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Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

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Literaiurblatt der Badischen post.

Nr. 4

Frankfurt a. M.

7. Mai 492S

Srhaltung, Mg nnd MOarmachung
afrikanischen W.Ides.

Afrlkanische Tierwelt, VI. Bd, von ssritz Bronsart v. ScheAcndorf.

llnter den Namen der hervorraaenden Kolonialdeutschen ver-
dient der von Fritz Bronsart von Schellendorf mit in erster Reihe
penannt ni werden. Als Tierfreund und -fchützer, als Jäger und
scharfer Beobachter iowie als anreqendcr Schriftsteller haben wir
den vielerfahrenen Afrika-Veteranen durch die bisher Lei E. Haber-
land Leivzia. erschienenen fünf Vändchen der Sammlunq „Afri-
kanische Tierwelt" kennen aelernt. Befonders oerdient hat er sich
dnrch die .mhlie-chen Schilderunoen des fdamilienlebens und der
^aadweise des Löwen aemacht. Es war ihm nicht veroönnt, sein
Merk ,n vollenden. Der Tod sctzte der Durchführnna ssiner hoch-
flieaenden Pläne über die Nutzbarmachuna asrikanischer Grotztiere
ein Ziel und vcrhinderte ihn an Ler Fertiastelluna des iechffen Ban-
des seiner Sammlunq. der eben diese Eedanken der Oefsentlichkeit
bekanntaeben sollte. Der Berlaa betraute mit der Fertigstellung
des flüchtia hinocworfenen Manufkriptes den aefchätzten Iaadfchrift-
ste'ller Eoon ffireiherr von Kapherr. Die Aufflabe wird für ihn
nrcht leickt pewefen fein, da er — ebenfo wic jetzt der Neferent —
par manches Mal anderer Meinuna wie dcr Autor sein mustte. Er
unteraoa ück der ibm oestellten Au?oabe mit Eeschick. Zu bedauern
Lleibt freilich. dast er stellenweise nicht noch etwas tiefer in das doch
wohl nur als Entwurf niederacfchriebene Manuskript d.es Autors
— in deffen Jntereffe — einqriff. Eedankt sei es ihm, dast er
weniostens die Dorschlöoe ü.l-er die widernatürliche und qefährliche,
i->denkalls allem no.turästbetischen Empfin^en widersvrechende „Ein-
büroe''unfl akrikanüchen W'ldes in freie Mildbahnen Deutsch'ands"
iortiallen liest Eiraffen Enus und Kubantilopen aebären wahr-
haitia n'cht !n die deuüche Landschaft! Dast das semitische Hirten-
volk der Maffals den Neoern und Mar den Bant'-neoern zuuerech-
net wird, üt ein bedauerlicher ^rrturn. Nun zum Werk des Autvrs
.sxlSst: — Es !st stets interellant. wenn auch für den ffachmann
n!cht immer erfreulich. den Weaen und Irrweqen der Eedanken
eincs Utoyisten >zu fol-en. Bewundernswert ist der unbeirrbare
^dealismus. mit d'em Bronsart. — trotz dcs lachlichcn und finonstellen
stfiaskos klRM der von ihm qeoründeten ..Kilimandscharo-Strausten-
Üvcht-Landwirtschaits-E. m. b. 5>". !n deren Rahmen er seine ». T.
pbantallifchen Plenc übor d'e Nutzbarmachuna a'iikanifchen Mildes
verwirklichen möMe — in seiner Nied-rfchrift aufs neue iür diese
seine ..Lekensauioabe" Provaoanda macht, um iür weitere derartiqe
llnternebmunoen. deren Inanqriffnahme er sich nach dem Krieqe
dach!". Anreoun" ni oeben.

