Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Post: Heidelberger Zeitung (gegr. 1858) u. Handelsblatt — 1923 (Januar bis Juni)

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.15611#0849
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
rg. Igyz.

Beiblatt der Badischen Post

Seite 5.

l ^ e und L-cyuyzeug anzuicyassen. Lvo v,r -»Ivr
-ke-s i>a sollen diese Dekleidunqsstücke dsn K-ndern auch ber
vruM belassen werdcn. Jn der Hauptsache bleibt.aver
>>,'hle-V zurück. aus dem ständig ungenügend Versorgten wah-
ufenthalts auf dem H-uberg nachaeholfen werden kann.
^h^üUchen Einblick in die drückenden Verhültnrsse der Berg-
Wk E"ung gewährt sowohl diessr schlechte sZustand der Be-
?.?uch das Entzücken der Kinder, einmal in einem eigenen
burfen.

Arls der Stadt.

^ mchcEE-Kmde? aus dem KeBerg.

d si^ ^stsforderung des Reichsarbritsministerivms entsprechend
>s KipiDwhen, a -f srüheren Truppeniibungsvlätzen^ enistan-
>ieu u^erholunevheime zur Vufnahme.von Kindern aus dem
"°m Einbruchsgebict zur Vcrfügung gestellt, daruntcr
°" 8- Jn der zweiten Halfte des März stnd dort
^stalu - ?>ugetroffen, am 25. Äpril weitere 900, so dast die
H Ein L„/ast «ollbesetzt ist.

dd a»° § Herbergs lchrte, datz diestn Kindern. die über-
i?5Lebi/? «er Ruhrgegend. zum kleineren Teil aus dem besetzten
'..eiiiE. stammen, der Erholungsaufenthalt wohl zu gönnen ist-
ourch die Besetzung sast zur Uuerträglichkeit gesteigerie
schasst slli Kinder die denibar ungünstigst^u Auf-
^en N^s^'ste, ,^c>st keines der Kinder kennt die Wohltat, im
schlafen. und datz vicr und sechs Kinder sich zu Hause
x " teilen, ist nichts seltenes. Solche Berichte der Kinder
am ? oem Leiter eines grötzeren Iugendamtes, der dieser
V'^Nd » Heubsrg weilte, durchaus Lestätigt. Er srrach noch
Ijjf siins^on der Schulnot — von sechs Schulen seiner Eenieinde
d». W) die Frar.zosen belcgt — und von den vsychischen Ein-
^inb^'tandig das Ruhrgebiet durchzitterndcn Erregungen auf

m-^itung des Heubergs und särntliche Mitarbeiter sind von
° Litt^ut datz sie die Möglichkeit haben, oerade diesen Kindern
'»i k'e A« o Torgfalt angedeihen lag'en zu können.
IvijrTi^ueldungen aus Baden und Württemberq laufen zunächst
tlmrL ein. Selbstverständlich wird für diese K-nder unter
^LmMoen Platz geschafft, und es steht zn hoffen, datz die badi-
LieL. estellen in höherem Matze als es bisher geschehen ist,
M Ä^en folgen lassen.

t"yi, ,1.0 a i s m i t t e I n ist ihnen zunächst eine Beihilfe von
>"r den Verpflegiag in Aussicht gestellt.

->!> „ Bsn der Kindererholungssürsorge Heuberg
^ülh^^tgeteilt:

V-ÄÄsth gewinnt der Heubcrg Freunde in aller Welt.
V'kr» °ch>ttlung einer MitarLciterin werden auf den Passagier-
Srotzen Schifsahrtslinie ständig kurze klare Prospekte
stiliüvsFVernehmen verteilt: aus diesen Sammlunaen sind bishsr
k?hiir„ Eionen Mark zugeflosten. Der Reichsprästdent hat eme
>i^rke ?v"on zwei Millionen Mark überwicscn im Hmblick auf
N üu^'Äegung mit Ruhrkindern. Aus dem gleichen Erunde
d? Lebcnsmittel aus Baden und Württemberg. die im
it ü? kDeutschen Volksovfers" für die Lefetzten Gebiete angs-
FUrden. in ersreulichem Umfange ein. Von anderen
>«.!MjNi0er Kmdererholungsfürsorge Heuberq wurdeu weitere
'hps y,Men Mark eingezablt und das in verschiedenen Ladischen
>i?0 smAehängte Werbeplamt erbrachte eine Beihilfe von uber
k. Die so gewoimenen Sondermittel flietzen nicht ohne
allgemeinen Betrievsfonds zu. sondern-werden zunachst
Vet, für die zum grotzen Teil fchr süilecht mit Kleidunz
VSst,"^>Nder aus dem besetzten Eebiet Wasche, Klei-
und Schuhzeug anzvschaffcn. Wo die Not am

