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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0083

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Das 18. Jh. bewegt sich in einem antikisierend gedämpften Bar.
Tonangebend war Hermann Korb (1656—1735): Breitestr. 9 a. 1703,
Front in den 3 Ordnungen, die Risalite mit vasengekrönten Gie-
beln, Treppenhaus im alten Zustand erhalten; Auguststr. 6 a. 1720,
später verlängert; Hagenmarkt 13 nach 1715 für den Minister
v. Schleinitz, namentlich die Qartenfassade und einige Innenräume
beachtenswert, die Autorschaft Korbs nicht sicher. — Von Gg.
Chr. S/arm (-j- 1763) Breitestr. 1; ähnlichen Charakters Görde-
linger Str. 7 und 48 und Bohlweg 51. — Beispiele von Fachwerk-
häusern Eiermarkt 5 a. 1765, ebenda 1 a. 1777.
Gut vertreten ist der frühe Klassizismus. Von Chr. W. Fleischer
(t 1787) das Kammergebäude an der Martini-K. 1764, Eiermarkt 7
a. 1779. Von K. W. v. Gebhardi (f 1809) die jetzige Paketpost
Kattrepeln 22 a. 1784. Von Chr. G. Langwagen (f 1805) Damm 16
a. 1786 (Brünings Saalbau), Augustplatz 1, Breitestr. 19 u. a. m.
Von dem Berline Gilly das Viewegsche Haus Vor der Burg 18,
a. 1802. Das Haus gegenüber von H. L. Rothermund.

BRAU WEILER. Rheinpr. Kr. Köln.
Benedikt.-Klst.-K. Gegr. 1024. Monumentalbau beg. 1048. Umbauten
und Erweiterungen ergeben eine sehr verwickelte Baugeschichte.
Am bestehenden Bau lassen sich in der Hauptsache 4 Arbeits-
perioden bis 1226 unterscheiden: Lhs. 1048—61, WBau nach 1061
langsam weitergeführt, erster gewölbemäßiger Umbau nach M. 12.Jh.,
völlige Erneuerung der OTeile 1200—1226. — Die K. des 11. Jh.
war eine querschifflose Basl. von 6 Arkaden, im O mit 3 parallelen
Apsiden, die Längenausdehnung wenig geringer als die jetzige.
Davon erhalten die 1,25 m starken Umfassungsmauern mit Rund-
nischen, vergleichbar denen im Münster zu Essen; ferner die
3 Pfl.Paare des Lhs.; das 4. bildet den Kern der jetzigen Vie-
rungspfll.; das 5. Paar im 13. Jh. ausgebrochen. Nicht mehr zu
erklären, weshalb die Pfl. Achsen zu den Nischen in keinem nor-
malen Verhältnis stehen. Deshalb die Gwbb. der Sschiffe aus
dem rechten Winkel verschoben. Sie wurden schon im 13. Jh. mit
Birnstabrippen erneuert. Die jetzigen Gwbb. des Msch. von 1514;
bei dieser Gelegenheit die Fenster des 12. Jh. erweitert. Aus 12. Jh.
die zwischen dem Arkadengesims und den Oberfenstern einge-
schaltete blinde Arkatur mit nischenartiger Vertiefung der Felder;
gar nicht zu verstehen die schlanke §1., die zwischen den Fenstern
bis zum Scheitel des Schildbg. aufsteigt. — Qsch. und Chor haben
hochbusige Gratgwbb. auf Eckdiensten mit Knospenkappt. Die
Apsis, deren Halbkuppel sich ohne Vermittlung eines Triumphbg.
an das Chorhaus anschließt, hat 2geschossig aufgelöste Wände wie
die Kölner Kirchen dieser Zeit. Nebenchöre. Die Kreuzflügel nur
bis zur Fluchtlinie der Sschiffe. — Im Scheitel der Apsis Durch-
 
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