D-e in der Einleitunq des Werkes qepebcnen Theor-en i-ber d!e
natürliche Nerteiluna der Tierwslt ünd, so wie der Derioffer sie
verllanden bat. vieliach recht aniechtbar. So qlaubt Bronsart ,im
Ernst. dast. odne d!e Wälle sestbaft newordener. mebr oder minder
kultivierter. Völker l'nd obne den Durchstich des Sue.ckonals hcute
noch die T'erwelt >-er oir-eonischen Sterme sich bis nach Eurova ver-
breüen wi-rde! D!e künstliche Bee!nflnff"na der W'ldwanderunoen
durK Aenderuna der Bewäfferunosverhältniffe— Durchstiche. An-
leauna artesischer Brunnen und derol. — ist nicht Lbel erdacht. mird
aber !n der Praxis in qrösterem Maststabe niemals durchzuiübren
sein. ebenioweniq wie die von Bronsart für den Zweck des Wild-
schutz"? aeiarderten ..stfnternotionolen Dereinbarunaen".

Der E""ndoedanke des Neriaffers, aus dem afrlkanisiben Erost-
wild dem Menschen neue Nutztiere zu qewinnen. ist durchaus aut.
orostenteils aber. durch d>e Entwickelnnq der Zeitverhältniffe überbolt.
Zweisellos wöre es möalich aewesen. aus dem afr'kanischen Ele-
kanten ein nena" so brauchbares Arbeitstier zu qewinnen wie aus
seinem indischen Better — wenn nicht die Nefler eben Neaer wären,
den-n auch diese Un'lrlaffunflssünde ein trauriaes Armutszeuanis
ansstellt. -tzeute. im .steitalter d«s Automobtls. aber ffnd diesberüa-
liche Bemühunaen nicht mebr zeitaemäst. So bearüstenswert lokale,
im flanpm oelvnoene Vers"che, wie B. der der beloiihen Reoie-
r'ino !m Konoostaat. auch stnd. im arosten m>rd der nach Bronsorts
Norschlaq in den Dienst des Menichen aestellie airikau'iche Ele-
sant dem Lastauto niemals Konkurrenr machen können. Wiffen wir
doch beuts. dak dieler R'"!« 'N ae-ötzmtem Zullon^e manckien Kronk-
herten — auf ste-nioem EeläNde hesanders der s?üste — unterworsen
und dast er aks Waldtier fleaen Sonnenbrand recht em'ü'Ndkich jst.
oanr abaesehen von einer flemiffen skurchüamkeit. d'e besonders in
kultivierten Keflenden qu nicht voranszvsehenden Znfällen führen
kann

