Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

Page: 524
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Der letztere, 31 m 1. und 57a TO br., entspricht der Br. des Grabens;
das Außentor liegt zwischen 2 Rundtürmen, über der Toröffnung
ein niedrigerer Querbau mit heizbarer Wachtstube; über dem
Bitinentor hoher quadr. Einzel-T. mit 4 Erkern.

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ZERBST. Anhalt Kreisstadt. [K.].
Nikolai-K. Spgot. Hllk., 3sch. 8joch., 6/sChor und 9/i8Umgang,
die OHälfte voll. 1447, die WHälfte beg. 1484, Kreuzgwbb. voll.
1494; ausführende Meister nacheinander Hans Kumoller aus Dresden,
sein Sohn Mathias K. und Hans Hobick. Instandsetzung 1823—29.
Das in Ziegeln hergestellte Innere macht den Eindruck einer
brandenburgischen Kirche. Das Äußere in Sandstein, sehr reich
2 Seiten des Umgangs in der Weise der Marien-K. in Bernburg
und der Moritz-K. in Halle. — Der WBau enthält den Rest eines
br. Granitquaderbaues um 1200, welcher schmaler war als das spgot.
Lhs.; 1476 mit 2 Türmen weitergeführt, 1530 aber mit 3 mäßig
hohen Steinspitzen abgeschlossen, gleich dem Dom in Erfurt. —
Glocken 1378, 1418, 1477. Reiche Chorstühle 1451—53. Tauf-
kessel, gegossen 1583 von Hans Töpfer d. f. — Wandgrab
des Fürsten Johann II., von Ludwig Binder 1556. Zahlreiche
Grabsteine, der älteste 1432.

Bartholomäi-K. Vom sprom. 1215 gew. Bau noch erhalten das
Granitmauerwerk des n Kreuzarms mit reichem Sandsteinportal.
Der lange rck. Chor frgot., nachdem die K. 1300 zur Stifts-K. er-
hoben. Die 3 sch. Hllk. die niedrigen Netzgwbb. und das Äußere
voll, nach M. 16. Jh. — Noch viele alte Ausstattungsstücke
und Grabmäler. Spgot. Sakramentschrein. Kanzel geschnitzt
und bemalt 1579, mit Zusätzen 1697. Taufkessel gegossen 1579
von H. Töpfer d. J. Grabstein des Thilo von Zerbst f 1350,
Zeichnung eingegraben. — Der Glockenturm, vermutlich zur Ver-
-teidigung erbaut, steht frei in NO von der K; die Schallöffnungen
um 1300, die 4 Giebel M. 16. Jh.

Marien-K., Pfarr-K. der Vorstadt Ankuhn, ehem. 3sch. sprom.
Basl., von welcher nur noch das Msch. erhalten; Chor spgot. mit
Kreuzgwbb.

BarfüDer-Klst. S.Johannis, seit der Aufhebung Gymnasium. Die
K., bestehend aus Sch. und rck. Chor, frgot. um 1250, die unteren
Teile aus Granitquadern, die oberen aus Ziegeln; im 15. Jh. als
spgot. Ziegelbau mit Sandsteinteilen erneuert. An der SSeite das
spgot. Klst., um 2 Kreuzgänge angeordnet, fast vollständig erhalten.
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