st E7irdl>i'n 611M ver

V°t: ^ Diilliarden fiir die Univerfität. Aus London wird ge-
'A de. Witwe des Jndustriellen Dr. Mond hat testamen-
s "wersität Heidelberq 50 000 Pfund, d. s. nach dem gegen-
rund z ehn M11 l iarden Mark. hinterlassen.
>»?..»»>,^alt diz Akademie der Lildenden Künste i« München
» ^.?ie Stadt Kassel ebenfalls 20000 Pfund. — Die UNi-

°Sr»f""lchen hat an Professor Dr. Wilh-lm Spiegelberg
!,? Ütz ben Lehrstuhl für Aegyptologie ergehen laflen.

L »ist.^gerichts. Die Prefleabteilung der badifchen Regierung
V>Nin ^ach dem Beispiel anderer deutscher Länder ist vom
Vbiv,i^'um die Abhaltunq sogen. Marktgericktte. zunächst
^ bei '° 'n Mannheim als dem für einen grohen Teil des
'l is! flders wichtigen Marktort, anaeordnet worden. Die Ein-
!" der Weise gedacht, datz an Markttagen ein Richter und
' Achreiber, sowie ein Staatsanwalt zur sosortigcn Slburtei-

V!»sl>ek/'btreibern und Händlern ohne die Handelserlaubnis
wic^bverfahren zur Verfllgung stehru. Das Marktgericht
ii^ !. Hilfe der Wucherpolizei die nachhaltige nnd rasche Er-
^ Nuldigen angelegcn sein laflcn. Bewährt sich die Ein-
>»>,<kest Fannheim, so wird sie auch an andercn wichtigen Markt-
st^rsH^sen werden. Sache des recllen Handels nnd der Ver-

>Hiu»rch^k wird es sein, durch entsprechendss Verhalten, insbekon-
^ ü»"w»?^chienliche Mitteiiungen an die Poiizeiorganc ,md die

Ny,'"u»-ieniicye tviilteitungen an oie Doilzsiorgaue ,.uo oie
^. "Ichaft. deren Tätigkeit zu unterstützen und so das ihrige

zur Bekämpfung der gemeinschä'dlichen Auswüchse des Handels bei-
zutragen.

* Feiertagsdicnst in den Apothekcn. Am Psingstsonntag smd
gcöffnct: Hofapotheie und Schwanenapotheke, am Pfingstmontag
Adlerapotheke, llnivcrsitätsapotheke und Vergheimerapotheke.

* Mmiheimer Kleinviehmarkt. Für Len Kleinviehmarkt am
Donnerstag wurden 151 Kälber. 188 Schweine und 728 Ferkel und
Läufer aufgetrieben. Die Preis« stellten sich für 50 Kilo Lebend-
gewicht: Kälber d 480 000 bis 470 000. y 440 000 bis 460 000,
ä 420 000 bis 440 000, e 380 000 bis 400 000 Mk.: Schweins a und d
460 000 bis 470 000, y 450 000 Lis 460 000, ä 440 000 bis 450 000
e 430 000 bis 440 000 Mk.: Sauen 420 000 bis 440 000 Mk .' Ferkel
und Läuser 140 000 Lis 290 000 Mk. pro stück. Tendenz: mit
Kälbern lebhaft, geräumt, mit Schweinen ruhig, Ueberstand: mit
Ferkeln und Läufern leühaft.

