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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0186

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Ham

— 173 —

Ham

Hofes 8 eck., hoch über die Dächer hinausgeführte Türrae mit
Portal und Treppenaufgang. Nicht nur die Giebel und Zwerch-
häuser, sondern auch die Wände der Hauptgeschosse sind gleich-
mäßig reich dekoriert in schweren, derben, sehr wirkungsvollen
Formen, die übrigens 2 Meister erkennen lassen. Der jüngere wohl
identisch mit dem des Hochzeitshauses in Hameln.

HAMERSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Oschersleben. [D.]
Ehem. Benedikt.-Klst. gegr. 1120. Als Hauptbauzeit 2. H. 12. Jh.
anzunehmen. Durch den feinen und edlen Geist der Ausführung
nimmt die K. unter den sächsischen Denkmälern dieses Jahrhunderts
einen der ersten Plätze ein. Die Anlage im Hirsauer Schema
hatte zum nächsten Vorbild wahrscheinlich Paulinzelle in "Ihüringen.
Die Ornamentik ist, wie in Königslutter, von einer oberitalienischen
Strömung berührt, doch in etwas anderer Nuance. — Ganze innere
C. J57 m (Paulinzelle 59), Br. des Lhs. 17,5 m (Paulinzelle 18,5).
Die Zahl der Arkk. (8) dieselbe wie dort. Reine Sl.Basl., nur das
letzte Stützenpaar im O, ebenfalls wie dort, als Pfl. Nicht minder
typisch das Fehlen der Krypta, die Stellung der OTürme im Winkel
zum Lhs., die rechtwinkl. Umrahmung der Ark.Bgg. Bis zum
o Pfl. Paar reichte der Chor (im liturg. Sinn) und wahrscheinlich
befand sich ursp. über ihm ein dem Vierungsbg. analoger Gurt,
die Türme gegeneinander abstützend. Das Qhs. hat c. 1200 eine
Veränderung erfahren: an Stelle der Vierungsbgg. im N und S trat
eine verhältnismäßig niedrige Doppelark. und auch die Kreuzflügel
wurden im oberen Teil erniedrigt; außerdem sondern hohe Schranken
die Vierung von den Flügeln ab. Diese Veränderungen sind in-
sofern bedauerlich, als sie das im Lhs. besonders fein gestimmte
Raumgefühl stören. Die Sil. gehören in Proportionen und Pro-
filen zu den allerschönsten. An ihren Würfelkaptt. haben die
Wangenstücke ein durchgehend variiertes Pflanzen- und Tier-
ornament in zarter Reliefausführung, während die sphärischen Teile
glatt bleiben; nur an wenigen Exemplaren überzieht der Schmuck
auch die letzteren. — Im s Qsch. hochinteressanter sprom. Ci-
borienaltar A. 13. Jh. Aus derselben Zeit die Stuckdekoration der
Schranken; am Sockel- und am Deckgesims Blattfriese in noch
strenger Stilisierung; an der mittleren Fläche in rechtwinkl. Feldern
die sitzenden Gestalten Christi und der Apostel (nur 3 erhalten).
Die Schranken werden in der Mitte geteilt durch einen Pfl., darauf
die besonders glänzend dekorierte Sl. für die oben erwähnten
Doppelarkk. Die ganze sonstige Ausstattung aus sp. 17. Jh. Die
ursp. den Wänden der Sschiffe gehörenden Apostelstatuen sind
jetzt an der Hochwand des Msch. angebracht, die Ruhe desselben
störend. — Außenbau: Gutes Quaderwerk, für Niedersachsen eine
Seltenheit. Der Sockel um das Qsch. Portal herumgeführt, auch
 
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