Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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STATTGEHABTE AUKTIONEN o KLEINE NACHRICHTEN

Max Liebermann, Bruftbild eines Mädchens:
570 M.; Nr. 147. E. W. Pofe, Waldinneres:
880 M.; Nr. 204. Wilhelm von Kaulbach,
Amor und Pfyche in Umarmung (Karton in
Kreide): 225 M.

Das Gefamtrefultat für 335 Nummern betrug
50 195 M.

LONDON Eine kleine Auktion fand kürzlich
im ehemaligen Heim des verftorbenen Schwarz-
Weißkünftlers, Sir Francis Seymour Haden,
in Woodcote Manor, Hampfhire, ftatt, in der alt-
englifche Kunftmöbel ziemlich kleine Preife er-
zielten. Seymour Haden war der Präfident der
Royal Society of Painter-Etchers and Engravers
gewefen. An feine Stelle ift das Akademie-
mitglied Frank Short getreten. —Von der Äuk-
tionskampagne der kommenden Season verlautet
noch fo gut wie nichts. Die hießgen Äuktions-
häufer halten die Methode des Wartenlaffens
und dann plötzlichen Überrafdhens offenbar für
die befte. Meffrs. Sothby werden ihre Saifon
in Kürze mit ein paar wenig bedeutenden Buch-
Verfteigerungen beginnen und künden an, daß
fie nun auch Briefmarken in den Bereich ihrer
Tätigkeit ziehen werden. Das erfcheint ein etwas
feltfamer Schritt für ein Haus, das auf die alte
Tradition, die erfte Buchauktionsßrma der Welt
zu fein, fo ftolz ift. Aber freilich: Meffrs. Chriftie
verkaufen fchon feit langem auch Zigarren und
Wein und ähnliche leibliche Delikateffen. Mit
der „Würde“ kann man offenbar nicht die Taschen
genügend füllen. Meffrs. Puttick & Simpfon
verkauften kürzlich einige Radierungen ufw.,
darunter ein paarStücke von Ä. H. Haig: „Mont
St. Michel“, .£'43, Sir F. Seymour Haden: „Green-
wich“ £ 23.2.0 und „Breaking up the Agamem-
non“ 19 gs. u. a. m.

MÜNCHEN Bei der am 6. Oktober in der
Galerie Helbing ftattgehabten Verweigerung
moderner Meifter (zum Teil Sammlung Carl de
Bouche fen.) wurden u. a. folgende Preife erzielt:

Nr. 3. Lovis Corinth, Feierabend: 380 M.;
Nr.5. Wilhelm von Diez, Raubritter: 980 M.;
Nr. 6. Max Gaiffer, Raucher: 105 M.; Nr. 7.
Ä. Chr. Gei ft, Der Starnberger See: 150 M.;
Nr. 18. Ludwig Herterich, Sufanna: 125 M.;
Nr. 22. F. A. von Kaulbach, Dame mit Hund:
1600M.; Nr.23. Hermann Kaulbach, Koftüm-
ftudie: 130 M.; Nr. 26. J. G. Kühl, Mädchen
mit Service: 650 M.; Nr. 32. Franz von Len-
bach, Florentinerin: 7500 M.; Nr. 33. Derf.,
Studienkopf: 900 M.; Nr. 37. Ludwig von
Löffß, Studienkopf: 310 M.; Nr. 47. Hans
von Peterfen, Marine: 400M.; Nr.51. Bruno

Pigl he in, Studienkopf: 235 M.; Nr. 58. Eduard
Ritter, Die Weinliebhaberin: 850 M.; Nr. 64.
Robert Schleich, Kühe im See: 380 M.; Nr. 65.
Guftav Schoenleber, Kanal in Amfterdam:
710 M.; Nr. 70. OttoSeiß, Abendidylle: 100 M.;
Nr. 71. Johann Sperl, In Erwartung: 500 M.;
Nr. 72. A. Splitgerber, Gewitter im Ältmühl-
tal: 245 M.; Nr. 75. Otto Strüßel, Kanal bei
Schleißheim: 150 M.; Nr. 76. Derf., Buchenwald
im Vorfrühling: 420 M.; Nr. 79. JofephWeng-
lein, Ifarauen: 610 M.; Nr. 81. Olga Wie-
finger - Florian, Gemüfegarten bei Wien:
600 M.; Nr. 83. Jofeph Wopfner: Fifcherboot
im Chiemfee: 350 M.

Einige hervorragende Gemälde aus
Münchner Privatbefiß: Nr. 84. Heinrich

Bürkel, Aus der Campagna: 800 M.; Nr. 85.
Derf., Wildabfuhr: 550'm.; Nr. 86. Derf.,
Schweinehandel: 400 M.; Nr. 87. Eduard
Grüßner, Klofterbruders Vesper: 3200 M.;
Nr. 91. Franz von Lenbadh, Doppelbildnis:
1800 M.; Nr. 92/93. Adolf Schreyer, Aus
dem Deutfch-franzöfifchen Kriege, mit Gegen-
ftück: 6300 M.; Nr. 94. Carl Spißweg, Stern-
guckerei: 3000 M.; Nr. 95. Derf., Übung der
Bürgergarde: 2500 M.; Nr. 96. Derf., Der ver-
liebte Harlekin: 2500 M.; Nr. 97. Derf., Gähnen-
der Mönch: 900 M.; Nr. 98. Derf., Landfchaft:
2050 M.; Nr. 99. Derf., Gebirgslandfchaft: 2120 M.;
Nr. 100. Derf., Schlangenbefchwörerin: 2250 M.;
Nr. 101. Derf., Ärchitekturmotiv aus Italien:
950 M.; Nr. 102. Hans Thoma, Schnitter:
8900 M.

KLEINE NACHRICHTEN

HÄNÄU Das berühmte antike Flügelal-
tärchen, das fich lange Zeit hindurch im Befiße
der hiefigen Familie Walz befand, aber Ende
vorigen Jahres von diefer an einen Beauftragten
von Pierpont Morgan für mehrere hundert-
taufend Mark verkauft wurde, befindet fich zur-
zeit im British Mufeum zu London, wo es
Morgan einftweilen aufgeftellt hat, um es Tpäter
feiner eigenen wertvollen Kunftfammlung ein-
zuverleiben.

LUZERN Das Haus Boffard, eines der
intereffanteften hiftorifchen Gebäude der Zentral-
fchweiz, wurde bei Anlaß der Auktion Boffard
nicht verkauft. Unlängft ift es freihändig an
die Firma Arnold & Heinemann in Luzern
übergegangen, die das Haus wieder gänzlich
ausftatten wird, um darin wieder ein Äntiqui-
tätengefchäft zu betreiben. J. C.

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