^5,

brochen werüe, dann sei däs ganze Volk verlören, D>e>e'
Tatsachen gegenüber solle man sich nicht in einsn Ncbel
gültigleit und Resignation hüllen, sondsrn ihn zerreitzen- 77',.' Äa 7
müsse zum Entschlutz, zur Tat aufgernsen wsrden. Zn d;,' N c l ,
tiefster Not, im Zanuar. blitzte das erste Morqenrot aui- ^ . y>.'^
das heute noch gelte. ----- -

„ - - ,... !>'> - "

menlettete an Ruhr und Rhein ... Unsere Aufga7°

durch

zu


Stützung dss Kantpfcs durch Parteien und Rsgierung.
müsss die Heimatsront! zp "„js

Für Deutschland sehe cr, Nedner, noch keine Möglich-w 'jiit^jk
handlungcn. Deutschland habe setzt Fordcrungen zu -telle'
tausenderlei ihm zugefügten Cchaden. (Bravo!) Dann ej'
die Waffen des passsiven Widerstandes — die letzten, Lp

sitzen — nicht aus der Hand gebcn. Fort mit dem Eered°
handlungen, durch die man keinen Franzosen von Rutzr
ipegtreibe! Franlreich habe sich durch das Abenteuer §c>w -s

Schwierigkeiten hineingerissew

furchtbarsten wirtschaftlichen Schw

!and bringe man wieder Kredit und Vertrauen cntgege»-^

sich zur Wetzr setzt. Das französische Unternshmen werde . - ^
der Lächerlichkeit langsam begleitet, und im BesatzungsU ste
(Zuruf: Stinkt's! Heiterkeit.) Aber im französischen ^ '

ein hohes nationales Empfinden. Das wolle man wovl,j ,
Der Kampf gehe hart auf hart, cr stehe erst am Beginn, w»^e»- .^t :

reich seine Formen vorschreibe.

Ehre und Freihsit -Ler Nation. (Beifall.) So

__ 'ge'bew-F

ür uns gshe es ums

(Beifall.) So lange
festgelegt sei, hab eDeuilÄ

abrüste, wie es veriragsmätzig ..... . . . .

Recht, wieder zu dem alten Zustand zurückzukehren. (Brao»
land lönne nach Bismarck nur grotz und mächtig sein, E
auf eine starke Wehrmacht und ein starkes Kaisertum »Ljlöl»-
ersten Schritt im neuen Kampfe handle es sich um den ^
dem es heute heitze:

Darsst, Vaterland, nicht ruhig sein, ,,x>>c

Bis wieder frei der deutsche Rhein! HciwAfs^

Bismarck wuchs aus preutzischem Boden, deutschel A^jjr-

auf; sein Werk und der Osterglaube ermutigten zu n,c»^.
und Elauben auf eine grötzere, schönere Zukunft Deutschla" ^
mischer Beifall.) ,

Zmpulsiv sang die Versammlung im Anschlutz an
Deutjchlandlied. — Musikalische und deklamatorische D, pyd »jipd
bei denen vor allem unser heimischer Sänger Adolf Müllel cjail
lein Schmdit-Mainkur mitwirkten, gaben der Feierstunde -»
harmonischen Ausklang.

- zl»jO

" brev- Vvrlc, 2. ilpril. Sebluükvrs äer äsut« e >> s-
0,0048—0.0049 (0.0047-^0,0048) 6ls„ <1. i. 20 833—L0 4V8 (21 276-"
kür 1 Oollsr. — IVsedsel LukOuuckon 4K7.87.

heutigen Tages einem „vornehmen" Ä'

was gut gekleidete Zeitgenossen mit »^ji»'

zeigen, was man

bieten wagt und ..... _ _ ...