Don' kommt. bokr seine Arbeitslelst'ina stark überibötzt wird.
Eine Last uon ffOll Kilo in der Ebene. Zöll Kilo im Eebiroe bei
einer Marlchleist"nq vnn flll—35 Kilometer innerhalb ll—lll Stun-
den. das !st — bei reichlichem sl»tter und n'»i rni oroster Li'tze —
unoeiöbr do« böckiste. was dem braven Rüffektier ruaemutet mer-
den kann. Wenn man nun noch weist, dast auch in slndien der Last-
eleiant durch das Lallai'to mebr und mehr verdr^nst M'rd "Nd in
den Städien dix -ablreichen Eleianten der indischen Erasten vor-
wiraend Neeräientaiionsiwecken d'enen. so kann man stck, n'cht ae-
n"fl wundern. dast e>n so altcr Vraktiker w>e Brnniart N'ibt nur
iür d'» alleeweine. B-rwenduna des airikaniichcn ^rb-itselciante.n
in deffen Heimat eintritt. lendern io->ar i">ne Eivi''be"na und
,Z">bt s!) in sebr arosten Um-ö'munaen" für den okelchen Zmeck
IN E"ro"o en>"i'->blt. Nebnt'ch v"rbölt es üch m!i iemen a"de-
ren Vovichlöaen: Ueber den Rutzmort de« von Nroniart ?n erller
Linle rur Hausbarmachuno em"iobtenen lletzras — in seiner beu-
linen For-m — ünd die Ukten lännll oeschtoff"n. Zöbmbor und n>m
R">'ten uud Ziehen abzuricht"n ist d«s Zebra im Eeoenlatz au
sr'iberen Me'NimaLp — w"bl. doch konn l"me Vermend'ma nor-
lö"ila nur Sport- und Neni'"b".rwecken dienen. D,'e schwachen
Nöbrenknochcn. die meichen skeffokn e!n oewiffer Temveeament-
manoel und d!e llniöhiflkeit, iortaefetzt"n oder arösteren Anllren-
aimaen ,u trotzen koffen das Lehra nicht ernlllich ^ls Knnk»rrent
von Nscrd und Maultier in Traae kommen. Aebnl'ch nerbö'kt es
sich m!t den Kebrotden. Zu allem kommt nach. dak die früber be-
bauptete Tcnchenselliokeit des Zebras üch als ein Irrtuin ermiesen
bat. Nur vieke Een-eaiionsn b-nd„rch iortoesetzts Zuchtwobl aui
körnerliche und pfnchifche E'aenichaften könnte» aus dem stbönen
Streifenns-rd ein N"tzt!er fchaüen. doch dan, ffnd arost- O"ler o»i
lanac Zeit nötia. d!e — besonders heutiulaae — n'emand mebr
brinoen kann und mird. um so wenifl"r als der Bebark dvnch Nferd
imd Mufus ausreichend aedeckt ill. Das domestirierte Zetzr„
Eurora wlrd aüo wobl auch ein schöner Traum Bronsarts bleiben.
Dak die stattl'-ben fchweren Elenantilop-n ae.mhmt und mit dem
N-eh auf die Weide aetrieben werden könnten. mustts man aus
Südairika fchon länast. auch dast lle dor! aeleoentlich als Zuo- und
ffileischtier verwendet werden. Der Manael einer ausr-ichmden
Milcher.wuauno wird, entfleoen d-m Ovt!mi--mu« eines Rrouiart
immer ein Hindernis üu ibrer alloemeinen Einführuro ols Nutz-
vieh bilden. Anders lieot die Sache beim Straust. Diefer ist —
e>n oeeian-les. warmes Klima vorausoefetzt — als sdebern produ-
qierendes Nutzlier so bekannt. daß kein Wort darüber zu ver-
lieren ist.

Trotz aller Emwendunqen des lritifchen Fa»manncs kann und
must das Broniartschs Buch — al-!ch f-.nen Voroönoern — warm
emvfohlen w"rde„ Die von dem Veriaffer ausoearbeiteten und be-
schriebenen Method-n des Zianoes w'lder Tiere. beionder-- d-s
Kerdenfanaes dcr Elefanten in Dovvelkralen. die auf den Wech-
seln" anqeleat w"rden und des Krallanoes der Zebras untsr Ner-
wenduna oroster Maffen einaeborener Treiber — e!n Vertabren das
sehr viel humaner ist als dle befnnders in Sürafrika me'st aufae-
wendete, :,u Nierde ausaeüihrte Hatz mit Laffo oder Fanastock —
smd so mtereffant und feffelnd. dast iie die Lekiüre des Werlchens
allem schon lohnen Sebr m beach'm stnd Bronsarts Ausfllhrun-
tzen uber asrikanischen Wildschutz. Freilich, auch hier finden wir

' einiqe reichlich phantastische Vorschläqe — wie B. die Impfunq
qanzer Wildherden qegen Seuchen —, daaeqen stimmt man qern
M't dem Verfasser in die Kritik fo mancher vom arünen Tifch er-
lassener behövdlicher ..W'ldschutzbestiminunoen" ein, die — durch
Sachkenntnis N'cbt aetrübt — oft mehr Schadcn als Nutzen qe-
stistet baben. Ueberhauvt offenbart stch uns der Veriaffer fast auf
ieder Seite des Buches als warmer Natnrireund und -ichützer. Be-
fonders beherziflenswert sind seine Norschläae, die Einfleborenen
— dic er w!e wsniq andcr» :,u Lehandeln wustte und deren Ver-
trauen er deshalb oenost — von der ven ihnen betricbenen vlan-
losen naturverwüstenden Iaqd durch Ermöalichuno von Viehzucht
und Ackerbau abMlenken und „thnen nach und nach den Nutzen vor
Auoen zu führen. den sie von einer weidmännisch ausqeubten Iagd
habcn".

