Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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VERMISCHTES ° LITERATUR

7,5x12,5 cm) erfcheint, wird den bedeutendften
öffentlichen Bibliotheken zugefandt werden.
Aber, was fehr anzuerkennen ift, auch Privat-
leute, die wiffenfchaftlich arbeiten und für ein
beftimmtes Gebiet fich eine Bibliographie anlegen
wollen, erhalten diefen Teil koftenlos nach An-
gabe ihres Namens und ihrer Ädreffe. Nähere
Auskunft erteilt die Dokumentenabteilung der
Kgl. Bibliothek. Es ift ein höchft wertvolles
unferen modernen Änfdiauungen in jeder Weife
entfprechendes Unternehmen, das überall mit
aufrichtiger Freude und großer Dankbarkeit be-
grüßt werden wird. K. E.

ZAÄNDÄM Dem kleinen holländifchen
Städtchen Zaandam, das durch den Aufenthalt
Peters des Großen, der hier den Schiffsbau ftu-
dierte, berühmt ift, beabfichtigt der ruffifche
Kaifer, ein Bronzeftandbild feines großen Vor-
fahren zu fchenken. Zar Peter foll in Lebens-
größe mit einem Schiffsbauteil in der Hand auf
einem Sockel aus Granit dargeftellt werden. Mit
dem Entwurf ift der franzöfifche Bildhauer
Bernftamm beauftragt, den Unterbau wird ein
Berliner Architekt entwerfen. K. E.

LITERATUR

* Orientalifches Archiv, Illuftrierte Zeit-
fdirift für Kunft, Kulturgefchichte und Völkerkunde
der Länder desOftens. Herausgegeben von Hugo
Grothe. VerlagvonK.Hierfemann. Daskürzlich
erfchienene erfte Heft nimmt fich fehr ftattlich aus,
wenn inhaltlich auch das Programm als folches noch
nicht klar genug umriffen hervortritt. Hervor-
gehoben zu werden verdienen Artikel von Cor-
nelius Gurlitt, Die Bauten Ädrianopels, Jofef
Strzygowski, Kara-Ämid, Philipp Walter
Schulz, Die islamifche Malerei, A. Nöldeke,
Zur Kenntnis der Keramik von Rappa, Rhages
und Sultanabad, Julius Kurth, Sharaku-
Probleme, während andere Beiträge fich mehr
dem Ethnologifchen zuwenden. Die Zeitfdirift
erfcheint vierteljährlich zum Preife von M. 30 —
pro Jahrgang.

In diefen Tagen erfcheint eine Biographie
Walter Leiftikows von Lovis Corinth im Ver-

lage von Paul Caffirer, Berlin, die reich mit
Original-Radierungen Leiftikows gefchmückt ift.
Der Schriftfteller Lovis Corinth tritt ja nicht zum
erftenmal auf den Plan, fondern hat fich fchon
früher neben dem Maler glänzend behauptet.
Man darf es in diefem Falle befonders begrüßen,
daß über den viel zu früh verdorbenen Meifter
ein Freund und ein Mitkämpfer feiner Kunft ge-
fchrieben hat.

* Unter dem Titel: „Die Kunft des

Schmückens. Eine Erklärung des Schmuck-
problems durch Wort und Bild für Schaffende
und Genießende“, ift foeben bei Gerhard
Kühtmann, Dresden, ein intereffantes Buch
erfchienen, deffen Verfaffer, Carl Knoll und
Dr. Fritj Reuther, damit die Abficht verfolgen,
die Frage nach dem Wefen und den Aufgaben
des Schmuckes am Zweckgebilde zu erfchließen.
Sehr wichtig zur Verwirklichung diefer Äbfichten
find die reichen vergleichenden Abbildungen, die
das Organifche und Unorganifche trefflich neben-
einander rücken. Das Buch jagt zwar dem ge-
bildeten Kunftfreund nichts Neues, follte aber
feiner trefflichen Abfichten wegen in möglichft
weite Kreife hineindringen, da es unter allen
Umftänden erzieherifch wirkt.

Äuguft Mau’s kleiner Führer durch Pom-
peji ift foeben in Bearbeitung von Walther
Barthel in fünfter Auflage im Verlag von
Wilhelm Engelmann, Leipzig, erfchienen.
Der Bearbeiter hat in der neuen Auflage vor
allem die Grabungen der lebten 7 Jahre unter
Zugrundelegung neüerer Forfchungen berück-
fichtigt und konnte dabei vielfach auf die von
Mau kurz vor feinem Tode vollendete zweite
Auflage feines großen Werkes „Pompeji in
Leben und Kunft“ (Leipzig 1908) fußen.

* Uber Paul Merfe von Szinyei, den be-
kannten ungarifchen Pleinairmaler, erfcheint dem-
nächft eine reich illuftrierte Monographie im
Verlag von Klinkhardt & Biermann, Leipzig,
aus der Feder von Bela Läzär. Ein diefem
Heft beiliegender Profpekt ladet alle Freunde
der modernen Kunft zur Subfkription ein, die
bereits am 1. Januar 1911 gefchloffen wird. Das
Werk erfcheint in zwei Ausgaben.

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