Pfälzer Bote für Stadt und Land — 25.1890

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Nr. 41.



Heidelberg, Mittwoch, 19. Februar 1890.


25. Jahrgang.







zuzuwenden.

gebietet.




Heidelberg, 14. Februar 1890.


dis Brovinzial-Comite der Centrumspartei:






Jalob Lindau, Ludwig Maier,
Franz Wilms, Stadtpfarrer.


zu ſtimmen.
Neuenheim, 14. Februar 1890.




aſtenhirtenbrief des Hochw. Jerrn
Erzbiſchofs von greiburg.
Fortſetzung.)

Die Kirche iſt weiterhin das Reich des hei—
ligen Geiſtes auf Erden. Erſt mit feiner Herab⸗
Kunft am Pfingſtfeſte beginnt das Wirken der Kirche.
Vohl war fie bereits voͤn Chriſtus geftiftet, organi-
ſirt und mit himmlifchen Sewalten ausgerüftet: die
Mpoftel waren waren gewählt, ihr Oberhaupt war
beftimmt, die heil. Sakkramente waren eingeſeht; aber
die Kirche ruhle noch wie der Leib Adams, behor der
Hauch dis Lebenz ihn mitgetheilt war. Srft mit
der Herabkunft des heiligen Geiſtes entfaltet ſie ihr
göttliches Leben Da mit- einem Male lebt 1und
mirkt in ihr Alles. Die Apoftel begannen die Predigt
in der Kraͤft des heiligen Geiftes, zeigen ſich mächtig
M allen Sprachen und Wunderkräften eilen über die
Erde hin eröffnen die Taufbrunuen, denen Taufende
1 nahen, feiern daͤs unbkutige Opfer unferer Altäre,
un





S Emuna und Delphine
Bon Melati v, Zava,

Aus dem Hoͤllaͤndiſchen überfetzt von L, b, Heemſtede

Fortſetzung.

Vun fomunt Byron auch noch mit ins Spiel.“
Nun ja, ich kann al’ die Namen nicht behalten; — was
8* ber alte Scott un8 auch den Mond zu beſchreiben.
0S fönnen wir felbft ja weit beſſer. Du Haft ja jelbft auf
* Maildampfer {o ein Stückchen gemacht: „Sin Abend auf
em Meere“; dasz klang ſehr hübfch; fag’ die Verſe doch ein—
mal her.“
„Quäle mich nicht Papa !“
8 Das duͤrfen Sie un8 diesmal nicht verſagen, Fraͤulein
elphine!“ ;
unß „O, €8 ijt faum der Rede werth; die Verſe ſind ganz
* 74 und bielleicht verſtehen Sie nicht einmal
„Machen Sie denn auch {p niſche Gedichie?“
Spa 4UN Ja, wenn man Flalieniſch verſteht, dann liegt das
Panifche auch nahe zur Hand.“
„QOm}n‚ Vhine, madh” voran, es wird ſpaͤt“
br 0S Junge Mädchen richtete ſich ein weuig auf arrangirte
br @plß__mtucb a Vespagnole, manöverirte ein wenig mit
Iiei;m ‚Fächer, und indem fie die Uugen zum Oimmel richtete,
; Ne die Worte Perlen gleich von ihHren Rofenlippen her⸗
Wederrolen.
8 Hoekfeld blinzelte mit den Augen vor lauter Genugthuung
G ſah Afred fragend von der Seite an. Dieſer war faſt in
E Et hätte feine goldene Uhr darum gegeben, um uur
f Dälfte yon den jüßen Worten, die ihr entfielen, zu ver-
ng Aber er mußte jich ärgerlich fagen, daß er in Bildung
imicelung weit hinter Delphine ſtand. ;
* „Scohön, nicht wahr?“ fjagte der alte Herr, als fie zu Ende
* ſie dekflamirt göttlich, finden Sie nicht aber ſingen kann
OC diel efjer, Warten Sie nur bis Soerabaya.“
Delphine flaͤnd auf.








