Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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KLEINE LITERARISCHE NOTIZEN o VERMISCHTES

VERMISCHTES

BERLIN DerVorftand der „Neuen Sezeffion“,
der bei Maximilian Macht, Rankeftr. 1, eine
Äusftellung Zurückgewiefener der Berliner Se-
zeffion veranftaltet, befteht aus den Herren Pech-
ftein, Tappert, Melzer und dem Obmann des
Ärbeitsausfchuffes Herrn Segall.

HÄÄG Albert Besnard wurde, wie das Journal
des Hrts erfährt, beauftragt, den großen Saal
des Friedenspalaftes mit Wandmalereien zu
fchmticken.

MÜNCHEN Die Jury der Künftlerver-
einigung Luitpold-Gruppe feßt fich für das
Jahr 1910 nach dem Wahlergebnis der letzten
ordentlichen Generalverfammlung aus folgenden
Herren zufammen: 1. Vorfißender Prof. Friß
Baer, 2. Vorfißender Walter Thor, 1. Schrift-
führer Melchior Kern, 2. Schriftführer Wenzel
Wirkner; f. unter: Beifißer; Heinrich Brüne, Hans
Heider, Ludwig Puß, Kurt Rüger, Jofeph Sailer.
Die Künftlervereinigung Luitpold-Gruppe ver-
anftaltet zur Zeit in den Räumen des Älbrecht-
Dürer-Vereins eine größere Sammelausftellung,
in welcher 80 Werke von Mitgliedern der Gruppe
zur Aufteilung gelangten.

NÄNTES Hier ift ein Denkmal für Jules Verne
von Georges Barreau errichtet worden; in Saint-
Jean-Pied-de Port ein Denkmal für Charles
Floquet von Paul Ducuing.

KLEINE LITERARISCHE NOTIZEN

Im Verlag von Georg Reimer erfchien die
von Otto von Falke völlig umgearbeitete
15. Auflage des Führers durch das königl.
Kunftgewerbemufeum. Das handliche und
durchaus den Anforderungen praktifchen Ge-
brauchs entfprechende Büchlein bietet mit 152
Seiten Text und 30 ausgezeichneten Äbbildungs-
tafeln für den billigen Preis erftaunlich viel. An-
genehm empfindet man eine Reihe praktifcher
Verweife, befonders den Nachweis kunftgewerb-
licher Arbeiten in königlichem und öffentlichem
Befiß in Berlin außerhalb des Mufeums, der als
Anhang beigegeben ift und zahlreiche nüßliche
Angaben enthält. Ein forgfältiges Regifter er-
höht die Brauchbarkeit des gefällig ausgeftatteten
Bändchens, das nicht nur dem breiten Publikum,
fondern auch den Fachkreifen ein willkommenes
Handbuch beim Studium der Sammlungen fein
wird.

KIEW Die kleine Anzahl ruffifcher Kunft-
zeitfchriften hat durch eine neue Monatsfchrift
provinziellen Charakters, welche denTitel „Kunft
und Druckkunft“ (Isskustwo i petschatnoje
Djelo) trägt, einen erfreulichen Zuwachs erhalten.
Sie erfcheint unter der Redaktion des Herrn
W. S. Kulfhenko in Kiew, der Hauptftadt Klein-
rußlands und dem älteften Siß rußlfcher künft-
lerifcher Kultur, und befteht aus zwei gefonderten
Teilen, welche der Kunft im allgemeinen und
den graphifchen Künften im befondern ge-
widmet find. Das äußere Gewand der Zeitfchrift
und namentlich die in der Offizin von S. Kulfhenko
hergeftellten ein- und mehrfarbigen Reproduk-
tionen entfpredren durchaus modernen Forde-
rungen. In den leßten Heften erwecken der
Auffaß Prof. Titows „Zur Gefchichte der ruffi-
fchen Handfchriften und Drucke“ und eine bio-
graphifche Studie über den vor kurzem ver-
dorbenen Michael Wrubel Intereffe. P. E.

KRÄKÄU Ein ausführlicher Katalog fämt-
licher Publikationen der hiefigen Akademie der
Wiffenfchaften feit ihrer Gründung 1873 bis 1. Juli
1909 ift foeben erfchienen — der einzig bisher
exiftierende Katalog ftammt aus 1894 — was
auch für Kunfthiftoriker von gewiffem Intereffe
fein dürfte. Der bei weitem größte Teil der
polnifchen kunftwiffenfchaftlidhen Studien ift näm-
lich bisher in den zwanglos herausgegebenen
Berichten der kunfthiftorifchen Abteilung diefer
Akademie, der fog. „Kommiffion zur Erforfchung
der Gefchichte der Künftc in Polen“ erfchienen.
Der neue Katalog bringt ein detailliertes Ver-
zeichnis fämtlicher Äuffäße und Materialien,
welche in den bisherigen acht Bänden der ge-
nannten Berichte enthalten find. P. E.

MOSKAU Das hier erfcheinendeSammelwerk
„Moskau in Vergangenheit und Gegenwart“
(Verlagsgefellfchaft „Obrafowanje“) enthält in
feinen leßten Lieferungen zwei ausführliche Ab-
handlungen von Herrn A. P. Nowißky über
„Moskauer Kirchenarchitektur“ und „Zivilarchi-
tektur des alten Moskau“, welche, wie das ganze
Werk, reichlich illuftriert ßnd. P.E.

MÜNCHEN Die genauen Mitteilungen über
die Affäre Tfchudi-Kaemmerer, die wir auf
Seite 377 in Heft 10 unsrer Zeitfchrift in Aus-
ficht ftellten, können leider erft in Heft 12 er-
fcheinen, da inzwifchen wichtiges, neues Ma-
terial aufgefunden wurde, deffen Reproduktion
noch einige Zeit in Anfpruch nehmen wird.

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