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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0189

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Han

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Han

Schloß in Herrenhausen, 1665 von dem Bau Verwalter Bedogni
beg., weitergeführt durch dessen Nachfolger Sartorio. Triklinien-
förmige Anlage, 1820—21 umgestaltet. Orangeriegebäude 1692,
mit Freskogemälden von Tomaso. — Garten mit Wasserwerken
nach Plänen des Franzosen Perronet, durch Charbounier A. 18. Jh.
erweitert.

Herzogl. Zeughaus 1643.

Rathaus. Bedeutender Backsteinbau. Gr. in nach außen ge-
kehrtem Winkelhaken, der eine Flügel wird 1413 und 1439 als
neu bez., der andere 1455 voll. Die Komposition legt das Schwer-
gewicht auf die Giebel (Teilung in 9 Achsen) und an den Lang-
seiten auf das Dach, das ebenso hoch ist als der 2 stock. Mauer-
aufbau; prächtige Lukarnen beleben es. Die Fensterarchitektur
stark rest., ursp. im Erdgeschoß wenig Öffnungen. Sehr schöne
Terrakottafriese.

Wohnhäuser. In der Regel der Giebel nach der Straße gekehrt
und im Verhältnis zur Längsinauer sehr hoch, a) Spgot. Back-
steinhäuser. Knochenhauerstr. 28, ganz vorzüglicher Giebel,
7achsig, die Teilungspfll. mit Fialen gekrönt. Osterstr. 59 ähnlich,
doch weniger reich, b) Sandsteinhäuser der Renss. Das
schönste (später von Leibnitz bewohnt), Schmiedestr. 10, bez. 1652;
der vor dem 30j. Kriege festgestellte Baucharakter unverändert bei-
behalten. 3achsige Front in 8 Stockwerken; die 4 letzten, niedriger
werdend, in der Giebelregion; Doppelfenster mit zierlichen Eck-
und Mittelsll.; kräftige Horizontalteilungen; rechts vom Portal ein
von der Erde ab durch 3 Stockwerke gehender, mit reichem
plastischen Schmuck ausgestatteter rck. Erker. Fast noch reicher das
sog. „Haus der Väter" von 1621, 1852 abgebrochen, dann ohne starke
Veränderungen wiederaufgebaut. Staffelgiebel mit ornamentaler
Ausfüllung haben Leinstr. 32 von 1583, Ostenstr. 73 von 1600,
Leinstr. 3 von 1620. Barockhäuser von ähnlicher Anlage Markt 16
von 1650, Schmiedestr. 41 von 1658. c) Fachwerkhäuser. Meist
mit steinernen Erdgeschossen. Reizvolle Beispiele Rößmühle Nr. 8,
Köblingerstr. 9, Burgstr. Nr. 28, Leinstr. 12 von 1608. Reine Fach-
werkbauten der Renss.: Knochenhauerstr. 8 von 1534, Marktstr. 9
von 1556, Am Markt 15 von 1565, Marktstr. 37 von 1580, Burg-
straße 28 E. 16. Jh., Calenbergerstr. 37 von 1661 (barock).

HANSELAER. RB Düsseldf. Kr. Kleve.
Pfarr-K. An einen rom. WTurm wurde um 1400 das 1 sch. got.
Lhs. angebaut. — Hochaltar A. 16. Jh., Kalkarer Schule, in der
Feinheit des überschwänglich reichen Stab- und Rankenwerks der
Baldachine ersten Ranges; die Statuen des 3teil. Schreins um
1530; mäßige Flügelgemälde von 1648. Nebe'naltar um 1530
 
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