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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0531

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Wol

— 518 —

Wüp

als zentrale von den süddeutschen Klosterbibliotheken des 18. Jh.
wesentlich unterscheidet. Wesentlichster Bestandteil ein großer,
ovaler, 4 geschossig aufgebauter Saal mit Galerien, die zu den
Nebenräumen führten; das Obergeschoß, ganz aufgelöst, brachte
reichliches Licht; die Raumwirkung soll vortrefflich gewesen sein.
1881 wegen Feuergefährlichkeit abgebrochen. Reihe interessanter
Porträts.] Das seinerzeit von Lessing bewohnte Haus des Biblio-
thekars hat sich erhalten.

Wohnhäuser. Langeherzogsstr. 63, reiches Portal E. 16. Jh., Auf-
satz 17. Jh. Weitere Renss. Portale Schloßplatz 49, Kanzleistr. 288.
Die Hauptmasse der alten Häuser sind Holzbauten. Sie datieren
erst vom 17. Jh. ab und zeigen in den Einzelheiten nur ausnahms-
weise die dem Material zukommenden echten Stilformen. Inter-
essanter sind Aufbau und Raumeinteilung, bei denen es sich be-
merklich macht, daß viele von diesen Häusern für Regierungs-
und Hofbeamte erbaut waren; Ausluchten und Dacherker pflegen
stattlich entwickelt zu sein. Gute und frühe Beispiele Kanzleistr.
11 und 13; lässigere, späte Formen in der Reichenstr. Im 18. Jh.
verflacht der typische Aufbau, Ausluchten und Vorkragungeu
schwinden. Eine vollkommen französische Anlage, in kleinstem
Maßstab und schlichtesten Formen, die Dienstwohnung Lcssings.

WOLFSBURG b. Fallersleben. Hannover.
Großes Renss. Schloß, 4 Flügel von ungleicher Höhe, in 3 Ecken
Treppentürme, Formen einfach, z. T. noch spgot.

WULSDORF. Hannover Kr. Lehe. [M.]
Dorf-K. 1 sch. rom. Granitbau mit Apsis und WTurm.

WUNSTORF. Hannover Kr. Neustadt a. R.
Ehem. Nonnen-Klst.-K. Von dem vorangegangenen frrom. Bau
der im Gr. rck. WTurm, in einheitlicher Masse hochgeführt, wenig
tief, der Br. nach für ein 1 sch. Lhs. berechnet. — Der Neubau
des sp. 12. Jh. im Gr. regelmäßig kreuzf. (ganze L. 53 m) mit Hir-
sauer Chor (nur auf der NSeite vollständig). Im Lhs. Stützen?
wcchsel (1 Pfl. zu 2 Sil.) in 2 Gruppen. Sicher auf Gwbb. an-
gelegt. Ausgeführt wurden dieselben erst in got. Zeit. Die Sl. Kaptt.
im W in Würfelform, im O mit reichem Blattwerk in Art von
Königslutter. Aus derselben Schule der schöne Akanthusrahmen
am Tympanon des WPortals; am SPortal Pfau und Taube (?).
Ebenfalls auf Königslutter geht die z. T. reiche Außenarchitektur
zurück, die Chorapsis 2gesch. gegliedert. — Got. Sehn itzaltar.
Wenig erheblich die got. Grabsteine und Renss.Epitaphe.

WÜPPELS. Oldenbg. A Jever.
Dorf-K. Kleine typische rom. Anlage.
Häuptlingshaus Fischhausen, 16. und 17. Jh., gut erhalten.
 
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