* Heidelberger Stadtthcater. „Aus Anstsllung", wie der schöne

Ausdruck lauteft spielte Herr Ludwig Kei>le den Ferd'mand in
„Kabale und Liebe". Wir kennen Herrn Heinle als einen Dar-
steller, der seine Aufgabe Lberaus ernst nimmt und aus srinen Rollen
Lerausholt, was an Eshalt darin stecken mag. Sein Ferdinand er-
sch'en hicr sozusagen als eine ccht Leutsche Eestalt. Heinle betonte das
Eerade, Zuverlässige, Wackere des jungen Menschen. Eewitz, dies
war ein Liebhaber, doch einer von echtem Schrot und Korn. sehr
männlich und straff. Eine Art Eckigkeit im Auftritt bsi der Milford
kleidete ihn gut, wenn sie sicha uch herb ausnahm. Um seins Sach-
lichkeit und Jnnerlichkeit kann mancher Darstellcr diesen Ludwig
Heinle Leneiden. K- V.

* Das nächttc Konzert der Kammermusik-Dcreinigu ig am Mon-
tag, den 28. Mai, verspricht uns einen besonderen Eenutz. Das
Rose-Ouartett wird unter Mitwirkung der Mannheimer
Herren Konzertmeister Neumeier (Vratsche) und Müller
(Tello) zwei Sextette von Brahms und aus einem Sextett von
Tschaikowsky spielen. Dem Konzert ist um so grötzerer Zuspruch zu
wünschen. als es immer schwieriger, wenn nicht ganz unmöglich
wird, solche Kräfte für Heidelberg zu gewinnen.

* Kammermusiksest in Weinheim. Am 2., 3. nnd 4. Iuni vcran-
staltet der Kammermusikverein Weinhermein Kammer-
musikfest. Das Amarquartett wird nsuere, das Ross-
quartett klüflische Kammcrmusik bieten, und der ersts Kapellmeister
des Mannheimer Nationalthsaters wird mit dcm dortigen Orchester
im Eräfl. von Berckheim'schen Schlotzpark einen Mozartabend
geben.

* Der falsche Dachdeckergehilfe, der sich in einem Fallc 23 000 Mk.
erschwindelt hatte, wurde jetzt in der Person eines ledigen Lhor-
sängers ermittelt.

^ Polizeibericht vom 17. Mai. Vei der gsstern vcrgenommenen
Polizeistreife wurden sechs Vettler, ein Landstreicher, drei Obdach-
lose und ein zur Straferstehung ausgeschriebencr Räcker festgenom-
men. — Zur Änzeige gelangten: ein Taglöhner von hier wegen
Körperverlctzung: fünf Personen von auswärts. üie im Hardtwald
Holz sällten, entwendeten und weiter verkauften, wegen Forstdieb-
stahls und Hehlerei; ein Mechaniker von hier wegen Preistreibsrci
mit Autoöl: ein verheirateter Kaufmann von hicr wcgen unerlaub-
ten Handels mit Kolonialwaren: mehrere Studentcn, die gestern
abend in einer Wirtschaft der Mittelstadt Ausschreitungen beginzrn,
wegen groben Unfugs: fünf Personen, zwer Krastwagenführer wcgen
zu raschen Fahrens und weitere dreizehn' Personen wegen anderer
strafbnrer Handlungen. — Gestohlen wurden: am 17. Mai, nach-
mittags 5 Uhr, aus dem ersten Stock der Mensa Akademica im Mar-
stallhof ein Herrenfahrrad (Marke „Drunswiga", Wcrt 300 000 Mk.):
am 11. Mai in der Turnhalle einer hiesigen Lehranstalt einem Schü-
ler die silberne Uhr Mit Kette im Eesamtwert von 200 000 Mk.: vom
1. Lis 16. Mai aus einem Hause der Neuenheimer Landstratze cinem
Studenten Kleidungs- und Wäschestücke im Eesamtwerte von 645000
Märk und vom 7. bis 10. Mai aus einem unverschloflenen Zimmer
im Hause Ziegelgafle 1 ein Prinzetzunterrock. ein Taghemd und elne
Vettjacke im Eesamtwert von etwa 100 000 Mk.. sämtliche Gegen-
stände sind mit A. H. gezeichnet.

Neuwahl der SteuerauSsckSff«. Jn ben nSckkten Wochen niüff«» Ne«.
wablen für dle EteuerauSfcküffe stattflnben, ba bte Zuständiskeit ber blS-
bcrtaen NuSscküsse am 80. Juni b. I. ablöuft. Sür bte Wablen tst Ler
Bejtrksrat oder BürgerauSschuh zuständts, ie nackdem der
Stenerbezlrk fick üver mcbrere Gemcinden erstrcckt oder nur eine Gemetnde
umfatzt. Berufsvercincn. WlrtsckastSverbLnbcn und sonstigen Jntereffcntep
stebt es frei, Wablvorsckläge an dte gcnannken Wahlorgane einzureickcn.