der Erde erneuert. Wo vorher ein Pfuhl von Laſtern
ſeine giftigen Dünſte aushauchte, da erblüht jetzt ein
Iieblicher Garten der herrlichſten Tugenden. Die
Lächſtenliebe, um nur Eines hervorzuheben, hat das
Heidenthum kaum dem Namen nach gekanut. Hoſpi⸗
täler und ſonſtige Auſtalten der helfenden Liebe fuchen
wir vergebens. Die Kirche aber hat Tauſende ſolcher
Wohlthätigkeitsauſtalten ius Leben gerufen; ja Tau-
ſende und aher Tauſende ihrer Kinder haben ſich
ganz dem Dienſte der Armen und Kranken geweiht,
berzichten auf alle Ehren und Freuden der Welt,
opfern Reichthum Genüſſe, Geſundheit und Leben, um
dem goͤttlichen Heilande nachzufolgen und ihm in
ſeinen leidenden Gliedern zu dienen. Das war und
iſt heute noch das Wirken des heiligen Geiſtes. Die
ganze Thätigkeit der Kirche bezweckt ja die Hetli—
gung der Menſchen durch die Wahrheit und Gnade,
die uns Jeſus Chriſtus, der Sohn Gottes erworben
hat. Dieſe Heiligung aber iſt vorzüglich das Werk
dez heiligen Geiſtes.! Deßhalb wuͤrde er der Kirche
geſendet, nachdem der Erloͤſer ſein Werk vollendet


Wir müffen in die Coje“; ſagte fie, „bis morgen,‘ Herr
Terkeulen 1“ x

„Bi8 morgen, Fränlein Delphine,“ ſagte er, ihıen Fächer
aufhebend. und Nüfternd fügte er hinzu: ich werde dieſen Tag
und Eſonders dieſen Abend nie vergeffen.“

Ihr VBater führte fie nach unten und Alfred blieb allein
oben mit ſeinen Gedanken, in einem Zuftande der Bezauberung,
wie er ihn. nie zubor geilannt hatte, 2

v

Das Wetter blieb jhön. Alfred wußte nicht, ob er ſich
darüber freuen oder grämen ſollte. SGrämenr, weil die Reife
nun um fo viel raſcher vor ſich ging und er den Augenblick
mit Rieſenſchritten herannahen jah, - wo er von Delphine Ab⸗
ſchied nehmen mußte, Freuen, weil die Seekrantheit fie nun
nicht zwaͤng noch länger als ſie es ohnehin that in ihrer Ka—
jüte zu bleiben.

So waren ſie nur ein paar Stunden täglich beiſammen,
aber Alfred’s Gedanken beſchäftigten ſich um ſö mtehr nit ihr.
Er verehrte ſie wie ein Wejen, das weit über ihnı ftand, und
wenn es auch nicht ſehr ſchmeichelheft war, ſich felbſt bekennen
zu miüffen, daß dieſes junge Mädchen in allen Dingen ihn
überragte, ſo war dieſes Gefühl bisher doch nur im Stande
geweſen, feiüe Verehrung für Delphine zu vermehren,, ohne
4* in ſeinem Herzen dem Neid und der Eiferfücht Raum

ieb,

Sie ſprach nicht viel, aber ihre ſeelenvollen Blicke, ihr
— Schweigen kamen Alfred beredter vor als taͤuſend

orte.

„D, wie verlange ich nad) meinem ſtillen Kämmerchen
und meinem Klavier!! ſeufzte jie eines Abends als die
?brigen' Paſſagiere in lauten Geſprächen die feierliche Stille
törten.

„Ja dieſer Lärm muß der Harmonie Ihrer Seele ſehr
hinderlich ſein!?

