Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 4): Südwestdeutschland — Berlin, 1911

Page: 467
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Zab

WÖRSCHWEILER. Pfalz BA Zweibrücken. Inv. I.
Cisterc-Klst.° (Ruine). Regelmäßige Anlage, sehr ähnlich der zu
Eußertal. Im Lhs. 3 Doppeljoche. Das feine Detail im Charakter
der Zeit von 1230—50. Schöne gemusterte Tonfliesen0. Grab-
steine0 des 13. und 14. Jh., meist heraldisch, einige ikonisch in
eingeritzter Zeichnung.

Z

ZA BERN. UElsaß Kreisstadt. [D.]
Pfarr- (ehem. Kollegiat-) K. Spgot. Neubau mit Erhaltung des
sprom. WTurms. Der in guten Verhältnissen aufgebaute Chor hat
3 J- + 5/s Schluß. Formcharakter E. 14. Jh. Die Birnstabrippen
kämpferlos an der Wand herabgeführt. Das Lhs. ursp. 1 sch.,
1493 um ein n Ssch. erweitert. — Kanzel 1497 mit dem Zeichen
des Straßburger Münstermeisters Hans Hammerer. Im Chor Epi-
taphe der Bischöfe Rupert von Bayern f 1478 und Wilhelm
v. Hohenstein f 1541. — Marmorrelief mit Pietas, oberitalienisch,
16. Jh. — In der Sakristei bmkw. Holzrelief um 1520, die Apostel
am (perspektivisch schräg gestellten) Grabe Marias; der obere Teil
mit der Himmelfahrt fehlt. Bmkw. Glasgemälde um 1460 (Marien-
Kap.) und A. 16. Jh. — Schöne Glocke 1475 von Thomas Jost
in Straßburg.

Rekollekten-K. lsch. got. Anlage des 14. Jh., das Lhs. um-
gewölbt. — Leichnam Christi, Stein, von einem hl. Grabe. —
Kreuzgang 15. Jh., Gemälde von 1618.

Schloß. An dieser Stelle seit 10. Jh. Residenz erst der Metzer,
dann der Straßburger Bischöfe. In neuerer Zeit folgten sich auf
dem gegenwärtigen Bauplatze:

1. Das „schwarze" Schloß. Erb. wahrscheinlich von Bischof Wilhelm
von Hohenstein (f 1541). Nur aus Zeichnungen bekannt (Straßb.
Denkmalarchiv). 4 flügelig, mit runden Ecktürmen um einen quadr.
Hof, französischen Schloßanlagen des 15. und 16. Jh. entsprechend.
Die Seitenansicht gibt einen Rundbg. Fries, der zu der Bauzeit
LH. 16. Jh. paßt. Die Fenster und das Portal bekunden einen
Umbau in strengem italisierenden Barock LH. 17. Jh. Auf diesen
am ehesten der überlieferte Baumeistername Tomaso Comacio zu
beziehen.

2. Fürstenbergbau. Von den Bischöfen Franz Egon und Wil-
helm Egon 1670 bis nach 1680. Ein langgestreckter 1 flügeliger
Bau, dem schwarzen Schloß, nachdem der vordere Trakt desselben
abgebrochen, vorgelegt und weit über ihn hinausgeführt. Mangel-
hafte Abb. zeigen eine durch Risalite mehrfach geteilte Fassade

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