ehren, sei folgendes mitgeteilt: Jm ersten Stück: „B e s e >^gtic»>^k
zählt der behandelnde Nervenarzt einer psychopachiW'^ZnlN^^^
dak er loeben von Ler Äinrickituna eines Naubmörders -l.^il„.iw'

datz er soeben von Ler Hinrichtung eines Raubmörders
ihm, dem Arzt, seines gerichtsärztlichen Eutachtens, m ^
^ verglffb„tze

Sck'afott herab Rache angekündigt habe. Dsn vergl>"„pe -M.-
den der Hingerichtete bei der Justifizierung im Eewa >111.1 ,
hatte (!), nahm der Arzt als Andenken mit und legt
los auf einen Tisch des Krankenzimmers. Eine sinnige ^^>7 d>.

Sodann versetzt der Arzt die Patientin in hypnotischcg ^ pe»»söl'
Medkum gehorcht plötzlich nicht mehr dem Hypnotise»l-^ft».„ el
Seele des stisch gekövften Verbrechers hat von dem wclN
xer der Frau (im Leben bestand keine Bekanntschall-t el'

griffen. Der Tote spricht mit Batzstimme aus weiblicyc tzji»».^-,

und der vergiftete Dolch sch-webt frei in der Luft. Das/f^ke'^i!
sticht den Arzt. ... Jm zweiten Stiick: „D i e P^„teE/,iö-
vollzicht st.ch eine unvorhergesehcne Tötung, die unwu. ,Sa>jpc'

hsr eine Kartenlegerin vorausgesehen hat. 'Jm dritte»-„jstq e
.. ' oiele Iahre zuriickliegende Prophe-l - ^el "ü»»

s a l", ersüllt stch die viele 7)ayre zuruccuegenve iprvuv-"- ve-- -p»-
Zigeunerin in allcn Punkten, als da sind: ein Ma»n

zeitsreise Legeht Selbstmord, nachdem ihn die Flede ^ i»->,<,!>>-:
schwirrt haben, eine Turmuhr dreizehnmal geschlagen Lp-,, e»>„-i>l

unversehens das bedenkliche'Vorleben seiner junqen "F

worden ist. — Höher geht's nicht mehr! Mit Bedavel»^ek


auf dem Acttel den Namen des Malers Hans B a l ujel»',
den des Regisseurs Paul Henckels unter den Vera»-

Hsrwaull

de»-„'t

Noch einigcs vom Frankfurter Eutenbergdenkmal. >ös<

Nr. 5—9 der üiesjährigen „Didaskalia" abgedruckten Pk<-,>

das Fraulsurter Eutenberq-denkmal teilt uns der Pel>a»^ j tz >',"-:>
- --- -- -- ^ - - - -, Bei d«r v-„re--

Dr. Pelisster, ergänzend noch das folgende mit: P»!/^tzeklc---',,»»,,
der Poesie war ursprünglich der Oberlörper leicht > §>

Nechte aus den Sitz gestützt, die Linke eine Leier aw 7 >>e» ,.j.>>
Knie 'haltend; das lorbeerbekränzte Haupt aufwarts ^jtho?';,,-^
-findern -blickend. Zn der zweiten Fassung, wie si« ejne
nach dem Modell wiederqibt, H dcr Oberlörper ,Mne» 7,'»-

-unv' Flügel sind hinzugefügt. Bei dieser an sich sehr l l Fliis?
nung fie'l die Figur durch d-en nackten Ober.örper^ hen »jjj

die ausragende Leier stark aus der Uebereinstimmllng^'»"^^ ^

Sitzfiquren heraus. Dies vermied die letzte^Fassu»^-^^tz

OLerkörper völlig belleidet, dis Fliigel sind b^itstit^ "aestell^., 1

auf der die rechte Haud ruht, ruht neven oen ^
sinnen.de Haupt mit träumeri-schem Gestchisausoru« >, >'

Theslogse,- .leicht gesenlt, und wrrd von -oer -> > »

dcren Ellenbogen auf dem linken Schenlel ruht. -
 
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