Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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STATTGEHABTE AUKTIONEN ° KLEINE NACHRICHTEN

des Titus, Federzeichnung: 20000 M.; Nr. 372.
Meifter Wilhelm von Köln, Maria mit dem
Kinde, Feder und Tufche: 1400 M.; Nr. 374.
Hans Memling, Die heil. Jungfrau dem Kinde
die Bruft reichend, Feder und koloriert: 1360 M.;
Nr. 404. MonogrammiftER.1516, Landsknecht mit
Hellebarde und eine Frau mit einer Feldflafche
nach rechts fchreitend, Federzeichnung: 1200 M.;
Nr. 427. Adrian van Oftade, Inneres einer
Bauernftube, Aquarelle: 3450 M.; Nr. 428. Derf.,
Inneres einer Schenke mit zechenden Bauern,
Aquarelle: 1250 M.; Nr. 433. Ifaac van Oftade,
Bauernftube mit großem Kamin, Aquarelle:
2000 M.; Nr. 446. Vittore Pifano, genannt
Pifanello, Studienblatt, 12500 M.; Nr. 457.
Rembrandt Harmensz van Rijn und Schule,
Sitjender alter Mann, Feder und Sepia: 1720 M.;
Nr. 462. Derf., Sitzende alte Frau, Feder und
Sepia: 2500 M.; Nr. 466. Derf., Kanallandfchaft
mit einer Windmühle, Feder und Tufche: 1950 M.;
Nr. 467. Derf., Stehender Mann mit flachem Hut,
Federfkizze: 1950 M.; Nr. 476. Peter Paul
Rubens, Porträt des fiamefifchen Gefandten
am Hofe Karls I. von England, Schwarze Kreide
und Rotftift: 1150 M.; Nr. 495. Hans Leon-
hard Schäuffelein, Die Anbetung der Könige,
Federzeichnung: 1200 M.; Nr. 497. Derf., Edel-
frau, Federzeichnung: 3750 M.; Nr. 498. Derf.,
Bogenfchü^e zielend, Federzeichnung: 1440 M.;
Nr. 501. Erhard Schön, Die Krönung der heil.
Jungfrau, Feder: 1700 M.; Nr. 502. Martin
Schongauer, Bruftbild eines Mannes, Feder-
zeichnung: 3850 M.; Nr. 504. Derf., Große gotifche
Monftranz, Federzeichnung: 1540 M.; Nr. 507.
Martin Schongauer (Schule), Halbfigur einer
alten Frau, Feder: 1580 M.; Nr. 565. Andrea
Vanucchi, genannt Andrea del Sarto, Figu-
renftudie, Rotftiftftudie: 1500 M.; Nr. 592. An-
toine Watteau, Studienblatt mit drei Frauen,
Rotftiftftudien: 4200 M.; Nr. 593. HansWecht-
lin, Mufizierendes Liebespaar, Federzeichnung:
1500 M.

(Die Ergebniffe der Sammlung Theobald wer-
den wegen Raummangels erft im nächften Hefte
publiziert. Die Red.)

HÄNDZEICHNUNGEN ÄLTER MEI-
STER IN ÄMSTEDRÄM In der Zeit vom

22. -24. Junikommt beiFrederikMullerS Cie.
die wertvolle Sammlung von Handzeichnungen
und Kupferftichen aus dem Befilj von Henri
Du val unter den Hammer, über die die genannte
Äuktionsfirma foeben die Kataloge verfandt hat.
Von diefen ift der über die Handzeichnungen
der Sammlung Duval (Verfteigerung am 22.und

23. Juni) in feiner Art mustergültig zu nennen.
Das wertvolle in Lichtdruck reproduzierte Äb-
bildungsmaterial (darunter zahlreiche mehrfarbige
Tafeln) erweift auf den erften Blick, daß es fich

um eine äußerft wertvolle Serie von Original-
arbeiten alter Meifter handelt. Befonders prächtig
find die Niederländer vertreten, darunter als eine
piece de resistance die 9 Handzeichnungen
Rembrandts, die in ihrer Art mit zum Schönften
gehören, was diefe Sammlung umfaßt. Neben
dem Meifter von Legden dürfen auch andere
Niederländer wie Hobbema, Van Goyen und
Cugp nicht unerwähnt bleiben. Von der übrigen
Kunft verweifen wir vor allem auf ein pracht-
volles Blatt Dürers (Nr. 101, Den heiligen Chri-
ftoph mit dem Jefusknaben), auf 3 Handzeich-
nungen von Van Dijck, Blätter von Rubens und
auf eine entzückende Landfchaftsftudie von Fra-
gonard (Nr. 123). Mit diefen Hinweifen find
aber nur die Hauptfchä^e der im ganzen 550 Num-
mern umfaffenden Sammlung angedeutet.

Anfchließend an die Auktion von Handzeich-
nungen kommt am 24. Juni eine Serie von
Kupferftichen zur Verfteigerung, die der gleichen
Provenienz entftammt. Es find insgefamt 150
Nummern, doch find auch diefe durchweg von
einwandfreier Qualität. Über diefe Abteilung
ift ebenfalls ein eigener illuftrierter Katalog er-
fchienen.

KLEINE NACHRICHTEN

MÜNCHEN Auswanderung Münchner
Kunftfchätje in das Ausland. Wie von zu-
verläffiger Seite berichtet wird, ift neuerdings
eine Sammlung von wertvollen Altertümern, die
man in fefter Hand wähnte, in England dem
Verkaufe unterteilt worden, nachdem vor zwei
Jahren aus gleichem Befijje das berühmte Reli-
quienkäftchen mit herrlicher Emailmalerei, aus
der Sammlung Ereb ftammend, nach Amerika
veräußert worden war. Leider find die für die
Hauptftücke geforderten Preife fo hoch, daß es
den hiefigen wie deutfchen Mufeen überhaupt,
unmöglich gemacht wird, das eine oder andere
Werk deutfchem Befiße zu erhalten. Wird doch
zum z. B. für die fchöne kleine Madonna von
Engeln getragen (fchwäbifch um 1520), den Mün-
chner Kunftfreunden von der Renaiffance-Aus-
ftellung des Bayerifchen Mufeumsvereins im Jahre
1907 her wohl bekannt, die ftattliche Summe
von 42000 M. gefordert. — Auch hier läßt fich
wiederum die bedauerliche Erfcheinung bemer-
ken, daß gerade folche Kreife, die ihre bevor-
zugte Stellung der Tradition verdanken, den
von kunftfinnigen Vorfahren ererbten Befi§ ver-
äußern.

ZU UNSERER KUNSTBEILÄGE

Diefem Heft liegt eine Tafel mit den Reproduk-
tionen einiger Werke alter Meifter aus derFrüh-
jahrsausftellung der bekannten Londoner Firma
SHEPHERD BROTHERS bei. Über die Ver-
anftaltung felbft ift an diefer Stelle (Heft 7) ein-
gehend berichtet worden. Die Red.

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