Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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VERMISCHTES

erften Bandes der Springerfchen Kunftgefchichte
hat er diefenTeil ftets auf der Höhe der Wiffen-
fchaft zu halten gewußt. N.—

WIEN Die Kuftoden der Münzenfammlungen
des Hofmufeums Dr. Karl Domanig und Re-
gierungsrat Prof. Wilhelm Kubitfdiek wurden
zu Dirktoren ernannt.

VERMISCHTES

* Das foeben erfchienene Äuguftheft des Bur-
lington Magazine veröffentlicht an erfter Stelle
einen Artikel des Herausgebers unter dem Titel:
„Dr. Bode and the Burlington Magazine“.
DerAuffaß publiziert einen offenen Brief Bodes
an die Herausgeber des Burlington Magazine,
in dem er feinen Austritt aus dem Komitee
diefer Zeitfchrift im Hinblick auf die leßte Ver-
öffentlichung des Burlington Magazine in Sachen
der Florabüfte erklärt.

BERLIN Neubau des Deutfchen Mu-
feums. Auf dem Bauplaß an der Stadtbahn,
füdlich vom Kaifer Friedrich-Mufeum, wird eifrig
an den Fundamentierungen für das neue Mufeum
gearbeitet, wobei die Trockenlegung des Bodens
befondere Mühen verurfadht. In einer Ecke des
Plaßes ift ein Faffadenteil in maffivem Stein zum
Zweck der Materialienprüfung ufw. aufgeftellt;
man gewinnt fdion hier einen Eindruck von der
ruhigen Schönheit der architektonifchen Gliede-
rung und feinfühligen Durchbildung der Einzel-
teile des Meffelfchen Werkes. Svs.

BERLIN Dem „Berliner Tageblatt“ zufolge
darf man nunmehr die Tatfadhe als feftftehend
anfehen, daß die Stadt Berlin das Königl. Opern-
haus nach Fertigftellung des Neubaues als Re-
präfentationshaus für ftädtifche Zwecke erwerben
wird. Als Kaufpreis werden 4'/2 Millionen ge-
nannt. — Die Nachricht wird zweifellos von
allen Seiten auf das Freudigfte begrüßt werden,
bleibt doch auf diefe Weife nicht nur der wun-
dervolle, von Knobelsdorf 1741 gefchaffene Bau,
fondern auch das prächtige Stadtbild erhalten,
das durch einen Neubau an der Stelle des
Opernhaufes ficher zerftört worden wäre. Be-
fonderen Beifall wird der Plan finden, daß der
Bau, der heute durch ein hohes Bühnenhaus
fowie durch eiferne Feuerleitern und Anfahrten
vollftändig entftellt ift, vom Stadtbaumeifter
Ludwig Hoffmann in der urfprünglichen Form
wieder in Stand gefegt werden wird. Hoffmann
wird auch die Umgeftaltung des Inneren (der

jeßige nicht originale Theaterraum ftammt aus
der erften Hälfte des 19. Jahrhunderts) ausführen:
ein Glück, daß man diefe Aufgabe in der Hand
eines fo feinen Künftlers wohlgeborgen weiß!
Wir Berliner können', nachdem die Gefahr für
das alte Opernhaus gebannt zu fein fcheint, nur
wünfchen, daß auch die Befürchtungen für die
Erhaltung des Parifer Plaßes, den man durch
„Freilegung“ des Brandenburger Tores, Ab-
bruch der feitlichen Torgebäude ufw. zu ver-
nichten denkt, endlidi einmal für alle Zeiten
verfcheucht werden. Durch ein geradezu barbari-
fches Projekt, das man auf der diesjährigen
großen Kunftausftellung in der Ärchitekturabtei-
lung fehen kann, ift man wieder fchmerzlich an
die noch immer drohende Gefahr erinnert worden.

J. Sievers.

KOSTROMÄ Zum 300jährigen Jubiläum der
Romanowfchen Dynaftie auf dem ruffifchen
Throne, welches 1913 gefeiert werden wird, foll
hier, im Stammort der Romanows, ein gran-
diofes Denkmal errichtet werden, für welches
eine halbe Million Rubel bereits affigniert ift.
Ein Preisausfchreiben wird in kurzem erfolgen.
Zu dem gleichen Termin foll auch das bereits
im Bau begriffene Romanow-Mufeum fertig-
geftellt werden. P. E.

LUCCÄ Im kommenden September foll an
dem Geburtshaufe des Malers Pompeo Batoni
eine Bronzebüfte enthüllt werden, die der Bild-
hauer Carlo Dal Poggetto modelliert hat.

PÄRIS Ein Kapital von 100000 Franken haben
die Brüder Maurice und Ignace Ephruffi der
Ecole nationale des arts decoratifs geftiftet,
damit von den Zinfen an die vier beften Schüler
alljährlich Geldpreife verteilt werden können.

* Über die ausländifchen Gemälde des Luxem-
bourg-Mufeum in Paris gibt der Direktor der
Sammlung LeonceBenedite in Paris-Journal einen
Bericht, der den Lefer zu dem Glauben verführen
will, daß diefes Mufeum einen großen und über-
fichtlich geordneten Reichtum an ausländifcher
Kunft befißt. Benedite entwickelt das Werden
diefer Abteilung des Mufeums feit 1863 und
fpricht von Amerika, Belgien, Skandinavien,
England, Spanien und Italien. Deutfchland ver-
gaß der von feiner Sammlung entzüdcte Mu-
feumsdirektor überhaupt zu erwähnen. Ift das
der Dank, das wir den Franzofen im Laufe der
leßten 30 Jahre für viele Millionen Bilder und
Skulpturen abgekauft, daß wir 1910 den Parifer
Kunftmarkt gerettet haben? Einen vorurteils-

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