Die Lage des Arbcltsmarktes. Jm allgemeinen lst dte Arbeitsmarkt-
lage ln bcr Bcrichtswoche, abgeseben vom besebtcn Kebict. wo noch eine
wettere Berschlechterung eintrat. zlemltch «nveränbert geblieben. Stcllen-
weiso fcheinen ffch Pprzeichen für etne leichte Belebuna vcmerkbar
zu Machen.

EI« ne«es Postanftaltsverzcichnls. Mitte Junl erscheint dl« Aus-
gabe 1623 des Verzelchniffes der Postanstalten und Eisenbahnstationen im
Deutschen Neich unö der wichtigeren Orte tm Ausland lkrüber Ortsvcr-
zcichnis zu bcn Postlcitbeften). Das in kaufmännischen Kreisen weaen
sciner Zuvcrläsffgkeit schr geschätzte Nachschlagsbuch enthält fämtltche Post-
anstaltcn unb Eifenbabnstationen des Deutschen Reichcs nebst den gebräuch-
llchcn zusätzlichen Bezcichnungen unb dem zuständisen ObervostdircktionS-
Bczirk, fcrncr bic wlchttgsten antzerdeuifchen Orte nebst Angabc der
Länöcr nach ber ietzt gültigen vofttischen Abgrenzung. Das Ortsverzeich-
nis kann Sei icdcr Postanstalt bcstellt werden. Der Preis beträgt
MM Mark.

Aus Baden.

— MosSach. 18. Mai. Der R a u b ü b e r f a l l auf die M a t s s« n.
üacher Mühle hat jetzt noch einmal das Schwurgericht belchäftigt. Jn
der Schwurgerichtssitznng dcs zwciten Ouartols waren zwei an dem Raub-
üverfall Beteiligte zu je z hn Iabrcn Gesängnis vernrtetlt worden und
ictzt batte ffch noch dcr Icdtge Bäcker Gnffav Bcrelsmann tn dtcscr
Straffachc zu verantwortcn. Gegen thn konnte scinerzett nicht verhandclt
werdcn, weil er nach der Tat tn Gelsteskrankbeit verfallcn war. Berels-
mann war mlt den schon vernrteilten Meier und S ch u m a n n am
Morgen dcs zwctten Wctbnachtstages 1823 tn die Maiffcnbachcr Müble
eingcdrungen: dret Bcwobner wurden schwer mitzbandclt unb In Schränke
gespcrrt nnd dann Geld «nd Schmuck geraubt. Das Gericht verurteilte B.
zu 15 Jahrcn Zuchthans und 10 Jabren ESrverlust.

— Weiubctm. 18. Mat. Unter der tztrma Winzcrvcreintgung Bsrg-
straße e. G. m. b. H. ist mtt dem Sitz in Weinheim eine Winzer-
genossenschaft tns Leben gerufen worden, deren Zweck die Hebung
nnd Vervollkommnung bes WeinbaueS und der Kellcrwirtschaft. ber Ber-
kanf deZ Weincs dcr an bie Genoffenschaft angefchloffcnen Wtnzer unb
der gemeinschastliche Einkauf ber zum Rcübau und zur Kellerwirtschaft cr-
forberlichen Gegenstände und Materialicn für die Mitgliedcr tst.

— Pforzbelm, 18. Mat. Das mit einem Aufwand von etwa 80 Mil-
lioncn Maxk erbaute weitere Wasserwerk bei Niefern ist kürrlich in
Bctrieb, genommen worden. Damit kann künftig auf daS Onellwaffer
aus dem Grötzeltal, das fchon wtederholt den Tnvbus nach der Stadt
brachte, verzichtet werden. — Der Bürgerausschutz bat dem Bnkauf
bes vom Gartenbau angelegten und fcitber betricbencn Stgdtgarten mtt
cinem Answanb von 40 Millionen Mark zugesttmmt.

? St. Blasic», 18. Mat. Der Froft, der in den letzten Tagen auf-
gctretcn ist, bat an der iungen Baumblüte und in den tieferen Sagen an
den in schönster Rlüte stehenben Heidelbeeren arotzen Sckaden an-
gcrichtet.

