Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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DENKMALPFLEGE UND STÄDTEBAU

geftellt. Die dem Mu[eum verbleibenden Objekte
repräfentieren durchweg charakteriftifche Typen.
Damit ipt die uralte Hochlandskultur der fagen-
umwobenen mexikanifchen Lande auch in Mün-
chen gut vertreten.

Von der Münchner Künftler-Genoffenfchaft find
für die Jury der diesjährigen GLASPÄLAST-
ÄUSSTELLUNG folgende Herren gewählt wor-
den: Malerei: Adolf Bock, Alexander Fuks,
Prof., Franz Graeffei, Karl Hartmann, Wilhelm
J. Hertling, Paul Leuteriß, Richard Linderum,
Georg M. Meinzolt, Wilhelm Menzler, Äuguft
Rieper, Julius Schräg, Paul Thiem. Bildhauerei:
Georg Älbertshofer, Prof., Karl Gg. Barth, Prof.,
Ludwig Dafio, Franz Drexler, Karl Kiefer, Va-
lentin Winkler. Baukunft: Eugen Drollinger,
Hofbaurat, Hans Gräffel, ftädtifcher Baurat, Eugen
Honig, Prof., Hugo Steffen. Graphik: M. Z. Die-
mer, Prof., Max Hartwig, Jofeph Neumann, Wil-
helm Rögge, Walter Ziegler. M. K. R.

RJÄSÄN Die lokale Hrchivial-Kommiffion ver-
anftaltet vom 9. bis 16. Mai alten Stils eine
Ausftellung von Kunft- und Kulturgegenftänden
hiftorifchen Charakters aus Privatfammlungen.

P.E.

DENKMALPFLEGE UND
STÄDTEBÄU

ARBE (Dalmatien) Der Palazzo Nimira,
ein intereffanter Bau der Frührenaiffance, foll
zu Hotelzwecken adaptiert werden. Da die
notwendigen Veränderungen (Rusbrechen von
Fenftern, Äuffeßen eines Stockwerks usw.) die
ÄuBenerfcheinung des Palazzo ungünftig beein-
fluffen würden, hat fich die Zentralkommiffion
für die unverfehrte Erhaltung des Denkmals
eingefeßt.

CÄSCIÄ (Umbrien) Seitdem dieBenedik-
tinerinnen aus dem Klofter S. Antonio ausge-
zogen find, können die intereffanten Fresken des
Nicola da Siena im Sängerchor der Kirche be-
fichtigt werden. Sie find 1461 datiert und er-
fahren durch Dr. Adolfo Morini zum erften Male
kunfthiftorifche Würdigung. Am Treppenpodeft
find jeßt drei Fresken der umbrifchen Schule
fichtbar, unter deren einem Morini das Datum
1434 entziffert hat. Im Klofterhof ift eine Sta-
tuette der Madonna mit dem Kinde, ein Werk
des 11. Jahrhunderts, von Intereffe. In der Äpfis
der Kirche find mehrere Fresken mit Darftel-
lungen aus der Legende des S. Antonio Äbate
noch unter der Tünche verborgen.

In der Collegiata S. Maria befinden fich zwei
Denkmäler, welche der Magiftrat von Cascia
1645 zwei Mitbürgern, dem Kardinal Faufto Poli
und dem General Paolo Frenfanelli errichten
ließ. Morini hat im Archivio Comunale zu Cascia
die Namen der beiden Künftler entdeckt, die an
diefen Denkmälern beteiligt find. Die Bildhauer-
arbeit wurde durch Andrea Bolgi aus Carrara, den
Schöpfer der Statue der heiligen Helena in
S. Pietro in Rom, ausgeführt, während der Mo-
faikenfchmuck von Giovanni Battifta Calandra aus
Vercelli, einem Schüler des M. Marcello, dem
Urheber der vier Kirchenlehrer in S. Pietro in
Rom, herrührt. In den „Consigli“ von 1645
wird ferner der Preis der beiden Monumente,
303,10 Scudi, angegeben. W. B.

CURZOLÄ (Dalmatien) Die Zentral-
kommiffion hat fich gegen die geplante Errich-
tung eines Hotels an der Riva (an Stelle des
italienifchen Kafinogebäudes) ausgefprochen,
weil der Neubau hier das Bild der alten vene-
zianifchen Stadt ftören würde, während am
Strande entfprechende Pläße für ein Hotel vor-
handen find.

LUCCA Das Grab des Matteo Civitali in der
Kirche San Criftoforo, das bisher arg vernach-
läffigt war, foll binnen kurzem auf Koften des
Ufficio Regionale ifoliert und wieder hergeftellt
werden.

MONTÄLTO LIGURE In der Kirche San
Giorgio bei Montalto Ligure (Porto Maurizio)
ift auf Veranlagung des Ufficio Regionale für
Piemont und Ligurien das Ältarwerk des Lu-
dovicoBrea durch den Mailänder Maler Ä. Porta
reftauriert worden.

PARIS Im Pantheon follen jeßt plaftifche
Gruppen und Figuren aufgeftellt werden. Ich
kann hier nur fchreiben „follen“, denn fobald
wird dem Plane wohl nicht die Ausführung
folgen. In Äusficht genommen find: VictorHugo
von Rodin, die Generale der Revolution von
Äntonin Mercie, Mirabeau von Injalbert, Rouffeau
von Bartholome u. a. O. G.

POLÄ Kirche S. Maria di Canetto.
Unter dem aus Mörtel gezogenen, modernen
Kämpfergefims der Äpfiswölbung wurde in guter
Erhaltung der größte Teil des originalen Stuck-
gefimfes freigelegt. Es trägt als Dekoration ein
fich gleichmäßig wiederholendes Motiv: zwei
mit ihren Schweifen einander zugekehrte Pfaue
wenden einander die Köpfe zu und halten eine
Girlande mit den Schnäbeln feft; im Zwickel

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