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Dehio, Georg
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler (Band 5): Nordwestdeutschland — Berlin, 1912

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https://doi.org/10.11588/diglit.11108#0198

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Hei

- 185 —

Hei

oblonge gurten- und rippenlose Gwbb., der Schildbg. rundbg.,
der Querbg. spitzbg. In den Sschiffen ansteigende Halbtonnen mit
kunstvoller Teilung durch Stichkappen, auf Widerlagerung der
Hauptgwbb. berechnet. Die Wand der Sschffe nach demselben
Prinzip wie der Chorumgang unten mit ausgesparten Nischen,
darüber ein niedriges Fenstergeschoß. Die sinnreiche Konstruktion
verband got. Gedanken (unter bewußtester Ablehnung aller got.
Formen!) mit aus der römischen Tradition stammenden nieder-
rheinischen Elementen. Im Detail nebeneinander Würfelkaptt. und
vereinfachte Blattkaptt. mit frgot. Anflug. — Maße der K. (außen):
L. 80 m., Br. des Msch. 23 m.

Die Klostergebäude gänzlich verschwunden, auch durch Zeichnung
nur unvollständig überliefert. — Einzelne Architekturteile mit
Schmuckformen teils in Heisterbach selbst, teils im Provinzial-
museum zu Bonn erhalten, teils zerstreut im Park zu Mehlem, in
Lemperich und in Vilich (s. dort). Die moderne Fontäne enthält
die obere Muschelschale des Kreuzgangbrunnens, der schönsten
rom. Anlage dieser Art (Abb. bei Boisseree). Die wenigen er-
haltenen Grabsteine ohne künstlerische Bedeutung. Ein kleines
Bruchstück vom Chorgeslühl des 14. Jh. im Mus. zu Bonn. Hoch-
altar um 1430 aus der Schule Lochners [Flügel in Köln, München
und Nürnberg]. Erhalten einige Außengebäude: Küchenhof, Um-
fassungsmauer und Klostertor von 1750.

HELDEN. Westf. Kr. Olpe.
Dorf-K. rom., 1. H. 13. Jh. Verputzter Bruchsteinbau, außen ohne
jede Kunstform. 1 sch. Anlage mit 4 J. rck. grätigen Kreuzgwbb.
Das zum Chor gezogene letzte Joch hat '/skr. Schildbogen, die
übrigen, wie die Gurten, gedrückt spitzbg. auf kräftigen Wandpfll.
mit Würfelknaufdiensten. Aus der mächtigen Apsidenmauer
3 Nischen in Kleeblattstellung ausgespart. Nebenchöre mit Apsi-
diolen, in der Außenansicht wie Fragmente von Sschiffen wirkend.
Derber formloser WTurm. Krypta mit Tonnengwb. und Stich-
kappen (älter als die K.?) Ganze äußere L. 38 m. — 12 Apostel,
spgot. Schnitzwerk, roh. Monstranz 15. Jh. Leuchter 12. Jh.

HELLEFELD. Westf. Kr. Arnsberg.
Dorf-K. [Kürzlich abgebrochen. Sie war eine rom. Gwb. Basl. in
ganz schlichter Behandlung (Abb. im Inv.), wohl eine der ältesten
ihrer Art in Westfalen.] WTurm erhalten. — Rom. Taufbecken
von Zinn. Rom. Rauchfaß von Bronze.

HELMSTEDT. Braunschw. [D.]
Kath. Pfarr-K. S. Ludgeri. Erbaut aus den Trümmern der Bene-
dikt.-Klst.-K. Gegr. vor 886. Neubau A. 11. Jh. Zerstörungen
1200 und 1556. Nur die OTeile notdürftig whgest. 1890 nach W
vergrößert. Für die unmittelbare Anschauung ist der heutige Zu-
 
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