? Freibnrs. 18. Mai. Wcacn Kvrvervcrletzung mtt TodeSfolge
batte stch der lüiäbrtge Landwirt Rukolf Sacherer von Oberrottweil
bet Vrcisech zu verantworten. Er hatte am ^aff,a'»tmontag den
21jährigen Landmirt Joscf Gref von Obcrrottweil in angetrunkenem Zu»
standc ntedcrgeschlagen und ihn so schwer verlebt. datz er starb. Das Ur-
teil lautetc auf neun Monate Gcfängnis.

>< Konsjanz. 18. Mat. Dte Schweizer S p e i s u n g, die seit Mitts
März bler im Gange iff, und bei dcr gegen 900 Pcrsonen bnrch dcn schweize-
.rischen Isrbcitgcbcrverbanb Krepzlingen-Emmisbosen und die deutschen
Angestellten und Arbeiter tn dcr Schweiz verköstigt werdcn, iff ietzt, da die
Mittcl knapp werden, gefährdet. Der schweizerische Ilrbeitgebervcrballb
mendet stch daher In einem Aufruf in Schweizer Zcituugcn erncut an dte
Bevölkerung, um freiivillige Gaben für die Fortführung dcr Gvetsung
»u crbaltcn.

>t Konstanz, 18. Mai, Eigcnarttge Schtebungen mit Holz ffnd
dcr Staatsanwaltschaft neuerdinas zur Kenntnis gekommcn. Es handelt
ffch um bcn Vcrkauf bes Gab- ober B ü r g e r b o l z e s, (as vvn den
Gemctnben an eincn Teil der Bürgcr abgcgeben wirb und dessen Berkauf
verbotcn ist. Darum kümmern ffch aber visle Bürger und Händler nicht.
DaS Brcnnbolz wird stbei Nacht zn Nvtzholz u.ngetaust und zn hohen
Prciscn verkauft. Die Staatsanwaltschast hat gegen solche Verkäufe
schwerc Strafen bcantragt. dic znm Tell auch rechtskräftig ge-
worden ffnb.

)i Singc« a. H., 18. Mai. Ein Scheiielhaus ioll htcr errichtet
werben. das ausschlietzlich schöngeistigen Bestrcbungen disnen foll. Die
Stadtgcmeinde bat ein Grnndstück kostcnlos zur Berfügung gestellt nnd
belfende Kräfte. vornchmlich im Ausland, ffnd am Werk. damit der
Bau bald erstcbcn kann.

1l Ueberlinse«, 18. Mai. Die an Sonntagcn für die am Seeufer
entlangfiibrcnte Stratze im Bezirk Ueberlingen angeordnete Auto»
niobtlsperre bat wobl bci den zahlreichen Svazicrgängern, nicht aver
bei den Hotel- und Gasthofbesitzern Nnklang gefunden. Diese Kreise
machen geltend, datz tbr Geschäftsbetrteb nicht nnerbcblich g - schädigt
werdc. Man bätte dieic Antomobiliverre Im Bencbmcn mit ben württcm-
bcrgischen und bavcrischen Behörden treffen «nd ffe einbeitlich für das ge-
samte deutsche Ufergebiet durchführen sollen.

Lpopl- »Isckpioklsn.

Unmbnrg 8t. Knnli vsrlor äaz ^vvelts 8piel cker?ÜNA»trsses In 5kann-
bnkv «k«ee» T. u. 8pv 77 V»Iäb»k mit 1:8. — Usvt« »benck ffncket »nk
ckem !7eotz»rvorl»nck in Uelckelberg ch», früekepiel gexen V. k. S.

