Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 2.1910

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STATTGEHABTE AUKTIONEN ° KLEINE NACHRICHTEN

Nr. 70. Derf., Ernfte Beratung : 3860 Mk.; Nr. 74.
Lier Adolf, Kartoffelernte: 3850 M.; Nr. 76.
Kaulbach Friß Äuguft von, Bruftbild eines
fchwarzgelockten Mädchens: 6220 M.; Nr. 78.
Spiß weg C., Aus der guten alten Zeit: 2920
M.; Nr. 79. Spiß weg Karl, Halt vor dem Wirts-
haufe: 1750 M.; Nr. 80. Stuck Franz v.,
Griechifcher Mädchenkopf: 1300 M.; Nr. 83.

Stademann Adolf, Sonnenuntergang: 480 M.;
Nr. 84. Zimmermann Ernft, Chriftus als
Menfch dargeftellt: 515 M.; Nr. 87. Beyfchlag
Robert, Im Frühling: 305 M.; Nr. 88. Derf.,
Das Kredenzfräulein: 650 M.; Nr. 89. Bürkel H.,
Auf luftiger Höh’: 1140 M.; Nr. 92. Weglein
Jofef, Herbft: 320 M.; Nr. 93. Knaus Lud-
wig, Das kleine Mütterchen: 5960 M.; Nr. 95.
Schleich Eduard fenior, Partie vom Ammer-
fee: 2200 M.:Nr. 96. Derf., Gebirgsfee: 1700 M.;
Nr. 97. Lenbach Franz von, Fürft Bismarck:
15450 M.; Nr. 98. Derf., Fürft Bismarck in Zivil
(Bruftbild): 13180 M.; Nr. 99. Derf., Porträt des
Grafen Schack: 3650 M.; Nr. 103. Lier Adolf,
Abend: 760M.; Nr. 106. Schwind Moriß von,
Titelblatt für einen Feftmarfch: 890 M.; Nr. 107.
Feuerbach Anfelm Friedrich, Kopf eines
lachenden Faunes in Lebensgröße: 510 M.;
Nr. 108. Defregger Franz von, Plauderei:
9710 M.; Nr. 109. Derf., s’ Malers: 2020 M.;
Nr. 110. Kauffmann Hugo, Mädchen mit
fchwarzem Haar: 870 M.; Nr. 112. Derf., Frau
Poftillon: 3200 M.; Nr. 113. Spißweg Karl,
Italienifche Landfchaft: 600 M.; Nr. 114. Derf.,
Abend: 1740 M.; Nr. 115. Stadler Toni.
Landfchaft mit Gewitterftimmung: 1300 M.; Nr,
116. Max Gabriel von, Defiderium: 1440 M.;
Nr. 118. Volß Friedrich, Kühe im Waffer:
8750 M.; Nr. 119. Derf., Ein kühles Pläßchen;
6000 M.; Nr. 120. Derf., Viehmarkt inWeilheim:
9100 M.; Nr. 124. Trübner W., Lady Macbeth:
2900 M.; Nr. 127. Kauffmann Hugo, Weib-
liche Halbfigur: 440 M.; Nr. 128. Derf., Burfche
mit blondem Bart: 660M.; Nr. 130. Derf., Blon-
dine: 340 M.; Nr. 135. Wildftoßer A., Frohe
Stunden: 410 M.

KLEINE NACHRICHTEN

Vom Münchner Bildermarkt. Münchener
Zeitungen brachten kürzlich folgende intereffante
Notiz:

Der Bilderexport von München nach Amerika,
der in früheren Jahren über 1 Million Mark be-
trug, war in den neunziger Jahren ftark zurück-
gegangen, hat fich aber in den leßten Jahren
rafch wieder gehoben; 1907 betrug die ge-
famte Ausfuhr an deutfchen Gemälden nach
Amerika 858 000 M„ davon fielen 653 000 M.

auf München. Im Jahre 1908 wurde von Mün-
chen eine mehr als 15mal fo große Summe für
den Bilderexport nach Amerika erzielt als von
Berlin.

SEVRES Im letzten Jahre hat die Manufaktur
689600 Franken verausgabt und 785654 Fr. einge-
nommen. Die Manufaktur beftreitet aus ihren
Einnahmen die Koften des Mufeums und der
keramifchen Schule, die fich auf 78000 Franken
jährlich belaufen. Seit dem Beftehen der Manu-
faktur hat fich zum erften Male ein Überfchuß
von nahezu 100000 Frank im Laufe eines Jahres
ergeben.

PARIS Die Kammer der Äuktionskommiffare
in Paris wählte für das Jahr 1910/11 Lemoine
zum Präfidenten.

Nach Schluß der Redaktion

DIE FRESKEN ANDREAS DEL
CÄSTÄGNO AUS LEGNÄJÄ Seit

einigen Tagen pnd die Fragmente von Dekora-
tionen Andreas del Caftagno, die man von dem
großen Saal der Villa Carducci (fpäter Pandol-
fini) bei Legnaja abgelöft hat, im Mufeum von
S. Marco proviforifch untergebracht. Was den
arg befchädigten Reften der alten Wandmalereien
befonderes Intereffe verleiht, ift der Umftand,
daß ße uns ermöglichen, den räumlichen Eindruck
des ganzen Zyklus zu rekonftruieren, der außer
den drei Kriegern, den drei Dichtern und den
drei Frauen, die jeßt im Mufeum von Sant’
Apollonia vereinigt find, wahrfcheinlich noch
eine ganze Reihe anderer Perfönlichkeiten um-
faßte, von denen bei Gelegenheit der leßten,
fehr gründlichen Nachforfchungen noch der Kopf
eines nicht mehr identifizierbaren Florentiner
Bürgers in rotem Lucco und mit großer roter
Müße und der Kopf einer Sibylle zum Vorfchein
gekommen find. Nicht minder wichtig, als diefe
Feftftellung ift die Wiederauffindung der gemal-
ten Scheinarchitektur, welche die Figuren der
„Uomini illuftri“ einfchloß. Zu beiden Seiten der
Eingangstür, aber, wie die foeben aufgefundenen
Fragmente zweier anderer Figuren annehmen
laßen, auch an den Wänden, hat Andrea del
Caftagno in beträchtlicher Höhe über dem Fuß-
boden je vier rechteckige, abwechfelnd grün, rot
und Tchwarz getönte Nifchen gefchaßen, die
durch hellgraue mit Rankenwerk verzierte Pilafter
von einander getrennt waren und je einer Figur
Raum boten. Über den Pilaftern zog fich ein
vorgetäuschtes Gebälk hin, beftehend aus Perlen-
fchnur, Eierftab, Zahnfchnitt und einfachem

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