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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0513

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Wer

— 500 —

Wer

Kap. z. hl. Geist. Spgot. Ziegelbau 2. H. 15. Jh., 2joch. 3seit.
geschl., Kreuzgwbb., die Strebepfll. mit Flachbgg. zu tiefen Nischen
verbunden; die n Langseite steht über der Stadtmauer.
Befestigung. Elbtor, Ziegelbau M. 15. Jh., die Zinnen über der
Durchfahrt und auf den 2 Absätzen des daneben stehenden Rund-T.
gegliedert in der Art der Bauwerke von Stendal und Tanger-
münde. — Mauer-T., rund mit sachlich gebildetem Hauptgesims.

WERDEN A. D. RUHR. Rheinpr. Kr. Essen.
Ehem. Benediktiner-Abtei. Die K. ist das späteste und eines der
vollkommensten Werke des rheinischen Oberg. Stils. Außerdem
hat sie Bestandteile aus der karolingisch-ottonischen Zeit bewahrt,
wenig in die Augen fallend, historisch von hohem Interesse.
I. Die frrom. Bauteile. Der Gründer des Klst., Liudger, er-
richtete alsbald (794) ein Oratorium (S. Stephani). Die Lage war
unmittelbar s vom Qsch. der späteren Abtei-K. Unter Abt Jo-
hann V. (1517—40) wurde es umgebaut, 1760 abgebrochen. Eff-
mann hat einen Teil der Grundmauern aufgedeckt; die kaum
strittige Ergänzung ergibt einen Gr. in der Art der Dreikonchen-
Kapp. auf den frühchristlichen Cömeterien Roms: quadr. Mittel-
raum von 8:8 m, '/nkr. Exedren nach N, S und O, nach W ein
längerer rck. Arm (vgl. Httmanns Rest, der Oberzeller K. auf
Reichenau).

Wenige Jahre später, er starb schon 809, begann Liudger die
eigentliche Klst.-K. S. Salvator. Während des Baues wurde der
Plan dahin erweitert, daß die K. die o gelegene Grabstätte Liudgers
einschloß. Weihe 875. Diese K. bestand ohne tiefgreifende Ver-
änderungen bis zum Brande 1256. A. 10. Jh. wurde an die
WSeite der Salvator-K. die kleinere Peters-K. angebaut, für den
Pfarrdienst und die Sendgerichte; voll. 943. Beim Neubau der
Haupt-K. nach 1256 wurde sie mit dieser zusammengezogen und
besteht noch heute. Von der Salvator-K. Liudgers haben sich
unter dem jetzigen Fußboden die alten Mauerzüge erhalten. Das
Msch. in gleicher Br. wie das heutige, die Sschiffe etwas schmäler.
Es ergibt sich eine querschiff- und tunnlose Basl., also in altchrist-
lich-italienischem Typus; 18,5 m br., c. 34 m 1. (Effmanns Re-
konstruktion der Stützen beruht auf unsicheren Annahmen.) Die
Verlängerung gegen 875 spiegelt sich noch in der heutigen Chor-
anlage wieder; quadr. Vorchor mit Apsidenschluß, Nebenräume
als Sakristeien.

Krypta. Sie zerfällt in 2 durchaus verschiedenartige Teile: der
vordere mit der Grabkanimer des hl. Liudger, der hintere mit den
Gräbern der Abte und Bischöfe aus Liudgers Familie. 2 schmale
Gänge führen an die Atißenmauer des Chorquadrats, biegen recht-
winklig um und treten in den Raum unter der Apsis ein, wo sie
 
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