Ueickylbirg ,t»ttz

8tSüte-spfeI «»nnbsi» — bnckvle,b»kea 32. vie X»ekb»r,t»ckts,t»n-
cksn ,ick InnerbLld visr Voeken rnm rvsiten tzkal« qegenüber. (Vor-
,plel 1:8). Deiäe 6tTüt« bstten ibre ,tLrk»ts Vertretvns vorAesebso«
rvnStea »der mit )e rveei 8rs»trlentea »ntretvn. <s!e «!eb auk bnckvsim--
b»kener niedt b«mertzb»r m»ebten. ÜLgsZen »nk Nannkeimor Leito »b-
fielen. V», 8pie> nsbm einsn «ekr «ebönen, «pannen-Ien Vsrlnnf. dl-inn-
beiin bntte meist etv», mebr vom 8p!el. vie vnäw-ig-bakenor ginxen ba'ck
cknreb visizebmsnn. cker ein Aöxern äer blannkvimer Verteickigung ge-
seblekt »nsniitrto. in ^ükrnng. k!r,t naeb cker Usnse ffsl ckureb einsa
8ebn6 cks, KeektsanIZsn cker 4u,8leiek. In cken Istrtsa risr bkinuten
vurcken ckie übripen ckrei Tore gg-gbn-vn. tzlannbeim pin-- in vübrung,
Vnckvi^,b»ken plieb «okort »ns. 7ivei tzlinuten vor 8pielencks kam Äann-
beim rum »isKbr-nMncken Tor. vie vnnkelbeit deeinträoktio-ts ck»s 8p!sl
psgsn 8ncke, !n,be,oncker« ckie Torwäcbterarbeit ,ebr. v!e >s»nn,cd»ktea
stancken:

viickwipzbaken: Xniikle (vkal»): stegels (vkönix). krennip 103);
viek (ff'rie^nbsim). vdsrt (Lbönix), Prnmpkbsiier (psalr): Ipook (03).
IVün-ltol (04). vloisebmsnn (vbünix). XVebor (pbönix), 8eksrmn2sr (93).

blsnnbeim: ULsel (pkönix): pi,eber (V. s. ff.). pi-ose (XeekLrau):
4n (V. f. K ), vezybne,- (ptzönix). Vn--elb»rckt (V. f. K.k Zreitenkaeber
(V. k. U.). Ilerberper (V k. K.HHIksIcker cd>oek»r»n). küeklsr (psncksn-
beim). VNrieb (V s. K.).

H.^ht esnen Ueberblick über d-ie „deutsche Kunst" zu ftuden
Aus verschiedensten Gründen wandelte stch der Plan,
>, Äeit^ 'hre Hanptvertreter zu versammeln. in bescheidener«
Ler „grotzen" Kunst im ubrigen Deutschlau», Mün-
Ä. der ^h^inland u. a. O. ist hier kauni etwas zu sehen, dafür
! ^aderuen Malerei iu Karlsruhe uud Buden so zicmlich

bad-ische Kunstausstellung 1923". Man hat auch
Zeiten zurllckgegriffen und Kobell, Schirmer u. a.
Freilich recht stückwerkhaft. Zusammenhänge
Än-) ^»kennen. Zur Reftospektive pehört auch der frühe

?>«I Frankfurter Desitz (Küchler) entstand einsschöne: Eaal
L>> te> wundevvollen Landschaften. Nber andere, auf denen
>, 1 ^uttgen Kunst basiert, fehlen ganz: Trübnsr, Schön-

»! V.d Dann die Modernen und Iüngsten. Fast allr

ein Stelldichein. Dis herunter zu den Schülern
ijUiz d E»? bvr Laudeskunstschule. Durch ihre stnnqemäße Sich-
bi»/>>e^pplerung hätt« das Ausstellungswerk als organisches
gewönnen- So hängt alles nach Zufall od-s>r Raum-
^>iL.^fti. §^>nander. Ein paar Beglückieren wurden Sonder-
Albert Wolf m!t seiner starken Eigenart, un-endüche
-V'Eq ,,'Nnumhafte S-ehnsüchte uud Disionen in farbmmuMli-
»st°rdc»"nd kosmi-schen Nätselgebild-eu festzubalten. Er ist Füh-
,->dKi, ^,w>e in ganz andrer Art Mbert Haneisen: seine
-L°>>-?n als reinstes Kunsterl-ebnäs der ganzen Ausstellung
>>d tz'^e ^.nch- wie die Wolfs, in einer ..grosieu deutschen" Ex-
?kby»?IuendH Stelluug wahren. Koloflaler Rhythmus. däma-
Aest hinreistend durch die Eestaltverteilung im

v? ^ir^y<ulenen ^xpreis.onismus. n u. r r i

'!>ert«„"!^'>'Se D-ekorateur der Büfetthalle, lästi sich
^ i'be? Dildniflen nach alter Holz>schnittart veAre

mit

)>-?.sle!^eii z^nlcht durch glänzeud charakter!sieren-d-e Vorträt-
p»ar schwer ge-nietzbare Pechste i n erzeaginsie,
h, tz^^>ndernismus man sich gern« zur manierfrrien, klar

