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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0067

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Bor

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Bor

erhalten; sonst keine Wandgliederung; 29 Achsen. An den Enden
Pavillons mit hohl geschweiften Zeltdächern und Laternenkrönung.
Die von de Cotte beabsichtigte Akzentuierung der Mitte durch eine
Attika von gleicher Höhe, wie das Obergeschoß der Pavillons, ist
1777 zerstört. Die übrigen Trakte sind in einfachsten Formen ge-
halten und interessieren nur durch die Grundrißdisposition; vieles
durch den großen Brand 1777 beschädigt. — Ein langer, in stumpfem
Winkel abzweigender Galeriebau verbindet das Schloß mit dem
effektvollen Michaels- (Koblenzer) Tor, nebst dem anschließenden
Gebäude des Michaelsordens 1751—55 von Leveilly. —■ Inneres.
Im Hauptbau haben die Säle des Erdgeschosses ihre alte Stuck-
dekoration; Hörsaal II und IV italisierend, wohl von Münchener
Handwerkern; Hörsaal VI und VII in der Manier des spätesten
Louis XIV.; evang.-theol. Seminar frrok.; klassizistisch die nach
dem Brande 1777 neu eingerichtete Schloß-Kap. — Hofgarten beg.
1721 nach dem Schema le Nölres; jetzt völlig verändert.
Rathaus 1737 nach Zeichnung von Leveilly. An der Freitreppe
schönes Eisengeländer.

Marktbrunnen 1777. Obelisk mit 2 Schalen.
Boeselagerer Hof in der Burgstr., 1715—20 von franz. Archt.
Bmkw. Innendekoration. Gute Gobelins. Gartenpavillons nach
dem Rhein.

BORBECK. Rheinpr. Kr. Essen.
Wasserburg des 14. Jh., öfters, besonders 1794, umgebaut. Statt-
licher Giebelbau mit Flankentürmen.

BORG. Westf. Kr. Münster. Inv.
Herrenhaus malerisches Wasserschloß der Renss.

BORGELN. Westf. Kr. Soest.
Dorf-K. sprom. 1. H. 13. Jh. Das im Gr. quadr. Lhs. war ursp.
wahrscheinlich Hllk. von 3 Sch. und 3 J. Bei einem spgot. Um-
bau wurde das o Pfl. Paar ausgebrochen und die beiden OJoche
in einen ungeteilten Raum mit Sterngwb. umgewandelt; das WJoch
erhielt eine hölzerne Empore. Chor im 5/s Schluß spgot. Der
ganz schlichte WTurm vom ersten Bau.

BORGHOLZHAUSEN. Westf. Kr. Halle.
Dorf-K. Isch. kreuzf. Anlage im Überg.Stil des 13. Jh., spgot. im
16. Jh. erneuert (Inschr. 1541). — Altaraufsatz 1501, aus Stein,
jedoch in Anordnung und Behandlung (13 Szenen aus der Passion)
die Holzschnitzkunst nachahmend.

Haus Brinke (Stammsitz eines 1350 ausgestorbenen Geschlechts,
jetzt Gf. Korff-Schmiesing), einfache 2 flügelige Anlage von 1674.
In der Kap. ehem. Triumphkreuz A. 16. Jh., gut. Pietas der-
selben Zeit.
 
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