D-r reiche Bildschmuck des Werkchens nach Ausnahmen des
Verfaffers lenn nur teilweiss beiriediflen. Manck'« Vilder. beson-
ders fcllche Ler fooeuannten ..Treiben" auf fr">er Sieoue laffen bei
bestem Willcn n'cht das Mindcste erkennen. Ein ..Schönheitsfebler"
bleibt auch Las Embondtitelbild. die Vhotooraphie eines im Eurt
des Verladekrans bönaenden indifchen Eleianten — ausqerechnet auf'
einem der afrikonifchen Tierwelt aew'dmeten Vuche. Im aauien
aenomm-n ein llberaus anreacndes Werk. das in der Bibliothek
keines Naturfreundes fehlen sollte. vr. Lurt priemsl.

ZücherbGreKungen.

Georg Vurckhardt: Individuum und Welt als Werl eine Erund-
lefluufl der Knlturphilosaphie. (Ernst Reinhardt Nerlafl, München
1020). Dies Werk des Franlfurter Hochsthulprofesiors. der weiteren
Kreisen vor allem durch seine Eilflamefch-Dichtung (Infel-Verlag)
bekannt geworden sein dürfte, hat noch nicht die Beachtunq gefunden,
die es verdtent. Es liegt in !hm eine originale Leistung echter
Philosophie vor, eine Erundlcgung der Kulturphilosonhfe nicht nur,
sondern der sorgfame Aufkau einer umfasscndcn Weltanschauung.
Diese Kultur- und Meltanschauung baut sich, aus dem Degrtff des
Werkes auf. Die Arbeit. die es zu irocndwslchen selbständia be-
stehenden Eebildcn bringt, erhckt den Menschen erst grundsätztich
über die Tiere und solche selbständig bestchenden Produkte mensch-
licher Arbeit bezeichnet der Berfasier als „Jndividuen", versteht also
unter diesem Ausdruck nicht nur Lebewesen, sondern a"ch felbständig
geformte Produkte der Lebewessn im Anschlust an die Wortbedeutung
des Individuums als e'nes llnteilbaren, EinKeitlichen. Dies zur
Erklärung des Titels. Das . Werk" ist das Mast der Kultur vom
ersten Handwerk bis ium höchsten Kunstwerl. Die Idee des guten
»nd vollkommenen Wsrkes verbindet als gemeinsames Ziel alle
Werktätigen und Werksthaffenden. sei es fni Eebict des Praltifch-
Techn''sck'en. des Oroan'üerend-VcrwaltcnLen oder im Arbeitsqebiet -
der Wissenschaft und Kunst im engeren Sinne. Jm Werk als dcm
Aus>>ruck des Eeistes ist Eebankl'ches lIdeelles) und S'nnlicbes
(Materielles) untrennbar verknllpft,' es ist also in ihm der Eeqensatz
von Geist und Materie überwunden. Wo es aus das Werk ankommt.
bat weitsr alles Stre'ten um Meinungen unb Anschauunoen keinen
Sinn mehr; an die Stelle solchsr nie :iu schlichtenden Kämvfe tritt
der frnchtbarere Kampf ums Werk. D!e Welt der Werke tritt der
Welt der Eemächte und Eeschafte der Eewinnsiichtigen entgegen und
der Kampf um echte Kultur dem Kamvf um Las gröstere Kapita!
und bloste Z'vilisationsverbreiiuno. llnd fo findcn auch Eut und
Böse vom Merle aus ihre tstzte Definitlon: Eut ist der aus das
Werk im Sinne fealickier Wcrkvollcnduna und -vervollkommnung
aerichtete imd grundsätzlich eingestellte einstchtiflk M'lle der Ein-
stchtiflen,' Vöse aber ist dcr wcrkziellose oder dsr WsrkvoNendunfl
widerstrebende Wille, sei es nun. dast er in blindem Eifer toten
Eöttern dient. sei es, dast er eitle §elbstsüchtige statt selbst- und
gemeinschafterhöhende Ziele verfolgt, sei es, dast er auf ein Dies-und-
das-Tun anstatt a„s d!e Erre'chunq eines emb-itlichen Eanien ye-
richtet ist. Jm Werke endlich, ,das den Menschen zu einbeitlicher
Betätiguna aller seiner Kräfte zusammenreißt, liegt Erlösunq: so
euch das Werk frei macht, seid ibr recht frei. — So ist hier auih die
Bhilosophie selbst, möchtc man saa<m, von aller blosten Tkeorie er-
löst und auf den schövferischen Boden wahrer Praxis gestellt. aus
dem ieder und alle stehen sollen. Denn das ist das fedeal, dast alle
menschliche Arbeit Werk werde, persönliche, einheitliche Leistunq.
llnd je mehr, saot der Verlasier. die Menschen und Menschenqemein-
ichasien um des Werkes willen da sind und der Hingebuna ans Werk
leben, um so mehr wird das Werk um der Menschen willen da fein
und den Menfchen dienen. — So einiqe Kerngedanken dieier Werk-
vhilosophie, die man zwar nicht oanz leicht, aber mit steigender
Spannung und steiqender Vefriedigimq liest vnd von der dem Emp-
fänqlichen ein Hauch echter Vhiloso"hie und echter Kultur entaegen-
weht. Täusche ich mich nstht so dürfte dem „Willen nim Werk",
als der Formel dicser Philosophie, eine bedsutende Zukunst bc-
schieden scin. llslnriob ltömer. voäosbere.

