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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0193

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Hav

— 180 —

Heck

HAVIXBECK. Westf. Kr. Münster.
Dorf-K. 1. H. 14. Jh., Hllk. Lhs. fast quadr., geteilt in 3 Sch. und
3J. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten besetzt, glatte Kaptt. Der
i/s Chor breiter als das Msch. Gutes hochgot. Maßwerk, vor-
herrschend aus 3Pässen. WTurm einfach rom. — Elegantes, turm-
förmiges Sakramentshaus um 1450. Spgot. Steinkanzel auf
renss. Fuß, die Brüstung in durchbrochenem Maßwerk. Epitaph
1522, großes Relief mit 8 figuriger Beklagung. Im Chor got,
Wandgemälde, rest. Steinerner Standleuchter, 1,76 h., Simson
mit der Säule, um 1530.

Herrenhaus (Frh. v. Twickel) 1 flügeliger, 2 stöckiger, hochgiebeliger
Renss. Bau, Mittelrisalit mit Zwerchgiebeln. Kamin frrenss. 1565.
Ein zweiter, brillanter, in antikisierendem Bar. Kunstsammlung;
u. a. schöner go!. Reliquienkopf in getriebenem Silber.
Herrenhaus Stapel (v. Droste). Hauptgebäude neu, höchst, statt-
liches Torhaus, etwa A. 18. Jh. Kunstsammlung.

HECK. Westf. Kr. Ahaus.
Dorf-K. große 1 sch. Anlage (36,8 m 1.). Das Bruchsteinmauerwerk
des Lhs. rom., ebenso das schöne SPortal (um 1200). In spgot-
Zeit 5J. schmale Kreuzgwb. eingezogen; die Kämpfer reichen bis
auf Mannshöhe herab. Der geräumige 5/s Chor beim Umbau
hinzugefügt, Inschr. 1504. — Rom. Taufstein um 1100. 2 rom.
Holzkruzifixe. Elegantes spgot. Sakramentshaus mit hohem
8 seit. Helm.

Herrenhaus sprenss. Backsteinbau.

HECKLINGEN. Anhalt Kr. Bernburg. [!<.]
Benediktinerinnen-K. Eine der schönsten und besterhaltenen rom.
Basiliken der Harzlandschaft. Vollständiges kreuzf. Planschema aus
dem Quadrat entwickelt, die 3 Apsiden mit Halbkuppeln, die Schiffe
mit Holzdecken. Das Msch. 3 Quadrate lang, die Stützen ab-
wechselnd je 1 Sl. mit verziertem Würfelkapt. und 1 Pfl. mit Eck-
säulchen. Der 2 türmige WBau nach sächsischer Art ohne Eingang
in der Hauptachse. Im s Ssch. und im W des Msch. und n Ssch.
Nonnenempore auf grat. Kreuzgwb. Die K. nach einheitlichem
Plane erbaut. Chor und Qsch. M. 12. Jh. von schlanken Ver-
hältnissen, die Kämpfer noch als Schräggesimse. Lhs. und WBau
(soweit dieser alt) reif rom., 2. H. 12. Jh., dabei die Fenster der
Empore mit den Umfassungsmauern zugleich angelegt; Ausführung
der Empore um 1220 im Oberg. Stil, üppiges rom. Ornament und
spitze Gurtbögen. Im Msch. über den Stützen aus Stuck modellierte
Engelgestalten aus derselben Zeit, sächsische Weiterbildung byzan-
tinischer Vorbilder, nahe verwandt dem Halberstädter Triumph-
kreuz; an der NSeite über den Scheiteln der Bögen auch Mäuner-
köpfe; das Gurtgesims der SSeite über den Engeln im Halbkreise
 
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