O ſeit ich wieder auf Java bin iſt dieſe Harmonie faſt
ganz geftört. Ach warum muß dieſes ;höne, göttlihe Gilaͤnd









„Ich will den Vater bitten, und er wird
cuch einen Tröſter geben, damit er in
Ewig keit bei euch bleibe, den Geiſt der
Vahrheit. Soh. 14 16 17.)* uUnd ſeit dem
Tage jeiner Sendung iſt es der heilige Geift, der in
der Kirche Gottes zur Heiligung der Menfjchen die
AWahrheit Chriſti verkündet undD die Gnaden Chriſti
gusſpendet. Deßhalb ſagt der heilige Antonius: „Was
die Seele für den Leib des Menſchen/ das iſt der
heil. Heiſt für den Leib Chrifti, weldher die Kirche
iſt. Was die Seele in allen Gliedern eines Leihes
{hut, das wirkt der heilige Geiſt in der ganzeın Kirche.“

Serm. 267. (1. in die Pent.) cap. 4.
Der heilige Geiſt iſt aber ſelbſt die ewige per⸗
ſönliche Liebe zwifchen Bater und Sohn. Und alle

heilige Siehe, welche die Menſcheuherzeu erfült, i{
das Werk des heiligen Geiſtes, wie der Apoftel fagt:
Die Liebe Gottes iftansgegoffen In unſere
Herzen durch den hHeiligen Geiſt, der uns
gegeben iji.“ (Möm. 5. 5.) Die heilige Liebe
aber, die Gott und die Menfchen zum . Gegenftand
muß ohne Zweifel mit aller Kraft den geheim⸗

von einem ſo ungeſitteten, proſaiſchen Volke bewohnt werden
das nur auf feinen Gewinn und den platteſten Lebensgenuß
bedacht 1ft !“ e ; *

Ein ſchönes Komplinient an meine Adreſſe, finden Sie
nicht, Terleulen?“ lachte Dder alte Herr, „zählit Du unferen
neuen Bekannuten auch diejer MenjcHenklajje bei, Bhine?“

„Nein, Papa, noch nicht!“

„Sfauben Sie, daß ich je dazu gehören werde?“

„Daz würde ich ſehr bedauern.

„ 3llfred war freudig überraſcht; ſie inteeeſſirte ſich alfo für
iOn, bvielleicht fand ſie fogar in ihm einen Theil jenes Jdeals
verkörpert, das ihr feineres Gefühl jich von dem männlichen
Ceſchlechtẽ gebildet Hatte, Alired war jung und , . , verliebt;
er lacht nicht über das romantijhe Weſen Delphinens, wie fein
Freund Moritz unzweifelhaft gethan ' aben würde, er Jah im.
ihr eine der Heldinnen, wie Phantafie und Geſchichte ſie ihm
geſchildert Hatten, vor ſich ftehen.

Nach einer kleinen Paufe bemerkte Hoekfeld;

„Wenn Dir Java nicht mehr gefälll Liebes Kind, danıt
Brauchft Du e& mur zu ſagen, Dein Wille ijt mir Gebot und
Europa nicht unerreichbar.“

Auch Curopa bietet nur ‚nod) wenig poetiſche Saſen
wohin die elenden Zerſtörer der Romantik noch nicht durchge-
drungen ſind. . IJn den Bergen von ava werde ich die Haͤr—
monie wiederfinden

Bei den Atiars von, Emma g“ *

„DO die Cunma mit ihren projaijchen Künften, wie hat fie
mir den Aufenthalt in der herrlichen Natur vergällt! Oöher
hinauf, Bater !# .

„S6, i Wweiß Nidt, Was du mit Deiner Harmonie
mi_fldi)'tt, aber das weiß ich allein, daß ich Dich glücklich ſehen
möchte.

„Und das hin i ja,“ lispelte ſie, „ich verlange fo weni
hnur meine Düch er, Feder und Tinte, —

„Wa8 mei nen Sie, Herr Terkeulen ? Stehe ich mich nicht
beſſer mif meiner gelehrten Tochter, als {o viel Andere mit
jungen Dingern, die nur von Toilette, Konzert und Bällen
träumen?“




(Hortjegung folgt.)

*




















































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