Und dennoch! Allred SteInIber. Gelckück'tlickie Siencn 1806—l8l5.
lDer Ziilammcnl'rilch — Die Eriicueriing. — Die Besreiiina.I ffriedrlch
Naücrmannlche BerlaqSl'ttchliaiidliina Münchcn 1028. Auf der Slatue dcr
Stadt Straüvura auf dem Elntrachtsvlab tn Parls konnte man leit dem
Jahre 1871 dle Worte ..Qusnü-wflme!" lclen, als Malmuna nie verlölckien-
der Treue zu den vcrlorcnen Provlnzen. Scute snll das stolze: „Nnd
dcnnoch!" uns Im nmfaffenden Sinne der Besreiuna ans schmackwollen
Feffeln in ber Seele leucküen, als das Evanacllum acrmanlsckicn Trub's,
vaterlöndischcn Bekenntnlffes und nationalcn Soffens. Sle selen dcr Nn-
bcariff des Wollens wie bcß Könnens eincs In Ketten eefeffelten, avcr
innerlich starken und aukreckücn Dolkes, daS, wenn seine Zelt ersüllt lein
wlrd, dem Veilvlel selner Bö'ter lolgend, ans cieener Kralt den Wea »ur
Nrethcit nnd damit zur Nckituna im Nate der Bölker nücder linden wtrd.
Bon küelem Geffcküsvunkt ans hat Allred Steinlber leine aelckückü-
lichen Szenen zulammenaeltellt. Dlelc Dialoae. denen man höckiffeiis
Gobineaus Nenaiffance-Szenen zur Seite Itellen kann, zeigen uns Deutlcki-
lands Führer aus bcr Zeit bes ZUlammenbriickis bis zu letner Besreiuna
11806—I8ISI aeaenüver dcn lelndllchen Mächtcn und Navolcon. lhrcm tvvilcki-
Iten Bertreter. Dialoge zu dramatllckicn Sienen acstaltet, scin dramatur-
ellch acsügt. menschlich und echt und immcr crlüllt vom alühcndcn Be-
kcnntnls zum Baterlanb. Eln leuchtendes Bucki, etne blstorllckie Haus-
bibel für dle Alten unb unsere Auaend, deren von innerer Kröbe ae-
meibelte Sprache wir uns zu eigen machcn wollen als Slnnbild unleres
Handelns tn.kommendcn Taaen. Ne. h!ü. blokarrer.