fältig« Kabinettstück« der Radierung. Schlichter und Hubbuch
wivd man nicht viel Eeschmack abgewinnen. Jm Saal der svärlich
veitretenen PIastik kann nur Gutmanns Symbolik der Klage,
3 wuudervoll rhythmisierte Weibgestalten, unmittelbar packsn: neben
ihm tritt noch Förys schön gestufte Komposttion einer Fa-nilien-
gruppe. Sonst wenig Eigenkräftiges: es wäre aber gewist auf allen
Gebieten beredter zur Sprache gekommen, hätte man die deutsche
Kunst iricht nur aus Baden, sondern auch aus Lem Reich aufgeboten-

vr. L. ?rs.

' sick Erwin Pfefferles wendej oder -n A.

N» h^wit^gu^em Erfolg an eiue «igenartig

erfll-hlte ,.(be-

'Igr H- Eichrodt erfreut durch den Farbcnfrohstnn
Gestaltengruppen spricht. Aber neben
>h > tzT'sch-, noch manche andere genannt werden, d.e

tapck.,»>>> so sür die deutsche Gcsamtkuust Belanz haben.
^ eL Mbijch> r heht voran wieder Thoma mit bekanntsn Blat-
"ellt E,-7^°pherrlichungen der Linie zeichnet H. Eeh "' '
u>>t zu kraftstrotzende Holzschnitte, L! Varth s

. ri:
sorz-

Fränkfurter Kiinstlertheater. Wenn man das Wirken des „Frank-
furter Künstlertheaters für Rhein und Main" in der letzten Spiel-
ze-it überblickt, die durch eiue wohlgelungene Aufführung von Shake-
sveares „V!el Lärm um Nichts" im Homburger Kurtheater abge-
schloflen wurd«, so kann man wohl versteheu, daf! dies Wandertheater
überall mit Sehnsucht erwartet, mit ehrlicher Freud« aufgenommen
wird. Sowohl in der Zusammenstellung ihres ausgezeichneten Spiel«
plans, als auch in der Durcharbeituug der Auffuhrungen hat di«
Kucklioffsche Spieltrupp« allezeit und unter wahrhaftig recht bedrücken-
den Umständen e'nen hohen künstlerischen Ernst und Eifer bewiesen.
den man hior mehr als an einem seschafte-n Kunstinstitut bewundern
must. Wir baben öfter nachdrücklich betont. datz wir gerade die
Strenge der Kimstprinzipien und den spürbaren begeisterten Schwung.
mit dem di« Künstler ihrs Au-fgaben anpacken und beleben, als be-
sonders erfreulich <rnerkaniiten. Was übrigens d«n valksbildnerischen
Wert d-ieses fliegenden Kunstinstituts und seine deutsch« Bedeutung
in der Nähe einer fremd und feindlich andringenden Kultur und im
besetzten Gcbiet selbst anbetrifft, so ist darauf nicht minder häufig
hingewiesen worden. Wir möchten daher von Herzen wstn-schen, datz
alle Eerüchte unrech-t haben, di« den Fortbestand des Tbeaters ia
dieser Zusammensetzung und Arbe-itsweise für ernstlich bedroht aua-
geben- Bei d«r Shakespeare-Aufführung hat der Svielleiter R. Georg«
für launige Beweglichkeit gesorgt, trefflich unterstllht von F. Schames.
der sebr glllckliche Bllhnenbilder geschaffen hatte. Wenn dennoch d!e
tragisch verdichteten Szenen der zweiten Lustspielhälfte vergleichs-
weife noch eindrucksvoller gelangen als die lustig-lockeren Anfanqs-
bild-en. so lag es vielleicht daran, daß auch die Launen -der Darstellcr
von den oben erwähnten Eerllchten ein wenig überschattet maien.
Unter den vielen Mitspielern erfreute besowders F. Saalfeld.
als Leonato. H. Ottos frifcher Claudio, E. Kahns Äntoniö und
E. Haatz Konstabcl. Der begabte H. Eallinger stcllte glsich
zwei humorig durchgeführt« Nollen. Die Hero M. Feimeyers
atmete di« ganze launig« und beseelte Mädchenhaftigke-it, d-eren diesc
Darstellerin fähig ist. Den Löwenanteil des Jnterefles hatte frcilich
das wi-d-erborstige Zaar Benedikt und Beatrice, das von M. ilm-
ming « r und E. Paulun mit aller starken Saftigkeit ihrer blut-
echten Künftlernaturen verkörpert wurd«. Kurz — «s waren ein paar

