Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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STATTGEHABTE AUKTIONEN ° KLEINE NACHRICHTEN

Nr. 40. Derf., Schloß Ort am Traunfee, Aquarell:
1200 K.; Nr. 41. Derf., Studie aus der Äljervor-
ftadt. Aquarell: 4200 K.; Nr. 42. Derf., Gutten-
ftein, Aquarell: 2800K.; Nr.43. Derf., Am Nonn-
berg in Salzburg, Aquarell; 1050 K.; Nr. 44.
Derf., Kirchenruine Säufenftein, aquarellierte
Krayonzeichnung: 1180 K:; Nr. 45. Derf., Laxen-
burg, Aquarell: 1450 K.; Nr. 70. Morig Michael
Daffinger, Porträt des Dichters Adalbert Stifter,
Aquarell: 3500 K.; Nr. 72. Derf., 18 Bl. Blumen-
abbildungen, Aquarelle: 4900 K.; Nr. 92. Peter
Fendi, „Der Vater kommt“: 4000 K.; Nr. 93.
Derf., Der Befuch bei der Klofterfrau, Aquarell:
3650 K.; Nr. 96. Derf., Mutter mit Säugling:
110 K.; Nr. 98. Derf., Mutter und Kind, Aqua-
rell: 1550 K.; Nr. 101. Derf., Ein Liebespaar,
Aquarell: 1500 K.; Nr. 125. Fr. H. Füger, „Aut
Caefar, aut nihil“. Kohle auf blauem Tonpapier:
1300 K.; Nr. 131. Jofeph Führich, Gang zur
Chriftmette: 1800 K.; Nr. 188. Alois Greil,
Vollbefegter Poftwagen, Aquarell: 1000 K.;

Nr. 221. Jofeph Hickel, Porträt der Fürftin
Marianne Efterhäzy, Kohle und Tufche: 1000 K.;
Nr. 305. Karl Auguft v. Pettenkofen, Das
Mäufefpiel, Aquarell: 4000 K.; Nr. 306. Derf.,
Bauernftube, Aquarell: 2600 K.; Nr. 352. Karl
Schindler, Der erfte Ritt, Aquarell: 1800 K.;
Nr. 377. Morig v. Schwind, Ritter Kurts
Brautfahrt, Feder: 5300 K.; Nr. 379. Derf., Aus
den Reifebildern. Das Billetdoux, Feder und
Tufche: 3000 K.; Nr. 380. Derf., Das Leben der
hl. Elifabeth von Thüringen. Folge von vier
Aquarellen: 5600 K.; Nr. 384. Derf., Till Eulen-
fpiegel, Krayon: 3500 K.; Nr. 385. Derf., DieGe-
fchichte des Grafen Eberftein, Aquarell: 3250K.;
Nr. 397. Eduard Steinle, Chriftus am Ölberg,
Feder, mit Gold gehöht: 1450 K.; Nr. 441.
Johann Ziegler, Änficht des Schänzels an
der Donau, Aquarell: 2000 K.; Nr. 446. M. M.
Daffinger, Bruftbild einer Dame, Miniatur:
3200 K.; Nr. 447. H. Fr.Füger, Bruftbild eines
jungen Mannes, Miniatur: 4500 K.; Nr. 492.
Jof. Karl Stieler, Hüftbild einer jungen Dame,
Miniatur: 1650 K.; Nr. 493. Derf., Porträt einer
Dame, Miniatur: 1000 K.

KLEINE NACHRICHTEN

JUBILÄEN Die Kunfthandlung von Ämsler
& Ruthardt in Berlin konnte am 1. November
auf ein 50jähriges Beftehen zurückblicken. Be-
gründet von Hermann Ämsler (dem Sohn des
bekannten Linienftechers Samuel Ämsler) und
von Theodor Ruthardt ging das Gefchäft am
Ende der 70er Jahre in die Hände der Gebrüder
Meder über, feit 1899 führt es Louis Gerhard

Meder allein, neuerdings durch einige feiner
Neffen wirkfam unterftügt. Unter der Meder-
fchen Leitung hob fich die Kunfthandlung auf
dem Gebiet der graphifchen Künfte zu einer
der erften und angefehenften in Berlin wie in
Deutfchland überhaupt, ihren Inhabern gebührt
ein gut Teil des Verdienftes, das langfam im
lebten Viertel des 19. Jahrhunderts wieder-
erwachende Verftändnis für die Original-
radierung gefördert zu haben. Viele bedeutende
Künftler, in erfter Linie Max Klinger, überließen
den Verlag ihrer Arbeiten an Meder, eine Reihe
der bedeutendften Privatfammlungen von gra-
phifchen Werken der alten wie der neueren
Kunft wurden auf den mit fcharfer Sachkenntnis
geleiteten Auktionen des Haufes verfteigert. —
Die rege Beteiligung am Jubiläumstage der
Firma fprach am beften für die Wertfchägung,
welche der Inhaber in den künftierifch inter-
effierten Kreifen Berlins und im übrigen Deutfch-
land genießt. Svs.

Am gleichen Tage konnte auch die Münchener
Firma Hugo Helbing ihr fünfundzwanzig-
jähriges Jubiläum feiern. Der Begründer des
berühmten Haufes hat am 1. November 1885 in
München feine Kunfthandlung, verbunden mit
Kunftantiquariat, eröffnet. Damals befand fich
das Gefchäft am Odeonsplag 7 — mußte aber bald
infolge der fdhnell einfegenden Entwicklung
größere Räumlichkeiten auffuchen, bis ihr In-
haber im Jahre 1900 im Haufe Wagmüllerftr. 15
die Galerie Helbing in großem Stil eröffnete.
Seit jenem Tage datiert der gewaltige Äuf-
fchwung des Haufes, das heute als Auktions-
inftitut und Kunfthandlung längft zu internatio-
nalem Ruf gekommen ift. Die Gefchichte des
Haufes Helbing ift im legten Jahrzehnt haupt-
fächlich umfchrieben durch die großen Verwei-
gerungen, die die internationale Sammlerwelt
vereinigten, die das Schwergewicht des deutfchen
Kunftmarktes mit einem Schlage nach München
verlegten, bis fich erft in den legten Jahren
Berlin auch auf diefem Gebiet zu einer eben-
bürtigen Konkurrenz erhob.

Seit dem 1. April 1906 fteht dem bewährten
Inhaber Hugo Helbing in Herrn Theodor Neu-
ftätter eine gleichgefinnte Arbeitskraft als Teil-
haber zur Seite.

BERLIN Die Kunfthandlung von Keller
& Reiner geht in den Befig der Möbelfirma
Ä. S. Ball über und wird demnächft ihr erft in
diefem Jahre mit großem Aufwand eingerichtetes
Haus verlaffen. Der Kunftfalon von Keller
& Reiner, der in der bisherigen Form damit zu
beftehen aufhört (über die Art der Fortführung

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