Albert GlelzcS. Bom Kubi 8 mus. Dte Mtttel zu ieinem Ber-
,1andnis. lVcrlag Der Sturm. Bcrltn.l — Wcr keine oblcktioe Einstcl-
luna zuin Knbisinus bat. erlcrnt ffc auch nickit aus dcm vorlicacndsn
Buche. — Biel wcnlacr noch gibt cs dic Mittel ziim Berständnls dlclcr
Kunstricküung an die Hand. Wcr den Jmvreffion>ismus tn der Ze.it seines
üebenSlaufcs als cinen Prozest obne Zukiinft aiilvrtcht, dcücn Aus-
fiihrunaen imd Bcbauvtungcn sind mit aröbtcr Borsicht zu aeniestcn. War
der Kubist Picaffo nicht auch cinnial Jmvrcsstonist? Ist der KuvIsmuS
überhauvt vbne den ImvrcsstonISmus denkbar? DieS stnd Fragcn, dtc
lich der Bcrlaffer Unter allen Umständcn bätte vorlegen follen. Aber bavon
lcien und hörcn wlr nichts. — Datz dann franzöiische Künstlcr als Kron-
zengen bcs Kubisiiius aulaeführt mcrden. wunbcrt uns „Icht. Der Fran-
lole blieb Immer »ur im Formalcn l'tecken. Der Jnhalt blieb ihm stets
wcsensfremd. Die Schrift iuckü vcracbenS zu ncrteidtacn, indem sie an-
arcift. — Die im Eiiigarige geäutzerte Absiibt des Vcriaffers, ffch über allc
bcionderen Auffaiiunaen zu stellen. ist wobl nirgends durchgefübrt. Was
eiue objcktive Ilntersiickuing wcrden sollte, wurüe etne mit wenia Ge-
schick gcleitetc Strettschriit. K. v.

H. M. Nctto, Hervft. Noman. Umschlaazcichnuna von Eiisabetb
Wrcde. Jm Stbnllen-Verlaa zu Dresden. Ein Buch. das vom Leid
der Lieb«, die ffch crit ivät verrict. ein trauria Licd zu iinaen weitz. Ein
Bnch, das iür Stunden die Trostlosiakeit ber Zeit veraeffen lätzt. Dte ein-
fache, dabci ivannende Handlnna aenünnt ibren Wert durch dlc Knnit
der eiaenaitiacn Darstellnna. Alle Perionen find äutzerlich uNd Ibrcm
seelischcn Emviinben nack, tresfstcher und lebenswabr gezelchnet, reiche
Natlir- »nd zarte Geiüblsitimmiinaen sind meisterffch wledcraeeebcn, ber
svrachliche AnSdruck ist lebenbia und alntvoll. So bildct der seltsam ver»
schlunacue Oloman eine elänzende Misckning von buntem abenteucrlichen
Gescheben, Verinncrlichuna und dichtrrtschen Schönbeitcn, wobei aucki dcr
Hgmor und die Fabulierkunst des literaturbundlaen DiÄterS prachtvoll
bervorleuchten.

Verzeichnis der neu eingefandten Vücher.

(Die Redaktion vebält stch dle Auswabl ber zur BesprechullL aeelsnete»

Werke vor.)

a „ „ - - ^öilosovblsche Literatnr. Kunsta-schlÄte ». a-

Bcrffn"° SÄicks-l. Laubsche BcrlaasbuÄb-ndlunS'

H a°/e n'st^ i « Wcltbild. Otto Neickiel. D-rmstadt.

^ Berlin ' ^^uebmveit und Tüchtigkeit. 5. Auflage. Mittler,

B u Lanrsck'°steu. Anbermann-Berl-a. Köniasteln r,

bttberi ^ .ÄI ^ 'm deutschen Haus (mit 80 Kostüm- und Srenen
(Lnnz Sck'ncibcr, Ncrlln .r

^ MünAen' ^"uuuöreise. mit Tert von N. Schlllina. Hanffta-nael.