Stunden schönsten Kunstgenufles, bei denen einem wiedcr einmal
bewustt wurde, datz emem aus der spielerischen Kleinigkeit des grotzcn
Shakespeare — und mag sie noch so willkürlich beginnen - «m Ende
immer das Aroma der Füll« entgegenströmt, als habe man d«n
ganzen Umkreis aller nur möglichcn menschlichen Leidenlchaften und
Lebenssch'cksale miterlebend durchquert. vp. l).

Ausstellung Deutsche Kunst 1923. Die Ausstellung Deutsche
Kunst 1923 Darmstadt findet zum Teil aus der Mathildenhöhe, zum
Teil in der Kunsthalle statt. Am 18. Mai. 4 Uhr nachmittags.
wurde der in der Kunsthalle am Rheintor vereinigte Teil der Aus-
stellung durch eine kurze Ansvrache des Vorsttzcnden der Heflischen
Arbeitsgemeinschast für bikdende Kunst. Biirgermeister ' Müller.
Darmstadt.^ eröffnet Die Ausstellung umfatzt die Werke der in
Heflen ansäfligen oder aus Heflen gebürtigen Kllnstler- Dei einem
kurzen Ueberblick fielen auf die 5 Eemälde Malter Illners Darm-
stadt, unter anderem ein charakteristisches Dild der Tänzerin Nini
Wrllens und ein in satten Farben gehaltenes Porträt, 4 Eemäld«
oon Ernst Eimer. Darmstadt, ein ausdrucksvolles Vorträt von Otto
Wachsmuth, Darmstadt. 2 Plastiken von Anna Wcstermann-Pfähler,
Darmstadt. Es seien ferner genannt Eertrud Ullmann „Mädchen
mit rosa Mütze", Paul Thestng „Goebel als Datterich", Karl Ccheld
„Morgengalopp", „Rennpferde auf dem Zirkel", Fritz Rinoenwald
„Kind mit Puppe", Walter Reitzel „Eewitter über der Jade". Hans
Nolpa, Auerbach, „Die Etratze". Kurt Kempin „Eraf von Kalk»
reuth". Richard Hoelscher „Iuniwiesen". Karl Deppert „Bildnis",
Anna Bornemann mit rxrschiedenen Sujets aus dem Treibhaus.
Adolf Beyer mit einem Herbststrauh und Ullrich Hallerstede , Katze"
und „Hund in Landschaft". Die Ausstellunq auf der Mathildsnhöhe,
die die außerhsflische Deutsche Kunst «nthält, wird am 19. Mai, vor-
mittags, eröffnet werden.

Eugen Szenkar i« Berli«. Wir lesen in der D. A. Z.: Die
Volksoper hat zwar drei Kapellmeister, tat aber recht gut daran,
für ihre „T r i st a «"-Vorstellung Eugen Szenkar vom Frankiurter
Opernhaus heranzuholeu, Er leitete das Werk mit aller Ueberl 'gen-
heit des geborenen Dirigenten und mit stärkster Einfiihlungskrast
in di« Atmosphäre dieser einzigen Musik. Sogar das Orchester spielte
unter seinem Einflutz mrt offenbarem Enthusiasmus.

Drei Milliardc« sür Jeftkviel«. Dte Dalzburaer Keltlviclhausoemetndr
teilt mtt. dab kür bte Durchfübrung dcr Feffsvtcle von vrivatcr Seitc ein
FonbS von bret Milltarben aufacbracbt wordcn tff. Die Verbanülunaen
mit Max Nctnbarbt babcn ,n kcinem Ziel geiübrt: bic im norigen Aaüre
geaen thn bctricbenen Hebercien babcn tbn bazu veranlatzt. cndgültig z,i
crklärcn. datz cr ffcki an den Salzburgcr Festspiclcn nickt mchr bctciligcn
werbe. Die Feffsptelvcrwaltung steht augenbllckli» mit etncm Mkinck>e»cr
Schausptelenscmblr in Berbinbung.
 
Annotationen