Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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DER KUNSTM.ÄRKT — von den Auktionen

Bevorftehende Auktionen

AMSTERDAM Den Änfang der neuen
Auktionsfaifon macht das Verfteigerungshaus
J. Sch ul man am 10. Oktober mit dem zweiten
Teil der Sammlung Dr. Jules Meili aus Zürich.
Der erfte Teil diefer berühmten numismatifchen
Sammlung kam bereits am 23. Mai diefes Jahres
unter dem Hammer. Äuch diesmal find es
hauptfächlich portugiefijche Medaillen, Münzen
und Orden, oder Jolche, die auf Portugal Be-
zug haben. Der Katalog zählt im ganzen
1413 Stücke auf, es find dies die Nr. 2520 bis
3932, und er ift abgefehen von den vielen Text-
illuftrationen noch mit 10 Tafeln guter Abbil-
dungen verfehen. K. E.

BERLIN In Rudolph Lepkes Kun ft auk-
tionshaus wird am 8. und 9. November die
aus Gemälden und hauptfächlich aus deutfchen
Bildwerken undGoldfchmiedearbeiten des Mittel-
alters begehende Sammlung des Wiener
Kunfthändlers Hans Schwarz verfteigert
werden. Dem Katalog fchickt Max J. Fried-
länder eine Einleitung voraus, in der die fein-
finnige Perfönlichkeit des verftorbenen Händlers
und Sammlers ebenfo wie die kunftgefdiicht-
liche Bedeutung einer Reihe von Hauptwerken
der Sammlung gewürdigt wird. Svs.

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Äußer der bereits eingehend gewürdigten Ver-
weigerung der Sammlung Jourdan finden im
Oktober bei Lepke noch zwei Verweigerungen
ftatt, fo am 11. und 12. Oktober die Auktion
einer Sammlung von Ölgemälden und Aquarellen
moderner Künftler und am 21. Oktober die
Verfteigerung einer kleinen, aber recht bedeuten-
den Sammlung von Werken vorwiegend fran-
zöfifcher Kunft und anfchließend daran einer
Kollektion von Antiquitäten. Über beide Auk-
tionen orientieren illuftrierte Kataloge. Die
Sammlung moderner Kunft verzeichnet über
300 Nummern, von denen 229 die Abteilung der
Ölgemälde umfchreiben. Die ausgebotenen Werke
ftehen künftlerifch nicht alle auf der gleichen
Höhe, aber ficher werden Arbeiten von Malern
wie Makart, Bracht, Bougereau, Henneberg,
Kampf, Munkacsy, Diaz u. a. das Intereffe der
Sammler beanfpruchen dürfen, abgefehen davon,
daß unter den hier vereinigten Stücken auch
einige Meifterwerke vorhanden find, fo ein
Feuerbach mit dem Bildnis der Nana aus dem
Nachlaß des Malers Vogel in Rom, ein Ifabey
und last not least eine Prachtzeichnung von
Adolf Menzel. Audi Liebermann und andere
unferer Beften find gut vertreten.

Die Sammlung J. P., die aus Parifer Privat-
befiß am gleichen Orte am 21. Oktober unter
den Hammer kommt, ift durch einen reich aus-
geftatteten Katalog ihrem Werte nach einiger-
maßen angedeutet, und ficherlich wird auch un-
fere ftändig im Steigen begriffene Vorliebe für
das 18. Jahrhundert den Erfolg diefer Auktion
nicht unwefentlich beftimmen. Unter den Bildern
find Werke von Guardi, Pannini, Hubert Robert,
Greuze, Boucher (intereffante Ätelierftücke) u. a.
zu nennen, während die kleinere Abteilung der
Antiquitäten, die etwa 30 Objekte aufführt, einige
charakteriftifche und wertvolle Zeugniffe alten
Kunftßeißes umfchließt, deren Qualität ebenfalls
aus den Abbildungen deutlich zu erkennen ift.

KÖLN J. M.Heberle (H. LempertzSöhne)
G. m. b. H. verfteigern in derZeit vom 12.—14.
Oktober den Nachlaß der Freifrau Stephanie von
Carlowiß u. a., der eine Sammlung von Kupfer-
ftichen, Buntdrucken, Radierungen, Handzeich-
nungen und Städteanßchten umfaßt mit insge-
famt 1613 Nummern. Der Katalog ift im ein-
zelnen fehr abwechslungsreich. In der Rubrik
der Handzeichnungen pnd einige Meifternamen
aufgeführt, die für [ich fprechen können fo Callot
mit getufchten Federzeichnungen, Martin Schon-
gauer, Vernet u. a. Der Schwerpunkt der
graphifchen Abteilung liegt auf der europäifchen
Kunft des 18. bzw. des 19. Jahrhunderts, doch
find auch die alten Meifter vertreten.

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Unter der Leitung von Peter Hanftein,
Inhaber der Firma Math. Lempertz Buchhand-
lung und Antiquariat findet am 11.—13. Oktober
die Verfteigerung einer Sammlung von Möbeln
und Antiquitäten ftatt mit insgefamt 825 Num-
mern. Der Beftand diefer Kollektion feßt fich
aus dem Nachlaß C. Dobert und demBefiß des
Herrn Julius Hüntemann, u. a. zufammen.
In erfter Linie find es gefchnißte und eingelegte
Möbel, darunter gute Arbeiten der Renaiffance,
des Empire und der Biedermeierzeit, die das
Intereffe herausfordern. Dann aber kann auch
auf eine Anzahl figürlicher und ornamentalerHolz-
fkulpturen, Waffen, Uhren, Textilien, Porzellanen,
Fayencen ufw. hingewiefen werden. Unter den
Fayencen find Arbeiten von Delft, Amiens,
Rouen und Straßburg vertreten; in der Rubrik
Steinzeug Arbeiten von Nürnberg, Naffau,
Frechen und Raeren. Huch was an Silber,
Schmuck, Niello und Email auf geführt wird, ift
beachtenswert und nidit minder die Arbeiten in
Metall, unter denen ßch einige wertvolle Zinn-
kannen und Krüge herausheben. ' R.

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