^ ° ^ Otto °Lei^?eivqi^^""'^^ ^°lksl!cd ..van Herrn Pastor üene Kov".

Berlaa^Bttffn"^^'^' ^ittel zu s-inem Verständnls. Sturm-

^^Sta^'^i/sb-kek ^nis °°n »en beiden Dovvelsch-ukeln.

E ^ ° A°u"^b»ch, bem deutichen CSrtNenvolk ,ur

B - r - e ""D,kL''.? ->nd ttnterbaltuna' Beffer Stutta-rt,

Z i n k e r IAai'arellmalercl. Haverland. LcivziS-
Gr^wm" Ur-Meister unb der Tvviisaed-nke.

^ ' "C. K" »» tavanischen Holzfchntt'"--^'

^"°Kulturvbff, uud Welt als Werk (GrundlegunS

" °" Fr" keV! e s M'fs'ikl alters

Berlin ' " Zeichnungen nach Dürer. Wcaweffer-rer

m ^ Politik. Geschicküe, Hcimatkund«

«rimm. Sr..- Der Main'zer Krleasaerichtsvrozetz. H. Sack. B-r"-''

Natnrwlffenfchast und Dcchuik. Ag

Sopv: Aerzliche Vcratniia Nr. 11. Äie Gallcnftelnkrankkett

LeivZia. ^ B-r-inö D-"

Kapven: Bodenazibität und KalkbünLUng. Berlag be» -r „x

scher Kalkwerke. Berltn. Naffchtt^.jns

Saure Böden, tbre Erkennuna und Gesiindung. E'N - ^ Kxr-

Nesämvfuna etnes Notstandes unierer Taae. Veriaa
Dentscher Kalkwerke, Bcrffn.

SÄön« Literatur.

Romane, Novellen.

Lange: Strom auS der Tiefe. Furckie-Verlae, Berli». ..a ln^
AchIm v. Arntm: Fürst Ganzgott und Sänaer zJten. „

Sl Tertillustrationen von Karl Harmos). Herz-Verl-Salten
Franksurter: David schläet bte Harf«, Roman -n°

Testament. Gretbletn, Lctvzla. . m. SieeS-

ReImann: Die Dame mit den schönen Belnen. Grotesken.
mann, Hannover,

Reimann: Das Paukerbuch. P. Steeeemann, H-nnover.

Reimann: DaS verbotsne Buch. P. Stceaemann. Hnnno
v. Hatzfelb: Die Lemminae, Roman. P. Stecgemann, H- « Ztecs^
Rctmann: Der Gcenlj, in msworam Fr. Aug. v. SaÄlen-
mann, Hannover. „„„,el

Meyer. C. F.: Das Amulett — Der SÄutz von der K- (wöncktö .
Richtcrtn — Gust-v Abolss Paae — DI« Sockmit deS " Pi;skar
Jüra Jenatick, - Anaela Boraia - Die Bersuchuna H-ei'°"
—Huttcns letzte T-ae — Engelberg. Volksausgao^-
Leipzia. OrÄiö'd

Tolstoi (Alexti): Der Bamvir, eine vbantastische Novelle.

lag. München. 01,11»«-"-

Lermontow: Ein Seld unserer Zeit. Orchis-Berlaa,

Schmutzer: Dic Mitte dcs WcaeS. Mandel, Wien.

Poe, E. A.: Dle Keicküchte des Nrtbur Gordon Pnm, »,

Masken-Berlax-, München. „ Serm«

Engel. Ga.: Die verirrtc Magd, Roman. Unlon, De»ti ,

aeiellichaitt Stuttaart. ^ .,«esge!e"-"

Land: Ter Fall GeSrsdorf. Nnion. Deutsche V-ri-r
Stuttaart. ^ .«»am-

Ponten: Der Iünaling in Masken. KtspenSeuer, Por»o
L i e tz k o iv: Pawffn. Orcküs-Berlaa, Münchsn.

