Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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SAMMLUNGEN

gemälde; Sdiwalbach Carl, München, „Herbst-
sonne“, Ölgemälde; Segler Julius, München, „Die
Malerin“, Ölgemälde; Bauer Carl, München,
„Maler Carl Piepho“, Original-Steinzeichnung.
Die Frühjahrs-Husjtellung wird definitiv am
20. Äpril gefchloffen.

Die Ärdiitekturfammlung der kgl. Tedi-
nifchen Hoch fch ule ift neuerdings von Prinz
Rupprecht von Bayern durch Schenkung eines
ftattlichen Bandes von Effnerfchen Plänen be-
reichert worden. Diefe Pläne, welche bis in
Einzelheiten [ich in natürlicher Größe ergehen
und einen deutlichen Einblick in das Schaffen
der damaligen Zeit gewähren, bilden eine wert-
volle Erweiterung der fchon früher von Prinz
Rupprecht gefchenkten Zeichnungen Effners und
beziehen pch auf die Erbauung der bifchöflichen
Refidenz in Eichftätt und die zugehörigen Garten-
und Villen-Änlagen. Als Mitarbeiter Effners find
auf den Plänen genannt Pedetti und Brendenauer.
Für die hiftorifche Abteilung der Ärchitektur-
fammlung bedeutet diefes wichtige Material einen
überaus wertvollen Zuwachs. M. K. R.

PÄRIS AUS DEM LOUVRE. Die Bilder-
galerie hat ein frühes Bild von Corot, Änficht
aus Venedig, erworben.

Die Abteilung der modernen Skulptur erwarb
die Büfte des Äftronomen Pingre von Caffieri
und erhielt von Frau Dinah Felix als Vermächt-
nis eine Elfenbeinftatuette der Rachel aus dem
Jahre 1849 von Barre.

Im PETIT PALAIS erleben wir zurzeit
wiederum einen neuen fchönen Beweis für
die opferwillige Bereitfchaft der Franzofen, ihre
Kunftfammlungen durch Schenkungen zu ver-
größern. Der Initiative des rührigen Direktors
ift es zu danken, daß in diefem jungen Mufeum
in wenigen Jahren eine Gefchichte der fran-
zöfifchen Medaille in vortrefflichen Exemplaren
zufammengetragen worden ift, die faft ausfchließ-
lich aus Stiftungen hervorging. Weift diefe
Gefchichte der Medaille heute noch Lücken auf,
fo ift nach dem bisher Erreichten zu hoffen,
daß die heute noch mangelhaft vertretenen Zeit-
alter in naher Zeit durch neue Schenkungen er-
gänzt werden. Eine wundervolle Kollektion
franzößr<her Medaillen vom 16. bis zum 19. Jahr-
hundert ift von der bekannten Mäcenatin Jeanne
Paquin geftiftet worden. Etwa 20 Sammler haben
dem Mufeum Medaillen des 19. Jahrhunderts
überwiefen. Der Reichtum der zeitgenöffifchen
Medaillenkunft ift hauptfächlich den Künftlern
felbft zu danken. O. G.

STUTTGART MUSEUM VATERLÄNDI-
SCHER ALTERTÜMER. Die Abteilung der ita-
lienifchen Renaiffancebronzen, aus etwa dreißig
vorzüglichen Stücken des herzoglichen Kunft-
kabinetts beftehend, wurde neu geordnet und
aufgeftellt. Neuerwerbungen; 2 Ältarflügel
aus Michelbach OÄ. Gerabronn, unterfchwäbifch,
um 1500; auf den Innenfeiten Reliefs, 2 weib-
liche Heilige, außen gemalte Verkündigung.
Holzkruzifix aus Nellingen, um 1450. — Knieende
Maria, Lindenholz, unterfränkifdi, um 1500, aus
Ofterburken. — Pieta, Lindenholz, um 1400, aus
Deggingen OÄ. Geislingen. — Sißender Schmer-
zensmann, Lindenholz, gegen 1450, aus Matten-
haus OÄ. Waldfee. — Pieta, Ton, um 1550, aus
Renquishaufen, OÄ. Tuttlingen. — Madonna,
Tonrelief, um 1750, bezeichnet „München“. —
Amor und Porzellanvafe aus Ludwigsburg.

B—m.

WÄRSCHÄU Die Chopin-Sektion derWar-
fchauer Mufikalifchen Gefellfchaft wird in kurzem
ein Chopin-Mufeum gründen. Etwaige Zuwen-
dungen find an die genannte Gefellfchaft, Phil-
harmonie-Gebäude, zu richten. P. E.

ZÜRICH Das neue, von Curjel undMofer (in
Karlsruhe) erbaute KUNSTHÄUS wurde am
17. April eröffnet. Es fand ein Feftakt imVefti-
bül der Galerie ftatt, nachher Erfchließung der
Säle und ofpzielle Befichtigung der neu aufge-
(teilten Sammlungen und der Eröffnungsausftel-
lung moderner Kunft. Für die Galerie, die aus
den Beftänden des alten Künftlergütli mit kriti-
fcherWahl zufammengefeßt ift, werden im erften
und im zweiten Stock je fechs Säle eingeräumt,
teils mit befonderen Kabinetten für das Oeuvre
bedeutender Schweizer.

AUSSTELLUNGEN

DIE ZWANZIGSTE AUSSTELLUNG
DER BERLINER SEZESSION Mit

Spannung hat man die Eröffnung der diesjährigen
Anstellung der Sezeffion erwartet, da anzu-
nehmen war, daß die Vorgänge des Winters, die
faft zu einer Spaltung der zehn Jahre beftehen-
den Vereinigung und zur Gründung einer neuen
geführt haben, ßdi hier widerfpiegeln würden.
Bekanntlich wurde der Streit in leßter Stunde
beigelegt und nur in der Verwaltung hat er un-
bedeutende Spuren zurückgelaffen, fo daß Berlin
glücklich vor dem Schickfal Wiens bewahrt wurde,
wo nach analogen Vorfällen die neue Sezeffion
ohne die alten gutbewährten Namen mühfam

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