Wtlde: Drei Mnrckien. Herz-Berlaa, Wien.

D i ck e n s: Dns Seimckien am Herd. Serz-Berlaa. Wt-N- nr.e«

Puschkin: Der Neiter aus Erz. Orcküs.Bcrlae. MünLen-
Jakobsen: Mogcns (Bucküchmuck von F. Staeaerl. ^ ^->chS,

lag. Wieu. Dled"-"

Tebner, Lisa: NuS SviclmannssrSrten «nd Wandertagen-

Jena. a.iozts-

Kloertz: Der neue Geist, Roman. Bebrend L Boldt,

G°dichte. ^svuÄb-»"'"""

HauSmann: Trcildcutsch Allerweae. ElwertsÄe Verlaso
Marvura a. d. L.

Sabfelb. A. v.. Gedicküe. P. Steeaemann, Hannover.

Netzlc: Weitacsana. H. Hacffcl. Lelpzia. au.derlÄd- '',jil.

W. v. Sck, olz: Strovbcn Ekristiän GüntkerS. E. Di Be

W e n d e l. H.: I. Ebristian Güntbcr, Dic dcutsche Lai'te. K

Güntker. Iok Ekristian: Leonorenlieder. Jniel-Verlaa. greuo
KönIa: Die Lievc und der Tob. Gebichte und Ban-

Pollack, Berlin. -«..ffn. .«..lag-

blnqermaner: Das Blut, Sonette. Nar-Verlaa. Be '^hba-Be
Gillen: Am Gartenzaune Gottes, Geiänae um Gou.

Caffel. , . Edd-'^"

Gramsch: Deutschlanb stirbt. Balladen «nb Lieder.

Caffel.

Dramcn. rt.

Fulda : Dt, Gelievts, Komödie. Cotta. Stutiaart. - St«t "grt.
Subermann: Wie dic Träumenden. Schanlviel. Tr-gUa. ,chek,

8 tlienfein : Caaliostro, Trag.-Kom. eines Maeiers. Lv-

Unger: Menschikow unb Katbarina, Schauiviel. _,i„ckieN-

Leipzla. , m-rlaS. ^p^ffel,

Franck, H.: Martha nnd Maria. Komödie. Delvbin-D»'»''H,
Neblc. Ckr.: Emvedokles, Tranerspiel In ffins Anirua , ^eN-

Leivzia. . m.-iax,

Kahn: Der Rina, Komödie In vier Akten. Mnsarion-- ^

Bernonlll, C. A.: Der Bräutigam von Delvbi, skcck-"'

DiederichS, Iena. ^ 1lari"° ^

Iabn, H. H.: Der Arzt, sein Weib, sein Sokn. Dram--

Zeitschristen. ^ 22. ^

Oesterrelchlsche Runbschau. 18. Jahrganc-. -,.fektr

Drci-MaSken-Bcrlaa, München. Walter --

Dle Fahnc, ein Führer zu Dlchtcrn unb Denkern. " »-olks'

Berlaa, Stuttaart. ^ „..^»stauick,

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Dlc wclhe Fahne: Zeitbläitcr ffir

g«istixuna. Hcft 1. Johs. Vraun, Pfüllmgen.

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Schubert: Grobe christliche Persönlichkelten. Deutime ^ ^

V I e r^""n°W ege znmGl Ü ck (FraiienbekenntnIIÜ aus^^

berausacg. v. H. Butzmann, Derlags- ""ö ^^.„„„isKcn Frau.

Casvarn: Maria Zanders, Das Lebcn ciner

Diederichs, Jena. „ Stutts-kk-

Hahn: Erttincrunacn aus meinem Leben Deffer.

RSmheld: Acht Lebcnsbilder. Beller, Stuttxarr. ^„ston.
Römveld: Lebensbilder a, d. ttmerc« und augcre»

Stuttgart.

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